Prädestination

#1 von Stojan , 14.01.2019 10:27

Epheser 4

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus,
4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe,
5 und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens,



Wie versteht ihr diesen Bibeltext. Ist es ein Hinweis auf eine Prädestinationslehre?


 
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RE: Prädestination

#2 von Gerd , 14.01.2019 11:02

Ich greife einfach in die Konserve:

von Gerd , 15.10.2018 13:55

Zitat von Schrat im Beitrag #289
Entsprechend der falschen Lehre von der Prädestination der einzelnen Christen wird 1. Petrus 1:1 falsch angewandt.
Es wird sich gerne auf "Vorherwissen" berufen. Als wenn jeder einzelne nach dem Vorherwissen Gottes berufen worden wäre.


[Gerd]: Immer wieder gezeigt: VorherWISSEN bedeutet nicht -bestimmen!

War Petrus der den angeführten Text auf sich bezieht, so wie Jeremia, oder Paulus etwa ein Klasse/Gruppe? Einzelne können zusammen eine Körperschaft bilden, du, namens Schrat, bist eine ganze Gruppe und kein Teil davon?
Wenn du schon aus der WTG-Biblio zitierst dann nicht wie es d i r gefällt, sondern nenne immer alle Aspekte:

Zitat
*** it-2 970-3 Sohn (Söhne) Gottes ***Christliche Söhne Gottes.
(Text aus dem Buch: "Einsichten...", von der WTG)
...Diese Christen bilden wie einst das Volk Israel ein Bundesvolk, werden sie doch in den „neuen Bund“ aufgenommen, der durch die Anwendung des vergossenen Blutes Christi rechtsgültig wurde (Luk 22:20; Heb 9:15). Allerdings handelt Gott mit den Christen, wenn er sie in diesen Bund aufnimmt, als einzelnen. Weil sie auf die gute Botschaft hören und Glauben ausüben, werden sie zu Miterben des Sohnes Gottes berufen (Rö 8:17)... aufgrund ihres Glaubens an das Lösegeld von Gott „gerechtgesprochen“ (Rö 5:1, 2) und auf diese Weise „durch das Wort der Wahrheit hervorgebracht“ (Jak 1:18), indem sie als getaufte Christen „wiedergeboren“ werden, d. h. durch Gottes Geist als seine Söhne gezeugt oder hervorgebracht werden mit der Aussicht auf geistiges Leben im Himmel (Joh 3:3; 1Pe 1:3, 4)


War "Kores", die ausgewählten Propheten, Abraham, Jakob usw. eine Gruppe?
Jesaja 45,1-4 zeigt wer v o r seiner Geburt schon erkannt wurde:
1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu K o r e s, dessen Rechte ich ergriffen habe, um Nationen vor ihm niederzuwerfen, und damit ich die Lenden der Könige entgürte, um Pforten vor ihm aufzutun, und damit Tore nicht verschlossen bleiben.

Wie willst du nachfolgend genannte zwei Personen, als Gruppe ineinandermultiplizieren?
Römer 9,11:
11 selbst als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, (damit der Vorsatz Gottes nach Auswahl bestände, nicht aus Werken, sondern aus dem Berufenden) 12 wurde zu ihr gesagt: „Der Größere wird dem Kleineren dienen“; 13 wie geschrieben steht: „Den J a k o b habe ich geliebt, aber den E s a u habe ich gehasst“.

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Ich hoffe, das passt hierher?


 
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RE: Prädestination

#3 von Klaus Jg34 , 14.01.2019 11:07

Lieber Stojan, Dir auch verspätet wünsche Dir ein gutes Neues Jahr.
Stojan, es ist doch wohl klar, dass Gott mit Adam & Eva vor dem Sündenfall eine irdische Menschen-Welt "zu Grunde gelegt hat" und die erheblich von Satan gestört wurde.
Diese Störung ändert niemals was an Gottes Ur-Konzept, nämlich ein Wesen auf Erden zu haben, dass zwischen Tier und Engel steht.
Diese Störung öffnet auch niemals etwa als eine Art Belohnung den Himmel zum Weiterleben für Menschen frei vom tierähnlichen Körper.

