Christlicher Fundamentalismus

#1 von Gast , 29.08.2012 20:40

Christlicher Fundamentalismus (so wie dieser allgemein verstanden wird) finde ich als etwas, was mit der Bibel nichts zu tun hat!
Eigentlich diese Bezeichnung „CHRISTLICHER Fundamentalismus“ ist schon falsch.
Christen sollen/dürfen keine (schon gar nicht radikal) Fundamentalisten sein, die in nahezu ihrem Fanatismus andere unterdrücken, die nicht ihrer Meinung sind!

Gruß!


zuletzt bearbeitet 30.08.2012 09:40 | Top

Christlicher Fundamentalismus

#2 von Schrat , 29.08.2012 20:44

Lieber Mitlieser,

"Fundamentalismus" ist zu einem Reiz- und Schreckwort geworden, besonders in Verbindung mit moslemischen Fundamentalisten.
In Verbindung mit dem Anschlag Breiviks kamen ohne daß überhaupt Näheres bekannt war, gleich Kommentare, die dann auch den christlichen Fundamentalismus anprangerten. Dabei gehört Breivik überhaupt keiner christlichen Gemeinschaft an - noch nicht mal als "Namenschrist" -, sondern ist Freimaurer und hat wirre Vorstellungen vom Christentum. In seinen Vorstellungen spielte mehr eine politische Variante eines sogenannten "Christentums" eine Rolle, eine Variante, die meinte das "Christentum" überall mit dem Schwert verbreiten und jetzt mit Gewalt gegen den Islam vorgehen zu müssen.

Islamischer Fundamentalismus, christlich-militanter Fundamentalismus und reine Bibeltreue wird von Feinden des Christentums und manchmal auch von den Großkirchen gerne in einen Topf geworfen. Im SWR wurde ein Beitrag gesendet, wo genau geschehen ist und Vertreter der Großkirchen einen maßgeblichen Anteil hatten. Ich sehe darin einen hinterhältigen Angriff des Teufels gegen wahre Anbeter.

Ein christlicher Fundamentalist, also ein Christ der an dem Fundament der Bibel festhält und diese dann i.d.R. buchstäblich und in jeder Hinsicht als Anleitung für ein christliches Leben betrachtet (vgl. 2. Tim 3:16, 1. Kor. 3:11)), wird dann als gefährlicher Fundamentalist gebrandtmarkt. Der Schritt zum Brandtmarken als "Terrorist" ist dann nicht mehr weit. Mit christlich-militanten Fundamentalisten, die es vor allem in den USA gibt und gab, haben diese nichts zu tun. Diese Gruppierungen haben mitunter auch Gewalt angewandt, z.B. um gegen Abtreibungen vorzugehen. Aber solche Fanatiker und Christen, die am Fundament der Bibel festhalten, sollte man doch auseinanderhalten.

Lothar Gassmann, ein bibeltreuer Christ und damit ein "christlicher Fundamentalist" hat mir folgenden Beitrag übersandt:


IDEA, 26. August 2012

Zitat
Radio SWR

Kritik an christlichen Fundamentalisten


Der Radiosender SWR 2 strahlte die Sendung „Bedingungslos fromm – Fundamentalistische Strömungen in Katholizismus und Protestantismus“ aus. Logo: PR

Kritik an christlichen Fundamentalisten in Deutschland ist in einer Sendung des Radiosenders SWR 2 geübt worden. Der Beitrag mit dem Titel „Bedingungslos fromm – Fundamentalistische Strömungen in Katholizismus und Protestantismus“ unterstellt, die Kernforderung der Aufklärung, selbständig zu denken, finde bei ihnen keinen Platz.

