RE: Zeitspannen

#31 von Georg , 28.04.2012 12:52

Lieber Schrat,

vielen Dank für Deine Ausführungen.
Ich muss aber gestehen, dass ich immer noch nicht so ganz das ganze verstanden habe.:o

Vielleicht wäre es für mich einfacher auch Dich, wie auch die Thematik in einem anderen Blickwinkel zu verstehen, wenn du mir den NT Vers zeigen könntest, wo sind da für das "Gesetz" n u r die 10 Gebote aber nicht das Mosaische Gesetz gemeint , also die Thora? (Thora ist auch nicht das ganze AT sondern nur die 5 Bücher Mose).
Bitte aber keine langen Abschnitte aus der Bibel, damit ich den von dir gemeinten Kernvers sehe, auf den Du dich beziehst, wo ich mir dann selber den Zusammenhang dann noch dazu nachlesen kann.
Vielen Dank Dir!

Du schreibst, dass ein Fluch auf denen lag, die das Gesetz nicht hielten.
Nun ja, wer konnte das Gesetz (die Thora) wirklich halten? Deswegen brauchen auch wir den Erlöser!!
Das was wir uns selber verdienen können, ist nur unser Tod.
Ich persönlich habe das so verstanden, dass der im Kontext gemeinte Fluch des Gesetzes eben auf allen lag, nicht nur auf bestimmten Menschen. Oder werden in der Bibel da welche ausgeklammert?
Klar, die die es absichtlich versäumten, standen besonders unter diesen Fluch. Aber halten mussten sie sich an die Thora, auch zu der Zeit Jesu (Jesus auch). Da hat man nicht den Rest ausgeklammert.
Oder bist Du da einer anderen Meinung?

Was ich auch noch nicht ganz verstanden habe, ist deine Auslegung von Matthäus 5:17, wonach das Gesetz nicht aufhören wird (welches bitte konkret? Denn Jesus hat sich bestimmt nicht nur auf die 10 Gebote bezogen, unter Er selber stand, sondern eben auch an die Thora).---
Ich verstehe aber die Worte Jesu dort so, dass Jesus nicht gekommen ist dieses Gesetz aufzulösen, wie man es Ihn oft vorgeworfen hatte, sondern dieses Mosaische Gesetz als der einziger (siehe oben) wirklich zu erfüllen (was niemand sonst konnte) und damit den Fluch des Gesetzes von den Menschen zu nehmen. Erst dann hat das Gesetz seine Wirkung des Fluches verloren und wurde ans Kreuz genagelt.
Dass das mosaische Gesetz weiterhin bestehen wird, kann ich eigentlich aus Matthäus 5:17 nicht herauslesen. Auch meiner Ansicht nach nichts von den 10 Geboten. Tut mir leid.
Vielleicht fehlt mir der Aufschluss dazu.--

Aber:Waren nicht in dem mosaischen Gesetz auch die 10 Gebote enthalten? Und gehörte das auch nicht zusammen?
Ich denke, dass die GRUNDSÄTZE sich natürlich nie ändern werden, wiewohl das Zeremonialgesetz.
Somit auch die Grundsätze aus den 10 Geboten werden sich auch nicht ändern. Und da sind wir sicher einer Meinung;)

Wenn aber Paulus von den Werken spricht, welches Gesetz wird er wohl da meinen? …

Apostelgeschichte 24:14 verstehe ich so, dass der Zusammenhang dort besagt, dass Paulus glaubt alles was im Gesetz und Propheten über den Christus gesagt ist. Darum geht es ihm, so wie ich ihn verstehe.
Dass Paulus sich nach dem mosaischen Gesetz orientiert und danach handelt, obwohl er eben (wie es dort heißt), gemäß dem Weg, welchen manche als Sekte bezeichnen, geht, das kann ich auch nicht so recht erkennen.

Vielleicht, wenn Du noch magst, kannst Du noch einige erklärende Gedanken dazu schreiben?

