1. Johannes

#1 von Jurek , 04.09.2010 08:29

Herr Walter Hink meint zum Kap. 5 und Vers 20:

Zitat
Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns einen Sinn gegeben hat, dass wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und ewiges Leben!

Es ist eigenartig, dass ausgerechnet diese Schriftstelle zur Untermauerung des „Dreieinigkeits-Dogmas“ benützt wird, obwohl sie doch offensichtlich ganz anders verstanden werden könnte. Es ist allgemein bekannt, dass in der griechischen Schrift, die fehlende Interpunktion (Satzzeichen) ein eindeutiges Verständnis oft erschweren. Aber selbst mit den eingefügten Kommas, lassen sich beide Schriftstellen logisch eindeutig erklären, vorausgesetzt, man will nicht unbedingt die Gottheit Jesu Christi beweisen.

Paulus zählt zunächst alle Vorteile der Israeliten auf: die Kindschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, das Gesetz, der Gottesdienst, die Verheißungen, die Väter und schließlich der Messias, der ebenfalls aus diesem Volke dem Fleische nach stammt. Er sieht den ganzen Werdegang, der von Gott vorgesehenen Erlösung der Menschen und er dankt Gott dafür. Ohne einen groben Fehler zu begehen oder das Wort Gottes zu verfälschen, kann man deshalb die zitierte Schriftstelle auch so interpretieren:

„... ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt Christus nach dem Fleische, der da ist über alle! Hochgelobter Gott (oder: Gelobt sei Gott), in Ewigkeit, Amen!“ Damit steht diese zunächst eventuell zweideutige Aussage in Harmonie mit den eindeutigen Schriftstellen über den Messias Jesus.

Auf wen bezieht sich das im letzten Satz stehende Wort „dieser“, auf Jesus Christus oder Gott? Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass es sich auf Gott, dem Vater Jesu Christi, bezieht. Denn durch Jesus Christus haben wir „den Sinn“ (besser: die Einsicht) erhalten, dass wir den unfassbaren, allmächtigen, erhabenen, gnädigen und lebendigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, erkennen. Und wir sind in diesem Wahrhaftigen, wir sind in Gott, ja wir sind Gottes Kinder, durch Seinen Sohn. Der, den wir durch Jesus Christus erkannt haben, ist der Wahrhaftige!

Diese Erklärung steht in Harmonie mit Jesu Aussage:

Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? Und siehe, er redet öffentlich und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, dass dieser der Christus ist? Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist'. Da rief Jesus lehrend im Tempel und sprach: Ja, ihr kennt mich und wisset, woher ich bin! Und von mir selbst bin ich nicht gekommen, sondern der Wahrhaftige ist es, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennt. Ich aber kenne ihn; denn ich bin von ihm und er hat mich gesandt“ (Joh 7,25-29).

Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen, ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20,17).


Anmerkung von mir:
Joh 20:17 soll nicht heißen „Rühre mich nicht an…“, sondern Sg.: „Halte mich nicht fest…“ o.ä. (im Sinn von: in-die-Hände-nehmen um nicht wieder loszulassen..), zumal 10 Verse weiter fordert JESUS den Thomas auf, Ihn anzurühren…

Und auch wenn im Anfang der Beschreibung steht: „..man will nicht unbedingt die Gottheit Jesu Christi beweisen.“, so verstehe ich das nicht als der in der Schrift bezeugten Gottheit JESU zu widersprechen, sondern es geht darum, dass JESUS nicht der Allmächtige und Unerschaffene GOTT ist, welcher nur Sein VATER ist, dem JESUS wie auf der Erde, so auch im Himmel, immer untergeordnet ist...


 
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RE: 1. Johannes

#2 von Schrat , 01.07.2012 19:16

Lieber Jurek,

wenn es um die Dreieinigkeitslehre geht, dann trage ich hier natürlich sozusagen "Bäume in den Wald"....

Sei's drum...