Stuttgart (idea) – Kritik an christlichen Fundamentalisten in Deutschland ist in einer Sendung des Radiosenders SWR 2 geübt worden. Der Beitrag des Journalisten Bastian Wierzioch mit dem Titel „Bedingungslos fromm – Fundamentalistische Strömungen in Katholizismus und Protestantismus“ wurde am 26. August gesendet. Darin werden der Priester der Piusbruderschaft in Stuttgart-Feuerbach, Andreas Steiner, sowie der evangelikale Publizist und Gemeindeleiter, Lothar Gassmann (Pforzheim), porträtiert. Der „protestantische Bibeltreue“ und der „traditionalistische Piuspriester“ hätten zahlreiche Gemeinsamkeiten: „Lothar Gassmann nimmt die Bibel wortwörtlich. Für ihn steht sie im Mittelpunkt des Glaubens. Bei Pius-Bruder Andreas Steiner steht die Kirche im Mittelpunkt seines geistlichen Lebens.“ Im Alltag folgten beide strengen Regeln, lebten sehr diszipliniert. Gemeinsam sei beiden auch „ihre anti-moderne, vordemokratische Sicht auf Staat und Gesellschaft“. Die Kernforderung der Aufklärung, Menschen sollten selbständig und kritisch denken, finde in den Gedankengebäuden von Gassmann und Steiner keinen Platz. So seien „Piusbruder Steiner und der extreme Evangelikale Gassmann“ auch gegen die Trennung von Staat und Kirche: „Beide finden, dass die christlichen Kirchen viel zu wenig Einfluss haben auf die säkulare Gesellschaft.“ Beide teilten die Welt in Gut und Böse ein. Während die Pius-Bruderschaft „zum äußersten rechten Rand des katholischen Spektrums“ gehöre, zähle Gassmann zum „äußersten rechten Rand des evangelikalen Spektrums“. Die von ihm ins Leben gerufene Bibelgemeinde Pforzheim gehöre nicht zur Deutschen Evangelischen Allianz, „in der sich sehr viele moderate Konservative zusammengeschlossen haben“.

Kirchliche Weltanschauungsbeauftragte: „Ein schreckliches Weltbild“

Auch die ablehnende Haltung dem Islam gegenüber eine die beiden „Außenseiter“, heißt es in dem Beitrag: „Laut Steiner und Gassmann gibt es jeweils nur einen Weg zu Gott. Deswegen betrachten sie auch den Islam nicht als Heilsweg.“ Nach Ansicht der Weltanschauungsbeauftragten der württembergischen Landeskirche, Annette Kick (Stuttgart), unterstützt Gassmann damit „islamfeindliche Tendenzen“. Ähnliches gelte für Fragen der Moral, wie etwa beim Thema Abtreibung. Schwangerschaftsabbrüche würden von allen Christen als problematisch gesehen, so Frau Kick, „weil ja tatsächlich ein beginnendes menschliches Leben abgetötet wird“. Es sei nur so, „wie bei allem bei den Fundamentalisten, dass es nicht diskutierbar ist“. Gerade wenn Kinder in Gemeinden, wie Gassmanns Bibelgemeinde Pforzheim sozialisiert würden, halte sie das für „sehr gefährlich“. Wer im Einfluss solcher Prediger stehe, habe ein „absolut schreckliches Weltbild, schwarz weiß“. Er empfinde alles, was ihm begegnet und nicht direkt zu seinem Glauben gehöre, als beängstigend. Zudem habe er stets eine Trennung von „rein und unrein“ im Hinterkopf. Die Neigung, depressiv zu werden, sei „sehr groß in diesen Gruppen“.




Lothar Gassmann hat umgehend an den SWR zurückgeschrieben und dieses Zerrbild über christliche Fundamentalisten zurechtgerückt.


Zitat
"Fundamentalist": Das bin ich allein im Sinne dessen, dass die Bibel mein einziges Fundament ist (mit Jesu Lehre der Feindesliebe), aber auf keinen Fall im Sinne eines aggressiven, gewalttätigen Fundamentalismus, wie er heute meist verstanden wird.

"Rechts": Ich bin weder einer linken noch einer rechten Ideologie verhaftet, sondern allein Gott und Seinem Wort unterstellt.

"Einzelkämpfer": Mit jedem Christen, der ebenfalls Jesus Christus und Sein unverfälschtes Wort liebt, bin ich geistlich verbunden – und das sind viele Tausende Menschen in Deutschland und Millionen weltweit.