Vielen herzlichen Dank und besonders liebe Grüße von Georg


PS:
Und wenn Gott seiner Gerechtigkeit uns gegenüber ihren Lauf lässt? Wenn Er über uns Gericht hält gemäß unseren Taten, die in seinen "Büchern" verzeichnet sind? Dann sind wir verloren! Dann empfangen wir dafür die gerechte, ewige Vergeltung. - Wo aber bliebe der Beweis von Gottes Liebe?


 
Georg
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RE: Zeitspannen

#32 von Gast , 28.04.2012 20:04

Lieber Georg,

was nach meinem Verständnis auf jeden Fall ewige Gültigkeit hat sind die 10 Gebote, weil sie moralisch-sittliche Maßstäbe sind, die sich nicht ändern können, weil Gott sich nicht ändert.

Was das übrige "Gesetz" anbelangt, so steht dieses nicht auf der gleichen Stufe, wie die 10 Gebote. Dies wurde auch äußerlich dargestellt, indem die 10 Gebote von Gott selbst auf steinerne Tafeln geschrieben wurden und in der Bundeslade aufbewahrt wurde, während die übrigen Gebote und Satzungen auf vergänglichem Material geschrieben wurden und an die Bundeslade gelehnt wurde.

Genau genommen, wurde auch das übrige Gesetz eigentlich nicht "aufgehoben", sondern die Teile, die zeremoniellen Charakter hatten, erfüllten sich in Jesus Christus. Wir haben es vielfach mit dem Gegenbild dieser bildlichen Darstellungen zu tun, wie Paulus in Hebräer Kapitel 9und 10 erklärt. Insofern gilt auch dieses Gesetz weiter, nur vielfach in der erfüllten Form. Diese übrigen Satzungen waren im Dinge, die in Verbindung mit einem bestimmten Volk, in einem bestimmten Staatsgebiet galten. Da nun Gottes Volk auf der ganzen Erde verbreitet ist und unter allen Nationen lebt, kann das natürlich nicht so 1:1 umgesetzt werden. Wir brauchen deshalb uns auch keinen Bart wachsen lassen, keine blauen Fransen an unserem Überhang, keine Beschneidung usw. Diese Dinge dienten ja dazu, eine Trennung zu den übrigen Nationen zu bewirken. Diese Trennung ist jedoch mit Jesu Opfertod so buchstäblich nicht mehr notwendig. Wir müssen vielmehr den geistlichen Gehalt dieser Dinge erkennen und umsetzen. Z.B. statt der buchstäblichen Beschneidung die Beschneidung des Herzens. Auch wir müssen uns von der Welt getrennt halten, so wie die Juden unter dem alten Bund, aber auf andere Weise, nicht so sehr durch äußerliche Dinge.

Nur so gesehen konnte Paulus zu Recht sagen "Heben wir das Gesetz auf? Das geschehe nie! (Römer 3:31) und auch zu König Agrippa reinen Herzens sagen, daß die Anklage seiner Feinde nicht zutrifft, daß er sich nicht an das Gesetz halten würde. Wenn das Gültigkeit hätte, was allgemein in der Christenheit gelehrt wird, daß das Gesetz für Christen nicht mehr gültig wäre, hätte Paulus dies nicht sagen dürfen.

Gruß
vom Schrat


RE: Zeitspannen

#33 von Schrat , 28.04.2012 20:13

Liebeer Georg,

ich habe wieder mal vergessen mich einzuloggen. Deswegen folgender Nachtrag.

Du sprichst etwas an, was viele bei denen "monieren", die der Meinung sind, daß das Gesetz nicht aufgehoben wurde. "Wie kann ich denn nun erkennen, welches Gesetz gemeint ist"?

