RE: plötzliche Entrückung auf übernatürliche Weise?

#31 von Schrat , 12.04.2012 20:40

Lieber Jurek,

bei dem zur Debatte stehenden Bibeltext aus Johannes 3,13 bin ich auch etwas ins Schwitzen und Trudeln gekommen. Wie kann Jesus davon sprechen, daß er in den Himmel aufgefahren sei? Die Himmelfahrt hatte doch noch gar nicht stattgefunden!

Hinsichtlich der Frage, ob vor Jesus schon in den Himmel gekommen ist, glaube ich hat Philo schon den rechten biblischen Weg gewiesen. Schade, daß er anscheinend hier nicht mehr mitwirkt. Mit seinen Erklärungen liiegt er ziemlich auf meiner Linie.


http://www.truthortradition.com/german/m...showpage&pid=35

Joh 3, 13
Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

Zitat
Die Juden haben Johannes` Worte nicht so verstanden, als wäre Christus „inkarniert“. Es war für sie ganz normal zu sagen, dass etwas „vom Himmel kam“, wenn GOTT die Ursache dessen war. Zum Beispiel sagt Jak 1, 17 „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab“. Es ist klar, was Jakobus meint. GOTT ist der Urheber und der Ursprung der guten Dinge in unserem Leben. GOTT wirkt hinter den Kulissen und bereitet das zu, was wir brauchen. Der Vers sagt nicht, dass diese guten Dinge direkt aus dem Himmel herab in unser Leben kommen. Viele Christen erfahren, dass der HERR sie durch andere Menschen oder Ereignisse segnet, aber sie wissen, dass der Ursprung des Segens GOTT ist. Wir sollten die Worte des Johannes genauso wie die des Jakobus verstehen: GOTT ist der Urheber von Jesus Christus. Christus war GOTTES Plan und GOTT selbst rief Jesus ins Leben. Viele weitere Verse sagen, dass Jesus von GOTT gesandt war. Dieser Ausdruck zeigt, dass GOTT der eigentliche Ursprung von dem ist, was gesandt wird. Johannes der Täufer war ein Mann „gesandt von GOTT“. Er sagte, dass Jesus „von oben kommt“, „aus dem Himmel kommt“ (Joh 3,31) GOTT sagt den Menschen, dass er sie segnen will, wenn sie ihm den Zehnten geben. Er erklärt, dass er „die Fenster des Himmels öffnen“ und den Segen „herabschütten“ will. (Mal 3,10) Natürlich versteht jeder die hier gebrauchte Redewendung und keiner glaubt, dass GOTT Dinge aus dem Himmel herab werfen wird. Jeder weis, was damit gemeint ist: GOTT ist der Ursprung des Segens ist, den sie empfangen. Noch ein anderes Beispiel finden wir in Math 21, 25 wo Jesus die Hohenpriester und Ältesten fragte: „Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen?“ Natürlich kam die Taufe des Johannes „vom Himmel“ durch die Offenbarung und den Auftrag GOTTES an Johannes. Sie ist nicht Johannes` eigene Idee, sie „kommt vom Himmel“. Diese Verse erklären die Redewendung: Dinge können „vom Himmel“ sein, d. h. von Gott veranlasst oder „von Menschen“ gemacht. Das gleiche gilt, wenn der Ausdruck im Zusammenhang mit Jesus gebraucht wird. Jesus ist „von GOTT“, „vom Himmel“ oder „von oben“ und das bedeutet, dass GOTT sein Vater und sein Ursprung ist. Was mit dem „von GOTT gekommen“ oder „von GOTT gesandt sein“ gemeint ist, können wir an Jesu Worten in Joh 17, 18 erkennen. Er sagt: „Gleichwie DU mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.“ Wir verstehen genau, was Christus mit dem „so sende auch ich sie in die Welt“ meint. Er beauftragt und beruft sie! Keiner kommt auf den Gedanken, dass die Jünger mit Christus im Himmel waren und dann „im Fleisch inkarnierten“. Christus sagte: Gleich wie DU mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt“. GOTT sandte Christus genauso „in die Welt“, wie Christus die Jünger „in die Welt“ sendet.



