Galater

#1 von Jurek , 04.09.2010 08:33

3 . H a u p t f r a g e n :

Gerechtsprechung – was ist das und durch was erfolgt es für wem? Durch aktive Werke oder passives Glauben?

Und was ist das für eine „christl. Freiheit“ (5:1), wenn wir doch Sklaven CHRISTI sein sollen? (Röm 14:18; Gal 2:20)… = Ein Widerspruch?

Welche Ansichten gibt es auch wegen der Taufe? Ist die Heilsnotwendig? (3:27).


 
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RE: Galater

#2 von Schrat , 21.06.2012 08:48

Lieber Jurek,

niemand hat bisher auf Deine Fragen bzgl. Galter - besonders Kapitel 5 - geantwortet.

In der Christenheit ist der Gedanke weit verbreitet, daß man die 10 Gebote nicht mehr halten brauche, das sei gemäß Paulus Worten in Galter "Gesetzlichkeit" oder "Gesetztesdenken" und man würde "aus der Gnade fallen", wenn man darauf bestehen würde, das Gesetz Gottes zu halten.

Wie Petrus sagt, sind die Worte des Paulus manchmal etwas schwer zu verstehen und so können gerade die Worte des Paulus leicht dazu benutzt werden, das Wort Gottes zu verdrehen und Irrlehren zu verbreiten.
Wie sowohl Jesus als auch Paulus deutlich zum Ausdruck brachten, sind sie nicht gekommen um das Gesetz Gottes aufzuheben, sondern ihm volle Geltung zu verschaffen.

Was aufgehoben ist, sind die Teile des Gesetzes, die zeremonielle und vorbildliche Bedeutung haben. Und dann wurden von Gott auch viele "Satzungen" zusätzlich zu den 10 Geboten gegeben, um die 10 Gebote näher zu erläutern und in der konkreten Situation, in der sich das Volk der Israeliten befand, eine praktische Anleitung zu geben.

Wenn also Paulus in Galater sagt, daß wer die Beschneidung weiterhin fordere, verpflichtet sei, das ganze Gesetz zu halten, dann meint er keineswegs, daß das Gesetz als Ganzes nicht mehr gültig sei! Da würde er sich selbst (Römer 3:31) und dem widersprechen, was Jesus Christus deutlich sagte (Matthäus 5:17).

Aus http://www.aufpostenstehen.de/artikel_3.htm

Zitat
Paulus' Einstellung gegenüber dem "Gesetz des Mose"

In vielen Schriftstellen lehrte Paulus also eindeutig Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes. Allerdings lehrte er auch, daß Christen nicht das gesamte "Gesetz des Mose" oder das "ganze Gesetz", wie er es in Galater 5,3 nennt, halten mußten. Er bezieht sich hierbei auf alles, was in den ersten fünf Büchern des Alten Testaments geschrieben steht. Paulus' Aussage ist in völliger Übereinstimmung mit der Entscheidung der Apostel, die in Apostelgeschichte 15 erwähnt ist. Dieses erste Kirchenkonzil, oft als Jerusalemer Konferenz von Apostelgeschichte 15 bezeichnet, wurde einberufen, um zu diskutieren, ob Beschneidung für Heiden notwendig war, um Zugang zu Gott, und somit Zugang zum Heil, zu haben. Zu Ende des Konzils schrieben die Apostel ihre Schlußfolgerungen in einem Brief nieder:
.......... (Apg 15:28,29)

Das Jerusalemer Konzil hat nicht die Frage diskutiert, ob man das geistliche Gesetz (die Zehn Gebote) halten muß! Gehorsam gegenüber den Zehn Geboten wurde von allen verstanden und akzeptiert - seien es Juden, Proselyten oder bekehrte Heiden! Die frühen Christen verstanden klar, daß die Gläubigen Gehorsam, und NICHT Rebellion praktizieren sollten. Es ging vielmehr um die Frage, welche Teile des Gesetzes für die Heiden galten. Es gab keinen Grund, wert-volle Zeit damit zu verlieren, um über Gehorsam gegenüber dem "Moralgesetz", dem Dekalog, zu diskutieren, denn es war für alle Anwesenden selbstverständlich, an das geistliche Gesetz Gottes zu glauben und sich daran zu halten!

