RE: VERGEBUNG

#16 von Gast , 19.04.2010 15:51

Ich möchte heute einen weiteren Denkanstoß zu diesem Thema schreiben:

Wenn wir über Vergebung nachsinnen, wissen wir alle, dass dies als Christen letztlich unsere Pflicht ist. Doch was ist, wenn wir jemandem vergeben haben, dann aber mit gerade dieser Person nichts mehr weiter zu tun haben wollen? Wenn diese Person womöglich ein Glaubensbruder ist und man diesen dann jeden Sonntag in der Gemeinde antrifft, ihm dort aus dem Weg geht, weil man nicht wieder so sehr verletzt werden möchte?

Man kann dann in vieler Hinsicht argumentieren: das mache ich zu meinem 'Selbstschutz'; Auf diese Weise kann ich auf Dauer den Frieden garantieren und und ...
Ist es denn dann wirkliche Vergebung gewesen? - oder fehlt dann vielleicht noch etwas Entscheidendes?

Ich bin der festen Überzeugung, dass zur Vergebung unausweichlich auch die Versöhnung dazu gehört!! Wie können wir denn sonst unseren Nächsten lieben, wenn wir zwar vergeben, aber demjenigen keine zweite Chance einräumen, selbst auf die Gefahr hin, wieder verletzt zu werden? 7x70 mal sollen wir unserem Bruder vergeben - ja eine hohe Latte. Vergebung mit Versöhnung führt und letztlich aber zur göttlichen Liebe untereinander und zur Seeligkeit.

Wie oft verletzten oder enttäuschen wir Jesus - bitten dann wieder um Vergebung - bereinigen alles und sind im Einklang mit ihm - bis, ja bis wir wieder einen Fehler machen und gegen ihn sündigen! Wäre ja entsetzlich würder er dann auf einmal sagen: "Schluß jetzt, mir reichts, ich vergebe dir zwar, will aber sonst nichts mehr mit dir zu tun haben"!!


RE: VERGEBUNG

#17 von Maranate , 19.04.2010 19:01

Oha, ich bitte um Verzeihung, da ich bei dem Posten des vorhergehenden Beitrags heute Nachmittag vergaß mich einzuloggen. Daher erscheint dieser Beitrag wie von jemandes Unbekannten.

liebe Grüße
Maranate


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RE: VERGEBUNG

#18 von Jurek , 19.04.2010 19:55

Gute Gedanken!

Ja, was ist eigentlich „VERGEBUNG“?
Heißt „Vergebung“ auch „Vergessen“ =(im Sinn von: nicht mehr aufwärmen, erinnern, wiederholen, nachtragen)?
Denn ist es überhaupt wirklich vergeben, wenn wer sagt: „O.k., ich vergebe dir (weil ich das soll), aber vergessen werde ich dir das nie!“?

Deswegen bin auch ich der Meinung, dass zur Vergebung auch Versöhnung gehört. Aber das kann nur dann erfolgen, wenn beide Seiten dazu wirklich und aufrichtig (vor GOTT) bereit sind, und sich an Maßstäben der Bibel orientierend, zueinander bewegen können.
Man kann und soll (Mat 5:23,24) sich um Versöhnung bemühen, aber wenn der/die andere nicht will.., zumindest kann und soll man vergeben!

Darüber hinaus, wie könnten wir zur GOTT je beten: „Vergibt uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigen vergeben haben“? = Ja, in Mat 6:12 wird die Imperfektform verwendet, d.h. die erledigte Vergangenheit (auch wenn viele Bibelübersetzungen das falsch wiedergeben)! Wir stellen doch keine Bedingungen an GOTT! -(auch wenn das quasi eine Wiederholung von mir aus der Vorseite ist) …
Wenn wir anderen nicht wirklich vergeben, brauchen wir nicht hoffen, dass uns GOTT unsere Schulden vergibt! (Mat 6:15).


 
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RE: VERGEBUNG

#19 von Philos , 20.04.2010 00:32

Hello ihr Lieben !

Zitat
Ich bin der festen Überzeugung, dass zur Vergebung unausweichlich auch die Versöhnung dazu gehört!! Wie können wir denn sonst unseren Nächsten lieben, wenn wir zwar vergeben, aber demjenigen keine zweite Chance einräumen, selbst auf die Gefahr hin, wieder verletzt zu werden? 7x70 mal sollen wir unserem Bruder vergeben - ja eine hohe Latte.


