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#211 von Isai , 10.12.2020 15:47

Zitat von Edelmuth im Beitrag #210
Ede, bist Du dafür dass Offenbarung 5:12 und 13 gelöscht werden? Ja oder Nein?
Sollen Stephanus, Johannes, Paulus und viele andere Urchristen bestraft werden?


Die Fragen wolltest nicht beantworten?



Zitat
Und du bist der Meinung, dass das Opferlamm angebetet werden soll, während der Vater als sein Gott dabeisteht und dumm aus der Wäsche guckt.



Andererseits wunderts doch nicht.


So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!
(2. Kor. 5:20)

Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
(Apg. 2:38)

Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!
(Apg. 22:16)

 
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zuletzt bearbeitet 10.12.2020 | Top

RE: Keine Anbetung Jesu!

#212 von Edelmuth , 10.12.2020 16:01

Zitat von Obadja #204
Es gibt Momente die man zu Jesus "im Geiste redet" ohne das es ein Gebet ist.


Du kannst denken, was immer du willst und an wen du willst. Wenn du willst, dass der Sohn deine Gedanken liest, so tut es auch der Vater. Hast du die Absicht, dich gedankliche mit einer Bitte an den Sohn statt an den Vater zu wenden, so liest nicht nur der Sohn, sondern auch der Vater deine Gedanken, und beide lehnen dein Ansinnen ab, weil sich jeder Mensch direkt im Gebet an den Vater wenden soll, statt nach Möglichkeiten zu suchen, das Gespräch mit IHM irgendwie zu umgehen.

Sicherlich ist es besonders schwierig sich mit einer Bitte an den Vater zu wenden, wenn man gerade Bockmist gebaut hat. Aber, dann bringe es doch beim Vater wieder in Ordnung. ER bietet es dir an und vergibt großzügig. Es gibt keinen Grund sich nicht an den Vater zu wenden und stattdessen den Sohn, sein Geschöpf, zu bevorzugen. Meinst du nicht, dass sich der Vater davon gekränkt fühlen könnte. Was hat er dir getan?

Ede

 
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RE: .

#213 von Obadja , 10.12.2020 16:09

@Gerd

Zitat von Gerd im Beitrag #209
ist biblisch nicht nachvollziehbar,


Oh was für ein Bibelkenner ....

Zitat von Gerd im Beitrag #209
Willst du uns auf den Arm nehmen?
Wie sieht das Ede?


Tja, Ede sagt folgendes :
Zitat von Edelmuth im Beitrag #202
Jesus sagt uns mehrfach, dass wir nur den Vater anbeten und nur ihn bitten sollen. Wir können uns beim Vater für seinen wunderbaren Sohn und dessen selbstloses Opfer zu unserer Rettung bedanken. Das wird den Vater freuen und den Sohn ehren, der so viel Lob beim Vater bekommt.


Und so sehe ich das auch! Bleiben wir dabei meine Anbetung gehört JHWH und basta. Wie du betest ist deine ganz persönliche Sache.
Das respektiere ich und ich hoffe du respektierst meine Art der Anbetung!

Gruss Obadja


Epheser 5:1,2 Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott.

 
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#214 von Obadja , 10.12.2020 16:16

Zitat von Edelmuth im Beitrag #212
das Gespräch mit IHM irgendwie zu umgehen.


Lieber Ede, das ist deine Behauptung und ich kann dir sagen das tue ich nicht.
Meine Gebete gehören zu Gott!

Zitat von Edelmuth im Beitrag #212
Meinst du nicht, dass sich der Vater davon gekränkt fühlen könnte. Was hat er dir getan?


Was sind das für Argumente? Geht's noch?!
Wie gesagt ich bete nur zu Jahweh im Namen Jesu an, sonst niemanden. Somit kränke ich niemals meinen lieben Vater der in den Himmeln ist.

Vergisst das mit dem reden...... das versteht ihr nicht so ganz.

Lieber Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie denken. Amen.

Lieben Gruss Obadja


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anbeten oder huldigen?

#215 von Jurek , 06.01.2023 08:30

etliche Leute glauben, dass es drei Könige waren, welche das kleine Jesuskindlein angebetet haben (z. B. Ga-chen: Matthäus-Evangelium (9)).

Aber es war so wenig Anbetung dabei im Spiel, wie es auch keine drei Könige waren, welche Jesus aufsuchten.

Ehre, wem Ehre gebührt, und nicht mehr noch weniger.


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: anbeten oder huldigen?

#216 von Kostak , 06.01.2023 18:50

Ja, die Tradition vermittelt so manches Bild, was nicht ganz korrekt ist. 'Anerkannte Wissenschaftler', wie es in dem Text von Gachen heißt, waren es sicher nicht, obwohl sie sicherlich als 'Magoi' ( zoroastrischen Priester Persiens) Anerkennung bekamen und für ihre Zeit gelehrte Sternendeuter waren. Ich glaube, es ist nicht mal sicher das es drei waren.

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RE: anbeten oder huldigen?

#217 von Jurek , 07.01.2023 08:40

Ja, die "heiligen drei Könige" - Märchen. Auch die Krippe mit neugeborenem Jesus-Kindlein wäre unvollständig, wenn sie dabei fehlen würden:
https://web.de/magazine/wissen/geschicht...hichte-36481708
Aber das ist alles (biblisch betrachtet) ein Unfug, was die Leute daraus gemacht haben. Hauptsache die Kindesaugen werden zum leuchten gebracht....
Und die studierten Theologen wollen nichts an dieser Tradition verändern, weil sie offensichtlich selber nicht so recht daran glauben, um das in ein besseres Licht zu rücken.
Fehler sollte man benennen und sie korrigieren! Ansonsten betreibt man nur Tradition, und kein wahres Christsein.


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: anbeten oder huldigen?

#218 von Kostak , 07.01.2023 09:36

Es ist Absicht die Menschen mit solchen Geschichten einzulullen. Und es ist kein Witz, es gibt Christen die beten das Christuskind an. Ich hatte mal einen Disput deswegen und wurde bezichtigt kein Christ zu sein, weil ich dies ablehnte.

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RE: anbeten oder huldigen?

#219 von Jurek , 07.01.2023 14:35

Zitat von Kostak
Ich hatte mal einen Disput deswegen und wurde bezichtigt kein Christ zu sein, weil ich dies ablehnte.


Eine mir sehr bekannte Aussage aus der Praxis. Egal ob bei den "ZJ", oder anderen, welche sich "christlich" nennen ...


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: anbeten oder huldigen?

#220 von Jurek , 22.05.2025 10:01


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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zuletzt bearbeitet 22.05.2025 | Top

RE: anbeten oder huldigen?

#221 von Manfred , 22.05.2025 20:32

Den Link verstehe ich nicht

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RE: anbeten oder huldigen?

#222 von Jurek , 23.05.2025 06:40

Der Link gehört zu dem Vortrag von Christian.
Genau die gleiche Seite wird dort in seinem Vortrag gezeigt und das ist nur da. Aber wenn man es selbst das Thema und Forschung ausweiten und nachforschen möchte... Er hat dazu keinen direkten Link angegeben.
Ich meine, dass das eine nützliche Internetseite ist, um hinter die Bedeutungen und Varianten von Bibelworten zu kommen und sie zu erforschen. Aber o.k., das ist eher für die gedacht, welche sich mit dem Grundtext der Bibel beschäftigen, was gewisse Sprachkenntnisse voraussetzen würde...

Und wie gefällt dir seine Darbietung dieses Themas?
Die Trinitarier wären damit nicht gerade zufrieden.
Gestern in der Donnerstag-Bibelrunde, da war auch die Rede von proskyneo und in habe das mit den Weisen aus Morgenland erwähnt, ob die gekommen waren zu einem Kleinkind zu beten / es anzubeten...


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: anbeten oder huldigen?

#223 von Manfred , 23.05.2025 08:34

Video? Bis eben hatte ich kein Video gesehen. Daher auch meine Verwirrung.

