Johannes-Evangelium

#1 von Jurek , 04.09.2010 08:41

In der TV-Ansprache der „Arche“, hatte Pastor W. Wegert mit der Besprechung des Johannes-Evangeliums begonnen.
Die Anfangsverse hatte er zunächst mit der Aussage erwähnt: „und Gott war das Wort“, auch wenn er später doch las: „und das Wort war Gott“.
Ist das ein und dasselbe, wie man die Satzstellung hernimmt?

Ich pers. bin der Meinung, dass durch bestimmte Hintergrundmeinungen nicht egal ist, ob man sagt: „und Gott war das Wort“, oder: „und das Wort war Gott“. – Je nach dogmatischer Vorbildung durch Menschen, die man dann mit der Bibel ‚prüft’, - oder doch umgekehrt …
Wer ist also mit diesem (und welchem) „Gott“ gemeint? Das ist die Frage, von der alles abhängt, wie der Pastor Wegert es ausdrückte.

Pastor Wegert zitiert die Bibel aus Joh-Ev. 1:18:
Niemand hat Gott je gesehen; als der eingeborene, der Gott ist, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündigt.
und sagt dazu, dass der „Eingeborene, der in des Vaters Schoß ist, ist Gott. Das ist die eindeutige Botschaft des Johannes.“
Und die Grundlage des Christlichen Glaubens mit der alles steht oder fällt… (Berufung auf Joh 17:3 und besonders dann 2.Joh 1:10).

Bei Joh 1:18 fällt mir zweierlei auf, welches ich zur Sprache bringen möchte:
1. „eingeborener“;
2. „der Gott ist“.

Das JESUS nie „geboren“ oder vom VATER erschaffen wurde, dem wird doch nicht in der Bibel widersprochen?
Und dass in 1:18 steht „der Gott ist“, halte ich pers. eher für ein Gerücht. Es ist m.E. im trinitarischen Sinn verfälschte Aussage, wo dann auch noch 2.Joh 1:10 nicht gelten kann...
Die Dietzfelbinger-Übersetzung übersetzt es so:


Angefügte Bilder:
Joh 1,18.jpg  
 
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1:3

#2 von Jurek , 19.09.2010 11:31

In heutiger TV-Ansprache, hat Pastor Wegert von Unerschaffenheit JESU gesprochen, die aus dem V.3 hervorgehen soll…
Geht das wirklich aus diesem Vers hervor?

Pastor Wegert meint, dass in der Aussage der Bibel (V.3) steht, dass ALLES ist DURCH das WORT (JESUS) erschaffen, was erschaffen wurde, und es wurde NICHTS erschaffen, was durch das Wort ins Dasein kam.
= „Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.

Bedeutet diese Aussage, dass JESUS in seinem vormenschlichen Dasein keinen Anfang hatte?

Ich bin nicht der Meinung, dass man hier das so verstehen kann, denn auch für einen Trinitarier wie Pastor Wegert sollte sich das nur auf die allgemeine Schöpfung beziehen, die durch den SOHN erschaffen wurde, wo sowohl der VATER, Hl. GEIST und der SOHN davon ausgenommen wären.
Denn warum soll diese Bibelstelle sich nicht auf die allgemeine Schöpfung beziehen in Verbindung mit dem „Wort“?
VATER-SOHN Beziehung und Kindschschaft, ist eine andere, als die Schöpfung betreffend...
Wenn man alles so wortwörtlich hernimmt, wie Pastor Wegert hier das tut, dann frage ich mich, wie schaut es aus mit solchen biblischen Aussagen wie z.B. der Joh 10:29? = Und in der Tat, Pastor Wegert meint dazu, dass man sich nicht einmal selber davon wegreißen kann (dem ich nicht zustimme). Oder auch 1.Tim 2:4. = Werden deswegen wirklich ALLE gerettet werden? Das sagen aber die „Allversöhner“…
Oder Phil 2:9,10 = steht da wirklich, dass JESUS über alle erhöht wurde und einen Namen über alle anderen hat (wie über den seines VATERs)? Etc., die mir so spontan einfallen.

Wenn der SOHN aus dem Schoß seines VATERS kommt, was würde das bedeuten? Sind Spr 8:22; Kol 1:15 u.ä. nicht auch eine Möglichkeit der Interpretation, dass JESUS vor der allgemeinen Schöpfung, von JEHOVA hervorgebracht wurde?


