Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#1 von Jurek , 04.10.2009 15:53

Bevor wir auf das Kommen Jesu, die "1000 Jahre" von Offenbarung 20 und den damit verbundenen Ereignissen eingehen können ist m.E. eine längere Einleitung erforderlich. Natürlich werden viele Gedanken - wenn nicht sogar alle - dir schon bekannt sein. In diesem Fall wäre es nur eine Wiederholung. Vielleicht lernen wir aber auch alle etwas dazu und das wäre ein Gewinn.

Die "1000 Jahre" und Jesu Kommen

Das Buch der Offenbarung wurde in Zeichen gegeben (ähnlich wie die Gleichnisse Jesu, die uns auf diesen tieferen Stoff vorbereitet haben). Als Jesus noch unter seinen Jüngern war erklärte er ihnen die Gleichnisse selbst (Matthäus 13:36, 37, 51). Später sollte an seiner Stelle der Helfer, der Heilige Geist, sie in allen Dingen unterweisen (Johannes 16:13).

Vor einigen Wochen schrieb ich im Forum:
"Um meine einleitenden Worte über "Prophezeiungen" zum Abschluss zu bringen möchte ich noch auf Offenbarung 1,1 hinweisen: "In diesem Buch steht die Offenbarung, die Jesus Christus anvertraut worden ist, damit er SEINEN DIENERN ZEIGT, WAS SICH IN KÜRZE EREIGNEN MUSS." ... Gott hatte seine Gründe, die Dinge, die nur für seine Diener bestimmt sind, zu verschlüsseln, und dies nicht nur in der Offenbarung, sondern auch in anderen Prophezeiungen (Siehe z.B. Daniel 12,10)...
Der Rahmen, in dem Christen solche verschlüsselte Prophezeiungen gerne besprechen, ist von Jesus für seine Jünger vorgegeben (Matthäus 18,20). Da Du selbst [damals Gerd] schon auf die Hilfe des Heiligen Geistes - der "Schlüssel", der die "verschlüsselten" Botschaften "öffnet" - hingewiesen hast, gehe ich hier nicht näher darauf ein."

Wenn die "Zeichen" der Offenbarung buchstäblich - also genau nach dem Wortlaut - aufzufassen wären, würde man dann noch einen Schlüssel benötigen, um die "verschlüsselten" Botschaften " mit Hilfe des Geistes zu "öffnen"? Wenn z.B. Jesus als "Lamm" bezeichnet wird, nimmt man als Christ diesen Vergleich selbstverständlich symbolisch auf und kaum ein vom Geist geleiteter Christ würde es buchstäblich auffassen wenn in der Offenbarung steht, dass das Lamm 7 Hörner und 7 Augen hat!
Diesen von Gott gegebenen Scharfsinn sollte man immer bei den Zeichen und Zahlen der Offenbarung wirken lassen.
Dies bedeutet natürlich nicht, dass jeder jetzt schon alles versteht, denn unser Wissen ist weiterhin "Stückwerk" und somit sind Christen - obwohl über die wesentlichen Dinge des Wortes einig - manchmal über gewisse Fragen noch unterschiedlicher Auffassung. Letzteres kann man nun auch in Bezug auf die "1000 Jahre" im Buch der Offenbarung feststellen! Dies sollte jedoch kein Grund zur Beunruhigung oder gar Verzweiflung sein.

Die "1000 Jahre" in Offenbarung 20

Unter Christen aller Jahrhunderten haben sich hauptsächlich drei Meinungen gebildet:

1. Die "1000 Jahre" werden zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen Jesu erfüllt und sind als symbolische Zeitspanne zu verstehen. Nach der Wiederkunft folgt direkt der ewige Zustand.
2. Nach dem Tausendjährigen Reich - das noch vor uns liegt - erfolgt die Wiederkunft Christi und danach kommt direkt der ewige Zustand.
3. Die Wiederkunft erfolgt vor dem Tausendjährigen Reich. (Nach einer jüdischen Tradition - siehe 2. Henoch 32:2; 33:1f - gibt es 7 Perioden von 1000 Jahren, die den 7 Schöpfungstagen entsprechen. Nach 6000 Jahren Weltgeschichte folgt das 7. Millenium, das des Friedensreiches, gefolgt von der Ewigkeit).

Bevor wir uns nun einer näheren Betrachtung von Offenabrung 20 hingeben können, sollten wir zuerst eine wichtige Tatsachen in Erinnerung rufen.

Was mit Sicherheit gesagt werden kann

Jesus Christus kam vom Himmel auf die Erde herab um, unter anderem, den Satan und die bösen Geistermächten zu besiegen. Sein Sieg erfolgte in einer jahrelangen Schlacht während der Folgendes geschah:
- In Matthäus 4:1-11 wies Jesus in der Wüste, kurz nach seiner Taufe, drei Angriffe Satans mit Gottes Wort, dem Schwert des Geistes, erfolgreich zurück;
- Er befreite zahlreiche Menschen, die von Dämonen besessen waren. So hat er einen Sieg über sie errungen, wie Paulus in Kolosser 2:15 (GN) bestätigt: "Die unsichtbaren Mächte hat er entwaffnet und sie zu ihrer Schande vor aller Welt in seinem Triumphzug mitgeführt";
- Als die Jünger zu Jesus sagten: "Herr, selbst die Dämonen werden uns durch die Benutzung deines Namens unterworfen" ... sagte er zu ihnen: "Ich sah den Satan wie einen Blitz bereits aus dem Himmel gefallen." (Lukas 10:15, 17-20) War tatsächlich Satan schon im ersten Jahrhundert "aus dem Himmel gefallen"? Ja, und wir kennen sogar den genauen Zeitpunkt, wann dies geschah. Jesus selbst sagte gemäß Johannes 12:31 wenige Tage vor seinem Tod: "JETZT ergeht ein Gericht über diese Welt; JETZT wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.";
- Und wie errang Jesus den entscheidenden Sieg in dieser jahrelangen Schlacht? Die Antwort finden wir in Hebräer 2:14-15: "Da nun die "kleinen Kinder" an Blut und Fleisch teilhaben, hat auch er in ähnlicher Weise an denselben teilgenommen, damit er durch seinen Tod den zunichte mache, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, das heißt den Teufel, und [damit] er alle die befreit, die aus Todesfurcht ihr Leben lang der Sklaverei unterworfen waren.

Jesus hat also im ersten Jahrhundert schon die unsichtbaren Mächte entwaffnet und den Teufel durch seinen Opfertod besiegt! Damals - JETZT sagte Jesus -, fiel der Teufel bereits vom Himmel! Danach wurde Jesus, nach seinem Tod und seiner Auferstehung, zu Gottes Thron entrückt!

Der Versuch einer Deutung von Offenbarung 12

Dieser Sieg Jesu über den "Teufel" und die Entwaffnung der "unsichtbaren Mächten" wird in symbolischer Sprache in Offenbarung 12:1-6 beschrieben:
"... eine Frau, umhüllt mit der Sonne ... war schwanger. Und sie schreit in ihren Wehen und Geburtsschmerzen. ... und siehe, ein großer, feuerfarbener Drache ... ; und sein Schwanz zieht ein Drittel der Sterne des Himmels fort, und er schleuderte sie zur Erde hinab. Und der Drache blieb vor der Frau stehen, die im Begriff war zu gebären, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind verschlingen könnte. Und sie gebar einen Sohn, einen Männlichen, der alle Nationen mit eisernem Stab hüten soll. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron."

