RE: die Grundlage gegen -607/1914 steht in den Sternen

#106 von Otto2 ( gelöscht ) , 29.08.2020 16:59

Warum sollte das ganze Lehrgebäude der Zeugen auf das Jahr 607 bezogen sein wie Wolschke schreibt? Es geht doch nur um die Wiederkunft Christi, die doch meines Wissens niemand wirklich anhand von archäoloigschen oder astronomischen Daten berechnen kann.

Otto2

RE: die Grundlage gegen -607/1914 steht in den Sternen

#107 von Jurek , 29.08.2020 17:49

Zitat von Otto2
Warum sollte das ganze Lehrgebäude der Zeugen auf das Jahr 607 bezogen sein wie Wolschke schreibt?


Weil darauf basieren sehr viele WT-Lehren!
Würde -607 fallen, würden viele Lehren wie die vom „treuen und verständigen Sklaven“; „Großer Volksmenge“; Mahl des HERRN, letzte Tage / Zeit des Endes, und viele andere auch, völlig anders gedeutet werden müssen, bzw. wären gar nicht aufgekommen!
Deswegen muss die JW.org nach wie vor daran sehr festhalten, auch wenn an Ecken und Kanten alles bröckelt, wie bei der „letzten Generation“ seit 1914.

Zitat
Es geht doch nur um die Wiederkunft Christi, die doch meines Wissens niemand wirklich anhand von archäoloigschen oder astronomischen Daten berechnen kann.


Und konnte jemals die WTG bzw. nun JW.org wirklich richtig die Gegenwart JESU ab 1914 mit dem BEGINN der „letzten Tage“ aus der Bibel gestützt angeblich auf der Archäologie berechnen?
Nein, das kann sie eben auch nicht…
Ohne -607/1914 würde alles ganz anders sein ……

Gruß


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
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RE: die Grundlage gegen -607/1914 steht in den Sternen

#108 von Otto2 ( gelöscht ) , 29.08.2020 19:20

Aber das bisher 'gesicherte' Datum 587 v.Chr. würde doch nur eine zeitliche Verschiebung und keine Aufhebung der Lehren bedeuten.

Otto2

RE: die Grundlage gegen -607/1914 steht in den Sternen

#109 von Jurek , 29.08.2020 20:00

Es geht um 1914! Und der Berechnung der 2520 Jahre, welche damit 1914 begründen als das "biblische Endzeitdatum" an der JESUS zu regieren begangen soll ...
Rechnet man das von 1914 zurück, kommt man damit nicht auf 587 v.u.Z.
Und 1914 braucht man für die fiktiven Berechnungen nach Daniel, gerade wegen der verschiedenen Lehren …
Also ohne 607 v.u.Z. kein 1914, welchen man als die angebliche Vorhersage der Ernsten Bibelforscher gebraucht hatte…, und an was viele Dogmen der WTG basieren.
Verschiebung würde alles durcheinander wirbeln mit dem Auftreten vom "Kanal J.", der "gr. Volksmenge" etc.


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RE: die Grundlage gegen -607/1914 steht in den Sternen

#110 von Otto2 ( gelöscht ) , 30.08.2020 07:58

Was ist 'Kanal J'?

Otto2

RE: die Grundlage gegen -607/1914 steht in den Sternen

#111 von Jurek , 30.08.2020 09:30

https://wol.jw.org/de/wol/s/r10/lp-x?q=Kanal&p=par&r=occ
Das sind die 8 aus Warwick (USA), welche das Sprachrohr GOTTES auf der Erde sein wollen!
Und das was sie sagen, dass ist das was "J." (Jehova) sagt! (einiges dazu postete schon Edelmuth).
Ihre Aussagen sind die Aussagen GOTTES (nicht etwa umgekehrt!) ...


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
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seit wann ist JESUS gegenwärtig? = 1914?