Wolfgang Schneider vom Bibelcender.de hat auch viele gute biblische Argumente, wenn es darum geht die Irrlehre der Dreieinigkeit zu widerlegen. Link: http://www.bibelcenter.de/bibel/trinitaet/1jo5_20.php

Dreieinigkeitsverfechter behaupten, daß "dieser" sich auf das nächstgelegene "Nomen" (Nennwort=Substantiv, Adjektiv oder Numerale) beziehen müsse. Das ist falsch! Man muß immer den Sinnzusammenhang beachten.

Er führt prägnante Beispiele an, um das zu verdeutlichen.

Unter anderem:

Apg 4,10-11
so sei euch und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch.
Das [dieser] ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist.

Apg 7,18-19
bis ein andrer König über ägypten aufkam, der nichts wußte von Josef.
Dieser ging mit Hinterlist vor gegen unser Volk und mißhandelte unsre Väter und ließ ihre kleinen Kinder aussetzen, damit sie nicht am Leben blieben.

Gruß
vom Schrat


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RE: 1. Johannes

#3 von Jurek , 03.07.2012 13:46

Warum soll auch im Hellenischen bei òutos (dieser), anders sein als in Deutscher Sprache?

Gruß


 
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2:2

#4 von Jurek , 22.07.2015 19:07

"und er ist das Sühnopfer für unsre Sünden, aber nicht nur für die unsren, sondern auch für die der ganzen Welt."
= Sind damit zwei Arten von Christen gemeint mit unterschiedlicher Hoffnung (wie es die WTG behauptet), oder doch das was der Vers offensichtlich aussagt, dass JESUS das Sühnopfer für die ganze Welt ist, d.h. alle Menschen?
Ist JESUS für ALLE Menschen gestorben?

In heutiger Andacht war zu lesen:

Zitat
Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle. - 1. Timotheus 2:5,6.

Jeder, der an ihn glaubt, empfängt Vergebung der Sünden durch seinen Namen. - Apostelgeschichte 10:43.

Der Name „Jesus“ bedeutet: Der Herr ist Rettung. Alle Menschen ohne Ausnahme müssen errettet werden, denn sie sind Gott ungehorsam und verdienen den ewigen Tod. Aber Gott hat einen Erretter in die Welt gesandt. Durch Ihn können alle Vergebung empfangen und glücklich werden, jetzt und für die Ewigkeit. Viele Religionsgründer haben das Gute gepredigt und weise Gebote aufgestellt, aber sie waren nicht imstande, den Menschen die Last ihrer Verfehlungen abzunehmen und konnten sie auch nicht von der Macht der Sünde befreien. Kein Sittenprediger, Philosoph oder Anhänger einer Ideologie kann das bewirken. Der Herr Jesus Christus aber lehrt die Menschen nicht, wie sie sich selbst erlösen können. Er ist es, der alle vom Bösen, vom Gericht Gottes und dem Strafurteil erlöst, wenn sie ihr bisheriges Leben ohne Ihn bereuen und an Ihn glauben. Am Kreuz hat Er sein heiliges Leben für unser schuldiges Leben gegeben. Dort wurde Er einsgemacht mit unseren verkehrten Taten und unserem sündigen Zustand, und das Gerichtsurteil darüber wurde an Ihm vollzogen. Deshalb bietet Christus uns jetzt eine vollkommene Erlösung an. Er hat sie um den Preis seines eigenen Lebens am Kreuz erworben. An dieser Gabe darf niemand gleichgültig vorübergehen!


Aus diesen und anderen Aussagen zur und aus der Bibel entnehme ich die Antworten dazu, dass JESUS ist für alle Menschen gestorben, aber wirksam ist sein Erlösungsopfer nur dann, wenn man dieses Geschenk auch annehmen will. Und das könnte JEDER! Leider nicht jeder nützt dieses Angebot der Gnade.


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: 2:2

#5 von Schrat , 22.07.2015 21:07

So sehe ich das auch, lieber Jurek!

Die Lehre, wonach "die große Volksmenge" bzw. "Anderen Schafe" sich das ewige Leben im Milllenium erst "erarbeiten" müßten, gefolgt von einer "Schlußprüfung" ist falsch und entspricht nicht der Lehre Jesu Christi.

Gruß
vom Schrat


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