"Vordemokratisch": Ich lebe gerne in einer Demokratie (auch wenn ich ihre Mängel sehe) und gehe zu Wahlen. In der christlichen Gemeinde freilich gelten die biblischen Regeln (Ältestenprinzip) gemäß Timotheus- und Titusbrief im Neuen Testament.

"Islamfeindlich": Als bibeltreuer Christ liebe ich alle Menschen, auch Moslems und Angehörige anderer Religionen", und bezeuge ihnen aus Liebe Jesus Christus als den einzigen Weg zum Himmel (Johannes 14,6).

"Gegen Religionsfreiheit": In guter freikirchlicher Tradition bin ich dafür, dass jeder frei seinen Glauben wählen und ausleben kann, bin allerdings überzeugt, dass Jesus der einzige Retter ist, und bezeuge dies in Liebe und ohne Zwang.

"Patriarchalisch": Wie Jesus und die Apostel bin ich gegen jede Ausbeutung und Unterdrückung der Frau, aber für die Einhaltung der biblischen Geschlechterordnung gemäß Epheserbrief Kapitel 5, auf der Geborgenheit und Segen liegt.

"Gefahr für Kinder": Dieser Vorwurf der evangelischen Sektenbeauftragten ist falsch und rufschädigend. Seit wann ist es denn eine Gefahr für Kinder, wenn man ihnen Jesus als den Heiland verkündet? Tut dies die Evangelische Landeskirche etwa nicht mehr?

"Schwarz-weiß-Weltbild": Ich habe kein anderes "Weltbild" als das, welches Jesus Christus verkündete. Er sprach sehr oft von Himmel und Hölle, vom schmalen und vom breiten Weg (Matthäus 7, 13-14). Wer als "Kirche" diese biblische Wahrheit nicht mehr verkündet, handelt unverantwortlich und lieblos gegenüber denen, die ohne Jesus verloren gehen.

"Gegen selbständiges Denken": Das Gegenteil trifft zu. Wir rufen alle Menschen auf, anhand der Bibel alle Zeitströmungen zu prüfen, anstatt ihnen blind zu folgen. Ich war selber viele Jahre Sekten- und Weltanschauungsbeauftragter. Meine zahlreichen Bücher aus dieser Zeit setzen sich alle argumentativ mit Zeitströmungen auseinander.

"Gegen Trennung von Staat und Kirche": Das mag für den katholischen Gesprächspartner gelten, aber auf keinen Fall für mich als evangelisch-freikirchlichen Vertreter. Freikirchen stehen dezidiert für die Trennung von Staat und Kirche, was schon der Name sagt. Das heißt nicht, dass wir uns nicht eine stärkere Beachtung von christlichen Werten in der Politik wünschen würden, dann würde es dort nicht so trostlos aussehen wie heute.

"Einigkeit mit der katholischen Position": Das gilt nur teilweise, etwa bezüglich des Apostolischen Glaubensbekenntnisses und in einigen ethischen Fragen. Auf keinen Fall aber stimme ich mit irgendwelchen katholischen Lehren überein, die keine biblische Grundlage haben, zum Beispiel Papsttum, Hinzufügung der Tradition zur Heiligen Schrift, Gnaden- und Sakramentsverständnis, Heiligen- und Marienverehrung usw.





Als Christen haben wir unabhängig vom Humanismusgedanken schon immer Freiheit im Denken gehabt. Diese Freiheit ist aber auch Verpflichtung, von unserem Denkvermögen richtig Gebrauch zu machen. Das bedeutet, daß man Gott, der sich sowohl in der Bibel als auch in der Schöpfung geoffenbart hat, bei seinem Denken nicht ausschließen kann. Zu Recht weist die Bibel immer wieder darauf hin, daß wir von unserem Verstand und unserem Denkvermögen Gebrauch machen sollten.