Es ist immer angebracht sich daran zu erinnern, dass Jesus eine Verpflichtung damit verknüpfte wenn jemandem immer wieder vergeben wird :
3 Habt acht auf euch selbst: Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm! 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es; so sollst du ihm vergeben. - Lukas 17:3-4.
Wer also immer wieder gegen jemanden sündigt und nicht bereut sucht offensichtlich keine Versöhnung.

Sollte man ihm trotzdem vergeben? Jesus tat es mit dem Gedanken : "Vater, vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun !"
Ein Christ sollte Jesus nachahmen. Allerdings ist ein Christ auch verpflichtet, schlechte Gesellschaft zu meiden. - 1Korinther 15:33.
Wir sind also ncht verpflichtet, geselligen Umgang mit jemand zu pflegen der immer wieder gegen uns sündigt ohne zu bereuen.

In brüderlicher Zuneigung
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RE: VERGEBUNG

#20 von Maranate , 20.04.2010 08:09

Hallo Philos,

du meintest:

Zitat

Sollte man ihm trotzdem vergeben? Jesus tat es mit dem Gedanken : "Vater, vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun !"
Ein Christ sollte Jesus nachahmen. Allerdings ist ein Christ auch verpflichtet, schlechte Gesellschaft zu meiden. - 1Korinther 15:33.
Wir sind also ncht verpflichtet, geselligen Umgang mit jemand zu pflegen der immer wieder gegen uns sündigt ohne zu bereuen.


Du hast durchaus Recht, dass Jesus davon sprach, dass wir dem Bruder jedemal vergeben sollen, wenn er kommt und seine Tat bereut. Ich persönlich sehe es dennoch ein wenig anders, denn z. B. in Römer 12,18 steht: ... soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden! Wenn ich da nochmal auf meinen Missbrauch in meiner Kindheit zurück kommen darf, dann muss ich sagen, dass ich solange keinen Frieden in meinem Herzen hatte, solange ich nicht bereit war, meinem Peiniger zu vergeben. Dieser jedoch bereut seine Taten bis heute nicht und bat nicht ein einziges Mal um Vergebung. Dennoch war es wichtig - für mich - diesem zu vergeben. Hätte ich dies nicht geschafft, so wäre immer noch Bitterkeit in meinem Herzen.
Was die Versöhnung in diesem meinen Fall betraf, war es natürlich schwerer, da der Peiniger uneinsichtig ist. In dem Fall ist es dann schon so, dass ich den Frieden insofern halte, als dass ich keinen geselligen Umgang mit ihm suche.

Aber unter Geschwistern ist die Versöhnung noch wichtiger als mit allen anderen Menschen die 'draußen' sind. Epheser 4,3: Die Einheit ... zu bewahren durch das Band des Friedens. Ebenso können wir die brüderliche Liebe nur dann leben, wenn wir diese Einheit in Christus bewahren und jeder dazu sein Bestes gibt. Hierfür sind die Gaben des Geistes emens wichtig.

liebe Grüße
Maranate


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RE: VERGEBUNG

#21 von Maranate , 20.04.2010 13:27

In Matthäus 18,22 steht: Jesus spricht zu ihm (Petrus): Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal!
Hier steht nichts davon, dass dies nur dann gilt, wenn der andere uns um Vergebung bittet.

William Mc. Donald schreibt dazu:

Zitat
An diesem Punkt bringt Petrus die Frage auf, wie oft er denn seinem Bruder vergeben solle, der gegen ihn gesündigt habe. ER dachte wahrscheinlich, dass er schon sehr gnädig sei, wenn er siebenmal als Grenze vorschlug. Jesus antwortete aber: "Nicht bis siebenmal, sondrn bis siebzigmal sieben." Er meinte damit nicht, dass wir darunter wörtlich 490mal verstehen sollten, sondern das war eine bildliche Ausdrucksweise für "unbegrenzt".
Man könnte vielleicht fragen: "Warum soll man sich die Mühe machen, jedesmal die oben erwähnten Schritte zu tun? Warum erst alleine hingehen, dann mit ein oder zwei anderen und ihn dann vor die Gemeinde bitten? Warum nicht einfach vergeben und damit hat sich die Sache?"
Die Antwort lautet, dass es folgende Stufen in der Handhabung der Vergebung gibt:

1. Wenn ein Bruder mir unrecht tut oder gegen mich sündigt, dann sollte ich ihm sofort in meinem Herzen vergeben (Eph. 4,32). Das befreit mich von einem bitteren, nicht vergebungsbereiten Geist und gibt die Verantwortung dem anderen.