Ich sehe darin kein Problem, wenn man den Zusammenhang und die biblischen Hinweise beachtet. Wenn Jesus in Matthäus 5:17 sagt, daß er gekommen sei "...um dem Gesetz volle Geltung zu verschaffen" so bezieht sich dies eigentlich auf das ganze Gesetz also die "Thora". Ihm wurde volle Geltung verschaft, in dem sich in ihm das Gegenbild der Schattenbilder erfüllte. Aber auch hinsichtlich der 10 Gebote. Er hat die Beachtung dieser Gebote ins richtige Licht gerückt, in gewisser Hinsicht sogar verschärft, wenn wir daran denken, daß er Ehebruch schon im Herzen beginnend bezeichnet oder jemand, der seinem Bruder ohne Vergebung zürnt dem "obersten Gerichtshof schuldig ist".

Die Bibel läßt im NT klar erkennen, daß der sittlich-moralische Maßstab der 10 Gebote auch für Christen gilt. Ich hatte diesbezüglich auf Römer Kapitel 2 ab Vers 12 hingewiesen. Dort werden einige der 10 Gebote aufgeführt, die die Römer zu Recht hielten, allerdings dafür getadelt wurden, daß sie andere diese Gebote lehrten - was nicht verkehrt war und ist und auch nicht getadelt wurde! -, sondern daß sie sich selbst dann nicht daran hielten.

Wir müssen natürlich auch das beachten, was Paulus in 1. Timothus 1:8 schreibt "...das Gesetz ist vortrefflich und gut, sofern man es gesetzmäßig handhabt. Wir müssen den Sinn und Zweck des Gesetzes beachten. Es sollte den Menschen vor Augen halten, daß sie selbst es nicht erfüllen konnten, sich also nicht selbst retten konnten, sondern des Erlösers Jesus Christus bedurften. Und zu diesem "gesetzmäßig" ist meiner Meinung auch das ganze Umfeld einzubeziehen, nämlich wie schon erwähnt, daß es eine Vorbildnation hatte sein sollen. Dieses Umfeld, dieser Rahmen ist seit Jesu Opfertod nicht mehr gegeben. Wir können es in vieler Hinsicht also nicht mehr "gesetzmäßig" anwenden, weil die Bedingungen dafür nicht mehr bestehen, z.B. die Gesellschafts- Rechtsordnung und das Staatsgebiet.

Gruß
vom Schrat


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RE: Zeitspannen

#34 von Georg , 29.04.2012 13:13

Lieber Schrat,

ich möchte Dich fragen, ob auch Sabbat eine ewige Gültigkeit hat?
Und was verstehst Du darunter, dass Jesus Herr des Sabbats ist?
Und was meinte Paulus in Bezug auf den Sabbat in Kolosser 2:16?
Welchen Sinn haben Galater 4:10f oder Römer 14:5ff und andere?

Ich möchte Dich nur mal Dich besser verstehen, wie Du das siehst.

Zu Römer 3:31, um welches Gesetz geht es da eigentlich? Ich denke
Dass Paulus auch im achten Kapitel darauf noch besser eingeht.
Ich denke, da müssen wir eher unterscheiden zwischen dem Gesetz
des Fleisches, und dem Gesetz des Geistes, durch die Gnade Gottes.
Deswegen erklärt auch Paulus im Kontext zu Römer 3:31 im Vers 27
dass es sich da um das Gesetz des Glaubens handelt, welches nicht
aufgehoben werden wird. Denn der Mensch wird nicht aufgrund welcher
besonderen Gebote o. Werke gerechtfertigt, sondern allein aus Glauben.
Und deswegen, weil auch wir aus den Heiden auch zur Gott gehören,
und nicht nur Juden, wirkt dieses Gesetz des Glaubens (Rettung aus
Glauben nicht aus Gesetzeswerken). Und wir tun durch unseren
Glauben nicht das Gesetz der Juden aufheben, sondern Jesus hat
das alles erfüllt und ans Kreuz den Fluch des Gesetzes gebracht.
In dem Zusammenhang schreibt auch Paulus (Römer 3:14), dass
wer sich an das gemeinte Gesetz (auf welches Du dich aus Römer
3:31 beziehst) als Erbe, also Jude, bezieht, dann wäre der Glauben
nutzlos und die ganzen Verheißungen wären vergebens. Denn das
Gesetz bewirkt Zorn vor Gott!
Also welches Gesetz meint wohl Paulus in Römer 3 ?.
Sicher nicht die 10 Gebote, oder?
Paulus hatte sich an das neue Gesetz des Christus gehalten.
Das wäre viel zu wenig, wenn er sich nur an die 10 Gebote
gehalten hätte, wie ich meine, und viel "zuviel", wenn er sich
an die ganze Thora =(Mosaische Gesetz) gehalten hätte.