"Das Gesetz", das in Apostelgeschichte 15,24 erwähnt ist, wird zuvor in Vers 5 erwähnt. "Da traten einige von der Partei der Pharisäer auf, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muß sie (die bekehrten Heiden -Vers 3) beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten."

Paulus schrieb auch an die Heiligen in Galatien: "Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden läßt, daß er das ganze Gesetz (des Mose) zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden (Vergebung erlangen) wollt, und seid aus der Gnade gefallen" (Galater 5,3-4). Paulus fuhr dann fort zu sagen: "Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist" (Vers 6). Er sagte auch den Heiligen in Korinth: "Beschnitten sein ist nichts, und unbeschnitten sein ist nichts, sondern: Gottes Gebote halten" (1.Korinther 7,19)!

Was meinte Paulus, als er vom "ganzen Gesetz" (Galater 5,3) sprach? Er bezog sich dabei auf das ganze Gesetz des Mose, was die Zehn Gebote, Gottes Satzun-gen und Rechte -aber auch Tier-, Speiseund Trankopfer, sowie Körperwaschungen, Rituale und zahlreiche physische Satzungen miteinschloß. Diese Opfer, Waschungen und Rituale waren von Gott dem Bund, den er mit Israel geschlossen hatte (2.Mose 24), hinzugefügt worden, nachdem die Israeliten sich versündigt hatten, als sie ein goldenes Kalb errichteten (2.Mose 32).

Schriftstellen, wie Apostelgeschichte 15,5 und Hebräer 10,28, zeigen, daß das "Gesetz des Mose" das gesamte Rechtssystem des alten Israel beinhaltet, d.h. alle Gesetze, Statuten und Satzungen, von denen sich manche auf Tier-, Speiseund Trankopfer, körperliche Waschungen und andere physische Satzungen wie die Beschneidung bezogen.

Paulus lehrte also, daß Christen nicht das ganze Gesetz (d.h. das ganze Gesetz des Mose) halten mußten. Aber dies hob nicht die Gesamtheit des Gesetzes Gottes auf. Wenn z.B. heute ein Gericht einen bestimmten Teil aus dem Gesetzeskodex eines Staates aufhebt, dann verwirft es damit natürlich nicht das gesamte Gesetzbuch!



Wenn also von "Gesetzlichkeit" die Rede ist, dann geht es

- um eine übertriebene Anwendung des Gesetzes so wie die Pharisäer und andere Gruppen viele zusätzliche menschliche Gebote eingeführt hatten
- darum, weiterhin zeremonielle und vorbildliche Dinge zu beachten, die durch die Erfüllung in Christus hinfällig geworden sind (Opfergaben, Feste, Kleidervorschriften, Essensvorschriften usw).
- darum, zu glauben, durch die Erfülung aller Gesetzesvorschriften gerettet zu werden.

Also, wer glaubt, er müsse sich noch beschneiden lassen, der muß sich auch einen Bart wachsen lassen, ein Gewand mit Fransen und einem blauen Faden tragen und, und, und....

Was den von Dir angesprochenen anscheinenden Widerspruch zwischen "christlicher Freiheit", wie er vom Paulus im Galaterbrief angesprochen wird, und dem Umstand, daß wir "Sklaven Christi" sein sollten, anbelangt, so ist die christliche Freiheit keine absolute Freiheit, erst recht keine Freiheit von den sittlich-moralischen Forderungen Gottes, wie sie z.B. in den 10 Geboten zum Ausdruck kommen. Wir sind also nur relativ frei. Auch der Begriff "Sklaven Christi" zeigt das an. Weil er für uns gestorben ist und wir von ihm erkauft worden sind, sind wir tatsächlich seine Sklaven und gehören nicht mehr uns selbst! Aber es ist eine angenehme Sklaverei, die nicht zu vergleichen ist mit die Versklavung durch den Teufel und die Sünde.

Gruß
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RE: Galater

#3 von Jurek , 21.06.2012 19:27

Hallo Schrat,

vielen Dank, dass du dich des Themas angenommen hast, auf welches bis jetzt niemand eingegangen ist.

Ich meine aber, dass das Thema mit den „10 Geboten“ ist in einem anderen Bereich des Forums zu erweitern.
Hier geht es mir speziell um 3 Fragen zum Galaterbrief,
- wegen Gerechtsprechung (2:15ff);
- Heilnotwendigkeit der Taufe (3:27 u.d.g.)!?
- Christl. Freiheit (5:1ff)...