 
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5:26

#3 von Jurek , 14.10.2010 20:06

Wie ist diese Bibelstelle richtig zu verstehen:
Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben“?

Darin lese ich heraus, dass es einen Zeitpunkt gab, in dem der VATER dem SOHN das „Leben in sich selbst“ verliehen hat zu haben, und dass das nicht schon seit Evigkeiten her so ist.
Da steht es nicht, dass der SOHN (so nach der Trinität) immer schon selber unsterblich wäre, und das Leben anderen verleihen hätte können, da die Trinitarier meinen, dass JESUS nicht gänzlich gestorben sei und ein Schöpfer-GOTT war. …

Wann hat der VATER dem SOHN verliehen Leben in sich selbst zu haben?
Der VATER verlieh dem SOHN das Leben in sich selbst zu haben, als Er (der SOHN) von den Toten auferstanden war und wieder in den Himmel aufgefahren war und sich zu Rechten des VATERS setzte. Von da ab hat JESUS diese Schlüssel des Todes von VATER erhalten, mit denen Er die Fesseln des Todes öffnen und sperren kann. (Offb 1:18).


 
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18:6

#4 von Jurek , 12.04.2011 08:22

Wegen „ego eimi“ („ich bin“):

Einst war die Dienerschaft ausgesandt worden, um gegen JESUS Beweise zu sammeln (Mat 22:16ff). Stattdessen waren sie von JESU Lehren und seinem Auftreten sehr angetan. Denn Er sprach wie Einer, der göttliche Autorität hatte, und nicht wie die Prarisäer und Schriftgelehrten.
Da JESUS nicht unbekannt war mit seinem Wirken und Reden (Joh 7:45ff), aber bei Tag Ihn niemand von den Vorstehern wegen dem Volk ergreifen lassen wollte, ist wohl auch nicht auszuschließen, dass diese Leute, die JESUS festnehmen sollten, auf einmal zurückgewichen sind, als sie Ihn erkannten, und auf ihr Angesicht gefallen sind. Aber nicht, weil sie JESUS für den „allmächtigen GOTT in Menschengestalt“ angesehen hätten. …
Trotz dieses Erkennungszeichens „Judaskuss“, war JESUS nicht allen so unbekannt gewesen, dass keiner Ihn vom Aussehen her und seiner Reden her nicht kennen würde.


 
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2:19; 10:18; 11:26

#5 von Jurek , 24.04.2011 19:49

Auferstehung der Toten?

„Tod“, was ist das eigentlich?
Im religiösen Denken der Christenheit wird behauptet, dass der Mensch nicht wirklich in unbewusste Nichtexistenz übergeht, sondern als Seele bewusst weiter lebt, weil er unsterbliche Seele hat. …

So habe ich heute die Predigt des Pastor Wegerts von der „Arche“ gehört, wonach er sich auch über sich dahingehend geäußert hat.

Im heutigen Tagestext aus „Der Herr ist nahe“ wurde zuerst die Stelle aus Apg 2:24 zitiert, wo die Rede davon ist, dass der GOTT (VATER) hat seinen SOHN auferweckt, - und dann wurde dazu kommentiert:

Zitat
Gott hat Christus aus den Toten auferweckt! Die Heilige Schrift bezeugt diese Tatsache ebenso deutlich, wie sie andererseits mit großer Sorgfalt betont, dass Jesus selbst in eigener Macht und in der Kraft seines unauflöslichen Lebens auferstanden ist (vgl. Johannes 2,19; 10,18).


Wie kommt man eigentlich darauf, dass JESUS sich selbst auferweckte? Gibt es einen einzigen biblischen Beweis dafür?

In Joh 2:19 heißt es:
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten!“.
Wird darin im Kontext der biblischen Aussagen gesagt, dass JESUS sich selber dann auferwecken würde?

