RE: Menschenverachtende Ausschlußpraxis

#46 von Topas , 18.09.2017 15:41

Hallo Schrat,

was bedeutet es 'Menschen gesellschaftlich zu ächten'? Doch sicherlich nur innerhalb deiner bisherigen Gemeinschaft. Aber dies ist ein allgemeineres Problem, das auch Angehörige anderer Religionsgemeinschaften hatten. Wer deutlich macht, nicht mehr mit bestimmten Lehren und der Gemeinschaft an sich einverstanden zu sein, wird auch die Kontakte verlieren. Ein Vorgang der von beiden Seiten teils passiv, teils offensiv betrieben wird.
Wenn du für dich feststellt, viele deiner Überzeugungen decken sich nicht mehr mit denen deiner Glaubensbrüder und dies ist auch innerhalb der Gemeinde bekannt, wird sich schon allein dadurch ein Bruch ergeben. Du wirst zwar noch geduldet, aber der Umgang mit dir wird sich verändern. Ein menschlich-pychologisches Problem, welches innerhalb einer Glaubensgemeinschaft Verstärkung dadurch findet, dass abweichende Ideen und Vorstellungen als nicht günstig für die Gemeinschaft angesehen werden. Darüber muß man sich bewußt sein und sollte einen nicht erschüttern zumindest nicht wundern.
Es gibt einige von denen ich weiß, wie schwer es ihnen gefallen ist beispielsweise die evang. Kirche zu verlassen, aber letzten Endes waren die Diskrepanzen so groß, dass das Gewissen die Oberhand behielt. Sollte das Gefühl des überwiegend Positiven bei dir verloren gehen, wirst du möglicherweise auch von selbst die Kontakte erlöschen lassen, weil kein geistiger Austausch mehr stattfinden kann. Und auch deine Glaubenbrüder bzw. dann die Ex-Glaubensbrüder werden sicherlich nicht nur einer Doktrin folgen, sondern aus Eigeninteresse keinen Kontakt mehr suchen. Ein Vorgang, den du wahrscheinlich jetzt schon feststellen kannst.
Verhaltensmodifikationen einfzufordern wird nicht funktionieren, es geht lediglich um Akzeptanz oder eben Verlust.


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RE: Menschenverachtende Ausschlußpraxis

#47 von Topas , 18.09.2017 15:47

Zitat von Gast im Beitrag #43
Hallo Topas,

jeder trägt seine eigene Verantwortung, das ist richtig.

Es geht aber um Hineingeborene, die von früh auf diesem System der mehrtägigen Indoktrination ausgesetzt sind und so manipuliert werden (denn die Infos und die Vorgehensweise in Literatur und von der Bühne sind nicht sachlich) und um Menschen, die tief auf der Suche sind, meist auch labil und so in eine Falle geraten, aus der sie nicht mehr leicht herauskommen.

Wir dürfen nicht vergessen, daß es hier um einen cleveren spirituellen Kampf geht, nicht einfach um einen Fischzuchtverein. Ist man erst mal drin, zieht sich die Kette um den Hals sehr langsam immer enger, bis es evtl. zu spät ist.

Doch Gott sei Dank haben Gott und Jesus die Zügel in der Hand und helfen jedem, der aufrichtig nach Wahrheit sucht, zu Jesus Christus direkt zu finden.

Herbstgast



Eben,
da haben Menschen die Gemeinschaft der ZJ verlassen, die 60 Jahre dabei waren. Das die Zeugen, ob Hineingeboren oder nicht, Opfer einer Indoktrination wurden, na ja, das klingt mir zu dramatisch. Das könnte man nahezu von jeder Erziehung zu einem bestimmten Glauben behaupten.

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RE: Menschenverachtende Ausschlußpraxis

#48 von Herbstgast ( Gast ) , 18.09.2017 16:05

Es gibt zwei Sorten von Aussteigern:

Die einen wurden von Jesus Christus befreit und sind Christen geworden,
die anderen haben ihren kompletten Glauben verloren.

Auf lange Sicht also geistig tot oder lebendig, je nachdem welche spirituelle Macht die Oberhand erhielt.

Herbstgast

Ausschlußpraxis

#49 von Topas , 18.09.2017 16:34

Nun würde ich persönlich den Zeugen Jehovas das Christsein nicht absprechen. Aber letzten Endes habe ich dies zum Glück nicht zu entscheiden.
Welche Art Christen Aussteiger nun geworden sind, kann ich nicht beurteilen. Das Spektrum ist groß und erstaunlicherweise sind Menschen bereit, Dinge glaubensmäßig anzunehmen, welches sie vorher vehement ablehnten.
Ich denke da beispielsweise an die Dreieinigkeit, welche Zeugen ablehnen, dann aber als Christen einer anderen Konfession als Glaubensinhalt akzeptieren können. Eine recht anpassungsfähige Glaubenstoleranz, wenn man das so sagen darf.

Interessant wäre mal, Zahlen zu erfahren, die die Gründe für einen Ausschluß enthalten. Beispielsweise wieviele deshalb ausgeschlossen wurden, weil sie Sünde betrieben, die nach der Bibel nicht geduldet werden darf. Wäre es auch 'menschenverachtende' Ausschlußpraxis mit diesen Leuten keinen Kontakt zu wollen?


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RE: Ausschlußpraxis

#50 von Herbstgast ( Gast ) , 18.09.2017 17:16

Man sollte keinem Menschen, der an Jesus Christus glaubt, das Christsein absprechen. Egal ob er vollkommen scheint oder gar der schlimmste Übeltäter überhaupt ist. Gott entscheidet und wir sind alle für immer auf Gottes Gnade angewiesen.