Du hast auch teilweise darauf Bezug genommen, aber ich würde mir wünschen etwas mehr dazu zu erfahren, was versteht man wirklich unter Gerechtsprechung/Rechtfertigung etc. Also Klärung der Unterschiede/Anwendungen/Zeitpunkte, bezogen speziell auch diese Begriffe, zumal auch hier nicht jeder versteht darunter dasselbe, auch wenn oft dieselben Begriffe verwendet werden.

Gruß


 
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RE: Galater

#4 von Schrat , 26.06.2012 08:09

Lieber Jurek,

was die "Gerechtsprechung" anbelangt, so weiß ich nicht, was das Problem ist. Paulus drückt sich doch an verschiedenen Stellen, was diese Frage betrifft, deutlich aus: Gerechtsprechung erfolgt durch Glauben an Jesus Christus und nicht durch Gesetz, das heißt nicht dadurch, daß wir das Gesetz halten, denn das kann kein unvollkomener Mensch vollkommen. Und "Gerechtsprechung" und "Rechtfertigung" ist nach meinem Verständnis dasselbe.

Und statt "Gerecht" könnte man auch sagen "richtig" oder für ihn annehmbar, das heißt in Gottes Augen sind wir "in Ordnung", wenn wir "Gerechtgesprochen" sind. Natürlich sind wir objektiv gesehen noch nicht "in Ordnung", aber das, was fehlt wird durch durch das Opfer Jesu Christi ausgeglichen und zu Gottes bestimmter Zeit, wenn er wiederkommt und in den 1000 Jahren, werden wir auch körperlich/geistig vollkommen "in Ordnung" sein.


Den Unterschied in der offiziellen Lehre der Zeugen Jehovas zwischen unterschiedlichen Rechtsprechungen bei den "144000" und der "Großen Volksmenge" sehe ich nicht.

Gruß
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RE: Galater

#5 von Jurek , 26.06.2012 14:07

Hallo,

Zitat
was die "Gerechtsprechung" anbelangt, so weiß ich nicht, was das Problem ist.


Das Problem ist, dass darunter unterschiedliches verstanden und zeitlich eingegrenzt wird, was und wann das für wem sein wird, wo oft die Meinungen auseinander gehen.

Wer wird also gerechtgesprochen und wann?
Manche meinen, dass die „144000“ (der Überrest) wird jetzt schon gerechtgesprochen, während andere erst ganz am Ende der Zeiten (Mat 24:13).
Also bei so etlichen unterschiedlichen Meinungen darf ich das nachfragen, da ich persönlich bin der Meinung, dass man auch HEUTE schon gerechtgesprochen werden kann, und zwar JEDER! = Röm 3:24,28; 5:1 etc.

Und was versteht man unter:
- Heilnotwendigkeit der Taufe (3:27 u.d.g.)!?
- Christliche Freiheit (5:1ff)...?

Auch das wird unterschiedlich interpretiert.
Manche behaupten, dass die Taufe heilsnotwendig ist, und ich zweifle daran.
Manche andere meinen, wenn sie sich z.B. von einer Kirche oder Sekte getrennt haben, leben sie in der Freiheit, weil niemand ihnen was mehr zu sagen hat und sie tun dann auch lieber über Fehler der betreffenden Kirche „aufklären“ als über die BIBEL (wo es wirklich um Christlich ginge).


Gruß


 
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RE: Galater

#6 von Schrat , 26.06.2012 21:09

Lieber Jurek,

die Zweiteilung der Gerechtsprechung bei Jehovas Zeugen habe ich angesprochen und ich sehe es wie Du!

Was ist heilsnotwendig? Glauben an Jesus Christus! In diesem Glauben ist inbegriffen, daß man dem Wort Jesu gehorcht, so gut es geht. Das bedeutet, daß man möglichst alles so tut und glaubt, wie der Herr Jesus, an den man ja nun glaubt, uns gesagt und vorgelebt hat. Das bedeutet also, daß man seine Sünden bereut, sich Gott durch Jesus Christus hingibt und sich als äußeres Zeichen dafür taufen läßt, sofern es nicht (m.E. recht seltene) Ausnahmegründe gibt. Der mitfühlende Räuber am Kreuz konnte sich nunmal in dieser Situation nicht mehr taufen lassen und wenn jemand an einer Wasserallergie leidet, mag eine Taufe auch nicht möglich sein. Ferner könnten gewisse Verfolgungssituationen, Gefangenschaft usw. bewirken, daß jemand zwar bereut und glaubt, aber nicht getauft werden kann. Sicher wird dann die Rettung deshalb von Gott nicht verweigert werden, weil Gott ja das Herz sieht und das ist letztendlich das Entscheidende. Nur kann man diese Ausnahmegründe nicht zum Anlaß nehmen und daraus folgern, daß die Taufe generell nicht nötig sei.