#112 von Jurek , 28.10.2020 07:46

Gestern traf ich einen ehemals bekannten „ZJ“. Ich fragte ihn, ob er noch in die Versammlung geht und ob er an GOTT glaubt… Er verneinte das und sagte mir, dass er auch ein Abtrünniger ist…
Er stellte mir nur kurze Frage: „Seit wann ist JESUS gegenwärtig, seit 1914 oder 1918?“.
Daraufhin sagte ich ihn, dass Er schon seit dem ersten Jahrhundert gegenwärtig ist.
Er sagte nur „dann passt“, und ist gleich gegangen.
Wie er das genau meinte, weiß ich nicht…, aber ich frage mal hier in die Runde: wie kann man so eine eindeutige Aussage JESU aus Mat 28:20 missverstehen?
und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge.
“ (NWÜ)

Zwei Sachen werden in dieser Bibelstelle ausgesagt:
1) Die Menschen das zu lehren, was JESUS geboten hat!
Und da die WTG/JW.org sich anmaßt dogmatisch (mit Sanktionsandrohung bis hin zu Verachtung) Sachen zu lehren, welche JESUS eben nicht geboten hat (weshalb sie später das korrigieren muss, und nicht immer diesmal richtig), dann was ist das für eine Anmaßung zu behaupten: „NUR WIR!“? = Nur die JW.org hat das wahre Evangelium? Es gibt außer den „ZJ“ nicht einen einzigen wahren Christen auf der Erde???
Ist auch das Evangelium primär das über das „Königreich“ (seit 1914)?

2) Im zweiten Teil dieses Verses, wie kann man das missverstehen, wenn es dort mit anderen Worten heißt, dass JESUS ist gegenwärtig bei den APOSTELN und derer Nachfolgern (Christenzeitalter hindurch, da bis zum Abschluss des Zeitalters) im Sinn von BIN und nicht WERDE (nicht für euch Apostel, sondern erst in Neunzehnhundert Jahren!).
Wie kann man so eine einfache und deutliche Aussage falsch verstehen?

Eigentlich solche Leute wie David Splane (mit seiner dummen Idee von der „überlappenden Generation“ & Co.), die sind doch die Abtrünnige und sollten ausgeschlossen werden!
Die verursachen Unruhe (die man dort nicht zeigen darf, was sich aber anders zeigt) und gehen in Namen GOTTES über das hinaus, was in der BIBEL geschrieben wurde.
BIBEL muss sich nicht korrigieren, sie aber sollen sich radikal korrigieren!
Die „glorreichen 8“ aus Warwick, sollten mal endlich Demut und das, was JESUS geboten hat, mal lernen, und nicht den Herrn über Glauben anderer sein!


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
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1914 vorausgesagt?

#113 von Jurek , 15.01.2023 05:42

Vor 1914:
Marineminister Winston Churchill ließ die Cunard-Herren wissen, die Stunde der Bewährung nahe heran; der Krieg gegen Deutschland sei sicher, spätestens im September 1914 werde er ausbrechen. (Q)


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
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607 v.u.Z.?

#114 von Jurek , 03.08.2023 07:16


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
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RE: 607 v.u.Z.?