Du schreibst auch:
"Wenn Jesus in Matthäus 5:17 sagt, daß er gekommen sei "...um dem
Gesetz volle Geltung zu verschaffen" so bezieht sich dies eigentlich auf
das ganze Gesetz also die "Thora"."
Meine Frage dazu: Sagte Jesus das wirklich, dass Er der Thora volle
Geltung verschaffen wollte?
Zumindest in meiner Bibel und Onlinebibel steht in Matthäus 5:17 ganz
was anderes.;)
Ich persönlich denke nur mal so, dass es ein Unterschied darin besteht,
ob nun Jesus quasi endlich mal dem Gesetz (Thora) Geltung verschaf-
fen wollte, weil die Schriftgelehrten und Pharisäer das verdreht hatten,
oder, dass Er gekommen ist um als der Erste endlich das Gesetz zu
erfüllen. Als Derjenige, Der nun Anspruch darauf hat, durch Erfüllung
des Gesetzes dieses ewige Leben in Anspruch zu nehmen (für uns),
damit wir von dem Fluch des Gesetzes befreit sind, welches dann
nur den Tod für uns bedeutete, also dass Blut vergossen werden
musste, weil wir alle mitsamt Versager waren.

Du schreibst, dass Jesus hat die Beachtung dieser Gebote ins richtige
Licht gerückt, in gewisser Hinsicht sogar verschärft, wenn wir daran
denken, daß er Ehebruch schon im Herzen beginnend bezeichnet oder
jemand, der seinem Bruder ohne Vergebung zürnt dem "obersten
Gerichtshof schuldig ist".
So sehe ich das auch!:)
Und von Liebe sagte Jesus auch, dass Er uns ein neues Gebot gibt!
Also inwiefern soll auch das Liebegebot aus den 10 Geboten noch
gelten? Und das, was auch Du dazu richtig beschreibst?

Auch bei 1. Timothus 1:8 muss man natürlich den Gesamtkontext
beachten und auf wem das zutrifft (V.9). Und also welchen Gesetz
predigte wohl Paulus (V.11)?
Hat allgemein der Paulus das mosaische Gesetz gepredigt oder in
"Abgeschwächter Form" die 10 Gebote, wenn man wirklich das tut
was Du geschrieben hast: "Wir müssen den Sinn und Zweck des
Gesetzes beachten "?

Ich habe viele Fragen in dem Zusammenhang, ja, und ich hoffe,
dass wenn Du wann durch die Woche mal vielleicht für die eine oder
andere hierfür gestellte Frage Zeit finden solltest, dann freue ich
mich darüber natürlich sehr, dazu einige Erklärungen von Dir
zu dieser meiner etwas anderen Sicht zu bekommen, für die ich
jetzt schon im voraus danke.

Liebe Grüße
Georg


 
Georg
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RE: Zeitspannen

#35 von Schrat , 29.04.2012 19:08

Lieber Georg,

die Antwort habe ich eigentlich schon gegeben. Wenn vom Gesetz die Rede ist, ist vom ganzen Gesetz die Rede, der ganzen Thora, nur einzelne Teile davon sind nicht mehr wie ursprünglich anzuwenden, weil die gegenbildliche Erfüllung eingetreten ist bzw. die Rahmenbedingungen, für die und unter denen das Gesetz gegeben wurde, nicht mehr gegeben sind (das Gesetz gesetzmäßig handhaben)

Im übrigen ist meistens aus dem Zusammenhang ersichtlich, welches "Gesetz" hauptsächlich gemeint ist.
In Römer Kapitel 2 sehen wir aufgrund der Aufzählung konreter Teile der 10 Gebote, daß hier der Dekalog gemeint ist.