Gruß
vom Schrat


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RE: Christlicher Fundamentalismus

#3 von Jurek , 30.08.2012 10:12

Ich meine, dass wir die Bibel als FUNDAMENT unseres Glaubens haben, aber deswegen sind wir im Sinne (wegen der Missverständnisse!) dieser Welt ja keine Fundamentalisten!
Fundamentalisten sind (wie man sich das vorstellt) einfach blind, voreingenommen und unempfänglich für andere Meinungen, die die gewisser Christen widerlegen würden.
Einer (mit dem ich interne Diskussion führe) schrieb mich an, dass ich wohl Angst vor Wissenschaft (dabei geht es um das Thema Evolution) hätte, die mir das Glaubensgebäude zerstören könnte, daher „Augen zu und durch“, aber keines gesunden Sinnes zu sein, sich mit Fakten auseinander zu setzen…
Nein, so ist das nicht! Christen sollen doch keine blinden Fanatiker sein – so wie ich die Bibel diesbezüglich verstehe.
Das stimmt so bei wahren Christen nicht, wie oft ihnen vorgeworfen wird, weil manche und so reagieren……
Wir als Christen sollen uns auch objektiv und fair zu sein bemühen, bereit sein auch sich mit Argumenten genauer auseinander zu setzen.
Wiewohl gewisse relig. Sekten sind fundamentalistisch eingestellt, dass NUR sie die Wahrheit haben und NUR sie sind die Erretteten und man soll NUR das von der menschl. Leitung (blind) immer akzeptieren … Das ist der negativer Fundamentalismus!
Aber der biblischer Glaube ist nicht Leichtgläubigkeit, wie der Paulus dies definiert (Heb 11:1).

Gruß!

P.S.
Der erste Beitrag hier stammt auch von mir, aber aus technischen Gründen ist dieser unangemeldet geblieben…


 
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#4 von Schrat , 30.08.2012 11:16

Lieber Jurek,

leider hat Dein Freund Recht und ist durch viele Beispiele belegt. Wenn man nicht am Fundament der Bibel - auch was die Schöpfung, so wie sie in Genesis beschrieben wird - festhält, dann kann der ganze Glaube "den Bach runter gehen".

Auch diejenigen, die am Fundament der Bibel festhalten, schauen sich durchaus um, was so an Gegenargumenten gebracht wird und scheuen sich nicht, sich auch damit zu beschäftigen. Ein gutes Beispiel sind die christliche Wissenschaftler, die bei "Wort-und-Wissen" mitmachen. Christen weichen keineswegs Gegenargumenten aus. Das siehst Du ja sicher auch an meinem Wirken hier!


Wenn man schon bei der Genesis anfängt das Wort Gottes der "fälschlich sogenannten Erkenntnis" (1. Tim 6:20) anzupassen, dann sind Tür und Tor geöffnet, auch das übrige in der Bibel umzudeuten und an nichts mehr zu glauben.

Gruß
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#5 von Schrat , 31.08.2012 08:42

Lieber Jurek,

ich habe aus aktuellem Anlaß noch einen Nachtrag zu vorstehendem Statement.

Das Wort "Fundamentalismus" beinhaltet ja auch das Wort "Fundament" oder auch "Grundlage".
In dieser Sache müssen wir bei Adam und Eva anfangen. Wie die Bibel zeigt, können wir als Christen keine andere Grundlage legen als Jesus Christus und der Glaube an Jesus Christus baut auf die Zuverlässigkeit des Wortes Gottes auf und das fängt mit der Genesis an.

Im Forum vom "Theologen Frank" "ihrseidmeinezeugen.de" hatte ich das Thema auch aufgemacht. Er selbst hatte sich dort nicht dazu geäußert, sondern nur unter http://forum.sektenausstieg.net/showthre...undamentalismus

Zitat
Gemäßigte Christen, die ihren Glauben vernunftgemäß leben, sorgen sich natürlich auch über den zunehmenden christlichen Fundamentalismus, der eben gerade nicht dem Wesen des Christentums entspricht, wie man ihn noch bei Jesus und seinen ersten Nachfolgern und natürlich auch gottlob bei einer Unzahl von Christen heute vorfindet. Christlicher Fundamentalismus - in welcher Form auch immer - entstellt die Gute Botschaft über den Herrn Jesus Christus.