Es gab nur eine Zeit in der Jesus besonders verwundbar war und dies war als er sich auf der Erde befand und an der "Ferse" gebissen wurde. Von der Ermordung der Kleinkinder in Bethlehem bis zu seiner Hinrichtung auf Golgotha war es das Ziel des Drachen, Jesus zu "verschlingen". Satan hatte kein Erfolg, Jesus blieb treu bis in den Tod wodurch er einen entscheidenden Sieg über den Teufel und die Dämonen errang.

Jesu Sieg über den Teufel und über die Entwaffnung der "unsichtbaren Mächten" wird in Offenbarung 12:7-12 weiter beschrieben:
"Und Krieg brach aus im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften, doch gewann er nicht die Oberhand, auch wurde für sie keine Stätte mehr im Himmel gefunden. Und hinabgeschleudert wurde der große Drache - die Urschlange -, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt; er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert. Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: "Jetzt ist die Rettung und die Macht und das Königreich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus herbeigekommen, denn der Ankläger unserer Brüder ist hinabgeschleudert worden, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagt! Und sie haben ihn wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses besiegt, und sie haben ihre Seele selbst angesichts des Todes nicht geliebt. Darum seid fröhlich, ihr Himmel und ihr, die ihr darin weilt! Wehe der Erde und dem Meer, weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, dass er [nur] eine kurze Frist hat."

In der symbolischen Sprache der Bibel wird jemand, der zu einer hohen Stellung erhoben wird, beschrieben als sei er in den Himmel emporgehoben wo er zu einem Glanzstern wird. Im Gegensatz dazu wird ein stolzer und arroganter Mensch, der gedemütigt und erniedrigt wird, symbolisch beschrieben als würde er vom Himmel fallen. Ein solches Beispiel können wir in Jesaja 14:12-15 lesen:
"O wie bist du vom Himmel gefallen, du Glänzender, Sohn der Morgenröte! Wie bist du niedergehauen worden zur Erde, du, der die Nationen entkräftete! Was dich betrifft, du hast in deinem Herzen gesagt: ‚Zu den Himmeln werde ich aufsteigen. Über die Sterne Gottes werde ich meinen Thron erheben, und ich werde mich niedersetzen auf den Berg der Zusammenkunft in den entlegensten Teilen des Nordens. Ich werde über die Wolkenhöhen aufsteigen; ich werde mich dem Höchsten ähnlich machen.' Aber zum Scheol hinab wirst du gebracht werden, zu den entlegensten Teilen der Grube."

Dass dies das richtige Verständnis ist wird durch den Zusammenhang mit Psalm 2:6-9 und dessen Anwendung durch die inspirierten Schreiber von Apg 13:32-33; Römer 1:4; Hebr 1:5; 5:5. So wird auch Psalm 2:1-3 nicht auf 1914 sondern auf 33 u Z bezogen wie dies aus Apostelgeschichte 4:24-28 hervorgeht: "Souveräner Herr, du bist es, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat und der durch heiligen Geist durch den Mund unseres Vorvaters David, deines Knechtes, gesagt hat: ‚Warum brachen die Nationen in Tumulte aus und sannen die Völker auf leere Dinge? Die Könige der Erde stellten sich auf, und die Herrscher rotteten sich zusammen wie e i n [Mann] gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten.' Desgleichen waren in Wahrheit in dieser Stadt Herodes und auch Pontius Pilatus mit [Menschen der] Nationen und mit Völkern Israels gegen deinen heiligen Knecht Jesus versammelt, den du gesalbt hast, um die Dinge zu tun, die zu geschehen deine Hand und [dein] Rat vorherbestimmt hatten." Die gleiche Stelle des Psalms findet ihre Parallele in Offenbarung 11:15-18 und erfüllt sich somit auch im 1.Jahrhundert. Dass Jesus schon damals den "eisernen Stab" besaß geht auch aus Offenbarung 2:26-27 hervor: "Und dem, der siegt und meine Taten bis zum Ende hin bewahrt, will ich Gewalt über die Nationen geben, und er wird die Menschen mit eisernem Stab hüten, so dass sie gleich Tongefäßen zerbrochen werden, ebenso wie ich von meinem Vater empfangen habe."

Mit welchen Waffen wurden der Teufel und seine Engel besiegt?
Die Art des Krieges wird geoffenbart, indem über die Sieger im Buch der Offenbarung gesagt wird: "... sie haben ihn wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses besiegt, und sie haben ihre Seele selbst angesichts des Todes nicht geliebt." Die "Waffen" sind also das "Blut des Lammes" und das "Wort ihres Zeugnisses" sowie ihr kompromissloser Kampf "selbst angesichts des Todes". Es ist also ein "geistiger" Kampf mit "geistigen Waffen", was bestätigt wird durch 2. Korinther 10:3-6 "Denn obwohl wir im Fleische wandeln, erfolgt unsere Kriegführung nicht gemäß [dem, was wir im] Fleische [sind]. Denn die Waffen unserer Kriegführung sind nicht fleischlich... " Da diese Sieger im Buch der Offenbarung diesen Sieg in Nachahmung des Christus errungen haben hat auch Jesus mit geistigen Waffen den Sieg gegen den Drachen und seine Engel errungen. (Hebräer 2:14-15: "damit er durch seinen Tod den zunichte mache, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, das heißt den Teufel").In diesem Kampf hatte er die Unterstützung der Engel (Matt 4:11; Lukas 22:43).
Dass dieser Krieg schwerlich ein buchstäblicher Krieg sein konnte geht auch aus den Versen 13-17 hervor wo gesagt wird: "Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übriggebliebenen ihres Samens, die die Gebote Gottes halten und das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben." Im Vers 11 wird gesagt, dass Jesu Nachfolger, die in dieser Verfolgung zu Märtyrer wurden '... ihn wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses besiegt' haben. Dies erklärt also die Art dieses Krieges gegen den Drachen und seine Engel.
Dieser Krieg endete also mit einer vollständigen Niederlage Satans und seiner Engel. Der Ausruf nach dem "hinauswerfen" - "jetzt ist die Rettung und die Macht und das Königreich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus herbeigekommen" - deutet klar auf den Zeitpunkt des Todes, der Auferstehung und der Verherrlichung Jesu hin, der zu dieser Zeit - im 1. Jahrhundert - alle Gewalt im Himmel und auf der Erde empfing.

Durch seinen Tod als Opferlamm besiegte Jesus den Satan und brachte ihn zu "Fall vom Himmel". Die christlichen Märtyrer haben Teil an diesem Sieg, da sie in der Lage sind, ihn zu besiegen durch das Blut des Lammes. Satan der Ankläger, ist nicht mehr in der Lage sie "Tag und Nacht" vor Gott anzuklagen denn durch Jesu Tod sind ihre Sünden vergeben. Allem Anschein nach ist also dieser Krieg im Himmel eine bildliche Darstellung des Sieges des Christus über den Satan als Opferlamm durch seinen Opfertod. Dies hat offensichtlich nichts mit 1914 zu tun (Eine ganze Reihe von Ereignissen, die die WTG mit dem Jahr 1914 in Verbindung brachte, erfüllten sich in Wirklichkeit schon im 1. Jahrhundert bei Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt).