Gruß
vom Schrat


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RE: Zeitspannen

#36 von Schrat , 29.04.2012 19:42

Lieber Georg,

hier ein Nachtrag zu obigem Statement. Das Zeitfenster für Änderungen war schon geschlossen.

http://www.bibelschule.info/streaming/He...hoben_20227.pdf

Zitat
II. Was aufgehoben wurde
Der Ausdruck "Gesetz" wird im Neuen Testament sehr vielseitig verwendet. Damit können die fünf Bücher
Mose gemeint sein (Apostelgeschichte 24:14), das ganze Alte Testament (Johannes 12:34), das
Zeremonialgesetz (Hebräer 10:1, wie auch 5. Mose 31:24-26), oder die zehn Gebote (Römer 7:7 und andere).
Wenn der Apostel Paulus davon spricht, daß man aus dem Gesetz nicht gerechtfertigt werden kann, dann macht er keinen Unterschied zwischen Sittengesetz und Zeremonialgesetz (siehe Galater 5:1-4; 3:24ff.; und andere).

Wenn nun Paulus den Begriff "Gesetz" ohne nähere Erläuterung verwendet, dann muß der Zusammenhang
entscheiden, was er meint. Siehe zum Beispiel Epheser 2:12-18. Wenn hier von der Abschaffung des
Sittengesetzes die Rede wäre, dann würde Paulus sich angesichts solcher Stellen wie Römer 3:31; 13:10 oder
Galater 5:23 in heillose Widersprüche verwickeln. Vergleiche damit Kolosser 2:14, wo freilich wieder ein
anderer Gedanke vermittelt wird (die Handschrift, die ans Kreuz genagelt wird, ist unsere Schuld, die aus
Gesetzesübertretung, aus Handeln gegen die "Satzung" entstand).
Die Bibel läßt uns nicht im unklaren. Aufgehoben wurden:
1. Die Opfer: Hebräer 10:9-18. Das Gesetz bleibt offensichtlich bestehen (vv 16f.).
2. Die Priester: Hebräer 7:11-19; 8:1f. Jeder Gläubige ist Priester (1. Petrus 2:9).
3. Feste und Festsabbate: Kolosser 2:16f. Alles, was eben zeremoniell war.
4. Die Beschneidung: Galater 5:2-6. Vergleiche 1. Korinther 7:19.
5. Und damit die Trennung zwischen Juden und Heiden: Epheser 2:12-18; Römer 2:25-29. Auch in diesem
letzten Text kommt klar zum Ausdruck, daß das Gesetz bleibt.



Das das Gesetz - abgesehen von den aufgeführten Ausnahmen - an sich weiter bestehen bleibt wird deutlich durch das Zitat des Paulus in Hebräer 10:16, wo aus Jeremia 31:33 zitiert wird, wo prophetisch von einer Zeit gesprochen wird wo das GESETZ (welches wohl???) nicht auf Stein, sondern auf Herzen geschrieben würde. Der Leser der Bibelstelle Jeremia durfte konnte damals und heute nichts anderes verstehen, als das Gesetz, welches den Israeliten übermittelt worden ist!