#115 von Jurek , 12.10.2025 05:34

Zitat
@Manfred-f8e
@josefweber3871 Nein, Josef, hier werden Dinge vermischt, die einen deutlich anderen Kontext haben. Das Lamed als Präposition bezeichnet in Jeremia 29:10 keine Richtung ("nach Babylon“) aus, sondern den Bezug oder die Reichweite einer Zeitangabe; es entspricht im Deutschen etwa "für / betreffs / in Bezug auf Babylon“.
Es ist also eine Frist gemeint, genauer die Vollendung einer Frist und das Lamed die Frist mit dem Namen Babylon als dem Gegenstand, auf den die Frist sich bezieht
In Jeremia 3:17 treten zwei Formen des Präfix‑Lamed auf: לִירוּשָׁלַיִם (li‑Yerushalayim) und לְשֵׁם יְהוָה (le‑shem YHWH). In לִירוּשָלַיִם markiert das Lamed die Richtung / den Zielort ("zu/in Richtung Jerusalem“), in לְשֵׁם kennzeichnet es den Bezug ("zum Namen des HERRN / wegen des Namens des HERRN“). Wir haben hier zwei andere funktionale Verwendungen des Lamed als Präposition: Es beschreibt Völker, die „versammelt werden“ und „zu Jerusalem kommen“; das Lamed vor ירושלים zeigt den Zusammenkunfts‑Zielort, also eine lokale/direktionale Funktion. Und das Lamed vor שֵׁם verbindet die Versammlung mit dem Grund oder Geltungsbereich der Handlung: die Versammlung geschieht „zum Namen des HERRN“, also eine relationale/zweckhafte Verwendung.
Es gilt für die Übersetzung: Wenn das Verb eine Bewegung oder Sammlung anzeigt → Lamed = "nach/zu/auf“ (Ziel).
Wenn Lamed vor einem Nominalausdruck den Grund, die Bindung oder den Geltungsbereich angibt → Lamed = "für/zum/hinsichtlich"

Es ist zwar möglich für li‑Yerushalayim auch 'in' zu verwenden, aber nur dann, wenn ein Zustand oder eine Anwesenheit in der Stadt ausgedrückt werden soll (sie werden in Jerusalem wohnen / versammelt sein“).) Ansonsten ist die richtige Übersetzung "nach Jerusalem" oder "zu Jerusalem", weil die Funktion eine Richtung, ein Ziel oder Ort ausdrücken soll. Sollte der Kontext eine Bewegung oder Ankunft betonen ("sie werden nach Jerusalem kommen“) wäre "nach/zu" treffender.
Und bei (le‑shem YHWH) ist die Funktion eine Bezugsangabe, ein Zweck "um des Namens willen“.
Geeignete Übersetzungen: "zum Namen des HERRN“, "um des Namens des HERRN willen“, "für den Namen des HERRN“.
Warum nicht einfach "in“?: "in“ würde räumlich/örtlich klingen und verfehlt die ziel‑/zweckhafte Relation, die das Hebräische hier ausdrückt.
Zusammenfassung: Jeremia 29,10 spricht von der Erfüllung einer festgelegten Zeitspanne; die Konstruktion verlangt eine Bezugsangabe, nicht eine Ortsbewegung.
Jeremia 3,17 beschreibt Zusammenkommen oder Anwesenheit an einem Ort; die Konstruktion verlangt eine Ortsangabe oder Richtungsübersetzung.
Damit ergibt sich: Die Übersetzung hängt davon ab, ob das Lamed לְ im jeweiligen Vers den Bezugsbereich einer Zeit/Handlung angibt (wie in Jeremia 29,10) oder eine Ziel‑/Ortsbeziehung ausdrückt (wie in Jeremia 3,17), und von begleitenden Phrasen wie לְשֵׁם, die Zweck oder Bindung markieren.

https://www.youtube.com/watch?v=PU7oqp2u...GNkW0wch4AaABAg


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RE: 607 v.u.Z.?

#116 von Jurek , 12.10.2025 06:04

Herr Weber schrieb:

Zitat
Teil 1 v. 2:

Das Jahr 607 v.u.Z ist ein bedeutendes Jahr in der biblischen Chronologie, zumindest nach der Auffassung der Zeugen Jehovas. Es markiert den Beginn von den in Daniel erwähnten 7 Zeiten, und mündet somit im Jahr 1914 u.Z. – das Jahr das für Zeugen Jehovas die Inthronisierung Jesu im Himmel markiert, ebenso wie den Anbruch der „letzten Tage“. Mit dem Jahr 607 v.u.Z. widersprechen Zeugen Jehovas jedoch der säkular gängigen Neo-Babylonischen Chronologie.