Bevor wir uns an einen Kommentar über Offenbarung 20 und die "1000 Jahre" wagen, wollen wir uns über die obigen Ereignisse zuerst vergewissern, denn sie sind ein erster Schlüssel zum Verständnis über die "1000 Jahre" und das Kommen Jesu.

Die "1000 Jahre" und Jesu Kommen

In Teil 1 haben wir anhand der Bibel feststellen können, dass Jesus schon im 1. Jahrhundert die Schlacht gegen Satan und die Dämonen gewonnen hat. Satan und die bösen Geistermächte wurden damals schon aus dem "Himmel" verbannt.

Welche Folgen hatte dies für die Menschen auf der Erde? Natürlich waren Satan und seine Dämonen wütend. Aber ihre Macht war nun bedeutend eingeschränkt, wie dies aus Jesu eigenen Worten hervorgeht: "Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht vorher den Starken BINDET? Und dann wird er sein Haus berauben" (Matthäus 12:28-29; siehe auch Lukas 11:20--21).

Nachdem Jesus also Satan und die Dämonen besiegt hatte - sie also in ihrem "Haus" gebunden hatte - konnte er danach "seinen Hausrat rauben"! Nachdem Jesus und seine Jünger zuerst viele Juden von der Knechtschaft des "Gottes dieser Welt" befreit hatten wurde diese Tätigkeit auf die Heiden ausgedehnt (2. Korinther 4:3-4; Matthäus 28:19-20). Vor Jesu Auferstehung und Himmelfahrt hatte Satan die totale Kontrolle über die Heiden. Da nun aber die Botschaft an alle Völker gerichtet wurde war es Satan nicht mehr möglich, die Heiden weiterhin irrezuführen wie es vorher ungehindert geschah.

"Sie haben den Tod SCHON hinter sich gelassen
und das unvergängliche Leben ERREICHT" (Johannes 5:24 GN)

Was geschah mit diesen Christen - sowohl aus den Juden wie aus den Heiden - die aus dem "Haus" Satans befreit wurden nachdem er gebunden war? Jesus sagte: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der HAT ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er IST aus dem Tod in das Leben übergegangen" (Johannes 5:24)

Diese wiedergeborenen Christen, die auch zur Nachkommenschaft des Vaters und der "Mutter" Jesu gehören (siehe Offenbarung 12), befinden sich also, beginnend mit dem 1.Jahrhundert, in folgendem Zustand: "Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns, die wir in den Vergehungen TOT WAREN, MIT DEM CHRISTUS LEBENDIG GEMACHT - durch Gnade SEID ihr errettet! Er HAT uns MITAUFERWECKT und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus." (Epheser 2:4-6)
".. mit ihm [Christus] begraben in der Taufe, IN IHM AUCH MIT AUFERWECKT durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat: Und euch, die IHR TOT WART in den Vergehungen und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, hat er MIT LEBENDIG GEMACHT MIT IHM, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat" (Kolosser 2:12-13) . Wem alle Vergehungen vergeben sind, wer mit Christus auferweckt und lebendig gemacht wurde - also mit ihm an der ersten Auferstehung teilhat - auf den hat der zweite Tod keine Macht mehr, "sondern er IST aus dem Tod in das Leben übergegangen" und "kommt nicht mehr ins Gericht"!
Wer wiedergeboren ist kann mit Johannes sagen: "Wir WISSEN, dass wir aus dem Tod in das Leben HINÜBERGEGANGEN SIND"..." (1. Johannes 3:14). Darum konnte Jesus auch sagen: " Und wer lebt und wer an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du mir das?" (Johannes 11:26).

Wir sind nun ein gutes Stück voran gekommen und haben jetzt schon einen zweiten "Schlüssel" in der Hand, um ein Verständnis über Offenbarung 20 zu erlangen.

Seit Jesu Opfertod, seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt herrscht Jesus inmitten seiner Feinde. Er hat keine Zeit verloren sondern sofort gehandelt! Er hat nicht nur Satan und die Dämonen besiegt sondern als "der Weg, die Wahrheit und das Leben" hat er immer mehr befreite Wiedergeborene zu seinem Vater geführt. Über diese hatten wir schon in Teil 2 gelesen:

"Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns, die wir in den Vergehungen TOT WAREN, MIT DEM CHRISTUS LEBENDIG GEMACHT - durch Gnade SEID ihr errettet! Er HAT uns MITAUFERWECKT und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus." (Epheser 2:4-6) Heute möchte ich den Schwerpunkt auf folgenden Textbereich legen

"Er hat uns ...mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus"

Petrus schrieb an wiedergeborene Christen: "IHR ABER SEID ein auserwähltes Geschlecht, EIN KÖNIGLICHES PRIESTERTUM, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat." (1. Petrus 2:9) Wie wir feststellen konnten hat er uns schon seit dem 1. Jahrhundert "mitsitzen lassen in der Himmelswelt". Hier noch die Bestätigung : "Er [der Vater] HAT uns errettet aus der Macht der Finsternis und VERSETZT IN DAS REICH des Sohnes seiner Liebe" (Kolosser 1:13). Seit dem 1. Jahrhundert erfüllen sich für Jesu Miterben auch folgende Worte: "... es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges: ALLES IST EUER" (1. Korinther 3:22).

Dieses "mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus" sollte gemäß der Verheißung auf "Thronen" erfolgen. Manche Christen in Korinth hatten dies falsch verstanden. Sie "herrschten" tatsächlich über ihre Brüder, so wie es die Könige der Nationen tun, obwohl Jesus seine Jünger vor einem solchen Missbrauch gewarnt hatte (1. Korinther 4:8; Matthäus 20:25-28).

Wenn aber Gott die wiedergeborenen Christen schon im 1. Jahrhundert "hat mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus", wie ist dies dann zu verstehen? Amten sie seitdem schon als Richter, Priester und Könige?

"Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten" (Matthäus 19:28). Paulus schrieb sogar: "Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden?" (1. Korinther 6:3).

Manche "Gesalbten" stellen sich das etwa so vor: Die gefallenen Engel werden vor ihren Richterstühlen erscheinen und Rede und Antwort stehen müssen. Dann werden diese "Gesalbten" sie wegen ihrer Rebellion gegen Gott zur Vernichtung verurteilen. Hat Paulus das wirklich so gemeint?
Wir wissen aus der Schrift, dass Gott in Bezug auf die untreuen Engel schon gehandelt hat wie in Judas 6 und 2. Petrus 2:4 zu lesen ist. Wir wissen auch, dass Jesus im Geiste hingegangen ist und diesen "Geistern" schon verkündet hat was sie erwartet (1. Petrus 3:19). Was könnten also "Gesalbten" noch zu dem, was der höchste Richter und sein Christus schon entschieden haben, NOCH hinzufügen?

In welchem Sinn "richten" also wiedergeborene Christen die Welt und Engel? Die Schrift liefert uns auch hier den "Schlüssel" zum Verständnis! Wusstest du, dass z.B. Noah als Richter amtete? In Hebräer 11:7 steht es geschrieben: "Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, voller Gottesfurcht, eine Arche zur Rettung seines Hauses. DURCH IHN [SEINEN GLAUBEN] VERURTEILTE ER DIE WELT..." Wusstest du, dass sogar die Königin des Südens und die Bewohner von Niniveh Jesu Generation "schuldig sprechen" werden (Lukas 11:31-32 GN). Werden sie auf Richterstühle sitzen um dies zu tun?