Satan hat seit Eden die Menschen mit der Droge von Hirngespinsten süchtig und damit langfristig lebensuntüchtig gemacht.
Der ganze Lug+Trug Satans ist für 99% Leid+Elend der Menschheit verantwortlich, wirkt wie eine Droge und schaltet Vernunft, Verstand und Einsicht ab.
Obwohl ich dauernd auf diese Zusammenhänge hinweise, zeigt somit niemand Verständnis oder Einsicht. "Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens".

Zitat
Wikipedia: Prädestination bedeutet Vorherbestimmung und ist ein theologisches Konzept, dem zufolge Gott von Anfang an das Schicksal der Menschen vorherbestimmt hat. Insbesondere geht es dabei um eine Erwählung einzelner Seelen zum ewigen Leben oder zu ewiger Verdammnis. Hintergrund stellt die menschliche Annahme dar, dass Gott über ihn als Gattungswesen erhaben und jenseitig sei. Der Schöpfer sei von seiner Schöpfung qualitativ abgehoben, Gott stehe über der Wirklichkeit der Schöpfung, selbst in Jesus und dem Abendmahl, wo er sich mit diesem verbände. Die Niedrigkeit des Menschen vor dem erhabenen Gott kommt auch durch die Lehre von der Prädestination zum Ausdruck. Das Heil erlangt, wer von Gott zum Heil vorherbestimmt ist.
…...
Schicksal (von altniederländisch schicksel „Fakt“) oder Los (von ahd., mhd. (h)lôჳ „Omen, Orakel“), (lat. fatum, griech. μοίρα moira), im Islam Kismet (arabisch قسمة, DMG qisma(t)) ist der Ablauf von Ereignissen im Leben des Menschen, die als von göttlichen Mächten vorherbestimmt (geschickt) oder von Zufällen bewirkt empfunden werden, mithin also der Entscheidungsfreiheit des Menschen entzogen sind.
Der Begriff Schicksal hat keine ihm zugrundeliegende eindeutig wertende Bedeutung. Synonym wird das Wort Los verwendet. Zumeist wird als Schicksal eine Art höhere Macht begriffen, die ohne direktes menschliches Zutun das Leben einer Person entscheidend beeinflusst.
Die Einstellung gegenüber dem Schicksal reicht
von völliger Ergebung (Fatalismus) über den
Glauben an seine Überwindbarkeit (nimmer sich beugen/ kräftig sich zeigen/ rufet die Arme/ der Gottheit herbei – Goethe) bis zur
völligen Willensfreiheit des Individuums (Voluntarismus).

Hier steht nichts von Vorherbestimmung für außerirdisches Leben1


alles nur meine Meinung. Wohltätig ist der Fantasie Macht, wenn sie der Mensch bezähmt bewacht.

 
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RE: Prädestination

#4 von Jurek , 14.01.2019 11:09

Hallo Stojan,

Prädestination im christlichen/biblischen Sinn JA (das ist ja das was du zitierst), im weltlichem Sinn NICHT.

Die VORHERBESTIMMUNG aus Eph 1:3-5 hat also nichts mit weltlicher oder heidnisch-"christlicher" Ansicht was zu tun im Sinnen vom Schicksal, Ausgeliefertsein, ob du willst oder nicht, oder mit Manipulation von Oben wider eigenem Willen.

Das ist ein hervoragendes Beispiel um zu zeigen, dass GOTT bestimmt nicht wider Willen ob bei dem Volk Israel, oder bei Christen aus den Nationen, dass da welche wie willenlose Roboter sich ihrem von GOTT vorbestimmten Schicksal ergeben MÜSSEN! Das NEIN!!!

Das EIGENWILLE der Geschöpfe GOTTES besteht seit eh und je! Deswegen wurde SELBER der Luzifer zum Satan und seine Engel zu Dämonen!
Genauso mit Adam und Eva was von GOTT nicht vorbestimmt, dass sie sterben sollten!

Gerade die falsche Seite der Prädestination, ist Teufelslehre!

Diese Vorher-Bestimmen GOTTES, hat seit Grundlegung der Welt =(hier: Problemlösung seit der ersten Sünde) im Plan GOTTES (1.Mo 3:15 etc.) besonderen Stellenwert. ER hat aufgrund dieses verheißenen Opfers JESU den Plan schon gehabt, dass durch das Opfer JESU sollen Menschen gerettet werden. Diese sind dazu vorbestimmt, und nicht zum Tode.