Gruß
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Jeremia 31:31-33

#37 von Georg , 05.05.2012 10:12

Lieber Schrat

Vielen herzlichen Dank für deine Zeilen.
Du schreibst zum Schluß deiner Ausführungen, dass das Gesetz - abgesehen von den von Dir aufgeführten Ausnahmen - an sich weiter bestehen bleibt und dass dies durch das Zitat des Paulus in Hebräer 10:16 deutlich wird, wo aus Jeremia 31:33 zitiert wird, und wo prophetisch auf einer Zeit hingewiesen wird, wo das GESETZ (welches also?) nicht auf Stein, sondern auf Herzen geschrieben würde. Und Du meinst, dass der Leser der Bibelstelle Jeremia konnte damals wie auch heute nichts anderes darunter verstehen, als das Gesetz, welches den Israeliten übermittelt worden ist.
Handelt es sich dabei nicht um einen NEUEN Bund, welcher mit alten Bund und Gesetzen nicht mehr in Verbindung steht?
Denn ebenso dieser Paulus definierte auch dieses neue Gesetz, welcher nicht auf Steintafeln sondern im Herzen geschrieben steht:
"Trägt einer des andern Lasten, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen"
Galater 6:2
Meinte also Paulus das jüdische Gesetz, oder das neue Gesetz des Christus? (Beispiel: Matthäus 5:21,22,27ff).
Welches war also das Gesetz des Christus? Dasselbe wie im Alten Testament?
"36Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.» 38Das ist das erste und größte Gebot. 39Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 40An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."
Matthäus 22:36-40
DAS war das ganze Gesetz, oder nicht?

Jeremia 31:31-33 ist in dem Zusammenhang schon ein Thema wert, weil darin prophetisch für die (damalige) Zukunft ein also neues Gesetz geben wird, welches nicht mehr auf Steintafeln geritzt wurde, sondern auf die Herzen geschrieben sein wird.
Dort wird also zunächst gesagt, dass Gott ein neues Bund mit seinem Volk schließen wird. Welches neue Bund, welches es bis dato nicht gegeben hat?
Fundamentale Grundsätze (auch aus dem mosaischen Gesetz) ändern sich nie, aber das Gesetz als solches, aufgrund der veränderten Umstände, die Jesus gefügt hatte, schon.
Bist Du auch dieser Meinung?

Liebe Grüße
Georg


 
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RE: Jeremia 31:31-33

#38 von Schrat , 05.05.2012 11:43

Lieber Georg,

Unterschiede im Bibelverständnis ergeben sich häufig dadurch, daß man eine "Entweder-Oder"-Denkweise pflegt, obwohl vielfach eine "Sowohl-als-auch"-Denkweise angebracht ist.

Ich verstehe die Hinweise Jesu Christi als auch des Paulus auf ein größeres Gesetz, welches Paulus "das Gesetz des Christus" nennt, nicht als Konkurrenz zu dem Gesetz des AT, sondern als Zusammenfassung desselben.

Also

Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst = 10 Gebote

... oder auch umgekehrt. Das eine hebt nicht das andere auf, sondern die zwei Gebote sind der Extrakt der 10 Gebote.

Die zwei Gebote Jesu Christi faßt Paulus dann noch kürzer zusammen, indem er vom "Gesetz des Christus" = der Liebe spricht! Wenn ich mich als Christ von der Liebe leiten lasse, werde ich also nicht gegen die 10 Gebote verstoßen (jedenfalls nicht vorsätzlich und mutwillig, höchstens aus Unvollkommenheit). Nur die 10 Gebote sind nicht unwichtig, weil sie das allgemein gehaltene Liebesgebot, welches eigentlich auch schon bei den Israeliten unter dem Alten Bund bestand, näher definiert. Ohne die 10 Gebote wüßte ich z.B. evtl nicht, daß es zur Gottesliebe gehört, den von Gott ausgesonderten und als heilig bezeichneten Tag, den Sabbath, zu halten. Und auch bei den übrigen 10 Geboten, ja sogar dem ganzen übrigen "Gesetz", ist es gut, daß es sie gab, weil man so klarer erkennen kann, was lieblos und gesetzlos ist. Bei allgemein gehaltenen Gesetzen ist es immer gut, daß es "Ausführungsbestimmungen" gibt, wo man im Zweifelsfall nachschauen kann.

Aber ich muß es immer wieder betonen, weil es auch immer wieder mißverstanden wird:

Wir werden nicht durch das Halten der 10 Gebote gerettet, obwohl wir uns ernstlich bemühen sollten, sie zu halten, sondern durch Glauben an Jesus Christus.