Gruß
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RE: Galater

#7 von Jurek , 27.06.2012 08:28

H a l l o !

Zitat
Was ist heilsnotwendig? Glauben an Jesus Christus! In diesem Glauben ist inbegriffen, daß man dem Wort Jesu gehorcht, so gut es geht. Das bedeutet, daß man möglichst alles so tut und glaubt, wie der Herr Jesus, an den man ja nun glaubt, uns gesagt und vorgelebt hat.


Ich denke, dass das gerade das Problem ist, werter Freund Schrat. Und zwar, weil alle christlichen Gruppen das auch so S.g. sagen (ich zumindest kenne keine Gruppe, die das nicht befürworten würde), aber dennoch gibt es dabei große Unterschiede darüber, was da wirklich das richtige ist.

Zitat
Das bedeutet also, daß man seine Sünden bereut, sich Gott durch Jesus Christus hingibt und sich als äußeres Zeichen dafür taufen läßt, sofern es nicht (m.E. recht seltene) Ausnahmegründe gibt.


Auch bei der Taufe! WARUM musste z.B. die WTG anno 1985 die Tauffragen umändern?
WARUM?

Gerade das ist es, was ich hier angesprochen habe, auch wenn doch mit dem Hauptgedanken (welchen du anschneidest), wie sei das AUS DER SICHT DER BIBEL zu betrachten.

Gruß


 
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RE: Galater

#8 von Schrat , 27.06.2012 09:00

Lieber Jurek,

die Umänderung der Tauffragen ist eine ganz üble Sache. Meine Tochter hat mir, nachdem sie meine veränderte Einstellung zur sogenannten "Wahrheit" bemerkte, vorgehalten, ich habe doch bei der Taufe versprochen, "den Sklaven" zu achten....

Ich habe ihr dann klargemacht, daß zu meiner Zeit noch nicht die heutige Formulierung da war, wonach statt "Heiliger Geist" "die vom Geist geleitete Organisation" getreten ist.

Nach Änderung der Tauffragen werden Zeugen Jehovas auf eine menschliche Organisation eingeschworen.

Gruß
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RE: Galater

#9 von Jurek , 27.06.2012 17:36

Hallo,

hier und an anderer Stelle kann ich dir zustimmen.

Noch vielleicht zu dem Thema FREIHEIT, aus Pauli Sicht an die Galater.
Viele meinen also, dass eine Trennung von einer Gemeinschft stellt für sie Freiheit dar.
Inwiefern, wieweit und wie meinte das eigentlich der Paulus als Sklave CHRISTI, deiner Meinung nach?

Gruß


 
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RE: Galater

#10 von Schrat , 27.06.2012 18:18

Lieber Jurek,

so wie die einzelnen Menschen sündig und unvollkommen sind, so sind es auch Zusammenschlüsse von Menschen einschließlich chistlicher Gemeinschaften. Römer 3:23 sagt "da ist kein Mensch, der nicht sündigt". Bedeutet dies nun, daß sich Christen nicht zusammenschließen dürfen, weil sie nicht in die volle Wahrheit haben und diesen und jenen Dingen irren? Oder daß Christen nun aus diesen Gemeinschaften hinausgehen müssen, weil dort Irrtümer zu finden sind? Ich meine nicht.

Diese Situation hatten wir schon bei den ersten Christen und die Gemeinden in der Offenbarung sind ein Musterbeispiel dafür. Wenn auch die einzelnen christlichen Gemeinschaften nicht direkt von Gott gegründet wurden, so werden sie doch von Gott bis zu einem gewissen Maße gebraucht, und zwar in dem Maße, wie sie das Evangelium gemäß der Bibel verkünden. Sie sind das "Schleppnetz" aus Jesu Gleichnis.Paulus sagte einmal, daß damals Personen da waren, die den Christus aus "Eifersucht" oder "Neid" predigten. Paulus sagt, das ist OK, Hauptsäche, der Christus wird gepredigt.