Wie kommen Zeugen Jehovas auf 607 v.u.Z für die Zerstörung Jerusalems? Das kann man selbst nachlesen im Wachtturm von Oktober 2011 (Teil 1 – S. 26) und November 2011 (Teil 2 – S.22)– entweder über die Watchtower Online Library () oder indem man sich die Publikation als PDF Datei runterlädt unter jw. org.

In aller Kürze: das Jahr 539 u.Z. war das Jahr in dem die medo-persische Streitmacht unter Cyrus (oder Kyrus II) die Stadt Babylon eroberte, und die sich in Babylon im Exil befindlichen Juden befreite. 2 Jahre später (nachdem Kyrus der neue König von Babylon wurde) kehrten viele der Juden aus Babylon zurück nach Juda/Jerusalem und begannen mit dem Wiederaufbau der Stadt. Das Jahr 539 u.Z. für die Eroberung Babylons durch Kyrus II wird von säkularen Historikern zweifelsfrei bestätigt.

Laut der Bibel sollte Jerusalem bzw. Juda 70 Jahre lang brach bzw. verwüstet daliegen, nachdem die Chaldäer unter Nebukadnezar II Jerusalem zerstörten (Jer 25:8-11; 2. Chronika 36:20, 21; Daniel 9:2)

Die Berechnung ist also ganz einfach: Wenn man der biblischen Chronologie vertraut, so muss die Zerstörung Jerusalems siebzig Jahre vor der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil und der Wiedereinführung der wahren Anbetung in Jerusalem stattgefunden haben: 537 v.u.Z – 70 Jahre = 607 v.u.Z.

Soweit so gut. Historiker sind sich jedoch weitestgehend einig dass die Zerstörung Jerusalems 20 Jahre später stattfand, als die biblische Chronologie es darstellt, nämlich um 587 v.u.Z.

Auf die gängigen Argumente gehen die obigen Wachtturm Artikel von Oktober/November 2011 ein.

Wie zu erwarten hat Kritikern von Zeugen Jehovas die Erklärung in den beiden Wachtturm-Artikeln gar nicht gepasst – und es wurde fleißig nach Fehlern in der Argumentation gesucht.

Dabei sind folgende „Fehler“ aufgefallen:

Die NWÜ würde Jeremia 29:10 falsch übersetzen. Damit einhergehend spricht die Bibel in Wirklichkeit von siebzig Jahren „für“ Babylon und nicht von einen siebzig-jährigem Exil

Der Wachtturm behauptet fälschlicherweise VAT 4956 (Astronomische Tafel) würde eher auf 588 v.u.Z. für das 37. Regierungsjahr Nebukadnezars passen (und somit die Sichtweise von 607 v.u.Z. unterstützen) als auf 568 v.u.Z.

Die WTG bestätigt unbewusst die Zerstörung Jerusalems 587 v.u.Z. durch die eigene recherchierte Chronologie


Der Vorwurf der arglistigen Manipulation steht also wieder mal im Raum – und JZ-Kritiker bejubeln diese „Fehler“-Funde und fliegen drauf wie Fliegen auf den Kot.


Zitat
Teil 2 v. 2:

Ich will nur kurz auf die Einwände eingehen.

Jeremia 29:10

Der Vorwurf:

Denn dies ist, was Jehova gesagt hat: „In Übereinstimmung mit der Erfüllung von siebzig Jahren in Babylon werde ich euch meine Aufmerksamkeit zuwenden, und ich will euch gegenüber mein gutes Wort bestätigen, indem ich euch an diesen Ort zurückbringe“.
Jeremia 29,10, (NWÜ)

Die Neue-Welt-Übersetzung sagt „siebzig Jahren in Babylon“. Die Elberfelder Bibel gibt an dieser Stelle „siebzig Jahre für Babel“ (Elberfelder Bibel) wieder.