Mein Browser hatte das Video ausgeblendet. Wegen einer Erweiterung, die ich installiert hatte.

Nach dem Ausschalten dieses Add-ons ist das Video nun zu sehen.

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JESUS anbeten oder huldigen?

#224 von Jurek , 01.02.2026 06:17

Wird in Hebräer 1:8 JESUS als "Gott" angesprochen?
Kurzantwort: Ja – nach dem Wortlaut von Hebräer 1:8 wird der SOHN direkt als „Gott“ angesprochen.

Langantwort: Das ergibt sich aus Grammatik, Zitatform und Kontext.

1. Der Wortlaut
Hebräer 1:8 (nach Ps 45:7 LXX):
Von dem SOHN aber: ‚Dein Thron, o Gott, besteht von Ewigkeit zu Ewigkeit,
und das Zepter deines Reiches ist ein Zepter der Gerechtigkeit.‘

Hellenisch:
Ho thronos sou, ho theos, eis ton aiōna tou aiōnos
„ho theos“ ist Vokativ → direkte Anrede:
👉 „o Gott“, nicht „GOTT ist dein Thron“.
________________________________________
2. Grammatikalisch entscheidend
Es gibt keine sprachlich saubere Alternative, die den Text korrekt anders liest:
• ❌ „GOTT ist dein Thron“
→ grammatisch sehr gezwungen, im Hellenischen unüblich
• ✔ „Dein Thron, o Gott“
→ normale, klare Vokativkonstruktion
Alle maßgeblichen Hellenischen Grammatiken bestätigen das.
________________________________________
3. Kontext von Hebräer 1
Der Autor kontrastiert Engel ↔ SOHN:
Engel: geschaffene Dienstgeister (V.7)
SOHN:
o „Erbe aller Dinge“ (V.2)
o „Abglanz der Herrlichkeit GOTTES“ (V.3)
o „Dein Thron, o Gott…“ (V.8)
o wird angebetet (V.6)
👉 Der Titel „Gott“ dient hier eindeutig der Erhöhung des SOHNES über Engel, macht Ihn aber nicht VATER gleich.
________________________________________
4. Herkunft aus Psalm 45
Psalm 45 war ursprünglich ein königlicher Thronpsalm.
Der Hebräerbrief wendet ihn ausdrücklich auf den SOHN an:
Von dem SOHN aber sagt er…“ (Hebr 1:8)
Damit ist die Anwendung nicht offen, sondern festgelegt.
________________________________________
5. Rein biblisches Fazit
• Hebräer 1:8 spricht den SOHN direkt als „GOTT“ an
Das ist:
o grammatisch eindeutig
o kontextuell zwingend
o textlich ausdrücklich
👉 Nach Hebräer 1:8 wird JESUS im Schriftzitat als „Gott“ bezeichnet.
________________________________________
1. Explizite Textmarkierung
Hebräer 1:8 beginnt mit:
Von dem SOHN aber sagt er:
→ Der Autor definiert selbst, dass das folgende Zitat auf den SOHN bezogen ist.
Das ist keine theologische Deutung, sondern redaktionelle Markierung im Text.
________________________________________
2. Hellenische Grammatik (ohne Dogmatik)
ho thronos sou, ho theos…
• Artikel + Nomen im Vokativgebrauch
• Standardform einer direkten Anrede
• In der Septuaginta zahlreich belegt
👉 Das ist Sprachwissenschaft, nicht Glaubenslehre.

Die Lesart: „GOTT ist dein Thron“
ist grammatisch möglich, aber:
• stilistisch ungewöhnlich
• im Kontext des Psalms und des Hebräerbriefs semantisch schwach
• von der Mehrheit der Philologen verworfen
________________________________________
3. Unmittelbarer Kontext (Hebr 1)
Der Autor arbeitet mit Titelsteigerung:
• Engel → Diener
• SOHN → Thron, Herrschaft, ewiges Reich
Die Anrede „Gott“ passt funktional in diese Argumentation.
Das ist literarische Analyse, keine Trinitätslehre.
________________________________________

Nüchternes Fazit (ohne Trinität)
Objektiv feststellbar ist:
Der Hebräerbrief legt Psalm 45 so aus,
dass der SOHN im Zitat mit „GOTT“ angeredet wird.
Was das ontologisch bedeutet, entscheidet nicht der Vers allein,
sondern erst eine systematische Theologie.
Aber wie passt das zu Joh 17:3?
Genau hier entsteht die Spannung, wenn man rein biblisch liest und keine Systemtheologie voraussetzt.

1. Johannes 17:3 – klare Aussage
Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren GOTT, erkennen und den du gesandt hast, JESUS CHRISTUS.

Beobachtungen aus dem Text:
• „dich“ = der VATER (Adressat des Gebets)
• „der allein wahre GOTT“ wird exklusiv auf den VATER bezogen
• JESUS wird davon unterschieden:
o „den du gesandt hast“

👉 Textlich:
Der VATER = „allein wahrer GOTT“
JESUS = der Gesandte
________________________________________
2. Spannung zu Hebräer 1:8 – nicht auflösen, sondern benennen
Wir haben zwei Aussagen, beide klar im Text:
1. Hebr 1:8
→ Der SOHN wird im Schriftzitat mit „Gott“ angeredet
2. Joh 17:3
→ Der VATER wird „der allein wahre GOTT“ genannt
Die Bibel selbst erklärt diese Spannung nicht explizit.
________________________________________
3. Schlüssel: Unterschiedliche Textebenen
Ohne Dogmatik lassen sich zwei Ebenen unterscheiden, die der Text selbst nahelegt:
A) Titelgebrauch („Gott“)
• In Hebr 1:8 wird „Gott“ als Anrede/Titel verwendet
• Der Titel wird funktional und königlich gebraucht (Thron, Herrschaft)
➡ Titel ≠ Definition des „allein wahren GOTTES“

B) Quelle und Sendung
• Joh 17:3 betont:
o Ursprung (der VATER)
o Sendung (JESUS als Gesandter)
➡ JESUS empfängt Autorität, Leben, Auftrag
➡ Er ist nicht die Quelle, sondern der Beauftragte
________________________________________
4. Das johanneische Gesamtbild
Johannes selbst hält diese Linie konsequent:
• Joh 5:26
→ Leben vom VATER gegeben
• Joh 7:16
→ Lehre nicht aus sich selbst
• Joh 12:49
→ Gebot vom VATER empfangen
• Joh 20:17
→ „mein GOTT und euer GOTT“
👉 Johannes unterscheidet klar:
• GOTT = der VATER
• JESUS = der von GOTT autorisierte Gesandte
________________________________________
5. Wie passt es zusammen?
Textlich minimal konsistente Lesung:
Der VATER ist der allein wahre GOTT (Joh 17:3).
Der SOHN kann dennoch im Schriftzitat mit „Gott“ angeredet werden,
weil ihm göttliche Autorität, Herrschaft und Repräsentation verliehen sind.
Das ist keine Trinitätslehre, sondern:
• jüdisches Denken in Bevollmächtigung
• Titelgebrauch ohne Wesensdefinition
________________________________________
6. Fazit
• Joh 17:3 setzt eine klare monotheistische Grenze
• Hebr 1:8 überschreitet sie nicht automatisch, sondern arbeitet mit Titeln
• Die Bibel lässt die Spannung stehen, statt sie systematisch aufzulösen

a). Unkritische Nutzung freier Übersetzungen ist ein Problem
„Neues Leben-Bibel“ und „Gute Nachricht“ - Beide sind stark interpretierende Wiedergaben, keine textnahen "Übersetzungen" – z. B.: bei Joh 1:18; Phil 2:6; 2.Pet 1:1 sind diese Übersetzungen theologisch vorentschieden.
Man kann sie zwar zitieren, aber nicht als Beweis für „eindeutig“.