So wie Noah durch seinen Glauben - mit den entsprechenden Werken - eine ganze Welt verurteilte, so werden auch die Königin des Südens oder die Bewohner von Niniveh die Generation der Tage Jesu verurteilen, verdammen oder schuldig sprechen - je nach Übersetzung - weil sie Salomo und Jona zuhörten, die Juden sich aber weigerten, auf den Messias zu hören. Was sie sagten und was sie taten verurteilte verstockte Menschen. Das hat nichts mit einem Richteramt zu tun!

Wir entfernen uns immer mehr vom Verständnis der Wachtturm-Vordenker! Es wird sich noch herausstellen, ob wir dem wahren Verständnis von verschiedenen prophetischen Aspekten einige Schritte näher gekommen sind. Bleibt bitte dran und macht euch selbst Gedanken darüber. Ich freue mich auf den Gedankenaustausch.

In verschiedenen Prophezeiungen der Bibel werden Sterne beschrieben, die vom Himmel auf die Erde fallen. In der Sprache der Kinowelt ist oft die Rede von neuen Stars, die am Firmament der Filmwelt erscheinen. Manche dieser Sterne scheinen nur für kurze Zeit und fallen dann sehr tief. In der Sprache der Politik werden ähnliche Ausdrücke für Politiker verwendet. Selbst Satan und die Dämonen werden mit Sternen verglichen und wie wir in den vergangenen Studien feststellen konnten sind sie im ersten Jahrhundert vom Himmel auf die Erde geschleudert worden.
Wir konnten aber auch erkennen, dass seit dem 1. Jahrhundert wiedergeborene Christen "aus der Macht der Finsternis in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt" wurden und seitdem hat Gott sie "mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus", obwohl sie noch im Fleische lebten oder noch leben. Wir haben auch verstanden, in welchem Sinne sie schon richten und dass sie ein "königliches Priestertum" schon seit dem 1. Jahrhundert sind erfuhren wir in 1. Petrus 2:9.
So wurden also im 1. Jh manche erniedrigt und seitdem andere erhöht!

Mit diesem Wissen oder mit diesen "Schlüsseln" müssten wir jetzt in der Lage sein, Offenbarung 20 zu verstehen.
In den Versen 1-3 wird beschrieben, wie Jesus im 1. Jh. Satan für "1000" symbolische Jahre (10x10x10) gebunden hat. Die "1000 Jahre" können als "Tag des Herrn" in Offenbarung 1:10 verstanden werden und umfassen die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen Jesu. Nach diesen "1000 Jahren" muss Satan noch für eine kurze Zeit losgelassen werden.
Die Verse 4-6 beschreiben die wiedergeborenen Christen, die schon seit dem 1. Jh "lebendig" sind, im Gegensatz zu den übrigen Toten, die erst nach den "1000 Jahren" lebendig werden. Beim Kommen Jesu werden die Wiedergeborenen entrückt (1. Thessalonicher 4:13-18).
Die folgenden Verse beschreiben dann den letzten Aufstand Satans und das endgültige Weltgericht im Zusammenhang mit der allgemeinen Auferstehung (Nach diesem Verständnis gäbe es also nur eine Erfüllung der Prophezeiung über Gog und Magog und nicht, wie die WTG behauptet, sowohl eine vor den 1000 Jahren wie eine danach)!

Nach diesem Verständnis gibt es auch keine 2. Chance für willentliche Sünder, ob sie nun Gottes geschriebenes Gesetz der Bibel kannten oder das natürliche Gesetz, das Gott in ihre Herzen geschrieben hat (Römer 2:12-16). Alle Menschen werden nach ihren Taten gerichtet werden.

Danach folgt unmittelbar der ewige Zustand!

In der Einleitung über das Thema: Die"1000 Jahre" und das Kommen Jesu wurde auf drei Deutungen hingewiesen, die unter Christen in den vergangenen 1900 Jahren, seit dem Erscheinen der Offenbarung, entstanden sind. Wir haben nun einen Überblick über die erste dieser drei Deutungen bekommen.


Es scheint besonders schwierig zu sein, Dinge, deren Erfüllung man erst in der Zukunft sah, als schon seit dem 1. Jh. in Erfüllung gehend zu sehen.
Manche verweisen gewöhnlich auf die Passage in Offenbarung 21:1-5, die eine künftige "neue Welt" beschreibe. Dabei verkennen sie, dass im vorangehenden Teil der Christlichen Schriften von den Dingen, die das "Neue Jerusalem" hervorbringt, gesagt wird, sie bestünden zur Zeit dieser Schriften schon.

In Offenbarung 1:1 heißt es von der dem Johannes gegebenen Offenbarung, sie solle "die Dinge [...] zeigen, die in kurzem geschehen sollen." Obwohl die Visionen häufig in die Zukunft weisen, besonders in Verbindung mit Gottes abschließendem Gericht, zeigt ein Lesen der Offenbarung, dass viele Dinge dort sich entweder schon ereignet hatten oder sich damals gerade ereigneten. Kapitel 2 und 3 zum Beispiel handeln von den Verhältnissen in sieben Versammlungen Kleinasiens, die zu jener Zeit aktuell waren, nicht von etwas Zukünftigem. Die Visionen aus Kapitel 4 über Gottes himmlische Herrlichkeit, über das Opferlamm, das die Menschheit loskaufte, waren keine Visionen künftiger, sondern von Ereignissen, die sich schon damals auswirkten. Der "Strom vom Wasser des Lebens" aus Offb. 22 floss gewiss schon damals, so dass die Einladung an "jeden, der es wünscht", zu kommen und "Wasser des Lebens kostenfrei" zu nehmen, nicht erst für eine ferne Zukunft galt, sondern durch die Verkündigung des Evangeliums bereits erging. (Offb. 22:1, 2, 17; vgl. Joh. 4:7-14; 6:35; 7:37, 38.) Nur durch Vergleich der Visionen mit den Aussagen anderer Stellen des NT kann man sagen, ob etwas schon gegenwärtig oder erst für die Zukunft gilt und Anwendung findet. Denn es ist eine Grundregel, dass Symbolisches immer aufgrund dessen verstanden werden und in seiner Bedeutung mit dem übereinstimmen muss, was anderswo eindeutig und als Faktum gesagt wird, nie andersherum.

In Offenbarung 21:3 ist beispielsweise davon die Rede, dass das ‚Zelt Gottes bei den Menschen sei, dass er bei ihnen weile und sie seine Völker seien, dass Gott selbst bei ihnen sei.' Die Bibel zeigt, dass Christi Loskaufsopfer gläubige Männer und Frauen mit Gott versöhnte und aus einem Zustand der Feindschaft in einen Stand des Friedens und der Freundschaft mit Gott brachte. Daher konnten die Apostel von den Christen ihrer Zeit sagen, sie seien "Gottes Tempel", in dem der "Geist Gottes [...] wohnt", eine "Wohnung Gottes im Geiste [Herder]", und konnten die Prophezeiung Jesajas anführen, wo genau derselbe Ausdruck wie in Offenbarung 21 zu finden ist: ". . . so wie Gott gesagt hat: "Ich werde unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein." (2.Korinther 6:16). Der Apostel stellt diese Verheißung Gottes, er werde bei den Menschen weilen und sie würden sein Volk sein, als schon erfüllt dar, nicht als etwas noch Zukünftiges. Er spricht von einem Verhältnis, das bereits besteht. Sein Mitapostel Petrus sagt ganz deutlich: "Denn einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk." Durch das Opfer Christi und die dadurch ermöglichte Versöhnung mit seinem Vater war das "Zelt Gottes" im ersten Jahrhundert tatsächlich bei den Menschen; Gott wohnte unter ihnen und sie waren sein Volk, so wie es im Buch Offenbarung dargestellt ist.