Jeremia hätte nach dieser Formulierung eine siebzigjährige Herrschaft der Babylonier über Israel vorhergesagt, und nicht etwa wie Zeugen Jehovas es behaupten eine siebzigjährige Gefangenschaft in Babylon.

Demnach würden sich die siebzig Jahre auf Babylon beziehen, und nicht auf Israel.

Die Erklärung:

Den Text kann man Wort für Wort in hebräisch analysieren – zum Beispiel hier. (Link kann ich nicht posten)

Das Wort das uns interessiert ist לְבָבֶ֛ל (Transliteriert: lə-ḇā-ḇel)

Ein Kritiker behauptet, die hebräische Präposition ל (le) vor Babylon (לְבָבֶל) würde sich auf „zu“ oder „nach“ beziehen. Für „in“ Babel wie die NWÜ behauptet müsste es demnach eine andere Präposition verwendet worden sein (was aber nicht der Fall ist)

Für Antworten auf die Frage „Wo?“, wird die vorangestellte Präposition ב (be) = „in“ (räumlich) verwendet. (Quelle: Sprachbeschreibung Hebräisch, S. 10- ).

Und so übersetzen die meisten deutschen Bibelübersetzungen mit „für“ Babylon. Dennoch ist die Erklärung dafür sehr fragwürdig. Wenn die Präposition „lə·ḇā·ḇel“ also „nach“ bzw. „zu“ bedeutet, wieso übersetzt man es dann nicht so, sondern sagt „für“?

Jeremia 29:10 könnte dann so lauten:

Denn so spricht der Herr: Wenn siebzig Jahre zu Babel vollendet sind, werde ich dich ernennen, und ich werde auf dich die guten Worte legen, um dich an den Ort zurückzubringen.

Schauen wir uns denselben Ausdruck („lə·ḇā·ḇel“) in der Konkordanz (biblehub. .com) an, dann fällt ganz schnell auf worauf ich hinaus möchte. Jeremia 29:10 ist neben Jeremia 51:49 der einzige Text von 8 existierenden mit diesem Wort in dem „für“ (engl. „for“) genutzt wird, statt „zu“ oder „nach“ (engl. „at“/“to“). Die Elberfelder Bibel benutzt in Jeremia 51:49 das Wort „wegen“ Babel.

Es könnte also auch so lauten: „Wenn 70 Jahre wegen Babel vollendet sind“

Die Sprachbeschreibung für hebräisch gibt weiteren Aufschluss:

Dativ

Frage: Wohin? Wo? Wann? Wem?

אנחנו טסים לישראל (‚anachnu tassim le‚israel) = Wir fliegen nach Israel.

אני הולכת לחבר (‚ani holechet le‚chawer) = Ich gehe zu einem Freund.

אני הולכת למסיבה (‚ani holechet la‚messiba) = Ich gehe zur Party.

למשרד (la‚missrad) = in das Büro

במשרד (be’missrad) = in einem Büro

במשרד (ba’missrAd) = in dem Büro

בבוקר (ba’bOker) = am Morgen

הוא נותן לילד תפוח (hu noten la yeled tapuach) = Er gibt dem Kind einen Apfel.

(Quelle: Sprachbeschreibung Hebräisch, S. 10 – Tabelle 14)

Die Sprachbeschreibung zeigt selbst das „le“ bzw. „la“ auch mit „in“ übersetzt werden kann – so wie die NWÜ es getan hat. Außerdem sagt unser Kritiker nicht dass in der Sprachbeschreibung auch folgendes erwähnt wird:

Für Antworten auf die Frage Wohin? wird die vorangestellte Präposition ל (le) = zu und nach verwendet.

(Quelle: Sprachbeschreibung Hebräisch, S. 10 – Fußnote 8)

Es ging also um die Frage „WOHIN“ die 70 Jahre führen würden, und nicht etwa „WEM“ die 70 Jahre galten.