Aber klar, dass nicht jeder gerettet wird, auch wenn der Weg der Rettung vorherbestimmt war. Aber wer gerettet wird, der wurde für die Lösung GOTTES vorherbestimmt als einer Erlösungsmöglichkeit, und nicht: "ob wer will oder nicht, der hat nix zu sagen!" …

Gerade das NT ist voll davon, dass jeder persönlich soll ringen danach auf dem schmalen Weg zu gehen, und auch den "Siegeskranz" zu erringen, welchen Paulus erlangt hatte...
Da war auch nicht einmal Paulus und anderen Aposteln das einfach nur so gegeben wie ein Treffer im Lotto-Sechser! Judas Iskariot ist das negative Beispiel davon, und zwar beeinflusst durch Satan und seine eigene Geldgier, nicht aber, weil GOTT das so wollte!

Genauso: "Einmal gerettet, für immer gerettet" ist falsch, und wird dadurch hier auch missverstanden.

Gruß


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: Prädestination

#5 von Schrat , 14.01.2019 11:13

Lieber Stojan,

Vorherbestimmung als Gruppe: Ja! Aber nicht als Einzelpersonen, das wderspräche der Willensfreiheit, die Gott seinen menschlichen aber auch himmlischen Geschöpfen gegeben hat!

Es gibt ja auch noch andere Bibeltexte, die im Sinne einer Prädestinationslehre (jeder einzelne sei vorherbestimmt) mißbraucht werden, z.b. Römer 8:28-30.
http://diegemeindegottes.com/artikel/die...raedestination/

Zitat
Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt.“ Gott hat jeden dazu vorherbestimmt, Anteil am Erlösungsplan zu haben, das heißt, Er hat jeden zur Erlösung berufen. Aber es ist unsere Wahl, ob wir dieses Angebot annehmen. In Joh 3:16 heißt es: „… jeder, der an ihn glaubt“, und nicht „jene, die Gott sich aussucht, dass sie erlöst werden, selbst wenn sie dem Ruf nicht folgen“. Wenn das der Fall wäre, bestünde die Möglichkeit, dass Er selbst manche, die dem Ruf folgen, nicht erlöst. Das „jeder“ ist allgemeingültig.

Nun können wir zu 1Tim 2:4 gehen: „Welcher will, dass alle Menschen gerettet werden.“ Dies schließt aus, dass Gott nur gewisse Menschen aussucht und erwählt. Die Bibel sagt: „alle Menschen“. Ebenso heißt es in Kol 3:25, dass es „kein Ansehen der Person“ gibt. Hier sehen wir, dass Gott alle Menschen gleich liebt und möchte, dass jeder errettet wird, nicht nur bestimmte Menschen.



Es würde ja auch der Gerechtigkeit Gottes widersprechen, die einen auszuwählen und die anderen nicht...


Ebenso wie Jesus als künftiger und kommender Messias vorhergesagt worden ist, als er noch nicht existent war,so ist es auch mit dieser Gruppe, die ja als Einzelpersonen "vor Grundlegung der Welt" noch nicht existiert haben!

Daran ändert auch nichts, daß Gott in Einzelfällen schon seit oder auch vor der Geburt für einen bestimmten Dienst vorgesehen und dann weiterhin vorbereitet hat! Gott kannte die Erbanlagen und die Umstände, in welchen jemand aufwächst und konnte deshalb - trotz Willensfreiheit - vorhersagen und vorhersehen, welchen Weg der Betreffende gehen würde!

Auch Jesus hatte diese Willensfreiheit und hätte demnach auch anders handeln können. Umso mehr wissen wir Jesus zu schätzen, daß er aus Liebe seinem himmlischen Vater und uns gegenüber von der Willensfreiheit in der Weise Gebrauch gemacht hat, daß er einen schmählichen Opfertod starb.

Gruß
vom Schrat


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RE: Prädestination

#6 von Klaus Jg34 , 14.01.2019 11:41

Schrat, wenn man sich über die "Gemeinde Gottes" informiert, erfährt man, dass sie an die Dreieinigkeit und an ein Ende von "Himmel und Erde" glaubt.
Diese tausende Irrlichter Satans in Form der vielen widersprüchlichen Glaubensrichtungen, XXXXXX einem langsam an.
Allesamt verleumden sie Gott dreist, dass Gott nicht in der Lage ist,
mittels seines Hl. Geistes den suchenden und IHN liebenden Menschen zur reinen Wahrheit zu führen.