Allerdings erfordert dies für Christen innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft Standhaftigkeit und Vertrauen auf Gott, die Wahrheit u.U. auch gegen die offizielle Lehre der Gemeinschaft hochzuhalten - natürlich fried- und respektvoll. Das verstehe ich als "christliche Freiheit" in diesem Fall, damit man nicht wieder unter ein "Joch" kommt. Das kann im Extremfall allerdings bedeuten, sich von der Gemeinschaft zu trennen, wenn dem einzelnen Christen diese christliche Freiheit verwehrt wird.

Wenn einzelne christliche Gemeinschaften Eigenschaften von "Babylon der Großen" erkennen lassen, dann müßte sich der Betreffende natürlich auch von solchen Lehren und Handlungen distanzieren.

Gruß
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RE: Galater

#11 von Jurek , 28.06.2012 09:55

Hallo,

ja, ich sehe das auch so, dass Christen sollen Gemeinschaften bilden, auch wenn sie in manchen Punkten unterschiedlicher Meinung sind (Phi 3:15)
Wichtig aber ist dabei, dass sie in Grundlehren übereinstimmen (müssen). Sonst treffe das nicht zu.

Was die Personen betrifft, die aus schlechten Beweggründen doch (richtig) JESUS verkündigten, dann ist das zwar von der Seite der RICHTIGEN Verkündigung o.k., aber nicht seitens der Personen mit schlechten Beweggründen.
Aber es geht immer darum, ob der CHRISTUS wirklich richtig verkündet wird und nicht z.B., dass Der ein Teil des Dreieinigen GOTTES ist, der nicht wirklich starb; oder dass JEHOVA es sagt, dass JESUS seit 1914 sein Königreich im Himmel aufrichtete etc.
Bist du auch dieser Meinung?

Gruß

P.S.:
Anregung für uns: Speziell bei Bibelbüchernkommentaren, sollten wir uns bitte besonders darauf beziehen, was in dem jeweiligen Bibelbuch (als Quelle) dazu steht, um dem Thema gerecht zu werden.
Über „christliche Freiheit“ ist die Rede hier in Kap.5, V.1.
= Also was meint PAULUS damit aus deiner Sicht.
Diese oder andere zum Thema passende Worte aus dem jeweiligen zum Thema passenden Bibelbuch, wären also gut auch konkret kommentiert zu werden, wie das dort in diesem Bibelbuch dies zu verstehen sei.


 
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RE: Galater

#12 von Schrat , 28.06.2012 12:38

Lieber Jurek,

wenn Paulus ihn Galater 5:1 davon spricht, daß wir "zu einer solchen Freiheit berufen sind", dann müssen wir natürlich das betrachten, was vorher - besonders in Kapitel 4 - gesagt worden ist.

Ich glaube, daß viele Erklärungen zu Galater 4 einem fundamentalen Irrtum unterliegen.

Hier erst einmal der relevante Text

Zitat
<Gal 4:8> Damals jedoch, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen als Sklaven, die
von Natur nicht Götter sind. 9 Jetzt aber, da ihr Gott kennengelernt habt, oder vielmehr jetzt, da ihr von Gott erkannt worden seid, wie kommt es, daß ihr wieder zu den schwachen und armseligen elementaren Dingen zurückkehrt und
wieder deren Sklaven sein wollt? 10 Ihr beobachtet peinlich genau Tage und Monate und Zeitabschnitte und Jahre. 11 Ich fürchte für euch, daß ich mich
euretwegen irgendwie zwecklos abgemüht habe.



Vom Textzusammenhang bezieht sich der Hinweis nicht auf die jüdischen Festtage gemäß dem Gesetz Mose, sondern auf die heidnischen Feiertage, zu denen viele der Galater, die ja vorher Heiden waren, zurückgekehrt waren!

Auch "Gutenachrichten.org" kommt zu dem selben Schluß und begründet es sehr gut.