2. Während ich dem anderen in meinem Herzen vergeben habe, sage ich ihm dennoch nciht, dass ihm vergeben ist. Es wäre nicht gerecht, ihm öffentlich Vergebung auszusprechen, ehe er bereut hat. So bin ich verpflichtet, zu ihm zu gehen und ihn in Liebe zu ermahnen, in der Hoffnung, ihn zum Bekennen zu führen (Lk. 17,3).

3. Sobald er sich entschuldigt und seine Sünde bekennt, kann ich ihm zusagen, dass ihm vergeben ist (Lk. 17,4).

Jesus erzählt dann ab Vers 23 ein Gleichnis vom Reich der Himmel, um vor den Folgen mangelnder Vergebungsbereitschaft bei solchen Untertanen zu warnen, denen großzügig vergeben wurde.



Mir zeigt dies doch einen Unterschied auf, der es wert ist, genauer betrachtet zu werden. Die öffentliche Aussprache einer Vergebung sehe ich nämlich lediglich als ein Bekenntnis dessen an, was zuvor schon längst in meinem Herzen geschehen war. Die wahre Vergebung also fand schon statt, nur wusste dies der Betreffende zu dem Zeitpunkt noch nicht. Dennoch ist diese Vergebung im Herzen ausschlaggebend und zielführend zur Versöhnung, welche dann versucht wird zu erzielen, durch die Einsicht der betreffenden Person.


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RE: VERGEBUNG

#22 von Maranate , 20.04.2010 13:35

Nach diesem Gleichnis von dem König und seinem Knecht in Matth. 18,23-34 sagt Jesus im Vers 35: So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.

Die Anwendung ist eindeutig. Gott ist König. Alle seine Knechte haben riesige Schulden der Sünde gehabt, die sie nie bezahlen könnten. In wunderbarer Gnade und Bermherzigkeit zahlte der Herr selbst die Schuld und gewährte solle und großzügige Vergebung. Nun stelle man sich vor, dass ein Christ einem anderen Unrecht tut. Als er getadelt wird, entschuldigt er sich und bittet um Vergebung. Aber der, dem Unrecht geschehen ist, weigert sich, ihm zu vergeben. Ihm persönlich sind Millionen von Euro erlassen worden, aber er selbst will nicht ein paar Hundert erlassen. Wird der König ein solches Verhalten ungestraft durchgehen lassen? Natürlich nicht! Der Übeltäter wird in seinem Leben bestraft werden und wird vor dem Richterstuhl Christi Schaden erleiden.


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RE: VERGEBUNG

#23 von Philos , 21.04.2010 18:26

Liebe Maranate,
zwischen den beiden Texten
- Matthäus 18:22 den du angeführt hast und
- Lukas 17:3-4 den ich angeführt habe
besteht kein Widerspruch sondern sie ergänzen sich. Dies zeigt einmal mehr dass man nicht nur durch einen Text eine Sache belegt sondern man soll das ganze Wort Gottes bücksichtigen. Im Grunde genommen sind wir beide zu den selben Schlussfolgerungen gekommen und das ist gut so. Auch mit William Mc Donald stimmen wir in dieser Sache überein.

Falls aber ein Bruder gegen einen anderen sündigt und nicht bereut, selbst nach den Bemühungen anderer unbeteiligter Brüder und sogar der Gemeinde, dann sagt Jesus ganz deutlich : 15 »Wenn dein Bruder ... ein Unrecht begangen hat, dann geh hin und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Wenn er mit sich reden lässt, hast du ihn zurückgewonnen. 16 Wenn er aber nicht auf dich hört, dann geh wieder hin, diesmal mit ein oder zwei anderen; denn jede Sache soll ja aufgrund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. 17 Wenn er immer noch nicht hören will, dann bring die Angelegenheit vor die Gemeinde. Wenn er nicht einmal auf die Gemeinde hört, dann behandle ihn wie einen Ungläubigen oder Betrüger. – Matthäus 18:15-17 GNB.