Ich glaube die Schwierigkeit im Verständnis dieser Bibelststelle beginnt, wenn wir versuchen diese Aussage buchstäblich zu nehmen, als wenn Jesus buchstäblich aus dem Himmel gekommen wäre. Nach meiner biblisch begründeten Überzeugung gab es keine himmlische Präexistenz Jesu. Wenn Jesus sagt, er sei vom Himmel gekommen, so ist er vom Himmel gekommen, weil ihn Gott gesandt hat genauso, wie Johannes gesandt wurde. In Johannes 3 geht es darum, in das rechte Verhältnis zu Gott zu kommen und insofern "vom Himmel zu kommen" oder "in den Himmel aufzusteigen".

Hier handelt es sich um eine Aussage, die Jesus selbst gemacht hat. Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass hier nicht die Himmelfahrt gemeint ist, sondern die göttliche Herkunft Jesu und sein Wissen über das Himmlische, in sofern ist er "in den Himmel aufgestiegen".

David ist nicht buchstäblich in den Himmel aufgefahren und damit auch niemand anders. David wird beispielhaft dafür angeführt, daß vor Jesus keiner in den Himmel aufgefahren ist. Die anderen Henoch und Elia z.B. sind nicht in den Himmel (den Aufenthaltsort Gottes) aufgefahren. Sie sind lediglich an einen anderen Ort "entrückt" worden, wie auch Phillipus. Der Himmel im Falle Henochs und Elias war die Lufthülle, die wir auch Himmel nennen.

So löst sich jedenfalls für mich der anscheinend etwas schwierige und widersprüchlich erscheinende Bibeltext auf.

Gruß
vom Schrat


Die Wahrheit hat den Irrtum nicht zu fürchten, wohl aber der Irrtum die Wahrheit (Raymond Franz)

 
Schrat
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Joh 3:13

#32 von Jurek , 13.04.2012 09:47

Lieber Schrat,

Zitat
bei dem zur Debatte stehenden Bibeltext aus Johannes 3,13 bin ich auch etwas ins Schwitzen und Trudeln gekommen. Wie kann Jesus davon sprechen, daß er in den Himmel aufgefahren sei? Die Himmelfahrt hatte doch noch gar nicht stattgefunden!


Das ist eine gute Frage/Überlegung. (Und interessante Abhandlung wohl eher für DORT).
Ich glaube (zusätzlich zu dem, wie du das interessant beschrieben und zitiert hast) an die frühere Existenz JESU (nicht nur im Himmel), welcher auch in der AT-Zeit als das WORT (GOTTES) schon auf der Erde war, als ein Gesandter GOTTES, in Dem man GOTT ‚sehen’ konnte und immer noch kann.
Er sprach als „JHWH“ mit Moses, Abraham, Lot …
Wohl auch einst im Paradies, als Er dort wanderte…
Vielleicht hängt das auch damit (zumind. teilweise?) zusammen?
Aber du hast Recht, dass eben nicht alle Bibelstellen sollte man buchstäblich verstehen wollen… Mit vielen Aussagen wird nur für uns etwas ausgedrückt, was im übertragenen Sinn tiefere Bedeutung hat als das Buchstäbliche.

Dein Bezug auf @Philos:
Ja, ich finde es auch sehr schade, dass besonders der @Philos hier nicht mehr mitwirkt. Auch wenn’s nur selten.
Er nannte mir seine familiäre und sonstige Belastung/Verpflichtungen, die ihn daran hindern würden…

Beste Grüße!


 
Jurek
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RE: Joh 3:13

#33 von Georg , 14.04.2012 09:54

Lieber Schrat und Jurek

Ich finde es schön, über manche Aussagen der Bibel genauer nachzusinnen.
Oft entdeckt man da nach langer Zeit immer noch ganz neue Aspekte.:)
Daher finde ich den Beitrag von Schrat ganz besonders gut, für den ich mich bei Dir bedanken möchte!.
Und der Link funktioniert hier auch sehr gut.;)


Liebe Grüße
Georg


 
Georg
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