In Joh 10:17,18 heißt es:
Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen“.
[Zitate nach der Schlachter-Übers.]
Wird auch darin im Kontext der biblischen Aussagen gesagt, dass JESUS sich selber dann auferwecken würde (weil Er gar nicht tot war, um das tun zu können)?
Diese Wiedergabe aus Kap.10, V.17+18 aus der Schlachter-Bibel, verleiht dieser Aussage der Bibel den Eindruck, als ob JESUS darin meinen würde, dass Er sich auch selber auferwecken könnte.
Doch ist diese Aussage im Gesamtkontext der Bibel so richtig wiedergegeben?
Der dort verwendete hellenische Begriff für hier verwendetes: „(habe die Macht es) wieder zu nehmen“, also labeín, bzw. als Grundbegriff lambano, bedeutet kontextuell eigentlich nicht dieses Gebot vom VATER, es selber wieder zu nehmen. Denn dieser Begriff bedeutet genauso auch es „[zu] empfangen“, d.h. vom VATER, wenn ER JESUS auferweckte. (Apg 2:24; 4:10; 5:30; 13:30; 1.Kor 15:15; Eph 1:20).

Wie sind auch Joh 11:26 (siehe auch Offb 1:18) zu verstehen?
War Lazarus, den JESUS auferweckte, auch gar nicht tot?
Wozu gibt es dann eine Auferstehung der Toten (und WANN eigentlich?), wenn die Menschen ohnehin nicht wirklich tot sind?
Und wenn manche Menschen schon im „Paradies im Himmel“ sind, wozu dann die „Erste Auferstehung“ nach 1.Thes 4:16,17?
Hatte JESUS hier auf der Erde wirklich ein „unauflösliches Leben“, so dass Er nicht völlig sterben konnte?
Warum sagte Er aber diese Worte in Mat 8:22 und was bedeuten diese Worte? - etc. ……


 
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Kap. 8

#6 von Jurek , 29.05.2011 15:43

Eine Frau wurde oft benachteiligt, was nie die Absicht GOTTES war noch ist. Aber das hatten die Menschen so manches verdreht, was GOTT wollte, und so haben die Männer die Stellung der Frau unterdrückt…

Solche Gesetzeslehrer, wie diese Pharisäer, wollten JESUS einmal in seinen Reden und Entscheidungen fangen und brachten eine Frau zu JESUS, von der sie sagten, dass sie an frischer Tat ertappt wurde, als sie Hurerei beging. Nun sollte JESUS entscheiden, ob man sie nach dem mosaischen Gesetz steinigen soll oder nicht? ……
Sonderbar ist nur, dass diese Begebenheit ziemlich nach gestellter Sache „riecht“!
Scheinbar am helligen Tag haben sie die Frau auf frischer Tat erwischt (um als Opfer zum Zweck wegen JESUS zu dienen, Den sie wie fangen wollten?)… Wie dem auch sei. Nur aber wenn auf frischer Tat, dann wo ist dann der Mann dazu? Denn das mosaische Gesetz verlangte, dass der Mann auch zusammen mit der Frau gesteinigt werden soll! (3.Mo 20:10).

Sind alle Mittel recht, um andere Christen, selbst Christus, in die Enge zu treiben? …

Kap. 8 ist (auch) ein gutes Beispiel dafür, dass man geistige Dinge auch nur geistig verstehen kann.


 
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#7 von Jurek , 30.05.2011 17:39

Johannes 10:16 hat m. E. auch viel mit dem Gleichnis JESU aus Mat 22 zutun.
Denn die geladenen Gäste symbolisieren fleischliche Juden.
Die Fremdlinge (Mt 22:9,10), wurden dann zu dieser Hochzeit eingeladen und lagen (als „Braut“, welche sie mit anderen Geladenen ergänzten) mit dem Bräutigam zu Tisch.
Wo wird das sein, wenn nicht im Himmel? (Siehe auch Offb 19:7ff).


 
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#8 von Jurek , 01.06.2011 17:42

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“.

Hängt das nicht mit der Wiedergeburt zum neuen Leben zusammen? Und gilt das nicht heute schon?
Wer (geistig) geboren wurde (durch den Hl. Geist = Joh 3:3,5,7), der lebt! Andere sind tot, auch wenn sie „leben“, während die Toten alle leben für GOTT! (ER sieht sie nicht als Tote an) – Mat 8:22; 22:32; Luk 20:38; Joh 6:53. ...