Fragt man aber die meisten Gläubigen ob sie auch wiedergeboren (=Christ) sind, erhält man erstaunliche Antworten. Da sind die Freimaurer genauso nah dran an Jesus wie diese, da er nur als gutes Vorbild zum Nachahmen dient, perfekt für den antichristlichen Humanismus.

Herbstgast

RE: Ausschlußpraxis

#51 von Jurek , 18.09.2017 17:37

Am Rande möchte ich informieren (wegen auch anderer interessanter und zusätzlicher Gedanken dazu, wo eine Diskussion auch dort dazu stattfand), dass speziell über die "ZJ"/WTG haben wir auch das Thema:
Lehren unterschiedlicher Denominationen biblisch betrachtet (ohne Gewähr)
Manipulation bei Zeugen Jehovas und anderen
Exkommunikation und die Folgen daraus...

Hier geht es nur allgemein und primär um das Thema, dass die "Kirche (als solche und auf alle bezogen) kann nicht erlösen …". Damit sind alle Kirchen, Gemeinden, Versammlungen oder religiöse Organisationen gemeint, nicht nur die "ZJ". Andere haben auch so manches auf dem Kerbholz! (Nicht dass der Eindruck entsteht, dass hier im Forum geht es nur um die WTG und ihre Praxis ).
Nicht die Zugehörigkeit zu irgendeiner Kirche wird wem retten, sondern seine persönliche Beziehung zum JESUS und JEHOVA GOTT. (Das nur so am Rande).

Natürlich kann auch die WT-Organisation niemanden erlösen! Schlimm ist, dass die WTG meint, dass man Menschen zu ihrer Organisation führen muss, DAMIT sie GERETTET werden! Denn in keiner Organisation oder Kirche wird man deswegen gerettet, weil man da drinnen ist, auch wenn richtige Gemeinschaft wichtig ist! Das kann man auch nicht mit der "Arche der Rettung" bezeichnen!

Schrat hat m. E. da sehr gute Gedanken bezüglich der von Topas geäußerten Aussagen gebracht, auf die ich auch gerne mal an einer anderen Stelle (wie hier vorgegeben "Ausschlußpraxis" unter Exkommunikation und die Folgen daraus...) eingehen möchte.

Gruß


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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RE: Ausschlußpraxis

#52 von Schrat , 18.09.2017 17:51

Lieber Topas,

Du meinst es gut, aber nur gut meinen kann manchmal auch schädlich sein....Siehe die Diskussion über "Gutmenschen".

Ich meine, es war meinen Darlegungen durchaus zu entnehmen, daß ich dieses "menschenverachtende Ausschlußpraxis" nur auf die Fälle bezogen habe, daß jemand nach sorgfältiger Prüfung Lehren der Zeugen Jehovas nicht mehr als biblisch begründet anerkennen kann. Daß ein Christ keinen näheren, geistigen und gesellschaftlichen Umgang haben will, der grobe Sünden treibt, dazu bräuchte es m.E. noch nicht mal eines Rechtskomitees und einer Verkündigung von der Bühne. Aber es ist um der Einheitlichkeit und Sorgfalt in dieser Sache sicher hilfreich, daß sich innerhalb der Christenversammlungen da gewisse Verfahrensweisen entwickelt haben.
Aber selbst solchenPersonen würde ich wenigstens einen "guten Tag" entbieten. "Nicht einmal grüßen" war von Johannes auf solche Personen bezogen, die "das Kommen im Fleische" (also seine Rolle als Messias und Erlösers) leugnen und darin aktiv versuchen die Christenversammlung zu untergraben. Die übrigen kann man durchaus den normalen Höflichkeitsgruß entbieten, damit hat man mit denen noch keine geistige Gemeinschaft und heißt deren Taten nicht gut. Auch sollte selbst bei diesen Personen der Umgang innerhalb der Familie, die von den Enkeln bis zu den Großeltern reicht, nicht behindert werden, sofern diese Personen keine begründete akute Gefahr für die Familie darstellen.

Und "...nur auf die Zeugen Jehovas bezogen..." geht ja nun auch an der Sache vorbei. Es ist doch nunmal so, daß die meisten, die dann ausgeschlossen wurden, außerhalb der Zeugen Jehovas kaum ein soziales Umfeld haben. Gerade dagegen wird ja auch mit gewissen angeblichen biblischen Argumenten von Seiten der Zeugen-Führung gewirkt. Das wird ja durchweg mit dem negativen Hinweis auf "Weltmenschen" versucht zu verhindern, daß da engere soziale Kontakte entstehen. Und diese Menschen sind dann total sozial isoliert. Das kann man dann nicht mit dem Argument vom Tisch wischen, daß das ja nur den Kontakt innerhalb der Zeugengemeinschaft betrifft.

Gruß
vom Schrat


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RE: Ausschlußpraxis

#53 von Topas , 19.09.2017 12:51

Lieber Schrat,

die Ausschlußpraxis war dir doch schon während deines Eintritts bekannt, oder nicht?

Topas  
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RE: Ausschlußpraxis

#54 von Schrat , 19.09.2017 13:14

Sicher, lieber Topas,

aber ich war felsenfest davon überzeugt, daß ich jetzt d i e Wahrheit gefunden hätte und daß ein Ausschluß wegen abweichender Lehrmeinung sowieso nicht zu Tragen käme. Nun, inzwischen weiß ich es besser! Ich bin halt in bestimmten Punkten irregeführt worden bzw. habe mich irreführen lassen. Muß ich jetzt das gegen mich gelten lassen? Ätsch, bätsch, warum warst Du so blöd.......

Nur, Dein Einwand ändert nichts an den Punkten, die ich erwähnt habe und da gehst Du dann auch geflissentlich nicht drauf ein!

Gruß
vom Schrat


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