Gruß
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RE: Jeremia 31:31-33

#39 von Georg , 06.05.2012 14:11

Lieber Schrat

ja, ich verstehe die Hinweise Jesu Christi als auch des Paulus, auf ein größeres Gesetz, welches Paulus "das Gesetz des Christus" nennt, nicht als Konkurrenz zu dem Gesetz des AT, sondern als Zusammenfassung desselben.
Dennoch ist das nicht nur eine Zusammenfassung, sondern auch eine völlige Erneuerung desselben.
Den Nächsten wie sich selbst zu lieben, ist sicher nicht mehr genau dasselbe, was in den 10 Geboten war, wenn Jesus uns dazu ein neues Gebot gab. (Das als Beispiel)
So verstehe ich das halt.

Liebe Grüße
Georg


 
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RE: Jeremia 31:31-33

#40 von Schrat , 06.05.2012 20:25

Lieber Georg,

in den 10 Geboten sind die wichtigsten und häufigsten Dinge zusammengefaßt, in denen man gegen Gott und seinen Nächsten lieblos und gesetzlos handeln könnte.

Wie Jakobus uns in Verbindung mit den 10 Geboten zeigt, könnte es sein, daß jemand die 10 Gebote hält, aber doch gegen das "Gesetz" verstößt. "Wie ist das möglich?", mag jemand fragen. Jakobus spricht davon, daß damals in der Versammlung Personen waren, die parteilich handelten und die Reichen gegenüber den Armen bevorzugten. (Jakobus Kapitel 2). Ich sehe gerade in Jakobus Kapitel 2 keinen Hinweis, daß das Gesetz der 10 Gebote aufgehoben wurde, eher das Gegenteil. Wieso werden sonst einige dieser Gebote aufgeführt? Der Fehler dieser lieblosen Menchen war ja nicht, daß sie diese Gebote hielten, sondern der Fehler war, daß sie Parteilichkeit bekundeten und dadurch lieblos handelten.

In den 10 Geboten findest Du kein Gebot "Du sollst nicht parteilich handeln", aber trotzdem hatten diese Personen, wie Jakobus uns zeigt, gegen das "Gesetz" verstoßen. Nämlich gegen das "Gesetz" oder den Grundsatz der Liebe! Ferner war der Grundsatz "nicht parteilich handeln" in den übrigen Geboten des "Gesetzes" (der Thora) durchaus vorhanden. Die Stellen sind Dir sicher bekannt, ich mach mir deswegen nciht die Mühe, sie einzeln aufzuzählen, wie z.B. das Richter nicht parteilich handeln sollten.

Das ist auch ein Hinweis, daß mit "Gesetz" vielfach die Thora als Ganzes gemeint ist, soweit nicht wegen des zeremoniellen Charakters nunmehr die gegenbildliche Erfüllung zum Tragen kommt.

Gruß
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RE: Jeremia 31:31-33

#41 von Georg , 12.05.2012 10:31

Lieber Schrat,

vielen Dank für deine netten Ausführungen.
Und ich denke auch, dass in den 10 Geboten sind die wichtigsten und häufigsten Dinge zusammengefasst, in denen man gegen Gott und seinen Nächsten lieblos und gesetzlos handeln könnte.

Ich weiß aber jetzt nicht so recht, ob Jakobus sich wo wirklich nur auf die 10 Gebote bezieht, oder das allgemeine Gesetz (Thora) meint? Ich denke, dass man das auch anders sehen kann.
Aber natürlich etliche Grundsätze aus der Thora, sind nicht bloß Gebote. Grundsätze ändern sich nie und gelten natürlich auch heute noch.

Liebe Grüße
Georg


 
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RE: Jeremia 31:31-33

#42 von Schrat , 12.05.2012 20:09

Lieber Georg,

das königliche Gesetz, von dem Jakobus spricht ist das, was auch der Herr Jesus Christus hervorhob, nämlich Gott über alle Dinge und seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben. Wie Jesus sagte, hängt darin das ganze Gesetz (nicht nur die 10 Gebote, die "Thora").