(http://www.gutenachrichten.org/ARTIKEL/ … 7_art2.htm)

Zitat
Um zu verstehen, was Paulus meinte, müssen wir sowohl den historischen als auch den unmittelbaren Zusammenhang dieser Verse untersuchen. Aus dem Zusammenhang erkennen wir, daß die Galater zu früheren Praktiken zurückkehrten (Vers 9). In der Mehrheit waren sie Heidenchristen, und vor ihrer Bekehrung hielten die Heiden nicht Gottes Festtage! Außerdem hatte Gott keinen Monat heilig geheißen. Die Logik macht klar, daß die Heidenchristen zu ihren früheren heidnischen Bräuchen zurückkehrten! Da die Galater von einem heidnischen Hintergrund gekommen waren, ist es schwer zu verstehen, wie die „Tage ... und Monate und Zeiten und Jahre", denen sie sich wieder zuwandten, der Sabbat und die anderen biblischen Feste sein konnten - sie konnten sich dem nicht wieder zuwenden, was sie vorher nicht gehalten hatten.

Vers 8 und 9 in Galater 4 beziehen sich auf die Riten der Galater in der Zeit, bevor sie den wahren Gott kannten. Paulus nennt diese Riten „schwachen und armseligen Elemente" (Vers 9, Elberfelder Bibel). Die Behauptung, daß damit die Festtage Gottes gemeint seien, grenzt an Gotteslästerung! Die „Tage ... und Monate und Zeiten" der Galater waren heidnische Riten von Menschen, vielleicht der heutigen Astrologie ähnlich.

Um gegen das Halten des Sabbats zu argumentieren, nehmen manche an, daß die in Galater 4, Vers 10 erwähnten „Jahre" die in 3. Mose 23 und 25 beschriebenen Sabbat- und Jubeljahre sind. Das Jubeljahr wurde jedoch nirgends zu Paulus' Lebzeiten gehalten, und das Sabbatjahr wurde nicht außerhalb Palästinas gehalten (Encyclopedia Judaica, Band 14, Seite 582, und Jewish Encyclopedia, Seite 666, Stichwort „Sabbatical Year and Jubilee"). Da Galatien in Kleinasien lag - von Palästina weit entfernt -, ist der Schluß unlogisch, daß Paulus sich auf die Sabbat- und Jubeljahre bezogen haben könnte.



Gegen diese Sicht spricht auch nicht, daß in anderen Kapiteln im Galaterbrief der Gesetzesbund und Dinge aus dem Gesetzesbund, wie die Beschneidung, angesprochen werden. Es wird beides zutreffen: Die Beeinflussung durch Judaisten und die Rückkehr zu alten heidnischen Bräuchen und Feiertagen. Die Galater waren dabei eine Art Mischreligion wie die Samariter zu schaffen. Manche heidnischen Feiertage hatten ja auch gewisse Ähnlichkeit mit den Feiertagen nach dem Gesetzesbund, wie z.B. die "Neumonde". Die abgefallene Christenheit der heutigen Tage ist eigentlich solch eine Mischreligion, wenn wir an den heidnischen Ursprung von Weihnachten und Ostern denken.

Das Gesetz Mose war nicht "schwach und armselig" sondern "gerecht und gut". "Schwach und armselig" sind die heidnischen Riten und Feiertage aber auch, wenn man an den zeremoniellen und vorbildhaften Dingen des Gesetzes festhält, obwohl die Wirklichkeit gekommen ist. Für Kinder, speziell Mädchen, mag es sehr passend und eine Vorbereitung und Lehre für das spätere Leben sein , wenn sie mit Puppen spielen. Wenn sie jedoch erwachsen geworden sind, wäre es töricht und "schwach und armselig", wenn sie es immer noch tun würden.

Das von Gott kommende Gesetz, einschließlich 10 Gebote gehört zur Freiheit und nicht zur Sklaverei!!!

Wie der Zusammenhang in Jakobus Kapitel 1 und 2 zeigt, handelt es bei dem "Königlichen Gesetz, welches zur Freiheit gehört", um die Gesetze, die schon den Israeliten gegeben worden sind.

- "Liebe Gott über Alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst"
- die 10 Gebote
- die näheren Erläuterungen und Satzungen, soweit sie nicht vorbildlicher und zeremonieller Natur waren und den Israeliten in der speziellen Situation als eine Nation mit Staatsgebiet gegeben wurden.