Was bedeutet eigentlich "Gemäßigte Christen"? Wenn "fundamentalistische Christen" treu an Gottes Wort festhalten ohne Verdrehungen durch die historische-kritische Zunft und ohne Anpassung an den Zeitgeist, dann sind diese also "nicht gemäßigt" oder auch "Extrem" und das ist zu verwerfen ???

DAS IST EINE SCHRECKLICHE LÜGE UND DIFFAMIERUNG WAHRER CHRISTEN!

Mit Menschen, die die Wahrheit dermaßen auf den Kopf stellen, kann ich nicht mehr zusammenarbeiten und habe mich dort erneut abgemeldet. Mit solch einem Kommentar macht er genau das, was Jesaja verurteilt:

Zitat
Jes 5:20 Wehe denen, die sagen, daß Gutes böse sei und Böses gut sei, denen, die
Finsternis als Licht hinstellen und Licht als Finsternis, denen, die Bitteres
als Süßes hinstellen und Süßes als Bitteres!



Wahres Christentum kennzeichnet sich nicht durch die Verwendung einer schwammigen Auffassung von "Liebe'" mit der dann alles akzeptiert wird, was der gesunden Lehre der Bibel widerspricht sondern durch treues Festhalten am Worte Gottes! Jesus Christus und die ersten Jünger glaubten an die Schöpfung, wie sie Gott in 1. Mose aufgeschrieben hat und sahen das Wort Gottes als irrtumsfrei an.

"Gemässigtes Christentum"???
Es gibt nur wahres Christentum oder keins.

Mat 5:13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz seine Kraft verliert, wie
wird seine Salzkraft wiederhergestellt werden? Es taugt zu nichts weiter, als
hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.



Off 3:15 16 Ich kenne deine Taten, daß du weder kalt noch heiß bist. Ich wünschte, du wärst
kalt oder heiß. 16 Weil du nun lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich
dich aus meinem Mund ausspeien.


Ich kann allenfalls einen Menschen verstehen, der noch Zweifel und noch hier und da Mängel in seinem Glauben hat. Ihm mag von Gott Barmherzigkeit erwiesen weerden und solange die Dinge nicht dermaßen vonn intelligenten und informierten Menschen auf den Kopf gestellt werden, bin auch ich bereit, Barmherzigkeit zu erweisen.

Gruß
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zuletzt bearbeitet 31.08.2012 | Top

RE: Christlicher Fundamentalismus

#6 von Jurek , 31.08.2012 18:10

Ja…
Nur heute unterscheidet man allgemein die Worte „Fundament“ (wie z.B.: -des christlichen Glaubens), und „Fundamentalismus“, welches negativen Beigeschmack im Verständnis der Menschen hat.
Um nicht missverstanden zu werden, sagen wir (normalerweise), dass wir keine Fundamentalisten sind. (Zumindest ich sage das).

Unter „christlichen Fundamentalismus“ verstehe ich die Eigenschaft bestimmter Sekten, die dogmatisch streng gegen andere vorgehen, die nicht in ALLEN Punkten ihrer Meinung sind (z.B. durch radikalen Ausschluss in Vertretung IHRER* Lehren), da sie ihre Meinung als die Meinung GOTTES auslegen. Und dadurch auch einen unbiblischen Umgang mit solchen Leuten einschlagen.

Wahre Christen vertreten nur den Fundament, welchen CHRISTUS gelegt hat. Sie sind die Menschen des WEGES, in CHRISTUS JESUS, der ihr einziger Weg zur GOTT ist.

Die Bezeichnung „Gemäßigte Christen“ (oder -Christentum), wird m.E. eben im Zusammenhang (Vergleich zu-) mit dem radikalen Fundamentalismus gebraucht. Es soll im Volksmund bezeichnen, dass diese nicht so radikal ausgeprägt sind.
Das hat an sich noch nichts mit der Lehre selber was zu tun. Denn man kann die Wahrheit entweder mit echter Liebe vertreten, oder mit Waffengewalt (um es übertrieben auszudrücken).
So habe ich diese Begriffe verstanden.