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RE: VERGEBUNG

#24 von Tuningout , 21.04.2010 21:04

Hallo,
nun werd ich mal meinen ersten Beitrag schreiben bzw. meine Fragen zum Thema Vergebung stellen.
In der Betrachtung Briefe Römer 2 fielen mir folgende Fragen ein.
Ich kann einem gewissen Menschen bzw meinem Peiniger der mir meine Kindheit zur Hölle gemacht hat nicht vergeben. Bin ich auch ein selbstgerechter Moralist? Dort stand-Nicht vergeben. heißt richten. Den Anderen richten heißt mich selbst verdammen. Heißt das, ich bin nicht besser als mein Peiniger?
Und wenn ich den Anderen richte, ist das das Gleiche, als würde ich sagen oder denken, dass ich nicht darauf vertraue dass das Gericht GOTTES der Wahrheit entsprechend ergeht?
Oder dass ich nicht daran glaube, dass GOTT ihn so richtet, wie er es verdient hat?

Ich finde es sehr schwer solch einem Menschen zu vergeben. Für mich bedeutet vergeben, dass ich ihm nach der Vergebung ohne Wut und Hass begegnen kann. Ich wollte ihm glaube ich, nur ein bißchen vergeben, denn es bleibt immer ein Rest in mir, der danach schreit, daß er das nicht verdient hat. Gleichzeitig weiß ich, dass ich kein Recht dazu habe, ihm nicht zu verzeihen bzw. dass ich mich damit nur selbst quäle. Und dass ich ja auch möchte, dass GOTT mir meine Sünden vergibt. Und das belastet mich schon sehr. Wie kann ich von Vergebung leben, und selbst nicht vergeben? Wenn ich diesem Mann begegne, fühle ich solch einen Hass auf ihn. Wenn ich dann noch höre, wie er mit meiner Mutter umgeht, könnte ich ihn umbringen. Ich habe GOTT gefragt, wie ist es möglich, dass solch ein Sadist es immer wieder schafft, Macht über einen Menschen zu haben? Ich weiß auch, dass Vergebung eine Willensentscheidung ist, dennoch warte ich auf ein Gefühl dazu. Auch zu fühlen, ja-ich will vergeben um endlich frei zu sein.
Ich weiß nicht, ob Vergebung nur mit Versöhnung möglich ist. Aber ich denke, Vergebung heißt nicht, zu vergessen oder es gutzuheißen was passiert ist. Heißt Vergebung auch zu verzeihen?

Liebe Grüße von Tuningout

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RE: VERGEBUNG

#25 von Maranate , 21.04.2010 21:47

Liebe Tuninout,

zuerst will ich dich herzlichst willkommen heißen und dir sagen, dass es mich freut, dass du den Mut gefasst hast, hier deine Fragen zu stellen.
Wir haben uns ja schon des öfteren über Vergebung unterhalten und ich weiß nur zu gut, was in dir vorsich geht.

Es ist unheimlich schwer, derart grausame und zerstörerische Missetaten vergeben zu können. Sehr wichtig ist dazu das Wissen und das Vertrauen darauf, dass Jesus ein absolut gerechtes Gericht sprechen wird. Unsere Peiniger kommen nicht 'ungeschoren' davon! Vergeben und Verzeihen sind letztlich zwei Worte mit der selben Bedeutung.

Römer 2 kannst du in unserem Fall nicht anwenden, denn wir richten ja nicht über unsere Peiniger in diesem Sinne als dass wir meinen etwas Besseres zu sein und dennoch dasselbe zu tun, wie er. Im Römerbrief geht es um Menschen, die von sich sehr eingenommen sind und meinen besser zu sein als jemand anderes. Wir können und dürfen nicht auf andere Menschen mit dem Finger zeigen und sie wegen einer Schuld anklagen, wenn wir den selben Dreck am Stecken haben.