Johannes 1:18 – textkritischer Fehler
„… sein einziger SOHN, der selbst GOTT ist …“
Ist ein schwerwiegender Fehler:
• Der hellenische Text ist textkritisch umstritten:
o monogenēs theos oder
o monogenēs huios
• Selbst bei theos fehlt der bestimmte Artikel → nicht identisch mit „ὁ θεός“ (der VATER).
Daraus eindeutig „JESUS = GOTT im gleichen Sinn wie der VATER“ abzuleiten, ist textkritisch unzulässig.
________________________________________
b). Philipper 2:6 – Übersetzungsmanipulation
Obwohl er GOTT war…“
Falsch dargestellt:
Der hellenische Text sagt:
en morphē theou hyparchōn
= „in GOTTES-Gestalt existierend“
N i c h t :
• „obwohl er GOTT war“
• nicht: „obwohl er GOTT im ontologischen Sinn war“
Die NL-Bibel interpretiert, sie übersetzt nicht neutral.
________________________________________
c). 2. Petrus 1:1 – Grammatik verschwiegen
Er ist unser GOTT und Retter
P r o b l e m :
• Der sogenannte Granville-Sharp-Konstruktionspunkt ist umstritten.
• Andere legitime Lesung:
o „unseres GOTTES und des Retters JESUS CHRISTUS
Der Text kann, aber muss nicht JESUS direkt als Gott bezeichnen.
________________________________________
d). Hebräer 1:8 – richtiger Text, falsche Schlussfolgerung
Fehler liegt oft in der Deutung:
„VATER selbst redet seinen SOHN mit GOTT an!“
• Ja, Anrede „Gott“ ist korrekt.
• Aber daraus folgt nicht, dass der SOHN der „allein wahre GOTT“ (Joh 17:3) ist.
• Der Text sagt nichts über Wesensgleichheit oder Allmacht.
• Der Begriff „Gott“ wird in der Bibel unterschiedlich verwendet (Beispiel 2.Kor 4:4).
Titel ≠ ontologische Identität.
________________________________________
e). Logischer Bruch: „im Himmel wahrer GOTT“
„Auf Erden wahrer Mensch, im Himmel wahrer GOTT“
ist biblisch unbelegt:
• Kein biblischer Text sagt:
o JESUS sei [zeitweise] GOTT
• Das ist nachträgliche Systemtheologie, keine Bibelaussage.
________________________________________
f). Hebräer 1:6 – falsches Verständnis von „anbeten“
Alle Engel sollen in anbeten
Sprachlicher Fehler:
• Hellenisch: proskyneō
• Bedeutet:
o niederfallen
o huldigen
o Ehrerbietung zeigen
• Wird auch Menschen erwiesen (z. B. Königen, Propheten).
proskyneō ≠ zwingend Anbetung im Sinn von GOTTES Verehrung.
________________________________________
g). Unbiblische Schlussaussage
„JESUS ist zwar nicht GOTT VATER … er ist lediglich GOTT SOHN.“
F e h l e r :
• Der Ausdruck „GOTT SOHN“ kommt in der Bibel nicht vor.
• Das ist dogmatische Sprache, keine Schriftterminologie.
• Es werden umstrittene Wiedergaben angeführt
• mit interpretierenden Übersetzungen
• und dogmatischen Schlussfolgerungen
und oft als „eindeutig, biblisch“ dargestellt.
Die Bibel enthält Stellen, in denen JESUS mit göttlichen Titeln bezeichnet wird, gleichzeitig unterscheidet sie Ihn klar vom einen wahren GOTT, dem VATER.
________________________________________

WAS BEDEUTET DEN NAMEN JESU ANZURUFEN?

1. Der biblische Ausdruck
Im NT steht überwiegend:
• ἐπικαλεῖσθαι τὸ ὄνομα (JESU)
= „den Namen (JESU) anrufen“
Belege u. a.:
• Apg 2:21 (Joel-Zitat)
• Apg 7:59
• Apg 9:14,21
• Apg 22:16
• Röm 10:9–13
• 1. Kor 1:2
• 2. Tim 2:22
________________________________________
2. Alttestamentlicher / jüdischer Hintergrund
a) „Den Namen JHWH anrufen“
Im AT bedeutet das nicht primär stilles Beten, sondern:
• öffentliches Anrufen
• Vertrauensbekundung
• sich jemandem unterstellen
• Hilfe erbitten
• Loyalität erklären

B e i s p i e l e :
• Gen 4:26
• Ps 116:4
• Joel 3:5 (2:32)
➡️ Relationale Handlung, kein abstrakter Kultakt.
________________________________________
3. Übertragung auf JESUS im NT
b) Historisch auffällig
Frühe Christen werden bezeichnet als:
die den Namen des Herrn JESUS anrufen“ (1. Kor 1:2)
➡️ Das ist Identitätsmarker, nicht Liturgiebeschreibung.
________________________________________
4. Bedeutungsfelder im NT (textlich unterscheidbar)
1. Anrufen = Hilfe, Rettung, Beistand
Apg 7,59
Herr JESUS, nimm meinen Geist auf.
➡️ Direkte Anrede, Bitte um Beistand
➡️ funktional wie Psalmgebete, aber adressiert an JESUS
👉 Gebet im weiteren Sinn, ohne metaphysische Definition.
________________________________________
2. Anrufen = sich unter seine Autorität stellen
Apg 22:16
„… und wasche deine Sünden ab, indem du seinen Namen anrufst.
➡️ Parallele zu Taufe
➡️ Anrufen = öffentliches Bekenntnis / Loyalität
________________________________________
3. Anrufen = Zugehörigkeit markieren
1. Kor 1:2
„… allen, die den Namen unseres Herrn JESUS CHRISTUS anrufen.
➡️ Gruppenkennzeichen
➡️ entspricht: „die JHWH dienen“
________________________________________
4. Anrufen ≠ automatisch „Anbetung“
Kein NT-Text definiert:
„Anrufen = GOTT im metaphysischen Sinn anbeten“
Das NT:
• unterscheidet weiterhin „der GOTT und VATER“ (z. B. Eph 1:17)
• kennt Gebet zu GOTT UND Anrufung JESU
➡️ Funktionale Verehrung ≠ ontologische Gleichsetzung
________________________________________
5. Zur These von Witness Lee / Watchman Nee
(phonetisches Aussprechen / Ausrufen des Namens)
Textlich-historisch:
❌ nicht belegbar im NT
• Kein Text fordert:
o lautes Wiederholen
o mantraartiges Aussprechen
• „Namen anrufen“ ist idiomatisch, nicht magisch
• Im Judentum hatte der Name Bedeutung, nicht Lautform
➡️ Das ist spirituelle Praxis späterer Frömmigkeit, nicht NT-Brauch.
- (Zum Schluss noch einiges weitere dazu).
________________________________________
6. Zusammenfassung der Positionen – textlich bewertet
Deutung / Textlich haltbar? / Bewertung
Anbetung im streng dogmatischen Sinn // NT definiert das nicht
Besondere Huldigung / Verehrung // gut belegt
Direkte Anrede / Bitte // klar belegt
Bekenntnis & Zugehörigkeit // sehr stark
Phonetisches Ausrufen // nicht textlich
________________________________________
7. Nüchternes Fazit
„JESU Namen anrufen“ im NT bedeutet:
JESUS bewusst, öffentlich oder persönlich als den von GOTT erhöhten Herrn anerkennen,
sich ihm anvertrauen, ihn ansprechen und sich unter seine Autorität stellen.
Es ist:
• mehr als bloßer Respekt
• weniger als eine ontologische Definition GOTTes
• keine magische Namenspraxis

👉 Es handelt sich um relationale Loyalität + vertrauende Anrufung, analog zum AT-Anrufen JHWHs – nun auf JESUS bezogen, weil er als GOTTes bevollmächtigter Herr verstanden wird.
Stehe das "Anrufen" auch mit Mat 21:9 in Verbindung, als Ausrufen eines Huldes o. ä.?
Ja — sachlich-textlich gesprochen: Ja, es besteht eine klare Verbindung, allerdings nicht Identität, sondern Überschneidung im Bedeutungsfeld.
________________________________________
1. Matthäus 21:9 – der Text
Hosanna dem SOHN Davids! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!
Hellenisch: Hōsanna tō huiō Dauid
________________________________________
2. „Hosanna“ – kein stilles Gebet
H e r k u n f t :
• Hebräisch: הוֹשִׁיעָה נָּא (hoschîʿâ-nāʾ)
• Bedeutung: „Hilf doch!“ / „Rette doch!“
➡️ Ursprünglich Hilferuf, nicht Lobpreis.

