Soziales Evangelium

#1 von Schrat , 26.07.2012 17:23

Liebe Mitleser,

ein kontroverses Thema zwischen Christen ist zweifellos das "soziale Evangelium" und hiermit ist gemeint, daß Christen auch aktiv politisch tätig werden müßten, um die Verhältnisse in dieser Welt zu ändern.

Ich persönlich bin der Auffassung, daß dies nicht Auftrag an Christen ist und wir dadurch zu einem Teil der Welt werden, von der Christus sagte, daß wir davon kein Teil werden sollten.

So sehr uns als Christen all die Ungerechtigkeit schmerzt, so wie Lot all die Ungerechtigkeit in Sodom und Gomorrha schmerzte, ist es doch nicht der Auftrag an Christen, dies zu ändern. Christen können nur sich selbst bemühen, nach den guten Grundsätzen Gottes bei sich selbst und ihrem Umfeld nach Gottes Grundsätzen zu handeln und das übrige Gott und seinem Königreich zu überlassen. Die Hauptaufgabe von Christen ist es das Evangelium vom Reich und damit in Verbindung stehende Grundsätze zu lehren. Soziales Engagement ist gut und richtig, aber zweitrangig. Insofern wirken sie als "Salz der Erde", nicht aber, indem sie aktiv politisch tätig werden oder Partei ergreifen. Christen können das gegenwärtige Leid der Erde nicht ändern.
Wenn sie es dennoch versuchen würden, liefen sie Gefahr, ihren eigentlichen Auftrag zu verfehlen und sich an einer nicht lösbaren Aufgabe zu verbrauchen, sozusagen "gegen Windmühlen kämpfen".

Unabhängig davon ist die Frage zu sehen, die Erfüllung biblischer Prophezeiungen zu beobachten und den "Menschen der Gesetzlosigkeit" zu erkennen und auch blosszustellen.

Selbst unter den Evangelikalen geht ein Riß in dieser Frage. Hier einmal eine Stellungnahme
von http://www.das-wort-der-wahrheit.de/news...hp?id=88&nid=26

Zitat
Wenn die Gemeinde sich in die politischen Streitereien und Interessenkämpfe dieser Welt einläßt, wenn sie für Umweltschutz und soziale Besserstellung kämpft, gegen Großkonzerne, Mächtige und die Obrigkeit, dann verläßt sie ihre gottgewollte Stellung und macht sich schmutzig im Interessen- und Parteienstreit dieser Welt. Sie verliert ihre Vollmacht, auf die Ewigkeit hinzuweisen, auf die Rettung in Christus, auf das kommende Reich des Messias als einzigen Weg zu Frieden und Gerechtigkeit.

Sie nimmt vielmehr am politischen Programm der antichristlichen Mächte teil, deren großes Ziel es ist, Frieden und Gerechtigkeit hier und jetzt, in dieser Welt und mit den Mitteln dieser Welt, zu schaffen. Das zeigt sich heute ganz konkret an Projekten wie dem PEACE-Plan und der „Micha-Initiative“, mit denen führende Evangelikale dem verfehlten Kurs des Weltkirchenrates nachlaufen und mit antichristlichen Projekten der UNO zusammenarbeiten. Hier wird das verfälschte „soziale Evangelium“ der liberalen Theologie Anfang des 20. Jh. in etwas abgeänderter Form weitergeführt. Die „Mission der Kirche“ müsse unbedingt das sozialpolitische Engagement, den Protest zugunsten der Benachteiligten, gleichwertig zur Evangelisation vorantreiben; so wurde es auch von vielen liberalen Evangelikalen gefordert, was zur Aufnahme des angeblichen sozialpolitischen Auftrages in die Lausanner Verpflichtung von 1974 führte.

Gruß
vom Schrat


Die Wahrheit hat den Irrtum nicht zu fürchten, wohl aber der Irrtum die Wahrheit (Raymond Franz)

 
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RE: Soziales Evangelium

#2 von Jurek , 31.07.2012 14:42

Ich bin der Meinung, dass wahre Christen könnten auch nicht besonders viel Weltpolitisch (ver)ändern, wenn sie es auch wollten, außer in einigen Sachen, die besonders auch national und sie betrifft.
Denn Politik ist m.E. oft zu schmutzig und Gewalttätig, um sich da wirklich als Christ wie etabliert engagieren zu können.
Vielleicht irre ich mich, aber das ist meine persönliche Meinung dazu, die man (nach wie vor) gerne auch korrigieren mag.

Dennoch ist die Aufgabe der Christen LIEBE zu bekunden!
In Joh 13:35 steht, dass wir LIEBE untereinander haben sollen, an der man die wahren Christen erkennt. Aber bezieht sich das nur unter Christen und nicht darüber hinaus?

Was nützt ein Evangelium einen, der vor Verhungern und/oder anderen großen Problemen steht?
Sollten wir nicht sowohl geistig wie sozial (d.h. auch karitativ) (mit)wirken, und zwar nicht nur gegenüber unseren Brüdern im HERRN?

Zitat
Unabhängig davon ist die Frage zu sehen, die Erfüllung biblischer Prophezeiungen zu beobachten und den "Menschen der Gesetzlosigkeit" zu erkennen und auch blosszustellen.


Vielleicht unter einem neuen Thema wäre es interessant das zu behandeln, um welche Endzeitprophezeiungen es geht und um welche ‚Menschen der Gesetzlosigkeit’ darin auch geht? Würde mich mal gesondert auch interessieren.

Aber natürlich ist klar, dass Christlicher Glaube und Weltpolitik gehören nicht zusammen, auch wenn sie sich manches Mal in gewissen Fällen „überschneiden“.
Auch Paulus berief sich auf Kaiser und nutzte seine römische Staatsbürgerschaft und nutzte die politischen Privilegien … Auch wir zahlen dem „Kaiser“ die Steuern und dürfen vor ihm unsere Begehren äußern für gewisse politische Veränderungen.

Gruß


 
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RE: Soziales Evangelium

#3 von Jurek , 17.05.2015 10:40

Interessanten Vortrag gab es heute von der "ARCHE":
http://www.arche-gemeinde.de/predigten/?download=1146


"Und dies ist das Zeugnis: dass GOTT uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in Seinem SOHN.
Wer den SOHN hat, hat das (wahre) Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, hat das (wahre) Leben nicht.
"
1. Johannes 5:11,12.

 
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Ist unsere heutige Erkenntnis bestenfalls nur Stückwerk ?
Demut, eine wichtige Eigenschaft

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