Vergeben heißt auf gar keinen Fall, dass man die Sünde 'gut heißt'!! Niemals ist ein Täter, der Kinder missbraucht in seinem Handeln gut. Wir können das Geschehene auch nicht aus unserer Erinnerung auslöschen, insofern werden immer Erinnerungen daran vorhanden sein, ABER wenn wir es im Sinne Gottes 'vergessen' wollen, dann bedeutet dies, dass wir es demjenigen nicht mehr vorhalten werden. Damit meine ich, dass es in keinem Gespräch jemals wieder als eine Art Waffe gegen die betreffende Person eingesetzt werden soll. Gott selbst 'vergisst' unsere Sünde, welche er uns vergeben hat, auch in diesem Sinne - er geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt, er wirft sie ins äußerste Meer. Also an einen Ort, wo man sie niemals mehr wieder finden wird und sie somit auch niemehr vorgehalten werden können.

Versöhnung ist auf jeden Fall so gut wie immer anstrebenswert, nachdem man zuerst vergeben konnte. Aber, liebe Tuningout, zur Versöhnung gehören immer beide Seiten. Damit möchte ich dir sagen, dass es kaum möglich sein wird, da nur sehr sehr selten solche Peiniger ihre Schuld eingestehen und überhaupt um Vergebung bitten. Zur Versöhnung ist dies aber eine Voraussetzung.

liebe Grüße
Maranate


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RE: VERGEBUNG

#26 von Maranate , 21.04.2010 21:55

Lieber Philos,

verzeih, wenn du es so aufgefasst hattest, als meinte ich, einen Widerspruch gefunden zu haben. So meinte ich das auch gar nicht, denn mir ist ganz klar, dass es keine Widersprüche in der Hl. Schrift gibt.

Zitat

besteht kein Widerspruch sondern sie ergänzen sich. Dies zeigt einmal mehr dass man nicht nur durch einen Text eine Sache belegt sondern man soll das ganze Wort Gottes bücksichtigen. Im Grunde genommen sind wir beide zu den selben Schlussfolgerungen gekommen und das ist gut so. Auch mit William Mc Donald stimmen wir in dieser Sache überein.


damit hast du absolut Recht.

Das, was du weiter noch angeführt hast, geht hin zur Gemeindezucht, was ohnehin eine sehr traurige Angelegenheit ist, leider aber in seltenen Fällen nötig wird. Aber selbst wenn ein Bruder oder eine Schwester derart uneinsichtig ist, ändert es nichts daran, dass ich selbst im Herzen dieser Person vergeben kann und auch soll. Die Versöhnung wird dann allerdings nicht zustande kommen können, doch das liegt dann nicht mehr an mir.

Deinen brüderlichen Gruß erwidere ich sehr gerne
Maranate


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RE: VERGEBUNG

#27 von Philos , 21.04.2010 22:40

Liebe Maranate,

da gibt es nichts zu verzeihen und ich freue mich festzustellen, dass wir auch weiterhin in Bezug auf Vergebung wie auch Traurigkeit bei Gemeinschaftsentzug die gleiche Empfindungen haben und somit uns auch auf der gleichen Linie des Verständnissen befinden. Ich freue mich auch über deine vermehrte erbauende Beteiligung in letzter Zeit während ich leider durch verschiedene Aufgaben weniger kommen konnte.

Sicherlich kennst auch du die Anweisung des Paulus falls ein Christ nicht mehr die Grundsätze der Schrift anwendet :
14 Wenn jemand unseren Anweisungen in diesem Brief nicht folgen will, so merkt ihn euch und geht ihm aus dem Weg, damit er sich schämt. 15 Behandelt ihn aber nicht wie einen Feind, sondern ermahnt ihn als Bruder oder Schwester. 16 Der Herr selbst aber, von dem aller Frieden kommt, schenke euch jederzeit und auf jede Weise seinen Frieden. Der Herr stehe euch allen bei! - 2.Thessalonicher 3:14-16.

Mit einem herzlichen Schalom
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RE: VERGEBUNG

#28 von Philos , 21.04.2010 23:48

Liebe Tuningout,

nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe freue ich mich ganz besonders, dich hier herzlich zu begrüßen.
Ich bin seit nahezu 40 Jahren glücklich verheiratet und Vater von 5 Kindern die mir 14 Enkel geschenkt haben. Bisher blieben wir verschont von Problemen die du schilderst.

Die Aspekte die du aufwirfst und die damit verbundenen Gefühle führen direkt zu Gottes Wort in dem die Lösung für solche Erlebnisse deutlich zum Ausdruck kommt : 17 Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen. – Jesaja 65:17.