In Offenbarung 21:4 sagt Gott, er werde "jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein." Der erste Versabschnitt, in dem es heißt, dass Gott jede Träne abwischen und der Tod nicht mehr sein werde, entspricht inhaltlich den Worten aus Jesaja 25:8.
In 1.Korinther 15:54 zitierte der Apostel Paulus aus diesem Teil der Prophezeiung Jesajas, nicht als Hinweis auf irgendwelche paradiesischen Verhältnisse auf Erden (wie dies in den Wachtturm-Publikationen ständig geschieht), sondern im Hinblick auf die Auferstehung von Christen und ihren Übergang von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Doch in einem gewissen Sinne war der ‚Sieg über den Tod' für sie bereits errungen, sein "Stachel" entfernt worden. Christen waren zwar physisch noch dem Tod unterworfen, sie standen aber in einem sehr entscheidenden Sinne nicht mehr unter seiner Macht: Wenn sie den Glauben an die überragende Wirksamkeit des Loskaufspreises Christi behielten, blieben sie dieser Macht entzogen. Sie wussten, dass Gott sie "lebendig gemacht" hatte, obwohl sie noch kurz zuvor "in ihren Verfehlungen und Sünden tot" waren. Da sie hinsichtlich der Sünde gestorben und zur "Neuheit des Lebens" emporgehoben waren, hatte der Tod aufgehört, "als König" über sie zu herrschen. Durch Christi Herrschaft waren sie nicht mehr seinem Gesetz unterworfen. Deshalb konnte der Apostel Johannes sagen: "Wir wissen, dass wir vom Tod zum Leben übergegangen sind [nicht etwa erst übergehen werden], weil wir die Brüder lieben." Damit wiederholte er nur Jesu gleichlautende Äußerungen, wo dieser von Menschen, die an ihn glaubten, sagte, wegen ihres Glaubens besäßen sie bereits ewiges Leben. Und so konnte Jesus offenkundig nicht nur sagen: "Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt," sondern auch, dass "jeder, der lebt und Glauben ausübt, [...] überhaupt nie sterben wird." Alle diese machtvollen Erklärungen sind ganz sicher das Gegenstück zu der Aussage der Offenbarung: "Und der Tod wird nicht mehr sein", und sie zeigen, dass dies alles als Folge des Loskaufs durch Christus bereits unter seinen Nachfolgern galt.

Was Trauer, Geschrei und Schmerz betrifft, so war Christus eben deshalb gekommen, damit er den in früheren Prophezeiungen vorhergesagten Auftrag ausführe und "den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist [...], damit [er] alle Trauernden tröste [...] und ihnen Freudenöl statt Trauergewand, Jubel statt der Verzweiflung [bringe]." Diesen Auftrag führte er getreu aus, und so konnte er in der Synagoge von Nazareth sagen: "Heute ist dieses Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt worden."
Paulus schreibt mit fast denselben Worten, wie sie in der Offenbarung stehen: " Wenn somit jemand in Gemeinschaft mit Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; die alten Dinge sind vergangen, siehe, neue Dinge sind ins Dasein gekommen " (Offenbarung 21:5-6; 2.Korinther 5:17).

Karl


 
Jurek
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RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#2 von Jurek , 04.10.2009 15:58

Wie Deschner als Autor gesehen werden kann/sollte .. darüber sind wir uns einig.
Fischen wir uns halt diskussionswürdige Gedanken raus ...
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Der Chiliasmus

"Der Chiliasmus war mehrere Menschenalter in den Gemeinden geradezu herrschend und besonders in den unteren Schichten von stärkstem Einfluss, vor allem in den Verfolgungszeiten".

Der Theologe Heussi.
"... eine der Hauptursachen der großen Begeisterung..., die dem Urchristentum den Missionserfolg in der Welt sicherte."

Unter Chiliasmus (griech. chilioi = 1000) verstand man im Urchristentum die Erwartung eines tausendjährigen Reiches (auch Millenniurn genannt) irdischer Glückseligkeit der Gerechten unter der Regierung des wiedergekehrten Christus. Dieser Glaube, der eng mit der ursprünglich rein diesseitsgerichteten, im Spätjudentum aber religiös Überhöhten jüdischen Enderwartung zusammenhing, ging insbesondere auf eine neutestamentliche Schrift, die ApokaIypse zurück, die im 20. Kapitel den Christen ein tausendjähriges Friedensreich prophezeit, an dem sie leiblich teilnehmen, die Märtyrer auferstehen und mit dem rückgekehrten Christus auf Erden herrschen sollten. Erst darauf würden darin, so glaubte man, die zweite allgemeine Auferstehung und das ewige Gericht erfolgen, wie ja auch Paulus eine doppelte Auferstehung lehrt.

Die chiliastische Eschatologie, die Erwartung eines kommunistischen Wunderlandes auf Erden, war im frühen Christentum weit verbreitet und übte eine gewaltige suggestivkraft auf die Massen aus. Ausgesogen von der Diktatur der Caesaren und dem römischen Agrarkapitalismus, hatten sie seit Generationen Erlösung von ihrem Elend ersehnt. Und als im 2. und besonders 3. Jahrhundert die Drangsal immer größer wurde, Usurpationen, Zwangsaushebungen, Militärrevolten, Bürgerkriege und Barbareneinfälle, Hungersnöte und Pestilenzen, Proskriptionen und Plünderungen einander ablösten und es in Sizilien und Gallien sogar zu organisierten Aufständen der völlig verarmten Bevölkerungsschichten kam, mussten breite Kreise natürlich durch einen Glauben angezogen werden, der im christlichen Erlöser nicht nur ein religiöses Ideal, sondern auch einen Erfüller proletarischer Hoffnungen, einen Befreier aus wirtschaftlicher Not erblickte.