Diese Rufmordkampagne gegen Gott wird immer schlimmer und entspricht genauestens der Kriegserklärung des "Drachens" gegen Gott =Harmagedon!


=====================================
Klaus, bitte hier keine harten Ausdrücke verwenden!
Jurek


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RE: Prädestination

#7 von Stojan , 14.01.2019 16:07

Sehr schön, ausgezeichnet, euer Antworten helfen mir weiter!

 
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RE: Prädestination

#8 von Ga-chen , 14.01.2019 18:36

Ich denke, dass wir "in Christus" dazu zählen, wenn wir ihn "annehmen"......dass Gott im Sohn schon vor Grundlegung der Welt alles angelegt hat, er schon vorher wusste, dass Sünde geschehen würde und deshalb rechtzeitig Vorkehrungen (oje, Zeugensprech 😉) traf, schon bevor er die Schöpfung ins Leben "rief".

Was denkst du, Stojan?


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Liebe Grüße von Ga-chen
.....

„Jesus muss wohl Student gewesen sein: Er wohnte bei seiner Mutter, er hatte lange Haare, er war der Anführer einer Protestgruppe, er trank laufend Wein, und wenn er schon mal was tat, war's ein Wunder."
Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, Toronto

Der Name YHWH (von rechts n. links) in paleohebräischer Bildersprache verrät so einiges
10. י Yud 10 HAND
5. ה He 5 ERBLICKE
6. ו Vav 6 NAGEL
5. ה He 5 ERBLICKE

HAND ERBLICKE oder SIEHE, NAGEL ERBLICKE oder SIEHE; zu dtsch.: Siehe, Erblicke die Hand, erblicke den Nagel!

Der Vater und der Sohn haben denselben Namen: YHWH!
(von Theodoric)

 
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RE: Prädestination

#9 von Ga-chen , 14.01.2019 18:41

An anderer Stelle haben wir schon mal darüber diskutiert, war das nicht Römer 8?


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RE: Prädestination

#10 von Gerd , 16.01.2019 14:47

Aus der Wachtturm-Konserve:

*** w95 15. 2. 3-4 Hat Gott unser Geschick bereits festgelegt? ***

Hat Gott unser Geschick bereits festgelegt?

„SO VIELE eingebildete Probleme könnten vermieden werden, wenn man den häufig mißverstandenen Ausdruck ‚Prädestination‘ überhaupt nicht verwenden würde.“ Wer den Ausdruck „Prädestination“ schon einmal verwendet oder gehört hat, fragt sich vielleicht, was diese Aussage bedeuten soll.
Die Empfehlung, das Wort „Prädestination“ besser nicht zu gebrauchen, stammt aus der kürzlich herausgegebenen französischen katholischen Enzyklopädie Théo. In einem anderen Buch wird gesagt: „Heutzutage steht die Prädestination, wie es scheint, — selbst bei den meisten Protestanten — nicht mehr im Mittelpunkt der theologischen Debatten.“

Allerdings haben sich im Lauf der Jahrhunderte viele Menschen über die Frage der Prädestination den Kopf zerbrochen. Sie gehörte zu den Hauptpunkten der Kontroverse, durch die die Reformation in Gang gesetzt wurde, und selbst innerhalb der katholischen Kirche war sie jahrhundertelang Gegenstand hitziger Auseinandersetzungen. Auch wenn man heute nicht mehr soviel darüber diskutiert, stellt sie doch nach wie vor ein Problem dar. Wer möchte schließlich nicht wissen, ob sein Geschick im voraus festgelegt worden ist?

Was das Wort „Prädestination“ bedeutet

Wie definieren die Kirchen das Wort „Prädestination“? Gemäß dem Dictionnaire de théologie catholique bezeichnet es „die Absicht Gottes, bestimmte, namentlich benannte Personen zu ewigem Leben zu führen“. Allgemein wird angenommen, bei den „namentlich benannten“ Erwählten handle es sich um diejenigen Personen, auf die der Apostel Paulus im Römerbrief mit folgenden Worten Bezug nimmt: „Wir wissen, daß Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben . . . Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht“ (Römer 8:28-30, Einheitsübersetzung).