Bis es mit dieser besseren Welt soweit ist haben wir einen unerschöpflichen Vorrat von "Balsam für die Seele" der besten Qualität um den seelischen Schmerz zu lindern und sogar zu heilen. Du kannst jederzeit Gebrauch davon machen denn auch du hast Zugang zu diesem Balsam :
1) Die hl Schrift ist Balsam für die Seele : Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen. – Römer 15:4
2) Unsere Glaubensbrüder sind Balsam : ... Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. – Psalm 133:1.
3) Das Gebet bringt Erleichterung, - Siehe die zahlreichen Psalmen. Wer hat noch nicht Erleichterung empfunden nachdem er sein Herz dem Vater ausgeschüttet hatte ?
4) Der hl Geist, der auch „Tröster“ von Jesus genannt wird. Im Namen des hl Geistes werden wir getauft und durch ihn werden wir wiedergeboren ! – Matthäus 28:19-20; Johannes 3:3+5.

Es gibt Sünden, die in diesem Leben von Opfern nie vergessen werden können, dazu gehört z.B. Vergewaltigung. Selbst wenn der Täter seine Tat bereut und man ihm vergibt ist es besser, ihm nicht mehr zu begegnen da man sofort wieder an die Tat erinnert wird. Ein Christ ist nicht verpflichtet, einem reuelosen Sünder zu vergeben, der übrigens auch kein Anrecht darauf hat. Im eigenen Interesse wäre es aber besser, den Hass allmählich abzubauen und das Gericht Gott zu überlassen.

Mit brüderlicher Zuneigung
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zuletzt bearbeitet 21.04.2010 | Top

RE: VERGEBUNG

#29 von Maranate , 22.04.2010 07:39

Lieber Philos,

es tut immer sehr gut, wenn Geschwister in Einmütigkeit zusammen sind, so natürlich auch hier in diesem Forum. Wie schrecklich muss es gerade für solche Brüder oder Schwestern sein, die von einer Gemeinde ausgeschlossen werden mussten? Ich möchte diese Gemeinschaft nie missen müssen, da gerade diese Erbauung untereinander so wichtig für jeden einzelnen ist.
Leider erlebte ich schon dreimal einen solchen Gemeindeausschluß. Von diesen drei Personen kam nach einigen Jahren lediglich einer wieder zurück. Dieser Bruder ist nun aber ein wunderbares Zeugnis für unseren Herrn und gibt häufig wertvolle Ermutigung an uns weiter.

Es freute mich auch sehr, wie ihr meine Freundin Tuningout hier aufgenommen habt. Sie ist noch jung im Glauben und hat daher viele Fragen, wo ich auch froh bin, wenn ich Unterstützung habe darin, ihr diese zu erklären. Aufgrund ihrer furchtbaren Vergangenheit geht sie nicht gerne unter Leute, weil sie mit Ängsten zu kämpfen hat, weshalb sie auch kaum Gemeinschaft mit anderen Wiedergeborenen hat. Danke, dass ihr sie mit mir auf diesem Weg begleitet möchtet.

mit geschwisterlichem Gruß
Maranate


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RE: VERGEBUNG

#30 von Jurek , 22.04.2010 08:12

Hallo Tuningout!

Es freut auch mich sehr, dass du hier sich nun auch zum Wort gemeldet haben.

Ich denke, dass Vergebung auch mit Trost zusammenhängen soll.
Nur wenn jemand von GOTT getröstet wird und diese Gnade annehmen möchte, kann dies auch weitergeben.
Dass Vergebung nicht jedem und in jedem Fall leicht fällt, das ist klar. Aber eben, nicht normalen Menschen, sondern nur „Außerirdischen“ (Philipper 3:20) ist es möglich, die Berge zu versetzen. (Matthäus 21:21)
Meine Vorschreiber haben schon etliches auch zum Thema geschrieben, so dass ich mich nur auch ihnen anschließen kann.

Wünsche guten Kontakt hier, der zum Segen gereichen soll.

Herzliche Grüße!

P. S.
Welche Bedeutung hat „Tuningout“?


 
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Jesus unser Schicksal- Pfarrer wilhelm Busch
Du der du andere lehrst lehrst dich selbst nicht?

Joh 3:16
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