Korrigiere mich bitte, wenn ich was falsch verstehe. (Danke im Voraus).

Gruß!

--------------------------------------
* Ein Beispiel dafür sind mehrere Fundamentalistische Sekten wie einst die „Davidianer“ & Co.
In unseren Breiten kenne ich speziell die „ZJ“ als solche, da neben den biblischen Lehren, vertreten sie spezifische ihre eigene Lehren als „gegenwärtige Wahrheiten“, was noch nicht das schlimmste wäre, wenn sie das eben nicht auf ziemlich radikale Weise gegenüber allen ihren Mitgliedern unter dem Missverständnis von Einheit tun würden, indem sie auch solche Christen radikal (nicht vereinbar mit biblischen Grundsätzen) ausschließen, die z.B. allein (aufgrund von Apg 5:29 und eigenem Gewissen vor GOTT) nur nicht in ALLEN Lehren dem sog. „Kanal“(!) blind folgen wollen und nur diesen als solchen anerkennen wollen.


 
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#7 von Schrat , 31.08.2012 18:18

Lieber Jurek,

der Umstand daß ein Einzelner oder eine Gruppe der Überzeugung ist, daß das was sie verkünden und glauben die Wahrheit ist, ist an sich noch nicht problematisch und gefährlich. Eigentlich sollten wir alle von dem was wir glauben, auch überzeugt sein dafür aber gute Gründe angeben können.

Aus http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/con...ristenverfolger

Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher,

Zitat
Schirrmacher wörtlich: „Fundamentalismus heißt nicht, einen Wahrheitsanspruch zu haben. Dann gäbe es auf dieser Welt fast nur Fundamentalisten und die edlen Menschen wären vor allem Westeuropäer, die stolz darauf sind, die Wahrheit nicht zu kennen und immer auf der Suche zu sein. Der Fundamentalismusbegriff, der ab 1979 berühmt wurde, war derjenige, der für Ayatollah Chomeini geprägt wurde, der im Iran den Wahrheitsanspruch einer bestimmten islamischen Richtung allen Menschen im Land aufzwang und bis heute aufzwingt. Ein Mensch, der irgendetwas für absolut richtig oder falsch hält, wird dadurch nicht gefährlich. Ein Problem wird er für die Gesellschaft erst, wenn er daraus ableitet, dass er andere zwingen darf, dasselbe zu glauben, dasselbe zu tun, und dass die ganze Gesellschaft so zu funktionieren hat, wie er es für richtig hält. Und es ist diese Art des Fundamentalismus, die in allen möglichen Weltreligionen aufgetreten ist, die für die ganz große Menge der christlichen Märtyrer und für die Opfer anderer Religionen verantwortlich



Aber wenn Du für Dich entschieden hast wegen der Mißverständlichkeit, Dich nicht fundamentalistisch zu bezeichnen, ist das O.K.
Ich für meinen Teil halte es genau umgekehrt, weil ich dabei an die Glaubenstreue denke, daran, daß ein Christ an dem Fundament der Bibel und des Christus festhält.

Gruß
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#8 von Jurek , 31.08.2012 18:31

Ja, das Zitat und die darin hervorgehobenen Gedanken sind gut, die ich auch so verstehe.

Gruß


 
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#9 von Topas , 16.01.2013 13:33