Es bedeutet auch wahre Freiheit für Christen, daß wir uns zwar ernstlich bemühen, die Gesetze Gottes zu halten, wir aber von Gott aufgrund des Glaubens an Jesus Christus gerechtgesprochen werden und nicht weil wir nun alle Gesetze gehalten haben, was wir in unserer Unvollkommenheit und aufgrund gewisser noch bestehender weltlicher Regelungen, (Sonntag statt Sabbat) sowieso nicht können. Das ist der Vorteil des Neuen Bundes im Vergleich zum Alten Bund! Wir müssen die Relation beachten. Das an sich gute Gesetz wurde den Menschen zum Fluch, weil sie in ihrer Unvollkommenheit durch das Halten des Gesetzes nicht gerettet werden konnten. Christus hat durch den Kreuzestod den Fluch auf sich genommen, aber nicht das Gesetz abgeschafft (vgl. Mat 5:17)

Zitat
Römer 7:10-14
10 Und das Gebot, das zum Leben [gegeben] war, dieses erwies sich mir zum Tod. 11
Denn [die] Sünde, die durch das Gebot Anlaß erhielt, verführte mich und tötete
mich durch dieses. 12 Somit ist das GESETZ an sich heilig, und das Gebot ist
heilig und gerecht und gut.

13 Gereichte mir denn etwas, was gut ist, zum Tod? Das geschehe nie! Die Sünde
aber tat dies, damit sie als Sünde aufgezeigt werde, die durch das, was gut
ist, für mich den Tod bewirkt, damit Sünde durch das Gebot weit sündhafter
werde. 14 Denn wir wissen, daß das GESETZ geistig ist; ich aber bin
fleischlich, unter die Sünde verkauft.



Ich weiß, Jurek, das wird Dir schwerfallen, anzunehmen, doch ich komme aufgrund der biblischen Aussagen zu keinem anderen Schluß.

Gruß
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RE: Galater

#13 von Georg , 30.06.2012 14:41

Hallo ihr Lieben,

Christliche Freiheit beginnt da, wo geistige Unterdrückung aufhört.

Liebe Grüße und ein gesegnetes Wochenende
Georg


 
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#14 von Jurek , 30.06.2012 17:37

Ja, die Freiheit endet, wo es eine (unberechtigte) dogmatische Unterdrückung gibt.
Aber es kommt immer darauf an, wer das wie interpretiert. Von daher wollte/möchte ich hier das behandeln, was im Grunde manche Leut’ m.E. als ‚Entschuldigung’ für ihr nicht so ganz christliches Tun heranziehen…
Als Beispiel dafür, was ich hier damit meine, ist die an manchen Stellen im Internet & Co. die vertretene Ansicht, dass „es reicht für alle Zeiten(!), dass man durch eine Sekte gebrandmarkt wurde – also nie wieder eine christl. Versammlung!!!, um sich von anderen verknechten zu lassen!“
Ich denke, DAS ist das Problem, welches ich hier gerne auch behandeln würde, zumal über Sabbat und so (was m.E. nicht über Heil entscheidet), da wurde das an einer anderen Stelle dargelegt.


Hallo Schrat,

ich bin mir nicht sicher, ob deine Zitate und Aussagen zu einem schon auch an einer anderen Stelle behandelten Thema wirklich hier so ganz zu meiner Frage passen, wieweit ist um UNSERE Freiheit bestellt, GOTT und dem Glauben, wie auch der Gemeinschaft gegenüber?
Klar, Bibeltext soll auch im Zusammenhang der Aussagen behandelt werden, und das ist auch richtig so. Vor allem (so denke ich), sollte uns der praktische Nuten für HEUTE daraus gezeigt werden, besonders da, wo es diesbezüglich Probleme gibt.
Seht ihr das genauso, oder irre ich mich hier?

Also wieweit reicht diese Freiheit? Wieweit ist sie „beschränkt“? in der Gemeinschaft, wenn man in manchen Punkten einer anderen Meinung ist, oder ist diese nicht (nicht immer wirklich) beschränkt (weil das nach UNSERER PERSÖNLICHEN Definition dafür beurteilt wird), und es doch wichtig(er) ist auf die Einheit, Ruhe und Frieden in der Gemeinschaft zu achten - et c.

Gruß!


 
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3:28

#15 von Isai , 10.01.2013 21:53

Hallo

den Text aus Galater 3:28 finde ich besonders ansprechend:

Zitat
Da gibt es keine Juden oder Nichtjuden mehr, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen, denn durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zu Einem geworden.



Es ist alles geistig und wir können unbegrenzt echte Liebe geben und empfangen.

Lieben Gruß,

Isai


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben.
Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 NeÜ)

 
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