Doch besaß der Chiliasmus Anhänger nicht nur im einfachen Volk.
Bischof Papias bekannte sich zu dieser Bewegung und, wie er berichtet, auch Jesus. Justin hing ihr mit großer Entschiedenheit an und starb dafür den Märtyrertod. Kirchenlehrer Irenäus, der bedeutendste Katholik des 2. Jahrhunderts, rechnete den Chiliasmus zum kirchlichen Glaubensbekenntnis und alle Nichtchiliasten zu Ketzern. Auch Tertullian glaubte an ein tausendjähriges Zwischenreich auf Erden. Ebenso haben die Kirchenväter Cyprian, Methodius von Olympos, der 304 als Märtyrer gestorbene Bischof Viktoria von Pettau in der Steiermark, und noch im 4. Jahrhundert besonders Laktanz den Chiliasmus, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität, verkündet; ferner der Barnabasbrief und die Montanisten. Harnack nennt ihn neben dem Unsterblichkeitsglauben "das eigentliche Charakteristikum" des Christenturns. Die kritische Theologie aber schreibt ihm ganz allgemein einen Einfluss auf die christliche Mission zu, der gar nicht überschätzt werden könne.
Seit der Mitte des 3. Jahrhunderts bekämpften dann katholische Stimmen den Chiliasmus, und nach Ihrer Anerkennung durch den Staat verwarf ihn die Kirche als judaistische, fleischliche Gesinnung, "Privatmeinung" und "Missverständnis", ja, wie auf dem Konzil von Ephesus 431, als eine "Entgleisung und Fabelei". Das prophezeite tausendjährige Reich, der Glaube an ein kommunistisches Paradies auf Erden, der die notleidenden christlichen Massen einst beteuert und noch im frühen 3. Jahrhundert als rechtgläubig gegolten hatte, war der zur Herrschaft eingegangenen Kirche unbequem. Sie ersehnte nun nicht mehr den Weltuntergang, sondern betonte mit besonderer Beflissenheit die "Endlosigkeit" des Reiches Christi und erklärte die gegenteilige, auch von Paulus vertretene Anschauung von einem befristeten Messiasreich, einem Zwischenreich, offiziell zur Häresie.
Man unternahm jetzt alles, um die bis ins 4. Jahrhundert fortlebenden chiliastischen Gedanken der ältesten Christenheit auszumerzen oder zu spiritualisieren. Man schreckte vor der Schmähung führender Chiliasten genauso wenig zurück wie vor der Fälschung ihrer Schriften. Schon Euseb von Caesarea, der Vater der Kirchengeschichte, scheute sich nicht, den als Märtyrer gestorbenen phrygischen Bischof Papias einen ganz dummen Menschen zu nennen, nur will er den Chiliasmus verfocht. Euseb benötigte diesen Glauben freilich nicht mehr. Für ihn, den Hofbischof der ersten christlichen Majestät, war das Reich Gottes bereits auf Erden.
Die Kirche ließ fast das gesamte chiliastische Schrifttum untergehen. Allem Anschein nach wurden aber auch aus patristischen Texten, aus Werken Hippolyts und des Irenäus, chiliastische Partien einfach ausgemerzt, teilte doch gerade Kirchenlehrer Irenäus "in vollem Umfang die sozialen und die kommunistischen Erwartungen des phrygischen Bischofs".
b]Selbst die fünf Bücher des Papias, in denen der "apostolische Vater" die Worte Jesu kommentiert und den Chiliasmus auf ihn zurückgeführt hatte, sind verschwunden, obschon man sie im 14. Jahrhundert noch besaß. Auch die Reformatoren Luther und Calvin verwarfen die von den Täufern damals wieder gepredigten Vorstellungen vom tausendjährigen Reich. Im 17. Artikel des Augsburger Bekenntnisses werden sie als jüdischer Aberglaube ... [letzter Satz nicht mehr lesbar].

Wolfgang

 
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RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#3 von Jurek , 04.10.2009 16:02

Lieber Wolfgang,

ich möchte heute auf deinen Kommentar über den Millenarismus/Chiliasmus eingehen aufgrund einer Aussage einer religiösen Zeitschrift.

DAS ZEUGNIS DER ‚KIRCHENVÄTER‘
Katholische Nachschlagewerke geben zu, dass viele der frühen „Kirchenväter“ an die Tausendjahrherrschaft Christi oder das Millennium glaubten und diese Lehre vertraten. In der Catholic Encyclopedia heißt es: „Unter Katholiken erschien Bischof Papias von Hierapolis, ein Jünger des heiligen Johannes [des Apostels], später als ein Verfechter des Millenarismus [Chiliasmus]. Er behauptete, seine Lehre von Zeitgenossen der Apostel übernommen zu haben. Irenäus berichtet, andere ,Presbyter‘ [Älteste], die den Jünger Johannes gesehen und gehört hätten, hätten von ihm gelernt, dass die Lehre des Herrn den Glauben an das Tausendjährige Reich einschließe. . . .
Millenaristische Vorstellungen werden von den meisten Kommentatoren in der Epistel des heiligen Barnabas [frühes 2. Jahrhundert] gefunden . . . Der heilige Irenäus von Lyon, in Kleinasien gebürtig, übernahm, von den Gefährten des heiligen Polykarp beeinflusst, millenaristische Vorstellungen, die er in seinem Werk gegen die Gnostiker behandelt und verteidigt . . . Der heilige Justinus von Rom, der Märtyrer, widerspricht in seinem Dialog mit Tryphon (Kap. 80, 81) den Juden, was die Lehre vom Millennium betrifft . . . Ein Zeuge für den Fortbestand des Glaubens an das Tausendjährige Reich in der Provinz Asien ist der heilige Melito, im 2. Jahrhundert Bischof von Sardes. . . .
Tertullian, der Vorkämpfer des Montanismus, legt die Lehre aus . . . [und sagt,] dass am Ende der Zeit das große verheißene Reich, das neue Jerusalem, aufgerichtet und tausend Jahre bestehen werde. Alle diese millenaristischen [chiliastischen] Schriftsteller berufen sich auf mehrere Stellen in den prophetischen Büchern des Alten Testaments, auf einige Stellen in den Briefen des heiligen Paulus und auf die Apokalypse [Offenbarung] des heiligen Johannes

Zitat aus „Der Wachtturm“ vom 15. 7. 1981, S. 9-12.

Dieses Zitat bestätigt also was du weiter oben in deinem Beitrag erwähntest.

Was geht aus dem WT-Zitat und aus deinem Beitrag hervor sofern es die Äußerungen der „Kirchenväter“ über ihre millenaristischen Vorstellungen betrifft?

Einfach ausgedrückt: Sie glaubten daran! An was glaubten sie genau? An das, was in Offenbarung 20 über die 1000 Jahre geschrieben steht.
Wir glauben hier doch auch alle, dass Christus und die Berufenen, Auserwählten und Treuen gemeinsam als Könige, Priester und Richter 1000 Jahre über/auf die/der Erde herrschen!
Das ist doch gar keine Frage, oder?

Ist in den Aussagen der Kirchenväter aber auch die Behauptung vorhanden, dass Menschen ewig auf der Erde in einem Paradies leben würden? Solch einen Beweis würde die WTG doch ständig zitieren wie z.B. die Kirchen die den „Völkerbund als Ausdruck des Königreiches Gottes auf der Erde“ bezeichnet haben oder Zeitungsartikel, die JZ als ordentliche und saubere Menschen beschreiben. Wo sind die Äußerungen eines nahen Mitarbeiters des Apostels Johannes oder anderer frühen Kirchenväter die beweisen würden, dass sie ein irdisches Paradies für die Ewigleit lehrten? Ich habe die Sammlung der Kirchenväter bis Nizäa in 10 Bänden (als Bücher und als CD-ROM) in Englisch. Ich habe bisher kein solches Zitat gefunden!

Was ein Deschner oder andere Kommentatoren über das Millenium und seine Beführworter oder Bekämpfer sagen mag zwar wissenswert sein. Aber sind sie uns wirklich eine Hilfe auf der Suche nach dem richtigen Verständnis von Offenbarung 20?