 
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6:68

#9 von Jurek , 19.08.2011 07:49

Interessant finde ich es, dass diese Aussage: „Wohin sollen wir gehen?“ (z.B. nach Luther), die steht aber gar nicht so in der Bibel drinnen! Nicht WOHIN sondern ZU WEM! Natürlich zur JESUS!
JESUS ist dieser (einziger wahre) WEG, TÜR, WAHRHEIT, LEBEN. Wer JESUS hat, der hat auch das Leben! (1.Joh 5:12).
Überall wo JESUS zu finden ist und in Rahmen der GRUNDLEGENDEN Wahrheit der Bibel verkündet wird, da ist Er dabei (Mat 18:20).
So wie z.B. die WTG meinte, dass es in der Zeit zwischen den Aposteln und Ch.T. Russell auch den „t.u.v.S.“ gab (!), so gibt es auch heute den Weizen zwischen der Unkraut, die ZUSAMMEN wachsen bis zur Ernte, wenn der HERR wieder kommt…
Dieses Gleichnis wäre sinnlos (bes. Mat 13:29,30), wenn der Weizen schon von Unkraut getrennt worden wäre, bevor JESUS kommt.
Es gibt aber weder die einzig (absolut) „richtige“ Versammlung noch die einzig (absolut) „richtige“ Wahrheit in allen Punkten! (vgl. Mak 9:38ff; 1.Kor 13:12; Phi 3:15)… Nicht jeder erkennt alles und gleichschnell…


 
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3:7

#10 von Georg , 18.09.2011 11:32

Guten Tag!

Ich möchte heute auf einen nicht unwichtigen Punkt in Johannes 3:7 hinweisen:

"Sei nicht erstaunt, da[ß] Ich dir sagte: Ihr müßt von oben [her] gezeugt werden."

Diese Worte zu nächtlichen Stunde spricht Jesus nur mit dem Nikodemus.
Und doch spricht Er da im Plural!
Was wäre also darüber zu sagen?

Liebe Grüße
Georg


 
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RE: 3:7

#11 von Jurek , 19.09.2011 10:40

Eben! Denn das betrifft JEDEN, der zur CHRISTUS angehören möchte.
JESUS hatte nach meinem Verständnis aus der Bibel die sog. „Außenstehenden“ auch damit konfrontiert, wiedergeboren zu sein und ein Teil Seines Leibes zu werden… Er hat sie nie geteilt, dass die da welche anderen (auch die von Heidenvölkern) nicht alle wenn, dann dazu gehören könnten.
EIN HERR, EIN Glaube und EINE Hoffnung, die wir ALLE in CHRISTUS haben können, und keine zwei Hoffnungen ohne Wiedergeburt!
Mat 25:34ff weiß auch nur von den Einen, nicht von Zweien (Gruppen). Denn die Zweiten (ab V.41) gehen ins Verderben! Dazwischen gibt es nix!


 
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3:5

#12 von Jurek , 24.12.2011 18:18

Diese Bibelstelle ist nicht immer einfach zu deuten, da dazu bestehen etliche unterschiedliche Meinungen, wie auch nachfolgend der Walvoord Bibelkommentar das darlegt:

Zitat
Joh 3,5: Jesu Worte über das Geboren werden aus Wasser und Geist sind unterschiedlich ausgelegt worden:
(1) Das "Wasser" bezieht sich auf die natürliche Geburt, und der "Geist" auf die Geburt "von oben".
(2) Das "Wasser" bezieht sich auf das Wort Gottes (Eph 5,26).
(3) Das "Wasser" bezieht sich auf die Taufe als einen wesentlichen Teil der Wiedergeburt. (Diese These widerspricht jedoch anderen Bibelversen, die deutlich machen, daß die Rettung nur durch den Glauben geschieht; z. B. Joh 3,16.36; Eph 2,8-9; Titus 3,5.)
(4) Das "Wasser" ist ein Symbol für den Heiligen Geist (Joh 7,37-39).
(5) Das "Wasser" bezieht sich auf die Predigt der Buße durch Johannes den Täufer, und mit dem Geist ist das Kommen Christi durch den Heiligen Geist zu einem einzelnen Menschen gemeint.