Zusätzlich lässt sich sagen dass es nur die Präposition „li“ benötigen würde um die Übersetzung mit „für“ zu rechtfertigen… – dahingehen zeigt mir dies mal wieder wie gut und gründlich die NWÜ ist in ihrer Übersetzung.

Unabhängig von der Übersetzung, wurde ebenso der Kontext von Jeremia Kapitel 29 völlig außer Acht gelassen. Es gibt zudem genügend Paralleltexte die belegen was wirklich gemeint ist: 2. Chronika 36:21; Jeremia 27:22; Daniel 9:2; Sacharja 1:12; 7:5

Der Kontext und die Parallel-Texte beweisen dass es definitiv um die 70 Jahre ging, in denen Jerusalem verwüstet blieb und nicht um 70 Jahre babylonische Herrschaft. Es gibt dagegen keinen einzigen Text in der Bibel der darauf hinweist, dass es sich doch um 70 Jahre babylonische Herrschaft handeln könnte. Das würde auch kein Sinn ergeben – die 70 Jahre sollten dann vorbei sein, wenn Jerusalem wieder bewohnt werden würde – dies geschah aber erst 2 Jahre nach der Eroberung Babylons, was uns auf 72 Jahre und nicht auf 70 Jahre bringen würde.

Wir können dieses eher lächerliche Argument also getrost abhaken – in Wirklichkeit ist es nämlich gar keins.


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
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RE: 607 v.u.Z.?

#117 von Jurek , 12.10.2025 06:52

Vorweg: Die „ZJ“ müssen sich oft auch auf Wissenschaft stützen. Sie zitieren Aussagen, welche scheinbar die Aussagen der LK bestätigen. Wie aber Fakten zeigen (ich sah auch den Brief von Prof William Barclay, da ging es aber um Joh 1:1ff)., haben die „ZJ“ ihn im Sinn völlig falsch wiedergegeben …, und nicht nur seine Aussagen falsch gedeutet… Das mal am Rande, aber ein wesentlicher Punkt!

Manfred hat m.E. sehr gut den Unterschied der Anwendungen der Präposition Le erklärt.
Denn allg. stimmt, dass dieselbe hebräische Form kann je nach Kontext, örtlich („in“) oder kausal („für/wegen“) übersetzt werden. Aber eben abhängig vom Gesamtkontext.

Jer 25:11,12 steht in Verbindung mit 29:10.
Hiermit wird es klar, dass die „70 Jahre“ mit der babylonischen Herrschaft über die Nationen (Plural), einschließlich auch Judas, verbunden sind. Also da geht es nicht explizit um Juden im Babylonischer Gefangeschaft. Knechtschaft und Gefangenschaft ist was anderes…
Jer 29:10 greift genau diese Prophetie ausdrücklich auf („Denn so spricht JEHOVA...“), und darum ist die Bedeutung die, dass es sich dabei um 70 Jahre der babylonischen Vorherrschaft handelt welche JEHOVA setzt und nicht um die Dauer der Verwüstung Jerusalems.

Dan 9:2 und 2.Chr 36:20-23 bestätigen das auch!
Daniel schrieb nach dem Fall Babylons (539 v.u.Z.):
Ich, Daniel, merkte in den Schriften die Zahl der Jahre, … dass siebzig Jahre für die Verwüstung Jerusalems vollendet werden sollten.
Und das entscheidende dabei ist, dass obwohl zu der Zeit Jerusalem noch unbewohnt war, Daniel erkannte schon, dass die 70 Jahre erfüllt waren.
Kurz darauf erließ Cyrus den Befehl zur Rückkehr (2.Chr 36:22,23; Esra 1:1,2).
Da irrt sich Herr Weber, denn die 70 Jahre endeten nicht erst, als Jerusalem wieder bewohnt war,
sondern als JEHOVA die babylonische Herrschaft beendete und die Rückkehr einleitete.