E n t w i c k l u n g :
• Zur Zeit JESU:
• fester liturgischer Ruf
• Ausdruck von Huldigung + Rettungserwartung
➡️ Ein lauter Ausruf, öffentlich, kollektiv.
________________________________________
3. Verbindung zum „Namen anrufen“
Gemeinsame Elemente
Matth 21:9 --- „Name anrufen“
lauter Ruf --- verbales Anrufen
öffentlich --- öffentlich
Messiasbezug --- Herrschaftsbezug
Bitte + Lob --- Bitte + Vertrauen
➡️ Funktional verwandt, nicht lexikalisch identisch.
________________________________________
4. „Gesegnet sei, der da kommt im Namen JEHOVAS
Zitat aus Psalm 118:26:
• klassischer Pilger- und Messiasruf;
• ursprünglich auf JHWHs Bevollmächtigten bezogen.
➡️ JESUS wird als Träger des göttlichen Namens / der göttlichen Autorität begrüßt.
Das passt exakt zum NT-Verständnis von:
„den Namen JESU anrufen“
________________________________________
5. Ist Mat 21:9 „Anbetung“?
T e x t l i c h :
• ❌ keine explizite Anbetung GOTTes
• ❌ kein kultischer Akt
• ✅ öffentliche Huldigung
• ✅ messianische Anerkennung
• ✅ Rettungserwartung
➡️ Anrufende Huldigung, nicht metaphysische Verehrung.
________________________________________
6. Historisch sauber formuliert
Matthäus 21:9 zeigt eine öffentliche, laute Anrufung JESU als messianischen Retter,
die in Funktion und Form dem alttestamentlichen „Anrufen des Namens“ verwandt ist.
Es ist:
• kein stilles Gebet
• kein bloßes Titelzitat
• kein magischer Namensruf
________________________________________
7. Fazit
Matthäus 21:9 steht inhaltlich und funktional mit dem neutestamentlichen „Anrufen“ in Verbindung:
Beide beschreiben eine öffentliche, verbale Huldigung und Anrufung des von GOTT Bevollmächtigten in Erwartung von Rettung.
Der Einzug in Jerusalem ist damit eine frühe Vorform dessen, was die Urgemeinde später als „den Namen des Herrn JESUS anrufen“ bezeichnete.
________________________________________
I. „JESUS als Träger des göttlichen Namens“ – was heißt das sachlich?
1. Der Name Jeschua / Jehoschua
• יְהוֹשֻׁעַ / יֵשׁוּעַ (Jehoschua / Jeschua)
= „JHWH rettet“ / „JHWH ist Rettung“
Das war kein einzigartiger Name:
• Josua (Nachfolger Moses)
• mehrere Personen im AT und Judentum des 2. Tempels
➡️ Der Name macht JESUS nicht zu JHWH, sondern:
Er bezeichnet ihn als Werkzeug / Medium von JHWHs Rettung.
________________________________________
2. „Im Namen JHWHs kommen“
Psalm 118:26 (Grundlage von Mat 21:9):
Gesegnet sei, der da kommt im Namen JHWHs
Im jüdischen Denken bedeutet das:
• Bevollmächtigung
• Repräsentation
• Handeln mit delegierter Autorität
N i c h t :
• Identität mit JHWH
➡️ Agenten-Denken (Schaliach-Prinzip):
„Der Gesandte ist wie der Sendende“ – ohne ontologische Gleichsetzung.
________________________________________
3. Klare biblische Grenze
• JESUS wird nie explizit als JHWH („ICH BIN“) identifiziert
• Er unterscheidet sich selbst konsequent von „dem einen GOTT“

Belege (nur Text):
• Joh 17:3
• Joh 20:17
• 1. Kor 8:6
• Eph 1:17

JESUS trägt den Namen GOTTES funktional, nicht identisch.
Er ist JHWHs bevollmächtigter Retter, nicht JHWH selbst.
________________________________________
II. Anrufung JEHOVAS im Namen JESU – Anbetung vs. Huldigung
1. Joh 17:3 setzt die Grundordnung
dass sie dich, den allein wahren GOTT, erkennen und den du gesandt hast, JESUS CHRISTUS
Textlich eindeutig:
• Anbetungsziel: der VATER
• Mittler / Gesandter: SOHN
________________________________________
2. „Im Namen JESU“
Im NT bedeutet „im Namen JESU“:
• auf Grundlage seiner Autorität
• unter Berufung auf seine Sendung
• nicht als Ersatz für GOTT
B e i s p i e l e :
• Joh 16:23
• Kol 3:17
• Eph 5:20
➡️ Gebetsrichtung: zu GOTT
➡️ Legitimation: durch JESUS
________________________________________
3. Unterscheidung der Begriffe (entscheidend!)
Handlung / Adressat / Funktion
Anbetung (latreia) / GOTT (VATER) / Kultisch, exklusiv
Anrufung JESU / JESUS / Bitte, Bekenntnis, Loyalität
Huldigung (proskyneō) / JESUS / Ehrung des Erhöhten
➡️ Begriffsverwandt, aber nicht identisch.
________________________________________
III. Haben Urchristen zu JESUS gebetet? (historisch nachweisbar?)
1. Jain – aber begrenzt und funktional
Belege dazu:
• Apg 7:59
Herr JESUS, nimm meinen Geist auf.
• 1. Kor 16:22
Marana tha“ – „Unser Herr, komm!
• Offb 22:20
Komm, Herr JESUS!
➡️ Direkte Anrede JESU ist belegt.

Aber: nicht als Ersatz für GOTT
Gleichzeitig bleibt:
• Hauptgebetsrichtung: zu GOTT
• JESUS = Mittler / Herr / Erhöhter
B e i s p i e l :
• Eph 1:17
der GOTT unseres Herrn JESUS CHRISTUS
➡️ Zwei Ebenen bleiben konsequent getrennt.
________________________________________
2. Historisches Gesamtbild
Die Urchristen:
• beteten zu GOTT
• riefen JESUS an
• ehrten ihn öffentlich
• unterstellten sich seiner Herrschaft
A b e r :
• sie verschmolzen JESUS nicht mit JHWH
• sie ersetzten GOTT nicht durch JESUS
________________________________________
Gesamtsynthese (ohne Dogma)
JESUS ist im NT nicht JHWH, sondern der von JHWH eingesetzte Herr, Träger seines Namens, seiner Autorität und seiner Rettung.
• Anbetung → GOTT (der VATER, JHWH)
• Anrufung / Huldigung → JESUS (der Erhöhte)
• Gebet zu JESUS → belegt, aber situativ und funktional