Unter dem Thema „1000 Jahre“ wurde die Frage aufgeworfen ob sie buchstäblich oder symbolisch aufzufassen sind. In Frage gestellt wurden hier die 1000 Jahre nie. Eine 3. Möglichkeit, wie man die 1000 Jahre noch verstehen kann, wurde von mir zwar angekündigt aber bisher noch nicht dargelegt. Wenn dies geschehen ist werde ich anschließend meine eigene Meinung zu diesem Thema äußern.

Bin weiterhin sehr an den Kommentaren der Mitschreiber interessiert, die noch an die Lehre der WTG glauben, dass Menschen ewig hier auf der Erde in einem Paradies leben werden.

Liebe Grüße von
Karl

 
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RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#4 von Jurek , 04.10.2009 16:06

Hallo Karl,

es ist schon spät, aber dennoch kurz einige Gedanken zu Deinen interessanten Darlegungen

Du schreibst
°°°°°
.... möchte ich zuerst die WTG zu Wort kommen lassen da SIE eigentlich die Quelle ihrer Erwartungen auf ein irdisches Paradies war oder noch ist.
°°°°°
Das trifft auch auf mich zu, wenngleich das gar nicht mehr sooo wichtig ist, denn mein Abstand zur WTG ist mittlerweile doch so groß, dass mir immer klarer wird: Auch ohne JZ-Gedankengut sind die biblischen Aussagen und seriösen außerbiblischen Quellen mehr als nur ausreichend für meine irdische Hoffnung. Die WTG ist somit, wie Du ganz richtig schreibst, die ursprüngliche Quelle, aus der ich davon zuerst erfuhr.
Jedoch wird für mich etwas nicht automatisch dadurch falsch, weil es (zufällig) auch die WTG lehrt. (Bsp. Trinität)

°°°°°
Erstaunlicherweise zitiert die WTG die Kirchenväter um ihre Sicht der Dinge zu unterstützen. Wie jedem Leser der WT-Literatur bekannt ist werden doch die Kirchenväter ansonsten immer als Abtrünnige bezeichnet, da sie erst nach dem ABFALL in Erscheinung traten, der nach dem Tod des letzten Apostels ERFOLGT SEIN SOLL .
°°°°°
Klarerweise ist die WTG generell inkonsequent beim Zitieren. Sie lügt und fälscht sogar, wenn’s ihr in den Kram passt.

°°°°°
Wir glauben hier doch auch alle, dass Christus und die Berufenen, Auserwählten und Treuen gemeinsam als Könige, Priester und Richter 1000 Jahre über/auf die/der Erde herrschen!
Das ist doch gar keine Frage, oder?
°°°°°
Da freue ich mich drüber. Dass wir uns da alle drüber einig sind, hab ich noch garnicht wahrgenommen.
Diesen Punkt sollten wir nochmal extra aufgreifen. Die Aussicht, dass wir mehr übereinstimmen in diesem Punkt, als ich dachte, freut mich schon jetzt.

°°°°°
Ist in den Aussagen der Kirchenväter aber auch die Behauptung vorhanden, dass Menschen ewig auf der Erde in einem Paradies leben würden?
°°°°°
In speziell diesem Punkt werde ich noch genau nachforschen.

°°°°°
Wo sind die Äußerungen eines nahen Mitarbeiters des Apostels Johannes oder anderer frühen Kirchenväter die beweisen würden, dass sie ein irdisches Paradies für die Ewigleit lehrten?
°°°°°
Müsste ich auch rausfinden. Vielleicht hat die Kirche gerade solche Aufzeichnungen auch "erfolgreich" vernichtet ...

°°°°°
Was ein Deschner oder andere Kommentatoren über das Millenium und seine Beführworter oder Bekämpfer sagen mag zwar wissenswert sein. Aber sind sie uns wirklich eine Hilfe auf der Suche nach dem richtigen Verständnis von Offenbarung 20?
°°°°°
Ich teile Deine Skepsis bezüglich Deschner und Konsorten. Seine persönlichen Schlussfolgerungen interessieren mich weniger. Soweit er aber Zitate zusammenträgt, also Erkenntnisse anderer sozusagen sammelt, wirds interessant. Ob mir ein Gammler einen wichtigen Brief überreicht oder ein seriöser Postbote, ist mir ziemlich wurscht.

°°°°°
Unter dem Thema „1000 Jahre“ wurde die Frage aufgeworfen ob sie buchstäblich oder symbolisch aufzufassen sind. In Frage gestellt wurden hier die 1000 Jahre nie. Eine 3. Möglichkeit, wie man die 1000 Jahre noch verstehen kann, wurde von mir zwar angekündigt aber bisher noch nicht dargelegt. Wenn dies geschehen ist werde ich anschließend meine eigene Meinung zu diesem Thema äußern.
°°°°°
Da freu ich mich drauf. Ob die 1000 Jahre und die 144000 symbolisch oder buchstäblich sind, ist für mich nicht (mehr) von entscheidendem Belang.

Danke nochmals für Deine liebevolle Mühe.
Dieses Thema wird uns noch sicher eine Weile beschäftigen.

Gruß von Wolfgang

 
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RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#5 von Schrat , 14.06.2012 22:16

Lieber Jurek,

die Lehre vom Millenium wird nicht nur von Jehovas Zeugen, sondern von einer ganzen Reihe anderer christlichen Gemeinschaften vertreten. Mir ist zwar bekannt, daß einige das nicht buchstäblich nehmen, was wir in Offenbarung 20 geschrieben finden, doch ich glaube, daß wir dies buchstäblich nehmen müssen, auch wenn die Offenbarung in Symbolen geschrieben wurde. Wir dürfen den Symbolismus nicht zu weit treiben, sonst würde die Offenbarung bedeutungslos. Zahlen in der Offenbarung des Johannes sind im allgemeinen buchstäblich zu verstehen.

Insbesondere die katholische Kirche hat gelehrt, daß sich die 1000 Jahre symbolisch mit der Herrschaft der Kirche erfüllen. Die Adventisten glauben auch nicht an die 1000 Jahre, sondern glauben, daß die Erde 1000 Jahre eine Wüste sei. Die Orthodoxen Christen glauben wohl auch nicht an die 1000-Jahr-Herrschaft, da sie in ihrer Bibel die Offenbarung des Johannes nicht haben.

Auch Justinus der Märtyrer, der noch Kontakt zu Johannes hatte, spricht von buchstäblichen 1000 Jahren.
Da dieser zum einen ein sehr treuer Mensch wr, der seine Gottergebenheit mit dem Leben bezahlte und auch noch Kontakt zu Johannes hatte, glaube ich, können wir seinen Worten vertrauen.


Zitat
Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)
Seite 85

5. Ich aber und die Christen, soweit sie in allem rechtgläubig sind , wissen, daß es eine Auferstehung des Fleisches gibt, und daß tausend Jahre kommen werden in dem aufgebauten, geschmückten und vergrößerten Jerusalem, wovon der Propheten Ezechiel und Isaias und die übrigen sprechen.

bringt es mit Jesajas Prophezeiungen in Verbindung

Seite 86
Ferner hat einer, der bei uns war, Johannes hieß und zu den Aposteln Christi gehörte, in einer Offenbarung prophezeit, die, welche an unseren Christus glauben, werden in Jerusalem tausend Jahre verbringen , und dann werde für alle ohne Ausnahme die allgemeine und sogenannte ewige Auferstehung und das allgemeine und sogenannte ewige Gericht folgen. Unser Herr sagte das gleiche mit den Worten : ‚Sie werden nicht heiraten und nicht verheiratet werden, sondern Engeln werden sie gleich sein, Kinder des Gottes der Auferstehung werden sie sein.’