Schon vor ihrer Geburt sollen demnach einige Menschen von Gott erwählt worden sein, mit Christus im Himmel an dessen Herrlichkeit teilzuhaben. Dadurch erhebt sich die seit langem diskutierte Frage: Bestimmt Gott willkürlich, wen er retten will, oder besitzen die Menschen Willensfreiheit und müssen ihren Teil dazu beitragen, Gottes Gunst zu erlangen und zu behalten?

Augustinus, der Vater der Prädestination

Obgleich schon andere Kirchenväter über die Prädestination geschrieben hatten, wird doch allgemein Augustinus (354—430 u. Z.) als derjenige betrachtet, der die Grundlage für die Prädestinationslehre der katholischen wie auch der protestantischen Kirchen legte. Gemäß Augustinus sind die Gerechten von aller Ewigkeit her von Gott im voraus dazu bestimmt, ewige Segnungen zu erhalten. Die Ungerechten hingegen müssen — obwohl von Gott nicht im strengen Sinn des Wortes vorherbestimmt — die verdiente Strafe für ihre Sünden, die Verdammung, empfangen. Die Erklärung des Augustinus ließ kaum Platz für Willensfreiheit und öffnete damit vielen Streitigkeiten Tür und Tor.

Die Erben des Augustinus

Der Meinungsstreit um Prädestination und Willensfreiheit flammte während des Mittelalters immer wieder auf und spitzte sich während der Reformation zu. Luther sah in der Prädestination des Individuums eine freie Willensentscheidung von seiten Gottes, ohne daß dieser künftige Verdienste oder gute Werke der Erwählten vorausgesehen habe. Calvin kam zu einer radikaleren Schlußfolgerung mit seiner Vorstellung von der doppelten Prädestination: Einige sind zum ewigen Heil vorherbestimmt, andere zur ewigen Verdammung. Allerdings hielt auch Calvin die Entscheidung Gottes für willkürlich, ja für unbegreiflich.
Der Streit um die Prädestination und die eng damit verwandte Frage der „Gnade“ (Begriff, den die Kirchen in Verbindung mit dem Heil und der Rechtfertigung des Menschen durch Gott gebrauchen) eskalierte derart, daß der Heilige Stuhl im Jahre 1611 untersagte, zu diesem Thema irgend etwas ohne seine ausdrückliche Erlaubnis zu veröffentlichen. Innerhalb der katholischen Kirche wurden die Lehren des Augustinus von den französischen Jansenisten im 17. und 18. Jahrhundert vehement vertreten. Sie traten für eine sehr strenge und elitäre Form des Christentums ein, und sogar Adelige zählten zu ihren Anhängern. Doch der Meinungsstreit konnte nicht beigelegt werden. König Ludwig XIV. ordnete die Zerstörung des Klosters Port-Royal an, des geistigen Zentrums der Jansenisten.

Auch innerhalb der reformierten, protestantischen Kirchen war die Diskussion alles andere als beendet. Gruppen wie die Remonstranten, Anhänger des Jakob Arminius, glaubten, der Mensch müsse zu seinem Heil selbst etwas beitragen. Die Dordrechter Synode der Reformierten Kirchen (1618—1619) setzte mit der Annahme einer strengen Form kalvinistischer Orthodoxie einen vorläufigen Schlußstrich unter den Richtungsstreit. Gemäß dem Buch L’Aventure de la Réforme — Le monde de Jean Calvin hatte der Streit über Prädestination und Willensfreiheit in Deutschland über viele Jahre hinweg „erfolglose Versuche der Versöhnung sowie Beschimpfungen und die Inhaftierung oder Verbannung von Theologen“ zur Folge.

Prädestination oder Willensfreiheit?

Von Anfang an waren die einander diametral entgegengesetzten Vorstellungen von Prädestination und Willensfreiheit Gegenstand vieler heftiger Auseinandersetzungen. Augustinus hatte die Unvereinbarkeit nicht erklären können. Und auch Calvin sah darin einen Ausdruck des souveränen Willens Gottes und hielt sie demnach für nicht erklärbar.
Ermöglicht jedoch das, was die Bibel über Gottes Eigenschaften und seine Persönlichkeit offenbart, ein besseres Verständnis der genannten Fragen? Der folgende Artikel beschäftigt sich damit im einzelnen.
<- Kann ich nachliefern, wenn gewünscht

 
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RE: Prädestination

#11 von Ga-chen , 16.01.2019 15:14

Wieso interessiert und beschäftigt dich die WTG-Ansicht noch, Gerd?