Das war aber keine neue Sache, sondern schon im AT zu finden.

Aus Bibelkommentar JohnMcArthur

Zitat
2,8 königliche Gesetz. Eine bessere Übersetzung ist »oberstes Gesetz«. Dahinter steht der Gedanke, dass dieses Gesetz souverän oder verbindlich ist. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Zusammen mit dem Gebot, Gott zu lieben (5Mo 6,4.5), fasst dieses oberste Gebot (ein Zitat aus 3Mo 19,18), das ganze Gesetz und die Propheten zusammen (Mt 22,36-40; Röm 13,8-10).



Jakobus meint also das ganze Gesetz, die Thora, abgesehen von den Teilen, bei die zeremonielle Bedeutung hatten.

Gruß
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RE: Jeremia 31:31-33

#43 von Georg , 13.05.2012 12:52

Lieber Schrat

Du schreibt immer noch, dass die zwei Gebote Jesu waren aber keine neue Sache, sondern schon im AT zu finden.
Warum sprach Jesus dann, dass er uns ein neues Gebot gibt? Das steht in Johannes 13:34.
Wieso soll das also das alte gewesen sein?

Liebe Grüße
Georg


 
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RE: Jeremia 31:31-33

#44 von Schrat , 13.05.2012 19:55

Lieber Georg,

der Textzusammenhang in Joh 13:34 zeigt, wie das mit dem "neuen Gebot" gemeint war.

Zitat
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt.



Auch mein Kommentar McDonald, McArthur und mein Walvoord-Kommentar sehen es so.

Zitat
Während seiner Abwesenheit sollten die Jünger durch das "Gebot" der Liebe regiert werden. Dieses Gebot war zu diesem Zeitpunkt nicht neu, denn die Zehn Gebote lehren, Dott und den Nächsten zu lieben..................
...............
Wie es in diesem Vers erklärt wird, ist es auch neu im Sinne einer h ö h e r e n Ebene der Liebe "wie ich euch geliebt habe".



Jesus setzte mit seiner Liebe einen neuen Maßstab. Er spricht also nicht davon, daß die alten Gebote aufgehoben und durch ein neues Gebot ersetzt worden wäre. Solch eine Interpretation widerspricht seiner Aussage in Matthäus 5:17, wonach er keineswegs gekommen sei, um das Gesetz aufzuheben, sondern um ihm volle Geltung zu verschaffen. Nicht ein Tüpfelchen des Gesetzes würde aufgehoben, sondern es würde bestehen, solange es Himmel und Erde gibt.

Gruß
vom Schrat


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RE: Jeremia 31:31-33

#45 von Georg , 19.05.2012 10:11

Lieber Schrat,

ich stimme mit Dir darüber überein, dass Jesus wollte das Gebot der Liebe aus dem AT nicht wie ungültig machen und durch irgendein neues ersetzen, aber dieses Gebot hatte Jesus weit in seiner Bedeutung vertieft (wie etliche andere auch), wie es solche im AT nicht in der Form gab ("so wie ich euch geliebt hatte").
Im AT war keine Rede davon, dass man auch sein Leben für seinen Bruder lassen würde.
Das Gebot der Liebe an sich, war nicht neu, aber der Ausmaß davon.

Ich persönlich sehe Matthäus 5:17 nur im gewissen Zusammenhand damit. Denn was Jesus erfüllt hatte von den ganzen jüdischen Gesetzen, welches kein anderer Mensch wirklich 100% erfüllen konnte, hatte der Herr eben schon für uns erfüllt und das ist für uns nicht mehr bindend in und durch Sein Erlösungswerk.
Lediglich die Grundsätze daraus, die ändern sich natürlich nicht.

Kannst Du dem nicht zustimmen?

Liebe Grüße
Georg


 
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GOTT und seine Eigenschaften
BLUT (-Wurst) - ja oder nein?

Joh 3:16
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