Christlicher Fundamentalismus ist ja eindeutig eine Kampfansage an Christen, um sie auf die Anklagebank wegen Gefährlichkeit und Gewalt zu zwingen. Das, was noch an sog. Bibeltreue glaubensmäßig bei den Menschen existiert, soll damit eingeebnet werden und Christen zu einem Liberalismus erzogen werden, der von den ursprünglichen Fundamenten des Glaubens nichts mehr erkennen läßt. Entblößt man den Grundgedanken einer solchen undifferenzierten Gleichsetzung was Fundamentalismus angeht, erkennt man die Zerstörung und Zerrüttung christlichen Glaubens zugunsten einer weltlichen Ideologie, die nichts dulden möchte, was ihren Zielen widerspricht. Diese negative Etikettierung von Christen zeigt schon Wirkung innerhalb der Christenheit, wo sich manche Gruppierungen bemühen, sich ja rechtzeitig von sog. Bibeltreuen (als Hardliner angesehen) zu distanzieren und deren Ansichten ins Abseits zu befördern. Ein unheilvoller Vorgang, da letzten Endes auch die betroffen sein werden, die überhaupt noch einen Glauben an Gott in irgendeiner Weise öffentlich äußern. So wird von innen aufgeweicht, was von außen dann endgültig beseitigt werden wird. Der Einheitsglaube, basierend auf philosophischen Phrasen und humanistischem Wischiwaschi, kann kommen und den traditionellen Glauben an Gott und die Bibel ersetzen. Die Christen sind schon längst soweit, den Grundlagen, dem Fundament abzuschwören, denn die Manipulation ist stark und ersetzt die eigenen Gedanken und korrumpiert die Intution. Jede Beteuerung kein Fundamenalist zu sein, wird die Schraube nur enger drehen, den die nötige und richtige Unterscheidung zwischen gutem und negativem Fundamentalismus wurde schon längst beiseite geschoben. Die Richtung ist damit vorgegeben, das, was man vorgeblich zu bekämpfen sucht, nämlich angeblich totalitäre und dogmatische Ideen, wird zum Werkzeug jener, die Glauben gänzlich abschaffen möchten.

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RE: Christlicher Fundamentalismus

#10 von Isai , 16.01.2013 13:58

Hallo Topas,



erstens: ich bewundere es, wie Du Dich ausdrücken kannst!


zweitens:

Zitat
denn die Manipulation ist stark und ersetzt die eigenen Gedanken und korrumpiert die Intution.



Das ist erschreckend, denn so ist es.


Wie kann man dem entgegenwirken, ganz praktisch (Bibellesen, Beten um Führung und Heiligen Geist - "fundamental" bleiben)?
Was denkst Du dazu?


Lieben Gruß,

Isai


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben.
Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 Neue evangelistische Übersetzung)

 
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#11 von Topas , 16.01.2013 16:38

Hallo Isai,

'fundamental bleiben', ein guter Satz

Es zeigt sich immer mehr, daß durch mediale Aufbereitung und ständigen Wiederholungen der vereinfachten Gedanken zum Begriff Fundamentalismus, die Menschen in ihrem Denken geradezu geprägt werden.
Es geht um einen Sieg um und über die Köpfe und der wird immer über Propaganda geführt. Allein der grobe Anschein reicht dann, um die Begrifflchkeiten nicht mehr zu trennen, sondern in Pauschalierungen zu denken.
Da es in einem solchen Zusammenhang sowieso nur auf das Wohlwollen und die Bereitschaft von Menschen ankommt, mitzudenken, bleibt fast ausschließlich nur die Möglichkeit, sich selber gegen solch unberechtigten und teils absurden Anwürfe zu wappnen. Dies geschieht durch ständiges Hinterfragen und Nachfragen von Inhalten. Nichts darf ungefiltert einfach übernommen werden und im Zweifel sollte die Bibel die letzte Autorität sein, der man glauben sollte.
Beispielsweise hat es der User Schrat ja hier vorgemacht. Auch wenn wir in Einzelfragen zu anderen Ergebnissen kommen, im Grunde genommen muß man sich bewußt sein, daß im Hintergrund ein geistiger Kampf stattfindet, der auch über Ideen, Gedanken und allen weltlichen Maßnahmen geführt wird, die nur denkbar sind. Verwirrung, Zerrüttung, Lügen, Propaganda werden natürlich meist nicht stumpf serviert, sie bekommen eine verdauliche Verpackung. Hier etwas, was uns plausibel erscheint, dort eine Empörung, dann wieder Ansprüche und verborgener Zwang. Es gibt auf diesem Gebiet vielfältige Mittel und Wege. Generell gilt also eine erhebliche Skepsis gegenüber allem, was den Glauben beschädigen könnte.
Darüberhinaus muß man sicher auch unempfindlich gegenüber Angriffen werden und die Menschenfurcht ablegen. Sie ist eine der größten Hindernisse, die verhindert, die richtigen Konsequenzen und Schlussfolgerungen zu ziehen.
Mit biblischen Worten würde man empfehlen, die Waffenrüstung des Glaubens anzuziehen.