Das ist historisch konsistent, biblisch belegbar und ohne spätere Dogmatik vollständig erklärbar.
Anrufung ≠ Gebet, zumindest nicht automatisch und nicht im jüdisch-neutestamentlichen Sprachgebrauch.
________________________________________
1. „Gebet“ im biblischen Sinn – was ist das eigentlich?
Grundbegriffe im NT
Für „Gebet“ an GOTT werden v. a. verwendet:
• προσεύχομαι (proseúchomai) – beten
• δέησις (déēsis) – Bitte
• λατρεία (latreía) – kultischer GOTTES-Dienst
👉 Diese Begriffe werden fast ausschließlich auf GOTT (den VATER) bezogen.
➡️ Gebet im engeren Sinn = kultische Hinwendung zu GOTT.
________________________________________
2. „Anrufen“ – ein anderer Sprachbereich
Für „Anrufen“ steht:
• ἐπικαλεῖσθαι (epikaleîsthai) – anrufen, sich berufen auf
Das bedeutet:
• jemanden namentlich ansprechen
• Hilfe erbitten
• Loyalität erklären
• Autorität anerkennen
➡️ epikaleō ≠ proseuchomai
________________________________________
3. Stephanus (Apg 7:59) – Gebet oder Anrufung?
Herr JESUS, nimm meinen Geist auf.
T e x t l i c h :
• kein Tempel
• kein Kult
• keine Liturgie
• Vision / Märtyrersituation
➡️ Das ist:
• direkte Anrede
• Bitte
• Vertrauensakt
A b e r :
❌ kein kultisches Gebet
❌ kein Ersatz für GOTTES-Anbetung
👉 situative Anrufung des erhöhten Herrn, nicht „Gebet“ im strengen Sinn.
________________________________________
4. Paulus und JESUS – Gespräch ≠ Gebet
Du formulierst hier sehr präzise, und das ist wichtig:
Paulus:
• Apg 9; 22; 26 – Visionen
• 2. Kor 12 – „Entrückung“
• Gal 1 – Offenbarung

➡️ Paulus spricht mit JESUS, weil:
• JESUS ihm erscheint
• JESUS redet zuerst
• es sich um Offenbarung handelt
❗ Gespräch ≠ Gebet

G e b e t :
• geht von unten nach oben
• ist kultisch ausgerichtet

G e s p r ä c h :
• ist dialogisch
• situationsgebunden
➡️ Paulus betet JESUS nicht an, er kommuniziert mit ihm.
________________________________________
5. „Im Namen JESU bitten“ – ist das Gebet zu JESUS?
N e i n .
Joh 16:23:
Was ihr den VATER bitten werdet in meinem Namen…“
➡️ Klar getrennt:
• Adressat: der VATER
• Vermittlung: JESUS
➡️ Das ist klassisches Mittlergebet, kein JESUS-Gebet.
________________________________________
6. Urchristliche Praxis – nüchtern zusammengefasst
Handlung / JESUS / GOTT (VATER)
kultisches Gebet //
Anrufung / Bitte //
Visionäre Ansprache //
Anbetung (latreia) //
Huldigung (proskyneō) //
➡️ Anrufung JESU ist real, aber:
sie ersetzt nicht das Gebet zu GOTT.
________________________________________
7. Sprachlich präzises Fazit
Nicht jede Anrufung ist ein Gebet.
Im NT bezeichnet „Gebet“ primär die kultische Hinwendung zu GOTT.
Die Anrufung JESU ist eine situative, relationale, autoritätsbezogene Ansprache des erhöhten Herrn.
Oder noch klarer:
Die Urchristen beteten zu GOTT,
- sie riefen JESUS an,
- sie sprachen mit JESUS,
- aber sie beteten JESUS nicht im selben Sinn an wie GOTT.
Das ist historisch konsistent, textlich belegbar und ohne Dogmatik vollständig erklärbar.
________________________________________
1. Der Ausgangspunkt: Joel im AT
Joel 3:5 (2:32):
Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen JHWHs anruft, wird gerettet werden.
Im AT-Kontext bedeutet das:
• Rückkehr zu JHWH
• Loyalität zu JHWH
• Vertrauen auf JHWH als Retter
• keine Kultbeschreibung, sondern Bundeszusage
➡️ „Namen anrufen“ ≠ Tempelritual, sondern:
existenzielle Hinwendung zu JHWH
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2. Paulus zitiert Joel – unverändert, aber neu gerahmt
Römer 10:13:
Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.
W i c h t i g :
• Paulus ändert den Wortlaut nicht
• aber den Bezugsrahmen
________________________________________
3. Wer ist der „Herr“ bei Paulus in Römer 10?
Der unmittelbare Kontext (entscheidend!)
• Röm 10:9:
wenn du mit deinem Mund JESUS als Herrn bekennst
• Röm 10:12:
derselbe Herr ist Herr über alle
➡️ Der „Herr“, dessen Name angerufen wird, ist JESUS als Kyrios.
________________________________________
4. Bedeutet das: JESUS = JHWH?
Textlich: Nein – funktional: JESUS ist Träger der JHWH-Rettung.
W a r u m ?
a) Paulus bleibt strikt monotheistisch
1. Kor 8:6:
für uns ist ein GOTT, der VATER … und ein Herr, JESUS CHRISTUS
➡️ klare Differenzierung:
• GOTT (JEHOVA) = Quelle
• HERR (JESUS) = Mittler
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b) „Kyrios“ ist polyvalent
Im Hellenischen:
• Kyrios = Herr, Gebieter, Bevollmächtigter
wird für:
o GOTT
o Könige
o Hausherren
o den Messias verwendet
➡️ Bedeutung kontextabhängig, nicht automatisch göttlich.
________________________________________
5. Was Paulus mit Joel nicht tut
Paulus sagt nicht:
• JESUS ist JHWH
• JESUS ist der „allein wahre GOTT“
Er sagt:
Die Rettung, die Joel JHWH zuschreibt, wird jetzt durch den Herrn JESUS vermittelt.
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6. Der entscheidende Unterschied: Anbetung vs. Rettungsanrufung
AT (Joel):
• Anrufung JHWHs = Bundestreue + Vertrauen
• keine liturgische Definition von „Anbetung“
NT (Röm 10):
• Anrufung JESU = Anerkennung seiner Herrschaft
• Vertrauen auf ihn als von GOTT eingesetzten Retter
➡️ Funktion gleich (Rettung),
Adressat funktional verschoben (durch den Mittler)
________________________________________
7. Paulus’ Denkmodell
JHWH (GOTT, Quelle der Rettung)

JESUS (Kyrios, bevollmächtigter Retter)

Menschen (rufen den Namen des Herrn an)
➡️ Das Joel-Zitat wird christologisch funktionalisiert,
nicht ontologisch umdefiniert.
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8. Ist das noch „Anbetung“?
Textlich sauber gesagt:
• ❌ Paulus nennt das nicht latreia (Anbetung)
• ❌ er beschreibt kein Gebetsritual
• ✅ er beschreibt Rettungsanrufung
• ✅ öffentliches Bekenntnis („mit dem Mund“)
➡️ Soteriologische Anrufung, keine Kultanbetung.
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9. Präzises Fazit
Römer 10:13 übernimmt Joels Verheißung, aber nicht Joels Kultkategorie.
• Im AT: Anrufung JHWHs = Vertrauen + Bundestreue
• Im NT: Anrufung JESU = Anerkennung des von GOTT eingesetzten Herrn
• Anbetung bleibt auf GOTT ausgerichtet
• Rettung wird durch JESUS vermittelt
________________________________________
Die gleiche Formulierung, aber eine veränderte heilsgeschichtliche Funktion.
1. Röm 10:9–17 als geschlossenes paulinisches Argument
2. Historisch-biblische Parallelen: „den Namen eines Herrschers anrufen“ – und ob das vergleichbar ist.