Und wie ich schon erwähnte, die Geschichte belegt es, dass:
1) Beginn der babylonischen Vorherrschaft begann mit dem Sieg über Assyrien, ca. 609 v.u.Z.;
2) 70 Jahre endeten FÜR Babel im Jahr 539 v.u.Z., was auch die beschriebene Gefangenschaft in Babel beendete;
3) Jerusalem was im Jahr 587 v.u.Z. zerstört;
4) Der Edikt bzw. Erlass des Kyros wurde nach dem Fall Babylons erteilt (538/537 v.u.Z.).
5) Als 587 v.u.Z. letzte (3.te) Deportation der Juden nach Babel erfolgte und die Stadt zerstört wurde, sind es bis zum Fall Babylons 48 Jahre Gefangenschaft der restbezogenen Juden erfüllt gewesen, und keine 70 Jahre. Das bestätig in seiner Korrektur auch der jüdische Historiker Flavius Josephus, dessen Werke ich habe.

Reine Theorie ist, dass „für Babel“ und „in Babel“ beides möglich wäre, aber nur, wenn man das vom Gesamtkontext löst. Denn gerade der Kontext und die Parallelstellen zeigen, dass Jeremia von der Zeit der babylonischen Vorherrschaft spricht, nicht ausschließlich von der Dauer der Verwüstung Jerusalems.
Und die 70 Jahre endeten mit Babylons Fall, nicht erst mit der Wiederbesiedlung Jerusalems.

Deshalb ist es irreführend zu sagen, es gebe „keinen einzigen Text“ für 70 Jahre babylonischer Herrschaft, wenn Jer 25:11,12 genau so ein Text ist.


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
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1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: 607 v.u.Z.?

#118 von Manfred , 12.10.2025 09:18

Zitat
Wenn die Präposition „lə·ḇā·ḇel“ also „nach“ bzw. „zu“ bedeutet, wieso übersetzt man es dann nicht so, sondern sagt „für“? Es geht um den Bibeltext



Die umgebenden Verse und der Sinnzusammenhang – die Vorhersage einer 70-jährigen Periode, nach deren Ablauf Gott das Volk aus dem Exil zurückbringen wird – unterstützen die Lesart, dass die 70 Jahre als Zeitspanne im Zusammenhang mit Babylon verstanden werden und nicht primär als Zielrichtung. Die zeitliche Beziehung also die Dauer oder Periode zeigt auf Babel und beantwortet die Frage 'Wann': Antwort: Sobald siebzig Jahre für Babel voll sind.

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RE: 607 v.u.Z.?

#119 von Manfred , 12.10.2025 09:24

Zitat
Zitat von Jurek im Beitrag #116
Für Antworten auf die Frage Wohin? wird die vorangestellte Präposition ל (le) = zu und nach verwendet.

(Quelle: Sprachbeschreibung Hebräisch, S. 10 – Fußnote 8)

Es ging also um die Frage „WOHIN“ die 70 Jahre führen würden, und nicht etwa „WEM“ die 70 Jahre galten.





le beantwortet folgende Frageworte:

Wohin? / Zu wem? — le zeigt Richtung oder Ziel an.

Für wen? / Für was? — le markiert den Begünstigten oder das Anliegen.

Weshalb? / Wozu? / Zu welchem Zweck? — le drückt Zweck oder Bestimmung aus.

In Bezug auf wen/was? / Bezüglich was? — le zeigt Zugehörigkeit, Bezug oder Gegenstand an.

Wann? / Innerhalb welcher Zeitspanne? — le kann zeitliche Beziehungen markieren, etwa Dauer oder Bezugszeitraum.

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RE: 607 v.u.Z.?

#120 von Manfred , 12.10.2025 09:30

Nicht li, weil kein jodischer Pronominalsuffix vorliegt und damit keine 1. Person gemeint ist.

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Exkommunikation und die Folgen daraus...
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