Die fünfte These klingt historisch am wahrscheinlichsten und theologisch am überzeugendsten. Johannes der Täufer hatte das Volk durch seine Predigt, in der er so großen Wert auf die Buße legte, aufgewühlt (Mt 3,1-6). Die Erwähnung des "Wassers" sollte Nikodemus offensichtlich an diese Botschaft erinnern. Jesus wies Nikodemus also darauf hin, daß er, um in das Reich Gottes zu kommen, zu ihm umkehren (Buße tun) müsse, damit er durch den Heiligen Geist wiedergeboren würde.


Ich vermag nicht 100% zu behaupten, dass mit dem erwähnten „Wasser“ hier, nicht die Wassertaufe gemeint sein könnte.
Aber interessanten Gedanken fand ich auch im Brockhauser „Kommentar zur Bibel“:

Zitat
Einige Ausleger meinen, dass sich Wasser auf die Taufe und Geist auf die Wiedergeburt beziehe. Dann muss Nikodemus an die Bußtaufe Johannes des Täufers gedacht haben. …


Ist für mich nachvollziehbar, denn JESUS sagte auch zu dem Nikodemus die Worte im V.10, die er aus dem AT hätte kennen sollen… Also kann wohl JESUS damit nicht die christliche Wassertaufe gemeint haben. (?)
Denn alle, die mit der Taufe des Johannes getauft wurden, mussten sich nachher nochmals taufen! (Vgl. Luk 3:16b; Apg 19:3-5).

Selbstverständlich ist die Wassertaufe ein sehr wichtiger Symbol und öffentliches Bekenntnis (1.Tim 6:12; Heb 10:23 u.d.g.).
Aber sie bewirkt keine Sündenvergebung. (Mat 26:28; Joh 8:24; 1.Joh 2:12)
Auch ungetaufte, unmündige Kinder werden gerettet werden… (Mak 10:14; Luk 18:16).

1.Pet 3:21a meint im Gesamtkontext des NTs m.E. nicht unbedingt, dass die Taufe allein zu retten vermögen könnte, als nur in bestimmten Sinn von Röm 6:4,5; Heb 10:22; Kol 2:12 etc.
Der symbolische Akt selber ersetzt nicht die davorgehende Hingabe und Wiedergeburt. Aber sie macht symbolisch vor allen deutlich, dass wir mit CHRISTUS in unseren Sünden starben und zum neuen Leben mit CHRISTUS auferstanden sind.
Da geht es m.E. weniger auch um die Symbolik als solcher, als das, dass es Lebensnotwendig ist wirklich in alten Sünden zu sterben und mit JESUS zu einem neuen Leben aufzuerstehen.

Sonst die, die sich z.B. bei den „ZJ“ vor 1984 tauften, deren Taufe nicht mehr gültig wäre (?) und sie müssten sich wieder wo taufen, aber WO?
Bei vielen der Glaubensgemeinschaften wird meist nur in Verbindung mit der Zugehörigkeit zu ihrer Kirche das gemacht… Wäre das aber biblisch richtig?
Es ist m.E. was anderes, wenn wer gute Möglichkeit zur Taufe hat aber sie ablehnt, als wenn jemand diese Möglichkeit nicht so hat, aber vergangene Taufe (durch Untertauchen) als biblisch ansieht. Oder nicht?
Von daher denke ich mal, dass auch die letztere Situation sollte hier auch zunächst geklärt werden, bevor man über das Thema weiter diskutiert. (GOTT erwartet m. E. nicht etwas, was nicht gut möglich wäre…). ??


 
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RE: 3:5

#13 von Jurek , 31.12.2011 17:55

Bei heutiger Bibellesung kam mir noch ein anderer Gedanke dazu in den Sinn.
Den Text, den wir heute wiederholten, stammt aus Markus-Ev., Kap.1.
Die Frage ist dabei, warum hatte sich der sündenlose JESUS dann von Johannes dem Täufer überhaupt taufen lassen (Mk 1:9-11), wenn die Taufe des Johannes (Mk.1:4) nur eine Taufe zur Reue über eigene Sünden und einer damit verbundenen Bitte an GOTT zur Vergebung dieser, diente?
JESUS hatte an sich doch gar nicht nötig von Johannes getauft zu werden. (Mat 3:14).
JESUS hatte doch immer einen sehr guten Kontakt zu seinem himmlischen VATER.