I. Römer 10:9–17 – das Argument in sich
1. Ausgangspunkt: Rettung durch öffentliches Bekenntnis (V. 9,10)
Wenn du mit deinem Mund JESUS als Herrn bekennstund in deinem Herzen glaubst, dass GOTT ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.
Zwei Pole:
• GOTT = der Handelnde („auferweckt“)
• JESUS = der Bekannte („Herr“)
➡️ Rettung = Glauben + öffentliches Bekenntnis, kein Kultakt.
________________________________________
2. Universalisierung: keine ethnische Schranke (V. 11,12)
Denn die Schrift sagtes ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche; derselbe Herr ist Herr über alle
• „Herr über alle“ = Herrschaftsbereich, nicht GOTTES Definition
• Paulus argumentiert missionarisch, nicht metaphysisch
________________________________________
3. Der Joel-Zitatpunkt (V. 13)
Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.
Das ist Joel 2:32.
➡️ Schlüssel: Paulus benutzt Joel soteriologisch, nicht kultisch.
________________________________________
4. Die Begründungskette (V. 14,15)
Paulus entfaltet eine logische Kaskade:
1. Wie anrufen ohne Glauben?
2. Wie glauben ohne Hören?
3. Wie hören ohne Verkündiger?
4. Wie verkündigen ohne Sendung?
➡️ Das zeigt eindeutig:
• „Anrufen“ ist keine Liturgie
• sondern Reaktion auf Verkündigung
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5. Abschluss: Glaube entsteht durch Hören (V. 16,17)
Der Glaube kommt aus dem Hören, das Hören aber durch das Wort Christi.
➡️ Der gesamte Abschnitt ist kommunikativ, nicht kultisch.
________________________________________
Zwischenfazit Röm 10:9–17
Den Namen des Herrn anrufen“ bedeutet hier:
• öffentlich bekennen
• sich unter eine Herrschaft stellen
• Rettung erwarten aufgrund dieser Loyalität
N i c h t :
• Tempelritual
• Anbetung im kultischen Sinn
• Gebet im engeren Sinn
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II. Historische Frage: Wurde auch der Name weltlicher Herrscher „angerufen“?
Ja. Und das ist entscheidend.
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1. Sprachlich-historische Realität
Im antiken Mittelmeerraum (auch jüdisch!) war es üblich, den Namen eines Herrschers anzurufen:
B e d e u t u n g e n :
• Loyalität
• Schutzsuche
• Rechtsstatus
• Unterstellung
________________________________________
2. Klare außerbiblische Beispiele
a) Römisches Reich
• „Caesarem invoco“ – „Ich rufe den Kaiser an“
• Bedeutete:
o Berufung auf seine Autorität
o Appellationsrecht
o Schutz vor lokalen Gerichten
➡️ kein Gebet, keine Vergöttlichung.
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b) Papyri (Ägypten, 1. Jh.)
Formeln wie:
• „Ich rufe den Namen des Herrn X an
• gemeint: Gouverneur, König, Kaiser
➡️ rein juristisch-politische Bedeutung
________________________________________
3. Biblische Parallelen (AT & NT)
a) AT – Könige
• Menschen „rufen den König an“ (z. B. 2. Sam 14)
• Bedeutung:
o Bitte um Gnade
o Rechtsprechung
o Schutz
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b) NT – Paulus selbst
Apg 25:11
„Ich berufe mich auf den Kaiser.“
Hellenisch: epikaloumai Kaisara
➡️ dasselbe Verb wie bei „den Namen anrufen“
❗ Das ist extrem wichtig.
Paulus:
• „ruft“ den Kaiser an
• ohne ihn anzubeten
• ohne religiöse Dimension
________________________________________
4. Vergleichbarkeit mit Römer 10?
Ja – funktional, nicht inhaltlich.
Aspekt / Kaiser / JESUS
Name anrufen //
Autorität / politisch / von GOTT verliehen
Ziel / Recht / Schutz / Rettung
Anbetung // ❌ (in Röm 10)
➡️ Gleiche Sprachlogik, anderer Autoritätsrahmen.
________________________________________
5. Warum Paulus Joel so verwenden kann
Paulus lebt in einer Welt, in der:
• „Herr anrufen“ = Loyalität erklären
• „Name anrufen“ = Autorität beanspruchen
➡️ Er überträgt dieses bekannte Schema auf JESUS:
Nicht Caesar rettet – sondern der von GOTT eingesetzte Herr JESUS.
________________________________________
G e s a m t s c h l u s s f o l g e r u n g
Biblisch und historisch ist eindeutig:
1. „Den Namen des Herrn anrufen“
= öffentliche Loyalitäts- und Rettungsanrufung, nicht automatisch Gebet.
2. Dasselbe Sprachmuster wird für weltliche Herrscher verwendet.
3. Paulus nutzt diese bekannte Praxis bewusst, um JESUS als Heils-Herrn darzustellen.
4. Anbetung GOTTES bleibt davon unterschieden.
👉 Ja, der Vergleich ist sachlich zulässig und historisch belegt.
Und genau dadurch wird Römer 10 verständlich ohne Dogmatik.
• Apg 25 („Ich berufe mich auf den Kaiser“) mit Röm 10 sprachlich parallelisieren, oder
• die Kyrios-Sprache im römischen Kaiserkult vs. bei Paulus nüchtern vergleichen.

Zur Frage: „epikaloumai Kaisara“ ➡️ ist das dasselbe Verb wie bei „den Namen anrufen“? = Sich auf jemanden zu berufen oder jemanden direkt an(zu)rufen, das wäre ein Unterschied. Aber im Hebräischen und Hellenischen stehen genau die gleichen Begriffe dafür?
Die Antwort: Im Deutschen klingt „sich berufen auf“ anders als „jemanden anrufen“.
Die entscheidende Frage ist aber: Wie ist es im Hebräischen und Hellenischen tatsächlich?

1. Hellenisch: ἐπικαλέομαι (epikaléomai)
Einheitlicher Grundbegriff ἐπικαλέομαι bedeutet grundlegend:
jemanden / etwas beim Namen herbeirufen, sich auf jemanden berufen, appellieren an
Der Bedeutungsunterschied entsteht nicht durch ein anderes Verb, sondern durch den Kontext.
________________________________________
2. Römer 10:13 – „den Namen des Herrn anrufen“
Röm 10:13 (LXX-Sprachgebrauch):
πᾶς γὰρ ὃς ἂν ἐπικαλέσηται τὸ ὄνομα κυρίου σωθήσεται
➡️ epikaléomai + Name + Genitiv
B e d e u t u n g :
• den Namen als Autoritätsbasis in Anspruch nehmen
• sich unter diese Autorität stellen
• Rettung erwarten
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3. Apostelgeschichte 25:11 – „Ich berufe mich auf den Kaiser“
Apg 25:11: Καίσαρα ἐπικαλοῦμαι
➡️ exakt dasselbe Verb: ἐπικαλοῦμαι
U n t e r s c h i e d :
• kein „Name“ ergänzt
• Objekt = Person direkt
A b e r :
Das Weglassen von „Name“ ändert nicht das Verb, sondern nur die Form des Bezugs.
________________________________________
4. Bedeutungsfeld in der hellenistischen Praxis
In der Antike war:
• „den Namen anrufen“
• „jemanden anrufen“
• „sich auf jemanden berufen“
keine kategoriale Trennung, sondern Varianten desselben Aktes:
Berufung auf eine höhere Autorität durch verbale Erklärung.
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5. Hebräischer Hintergrund (entscheidend!)
AT-Hebräisch: קָרָא בְּשֵׁם (qārāʾ bəšēm)
B e d e u t u n g :
• den Namen ausrufen
• jemanden öffentlich in Anspruch nehmen
• Loyalität erklären
• Hilfe erwarten

❗ Dasselbe wird auch bei Menschen gebraucht, z. B.:
• Könige
• Richter
• Stammesführer
➡️ Kein exklusiv „religiöser“ Terminus.
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6. Septuaginta (LXX): bewusste Vereinheitlichung
Die LXX übersetzt:
• qārāʾ bəšēm → ἐπικαλέομαι τὸ ὄνομα
Paulus übernimmt diese eingeführte Rechtssprache.
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7. Der entscheidende Punkt (deine Intuition bestätigt)
„Anrufen“ ≠ automatisch „Gebet“
Und ebenso:
„Berufung“ ≠ bloß juristischer Akt
Beides sind sprachliche Ausprägungen desselben Grundaktes:
eine Autorität verbal in Anspruch nehmen.
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8. Präzise Antwort auf die Frage:
Stehen „anrufen“ und „sich berufen“ im Hebräischen/Hellenischen auf demselben Wort?
Ja.
• Hellenisch: ἐπικαλέομαι
• Hebräisch: קָרָא (mit / ohne „Name“)