Gruß
vom Schrat


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zuletzt bearbeitet 14.06.2012 | Top

RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#6 von Jurek , 15.06.2012 14:52

Hallo Schrat,
ich habe hier verschiedene Beiträge von anderen Usern reingestellt (sehe Unterschriften), was nicht bedeutet, dass ich immer alles so als FAKT sehe, sondern dass ich das auch als durchaus für möglich halte. Denn es gibt mehrere Deutungen zu den „1000 Jahren“, die nicht bis auf ein Jahr genau buchstäblich aufgefasst werden müssen.

Zitat
Zahlen in der Offenbarung des Johannes sind im allgemeinen buchstäblich zu verstehen.


Das sehe ich allerdings nicht so. Denn die meisten (Mehrheit) der Zahlen in der Offb., sind eindeutig symbolisch aufzufassen.

Gruß!


 
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RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#7 von Schrat , 15.06.2012 22:04

Lieber Jurek,

ich möchte meine Aussage, daß Zahlen in der Offenbarung im allgemeinen buchstäblich zu verstehen sind, etwas konkreter fassen. Schon in meiner Definition war die Möglichkeit eingeschlossen, daß es auch den symbolischen Gebrauch von Zahlen in der Offenbarung gibt, weil es sicher vom "allgemeinen" dann auch Ausnahmen gibt.

http://bfriends.brigitte.de/foren/religi...wirklich-6.html

Zitat
Wegen der überwiegend symbolischen Ausdrucksweise der Offenbarung vertreten einige die Ansicht, dass alle darin vorkommenden Zahlen*— also auch die Zahl 144*000*— symbolisch aufzufassen seien (Offenbarung 1:1,*4; 2:10). Das kann allerdings nicht sein. Die Offenbarung enthält zwar viele symbolische Zahlen, doch man findet darin auch buchstäbliche. Beispielsweise erwähnt Johannes „die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes“ (Offenbarung 21:14).

Die Zahl*12 ist hier ganz offensichtlich nicht symbolisch, sondern buchstäblich.

Außerdem schreibt der Apostel Johannes über „die tausend Jahre“ der Herrschaft Christi.
Wie ein eingehendes Studium der Bibel zeigt, handelt es sich auch hier um eine buchstäbliche Zahl (Offenbarung 20:3, 5-7).

Ob eine Zahl in der Offenbarung symbolisch oder buchstäblich aufzufassen ist, hängt daher vom Hintergrund und vom Kontext des jeweiligen Verses ab.Auch andere biblische Aussagen bestätigen,dass die Zahl 144*000 buchstäblich aufzufassen ist und sich auf eine begrenzte Personenzahl bezieht*— eine relativ kleine Gruppe im Vergleich zu der „großen Volksmenge“.

Beispielsweise wird im späteren Verlauf der Vision des Apostels Johannes von den 144*000 gesagt, dass sie „als Erstlinge aus den Menschen .*.*. erkauft [wurden]“ (Offenbarung 14:1,*4).
Der Ausdruck „Erstlinge“ deutet auf eine kleine repräsentative Auswahl hin. Außerdem sprach Jesus, als er auf der Erde war, von denen, die mit ihm im himmlischen Königreich herrschen werden, als von einer „kleinen Herde“ (Lukas 12:32; 22:29).



Ich kann keinen Sinn darin erkennen, die 1000 Jahre symbolisch aufzufassen. Ein Symbol wofür? Wann und wie hat es sich dann erfüllt, wenn es sich nicht buchstäblich erfüllt?

Gruß
vom Schrat


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RE: Die „1000 Jahre“ aus Offenbarung 20

#8 von Jurek , 16.06.2012 06:32

Guten Morgen, Schrat!

Zitat
Außerdem schreibt der Apostel Johannes über „die tausend Jahre“ der Herrschaft Christi.
Wie ein eingehendes Studium der Bibel zeigt, handelt es sich auch hier um eine buchstäbliche Zahl (Offenbarung 20:3, 5-7).


Eingehendes Studium der Bibel würde m.E. diese Frage offen lassen, da es etliche verschiedene Auslegungsmodelle dazu gibt, die nicht zwingend die Zahl „1.000“ als buchstäbliche Zahl machen.
Ich würde mich dazu nicht fixieren wollen, zumal auch diese Frage nicht von entscheidender Heilsbedeutung ist, auch wenn seit 2000 Jahren darüber spekuliert wurde (u.a. Apg 1:6).
Wenn ich das also nicht weiß, was dann? Entgeht mir was besonderes Wichtiges? Was?

Zitat
Auch andere biblische Aussagen bestätigen,dass die Zahl 144*000 buchstäblich aufzufassen ist und sich auf eine begrenzte Personenzahl bezieht*— eine relativ kleine Gruppe im Vergleich zu der „großen Volksmenge“.


Auch hierbei – welche Gründe gibt es, aus einem eindeutig SYMBOLISCHEN Hintergrund, eine buchstäbliche Zahl daraus zu machen?
Zumal auch immer noch nicht geklärt ist (die Argumente dazu wurden auf meine Fragen an einer anderen Stelle nicht beantwortet), an welcher Stelle hatte JESUS (oder z.B. der Paulus oder Petrus) die Christen in ZWEI Gruppen gespalten?

Zitat
Ich kann keinen Sinn darin erkennen, die 1000 Jahre symbolisch aufzufassen. Ein Symbol wofür? Wann und wie hat es sich dann erfüllt, wenn es sich nicht buchstäblich erfüllt?


Ein Symbol der Völle, mit solchen vollen und runden Zahlen bis auf 1.
Genauso wie die anderen Zahlen in Offb., wie z.B. 5:11, wo auch 10.000 x 10.000 erwähnt werden.
Meinst du wirklich, dass sich hierbei um ganz genau bis auf einen um 100.000.000 Engel handelt?
Die Offb. ist voller Zahlensymbolik, da sie in Zeichen dem Johannes dargelegt wurde (Offb 1:1)!
Auch die oft angewandte Zahl 6 6 6 (die auch nur symbolisch zu verstehen ist) wird oft von manchen übertragen auf buchstäbliche Zahl „666“, wie z.B. auch auf Internet und die vor der Internetadresse angegebenes „www“ (was bei diesem Forum nicht zutrifft ).

In dem Buch „Zahlen der Bibel“ von G. Salomon, wird das genau zu der Zahl „1000“, ab der Seite 125, beschrieben.
Genauso wie die Zahl „144000“ aus einem Konstrukt von 12x12x1000 besteht, bezieht sich dieses „1000“ auf eine große Völle (abgeleitet von der kleineren Zahl 10) etc.
Das wird in diesem erwähnten Buch quer durch die Bibel erklärt, wie das oft in Verbindung mit diesen Tausend-en angewandt wurde.
Am Ende heißt es auch, dass die Bibel auch davon berichtet, dass aus dem Geringsten werden 1000 werden! (Jes 60:22) und sie meint das aber auch nur im übertragenen Sinn…

Die Bibel hat aber auch nicht im Sinn (ist nicht im Sinn GOTTES!), dass man Zeitspannen genau berechnen soll! (Apg 1:7)

Gruß


 
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