Aber ich meine, dass damit öffentlich vor Zeugen auch bekundet wurde (die ‚Taube’, wie auch die Stimme GOTTES, war sicher nicht nur wegen JESUS selber…), dass eben dieser, der SOHN GOTTES ist, den der himmlische VATER gezeugt und erwählt hatte.
Die Stimme GOTTES erging auch mal bei einer anderen Begebenheit (Mk 9:1-8) gar auch nur wegen drei Jüngern, aber das war auch wegen der Zuhörer und Betrachter geschehen, nicht, weil für JESUS das wichtig zur Bestätigung gewesen wäre – wie ich meine.

Ich meine auch, dass das ist wie bei unserer Taufe. Das Symbol mit Wasser ist nicht wichtiger (es kann uns auch nicht von Sünden abwaschen – Heb 9:22), als das man sich davor schon dem VATER und seinem GESALBTEN sein Leben geweiht hat. (Joh 3:3,5,7; Gal 2:20; 2.Kor 5:17 …).
Das Zentrale bei der Taufe (so verstehe ich das aus 1.Pet 3:21) ist nicht jetzt das äußerliche und buchstäbliche Wasser, die nur äußerlich reinigen kann, sondern das wichtigere daran ist das, dass man an GOTT die Bitte richtet, um ein gutes Gewissen durch das Opfer JESU und Seine Auferstehung, die wir durch Wasser symbolisieren. (Röm 6:3-5).

Die Wassertaufe ist dazu ein sehr wichtiges öffentliches Symbol/Bekunden!
Aber unter allen Umständen Lebenswichtig, wenn nicht oder kaum möglich, um sich selber zu taufen?


 
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RE: 3:5

#14 von Georg , 08.01.2012 10:52

Lieber Jurek,

das ist sicher nicht ein einfaches Thema, über das ich auch schon oft nachgedacht habe.
Ich möchte aber die Bedeutung der Taufe auch durch nachfolgende Aussagen unterstreichen.

"Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die oberen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus hinabkam. Und er fand einige Jünger und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist da ist. Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes taufte mit der Taufe der Buße und sagte dem Volk, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm käme, das ist an Jesus. Als sie es aber gehört hatten, wurden sie auf den Namen des Herrn Jesus getauft; und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. Es waren aber insgesamt etwa zwölf Männer."
Apostelgeschichte 19:1-7


Der jüdische Prediger Apollos hatte in Ephesus die gute Botschaft verkündigt, dass Jesus Christus der Messias und Retter ist, der dem Volk Israel verheißen war (Kap. 18:24-28). Inzwischen war Apollos weitergereist. Unter Gottes Führung kam nun der Apostel Paulus nach Ephesus.
Paulus stellte fest: Einige der Gläubigen haben noch nicht den vollen Umfang des Evangeliums gehört, z. B. kennen sie nur die Taufe des Johannes. Diese Taufe hatte auf das Kommen des Messias vorbereitet - sie stand mit dem auf der Erde lebenden Messias in Verbindung. Die christliche Taufe hingegen hat Jesus erst nach seinem Tod und seiner Auferstehung eingesetzt. Wer sich christlich taufen lässt, stellt sich vor aller Welt symbolisch auf die Seite des gekreuzigten Herrn (Matthäus 28:19; Römer 6:3,4).
Bereitwillig nehmen diese Jünger in Ephesus die weiterführende Unterweisung des Apostels an - sie glauben das Evangelium des Heils und empfangen als Bestätigung und Siegel den Heiligen Geist (Epheser 1:13).


Die Christliche Taufe ist nicht nur ein öffentliches Bekenntnis und symbolischer Akt, sondern hat auch mit innerlichen Veränderung und Versiegelung zutun, wenn wir in Namen des Vaters, des Sohnes UND des Heiligen Geistes getauft werden.

Jesus hätte keinen Grund sich mit der Taufe des Johannes taufen zu lassen, wenn er nicht auch vom Heiligen Geist dabei gesalbt wurde und so zum Christus wurde.----

Liebe Grüße
Georg

 
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3:5

#15 von Jurek , 08.01.2012 11:39

Vielen Dank für den Kommentar. Das ist natürlich auch klar, dass die Taufe von großer Bedeutung auch ist.
Ich meinte auch, dass es von Umständen (auch Möglichkeiten) abhängt, wie ‚Lebensnotwendig’ die ist…

Gruß!


 
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