Wird erst durch den Kontext entschieden, ob es:
• Gebet,
• Huldigung,
• Rechtsberufung,
• Rettungsanrufung
ist?
Ja – ausschließlich durch den Kontext.
________________________________________
9. Fazit in einem Satz
Paulus verwendet mit voller Absicht ein Wortfeld,
das sowohl für GOTT als auch für weltliche Autoritäten gebräuchlich war,
um JESUS als den von GOTT eingesetzten Heils-Herrn zu präsentieren –
ohne damit automatisch „Gebet“ oder „Anbetung“ zu definieren.
________________________________________
1. „Den Namen ausrufen“ – laut, öffentlich, bewusst?
a) Hebräischer Ausgangspunkt (AT)
Das hebräische קָרָא (qārāʾ) bedeutet primär:
• rufen
• ausrufen
• öffentlich verkünden
• jemanden namentlich in Anspruch nehmen
Wenn es mit „im Namen“ / „den Namen“ steht (קָרָא בְּשֵׁם), dann fast immer:
hörbar, sozial wahrnehmbar, öffentlich
B e i s p i e l e :
• Ausrufen eines Königs
• Proklamation
• Hilferuf
• Loyalitätsbekundung
❗ Ein rein innerliches, stilles „Gebet“ ist damit ursprünglich nicht gemeint.
________________________________________
b) Joel 2:32 (AT-Kontext)
Jeder, der den Namen JHWHs anruft, wird gerettet werden.
Im Kontext:
• Endzeitliche Krise
• Öffentliche Entscheidung
• Abgrenzung von falschen Loyalitäten
➡️ Das „Anrufen“ ist:
• identitätsstiftend
• sichtbar
• bekennend
N i c h t :
• kultisch-technisch
• liturgisch festgelegt
________________________________________
c) Hellenisch (LXX & NT)
Die Septuaginta übersetzt bewusst mit:
ἐπικαλέομαι τὸ ὄνομα
Dieses Verb bedeutet:
• laut oder formal ausrufen
• appellieren
• öffentlich beanspruchen
Auch hier:
keine Gebetsformel, sondern sozialer Akt
________________________________________
2. Öffentliches Bekenntnis im NT – Schlüsseltext Röm 10
Paulus selbst erklärt, wie er das meint:
Römer 10:9,10
mit dem Mund bekennen
mit dem Herzen glauben
➡️ Zwei Ebenen:
• innerlich: Vertrauen
• äußerlich: hörbares, öffentliches Bekenntnis
❗ Paulus definiert damit das „Anrufen“:
Mündliches, öffentliches Bekennen der Herrschaft JESU
________________________________________
3. Verbindung zu Matthäus 21:9 (Hosanna-Ruf)
Hosanna dem SOHN Davids! Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn!
Das ist exakt dieselbe Kategorie:
• laut
• öffentlich
• messianisch
• loyalitätsbekundend
➡️ Huldigung, nicht philosophische Anbetung.
________________________________________
4. „Anrufen“ ≠ „Anbeten“
A n b e t u n g (latreia / proskynesis):
• kultischer Akt
• exklusiv GOTT vorbehalten (jüdisch gedacht)
A n r u f e n :
• kann GOTT betreffen
• kann Menschen betreffen
• kann Herrscher betreffen
• kann Retter betreffen
➡️ Funktionsbegriff, kein Kultbegriff.
________________________________________
5. Weltliche Parallelen (entscheidend!)
Antike Praxis:
• Name eines Kaisers ausrufen
• Name eines Königs anrufen
• Name eines Statthalters in Anspruch nehmen
➡️ i m m e r :
• öffentlich
• formal
• rechtlich wirksam
• hörbar
B e i s p i e l :
• „Ich rufe den Kaiser an“ = Appellation
• kein Gebet, kein Kult
________________________________________
6. Anwendung auf JESUS im Urchristentum
Den Namen JESU anrufen“ bedeutete:
1. Öffentliche Identifikation:
„JESUS ist Herr“
2. Abkehr von anderen Herren:
o Caesar
o Synagoge
3. Erwartung von Rettung:
o Vergebung
o Auferstehung
o GOTTES Reich
➡️ sozial hochriskant, deshalb so stark betont.
________________________________________
7. Gab es Gebet zu JESUS?
Ja – aber selten, situativ, nicht normativ.
B e i s p i e l e :
• Stephanus (Apg 7): Vision → direkte Ansprache
• Paulus: Visionen → Dialog
❗ Das sind:
• Ausnahmefälle
• Offenbarungssituationen
• keine allgemeine Gebetspraxis
________________________________________
8. Normatives NT-Muster (unstrittig)
• Gebet: zum VATER
• im Namen JESU
• durch JESUS als Mittler
Joh 16:23:
Was ihr den VATER bitten werdet in meinem Namen
________________________________________
9. Zusammenfassendes Gesamtfazit
„Den Namen JESU anrufen“ bedeutet im NT primär:
• den Namen hörbar auszusprechen
• ihn öffentlich zu bekennen
• sich unter seine von GOTT verliehene Herrschaft zu stellen
• Rettung von GOTT durch ihn zu erwarten
Es ist kein automatisch religiöses Gebet
und keine kultische Anbetung.
________________________________________
Das neutestamentliche „Anrufen des Namens JESU“ ist historisch und sprachlich als öffentlicher Loyalitäts- und Rettungsruf zu verstehen, der auf alttestamentlicher und hellenistischer Rechtssprache beruht und erst sekundär – kontextabhängig – in Gebet oder Anbetung übergehen kann.
________________________________________
1. Ist das bei Stephanus (Apg 7:59) wirklich „Gebet“?
Der Text
Herr JESUS, nimm meinen Geist auf!
Entscheidender Kontext
• Stephanus sieht JESUS (Vision, theophanische Erscheinung)
• JESUS ist visuell präsent
• Die Ansprache geschieht situativ, nicht rituell
• Keine Bitte „im Namen JESU“, sondern direkt an den Gesehenen

Sachlich-textliche Bewertung
Das ist streng genommen kein „Gebet“ im üblichen Sinn.
W a r u m ?
Gebet (jüdisch & frühchristlich) bedeutet:
• Ansprache eines nicht sichtbaren himmlischen Gegenübers
• in kultischer oder alltäglicher Frömmigkeit
• mit der Grundrichtung: Mensch → GOTT

Bei Stephanus hingegen:
• liegt eine Vision vor
• die Ansprache ist dialogisch
• vergleichbar mit:

„Wenn ich jemanden real sehe, spreche ich ihn an.“
➡️ Korrekte Kategorie:
Visionäre Anrede, nicht normatives Gebet.

Das ist kein Gegenbeweis für „Gebet zu JESUS“.
________________________________________
2. Warum wird Stephanus trotzdem oft als „Gebet zu JESUS“ bezeichnet?
Das ist sekundäre theologische Etikettierung, nicht Textaussage.
Man nennt es „Gebet“, weil:
• es eine Bitte ist
• sie an JESUS gerichtet ist
• sie existenziell ist
A b e r :
Der Text selbst definiert es nicht als Gebet
und macht daraus kein Vorbild.
➡️ Historisch sauber wäre:
„visionäre Hilfsanrufung JESU“
N i c h t :
„Beweis für reguläres JESUSgebet“
________________________________________
3. Jetzt zur Kernfrage:
„Anrufen des Namens JESU“ – öffentliches Ausrufen oder nicht?
Hier müssen zwei Ebenen strikt getrennt werden.