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RE: Prädestination

#12 von Schrat , 16.01.2019 16:02

Liebe Leute,

bei der (falschen) Prädestinationslehre als auch bei der Dreieinigkeitslehre besteht eine falsche Ansicht über die Allmacht Gottes.
Man geht von der Prämisse aus, daß Gott doch allmächtig sei und als Allmächtiger bezeichnet wird und das wird dann falsch und unvernünftig angewendet!

Obwohl Gott allmächtig ist, kann er dennoch gewisse Dinge nicht tun!

- Er kann nicht lügen, also sich selbst widersprechen. Deswegen hat er auch nicht und konnte er auch nicht anstelle der gefallenen ersten Menschen einfach ein neues Menschenpaar schaffen. Denn er hatte gesprochen "...seid fruchtbar und werdet viele....". Das konnte wie ein abgeschossener Pfeil nicht zurückgenommen werden, ohne daß Gott sich selbst widersprochen und als Lügner dagestanden hätte. Gott spricht, und es geschieht (Psalm 33:9). Also mußte eine andere Lösung des Problems her, die bekannte Verheissung eines "Samens", der alles wieder in Ordnung bringen würde.

- Er kann nichts tun, was der Logik, Weisheit und Vernunft widerspricht, denn er ist der Quell aller Weisheit. Und deswegen kann es keinen dreieinigen Gott geben, weil es der Vernunft und den deutlichen Aussagen Gottes selbst widerspricht. Und deswegen kann es auch keine Prädestination geben, denn Menschen wurden im Bilde Gottes geschaffen und besitzen demnach Willensfreiheit. Und deswegen kann Gott nicht und will Gott nicht Dinge voraussehen, die im Bereich der Willensfreiheit des Menschen liegen! Die Erprobung Abrahams wäre sinnlos gewesen, wenn Gott es schon vorher gewusst hätte! Erst nachdem Abraham tatsächlich Anstalten machte, Isaac zu opfern, brach Gott die Prüfung ab und sagte ".....jetzt weiß ich....".
Das heisst, obwohl Gott allmächtig ist, hat er es vorher nicht gewusst!

Das nimmt nichts von der Größe und Allmacht Gottes!

"Allmächtig" kann daher in Verbindung mit Gott nur bedeuten, daß er alles tun kann, was er sich vorgenommen hat. Er wird allerdings nie etwas tun, bei dem er sich selbstoder den Grundsätzen der Vernunft und seinen eigenen Gesetzen widerspricht.

Gruß
vom Schrat


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zuletzt bearbeitet 16.01.2019 16:06 | Top

RE: Prädestination

#13 von Klaus Jg34 , 17.01.2019 11:04

Lieber Schrat zu # 15 meine volle Zustimmung!


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RE: Prädestination

#14 von Gerd , 17.01.2019 11:18

Zitat von Ga-chen im Beitrag #11
Wieso interessiert und beschäftigt dich die WTG-Ansicht noch, Gerd?

Insoweit, dass der Artikel vielleicht dem Stojan Impulse zu seiner Frage ergeben könnte. WAS ist darin falsch?

Du folgst bei der Filetierung, wie sich Gott aus 3 Teilen zusammensetzt, noch der römischen Kirche und deren Theologen bei ihren Anfangsdeutereien vom 4. Jh., wieso?

 
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RE: Prädestination

#15 von Ga-chen , 18.01.2019 06:15

Zitat von Gerd im Beitrag #14
Zitat von Ga-chen im Beitrag #11
Wieso interessiert und beschäftigt dich die WTG-Ansicht noch, Gerd?

Insoweit, dass der Artikel vielleicht dem Stojan Impulse zu seiner Frage ergeben könnte. WAS ist darin falsch?

Du folgst bei der Filetierung, wie sich Gott aus 3 Teilen zusammensetzt, noch der römischen Kirche und deren Theologen bei ihren Anfangsdeutereien vom 4. Jh., wieso?


Das hast du immer noch nicht verstanden, ne?


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HAND ERBLICKE oder SIEHE, NAGEL ERBLICKE oder SIEHE; zu dtsch.: Siehe, Erblicke die Hand, erblicke den Nagel!

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