Topas  
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#12 von Isai , 16.01.2013 16:51

Danke Topas!


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben.
Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 Neue evangelistische Übersetzung)

 
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#13 von Jurek , 16.01.2013 17:38

Auch von mir danke Topas!

Super Beitrag!

Zitat
Nichts darf ungefiltert einfach übernommen werden und im Zweifel sollte die Bibel die letzte Autorität sein, der man glauben sollte.


Mein Gedanke noch dazu: Eben, man muss SELBSTÄNDIGKEIT endlich mal erlernen (geschweige anerzogen bekommen)! Und das ist nicht überall eine Selbstverständlichkeit in Namen des missverstandenen "Einheit".
Die einen diktieren, die anderen sind zu willenlosen Empfängern erzogen worden…
Es grüßt der Milgramsche Experiment, aus dem viele absolut noch nichts gelernt haben.

Zitat
Darüberhinaus muß man sicher auch unempfindlich gegenüber Angriffen werden und die Menschenfurcht ablegen. Sie ist eine der größten Hindernisse, die verhindert, die richtigen Konsequenzen und Schlussfolgerungen zu ziehen.


Die "Mode" ist oft dann, die Personen anzugreifen, wenn man gegen derer Argumente nichts wirklich sachliches vorbringen kann. Weil über angreifen von Argumenten wäre man eher unempfindlich als wenn man zu Unrecht so beschuldigt und traktiert wird, oft gerade in religiösen Wahn und Fanatismus! …

Gruß!


 
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#14 von Schrat , 22.02.2013 11:28

Lieber Topas,

vielen Dank für Deine Beiträge. Sie waren sehr erbauend für mich! Schön wenn man merkt, daß man nicht allein auf weiter Flur für die Wahrheit des Wortes Gottes kämpft.

Gruß
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RE: Christlicher Fundamentalismus

#15 von Schrat , 21.04.2013 08:16

Liebe Leser,

alle, die nicht am Worte Gottes treu festhalten, werden von denen, denen sie gefallen möchten, noch sehr enttäuscht werden.
Sie sägen praktisch an dem Ast, auf dem sie selber sitzen. Ist es wirklich die Liebe zur Wahrheit, die Menschen bewegt, sich den dem Worte Gottes widersprechenden Theorien und Philosophien dieser Welt zuzuwenden? Oder ist es nicht vielmehr ein gewisser Amnpassungsdruck, der Welt gleichförmig zu werden, der Wunsch anerkannt zu werden und mitmachen zu dürfen? Das ist aber geerade der Weg, den unser Herr Jesus Christus nicht empfiehlt, wir müssen damit rechnen, daß uns die Welt hasst und verunglimpft und dürfen diesem Druck nicht nachgeben.

Es ist zwar so, daß auch "fundamentalistische" Christen nicht immer und auf alles eine Antwort wissen, doch haben sie soviel Vertrauen in Gott und in sein Wort gewonnen, daß sie das nicht gleich umwirft und sie an Gott und seinem Wort zweifeln lässt.
Ich muß da an Dr. Scheven denken, einem treuen "fundamentalistischen" Christen, der eine zeitlang ein schöpfungstreues Museum im Sauerland mit betrieben hat mit allerlei geologischen Ausstellungsstücken, die die Schöpfung und besonders die weltweite Sintflut belegen. Bei den Führungen fragte ihn ein Besucher einmal, ob er nicht auch mal zweifle. Seine Antwort war, Zweifel nie, aber Fragen bleiben schon mal übrig....

Ich für meinen Teil bin Gott dankbar, daß er mein Ausharren in dieser Sache reichlich belohnt hat und die übriggebliebenen Fragen jedenfalls für mich immer weniger geworden sind.

Gruß
vom Schrat


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