Ebene A: Sprachlich-historische Grundbedeutung (das Fundament)
Hebräisch: qārāʾ bəšēm
Hellenisch: epikaléomai to onoma
→ laut / hörbar / sozial wahrnehmbar
B e d e u t e t :
• Name aussprechen
• öffentlich in Anspruch nehmen
• Loyalität deklarieren
• Hilfe beanspruchen
➡️ Das ist die Basis.
Hier haben Witness Lee & Watchman Nee im Grundsatz recht:
Das „Anrufen“ ist nicht innerlich-mystisch,
sondern verbal, hörbar, bekennend.
________________________________________
Ebene B: Funktion im NT (Differenzierung!)
Im NT wird dieses „Anrufen“ funktional unterschiedlich gebraucht:
1. Öffentliches Bekenntnis (normativ)
• Röm 10:9–13
• 1. Kor 12:3
• Apg 2:21
➡️ laut, öffentlich, identitätsstiftend
➡️ genau das, was du meinst
2. Situative Hilfsanrufung (nicht normativ)
• Stephanus (Vision)
• Paulus (Visionen)
➡️ kein Bekenntnisakt
➡️ keine Gemeindepraxis
➡️ kein Gebetsmodell
________________________________________
• „Anrufen“ = Gebet
• „Anrufen“ = kultische Anbetung
• „Anrufen“ = mystisches Namensrufen
✅ Textlich richtige Unterscheidung
• Anrufen = hörbares, öffentliches Inanspruchnehmen eines Namens
• Gebet = eigene Kategorie
• Visionäre Ansprache = wieder eigene Kategorie
________________________________________
4. Bewertung von Witness Lee & Watchman Nee
Wo sie recht haben:
✔ „Anrufen“ ist:
• verbal
• hörbar
• nicht nur innerlich
• öffentlich identitätsstiftend
✔ Es hat mit Bekenntnis zu tun.

Wo sie zu weit gehen:
✘ Sie machen daraus:
• eine dauerhafte geistliche Technik
• ein mantrisches Namensrufen
• eine normative Frömmigkeitspraxis
❗ Dafür gibt es keinen Beleg im NT.

Das NT kennt:
• Bekenntnis
• Verkündigung
• Gebet zum VATER
• gelegentliche visionäre Ansprache JESU

Aber kein:
• ritualisiertes Namenschreien
• spirituelles Atem- oder Lautschema
• kontinuierliches „JESUS-Anrufen“ als Praxis
________________________________________
5. Fazit
„Den Namen JESU anrufen“ bedeutet im NT primär:
• den Namen hörbar auszusprechen
• ihn öffentlich zu bekennen
• sich unter seine von GOTT verliehene Herrschaft zu stellen
Es ist nicht identisch mit Gebet.
Visionäre Anreden JESU (z. B. Stephanus) sind Ausnahmesituationen
und dürfen nicht zur Norm gemacht werden.

Vier entscheidende Fragen:
1. Welche Bibelstellen werden typischerweise für „Anbetung JESU“ angeführt?
2. Was sagen diese Texte textlich tatsächlich – und was nicht?
3. Ist JESUS nur „Telefonleitung“ oder gebührt ihm echte Ehrbezeugung?
4. Darf man sich biblisch direkt mit Bitten an JESUS wenden?
________________________________________
1. Zentrale Bibelstellen, die Befürworter der „Anbetung JESU“ anführen
Ich nenne sie nicht wertend, sondern repräsentativ:
(1) Philipper 2:9–11
„… damit sich im Namen JESU jedes Knie beugeund jede Zunge bekenne: JESUS CHRISTUS ist Herr.
A r g u m e n t :
Universale Kniebeugung = Anbetung.
________________________________________
(2) Hebräer 1:6
Alle Engel GOTTES sollen ihn anbeten.“
A r g u m e n t :
Wenn Engel JESUS anbeten, dann dürfen / müssen Menschen es auch.
________________________________________
(3) Matthäus 28:17
Als sie ihn sahen, beteten sie ihn an.
________________________________________
(4) Offenbarung 5:8–14
Das Lamm empfängt Lob, Ehre, Macht – zusammen mit GOTT.
________________________________________
(5) Apostelgeschichte 4:12
„… kein anderer Name unter dem Himmel, in dem wir gerettet werden.
________________________________________
(6) Matthäus 28:18
Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
________________________________________
(7) Johannes 5:23
„… damit alle den SOHN ehren, wie sie den VATER ehren.

Diese Texte bilden das Kernarsenal der Argumentation.
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2. Textliche Analyse: Was sagen diese Stellen wirklich?
A. Schlüsselunterscheidung: Anbetung – Huldigung – Ehrung
Hellenische Begriffe:
• proskynesis = Niederfallen / Huldigung
• latreia = kultische Anbetung (nur GOTT)
❗ JESUS empfängt im NT durchgehend proskynesis,
❗ niemals explizit latreia.
Das ist kein Zufall.
________________________________________
B. Philipper 2:9–11 (oft missverstanden)
Paulus zitiert Jesaja 45:23, aber mit einem klaren Ziel:
„… und jede Zunge bekennezur Ehre GOTTES, des VATERS.
➡️ Das Kniebeugen vor JESUS ist:
• von GOTT veranlasst
• auf GOTT ausgerichtet
• christologisch vermittelt
👉 keine Konkurrenz, sondern Delegation.
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C. Hebräer 1:6 – Engel „beten an“
Der Hebräerbrief:
• kontrastiert JESUS mit Engeln
• betont seine Erhöhung
• nicht seine Identität mit GOTT
E n g e l :
• huldigen dem königlichen SOHN
• wie Engel Könige huldigen (AT-Parallelen!)
➡️ königliche Huldigung, kein Beweis für kultische Anbetung.
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D. Offenbarung 5 – das stärkste Argument
Hier ist entscheidend:
• Das Lamm wird nicht isoliert, sondern mit GOTT zusammen geehrt.
• Die Quelle bleibt:
Du hast sie für unseren GOTT erkauft.
➡️ JESUS ist Mittler der Erlösung,
➡️ GOTT bleibt der Letztadressat.
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3. Ist JESUS nur „Telefonleitung“ – oder mehr?
NT-Bild ist weder:
• ❌ bloße Leitung
• ❌ noch eigenständiger Anbetungsempfänger wie GOTT
S o n d e r n :
JESUS ist der bevollmächtigte, erhöhte Herr, durch den GOTT handelt, spricht und rettet.
➡️ Ihm gebührt:
• Dank
• Lob
• Anerkennung
• Ehrung
• Huldigung
• Loyalität
➡️ A b e r :
• nicht die Rolle des „allein wahren GOTTES“ (Joh 17:3 bleibt unaufgehoben)
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4. Darf man sich mit Bitten direkt an JESUS wenden?
A. Normatives NT-Muster (klar!)
• Gebet → zum VATER
• im Namen JESU
• durch JESUS
Joh 16:23:
Was ihr den VATER bitten werdet in meinem Namen …“
➡️ Das ist die Regel, nicht die Ausnahme.
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B. Gibt es direkte Bitten an JESUS?
Ja – aber begrenzt und situativ.
B e i s p i e l e :
• Stephanus (Vision)
• Paulus (Vision)
• „Komm, Herr JESUS“ (Offb 22:20 – eschatologischer Ruf)

➡️ Diese Texte:
• setzen JESU Gegenwart voraus
• sind keine Gemeindeliturgie
• werden nicht normativ gelehrt

👉 Erlaubt? Ja.
Vorgeschrieben? Nein.
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5. Zusammenfassende Antwort auf die Kernfragen dazu:
Darf man JESUS ehren?
Ja – ausdrücklich.
Darf man ihm danken, ihn preisen, ihm loyal sein?
Ja – durchgehend im NT.
Ist JESUS der eigentliche Adressat aller Gebete?
Nein.
Ist JESUS nur eine „Telefonleitung“?
Nein – er ist Herr, Retter, Mittler, König, SOHN.
Bleibt GOTT der VATER der letztliche Anbetungsadressat?
Ja – durchgängig, auch im NT.
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Abschließendes Gesamtfazit
Das Neue Testament kennt keine Konkurrenz zwischen GOTT und JESUS.
Es unterscheidet konsequent zwischen dem einen GOTT, dem VATER, als letztem Anbetungsziel, und JESUS CHRISTUS, dem von GOTT erhöhten Herrn, dem umfassende Ehrung, Huldigung und Loyalität gebühren.
Gebet richtet sich normativ an den VATER, geschieht im Namen JESU und durch ihn; direkte Anreden JESU bleiben situationsbedingt und begründen keine eigenständige Gebetspraxis.


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
Jurek
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zuletzt bearbeitet 01.02.2026 | Top

   

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