3:26-29

#16 von Jurek , 11.01.2013 05:12

Aussagekräftiger Vers (3:28) von dir Isai!
Denn auch der Vers bzw. zwei Verse davor und besonders auch der Vers danach zeigt m. E. diese geistige Erfüllung an Nichtjuden fleischlicher Art. Denn GOTT schloss mit Abraham einen Bund (vgl. 1.Mo 17:19; 22:18), so dass wir alle dazu gehören können, als Abrahams Samen, bzw. auch als die Kinder der Verheißung, die GOTT ihm gab (Gal 4:28).
So wurden damit alle Nationen der Erde gesegnet, als die "Kinder Abrahams" gemäß GOTTES Verheißung und gemäß dem Neuen Bund (Jer 31:31-33).

Gruß!


 
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RE: 3:26-29

#17 von Schrat , 22.02.2013 10:17

Lieber Jurek,

hier geht es zwar erst einmal gemäß Deiner Fragestellung darum, was christliche Freiheit bedeutet, aber dies solll ja anhand des Galaterbriefes erörter werden, wo von der christlichen Freiheit die Rede ist. Und deswegen halte ich es auch für nützlich den Hintergrund der Galater zu betrachten. Bekannterweise waren ein Großteil der Galater keine Juden- sondern Heidenchristen und wenn Paulus sagt, daß sie zu den vorigen Dingen zurückkehren, so muß sich das deshalb nicht in erster Linie auf das Gesetz Mose, sondern auf die heidnischen Bräuche, die sie vorher gepflegt haben, beziehen.

Ich hatte in einem vorigen Kommentar auch schon mal diesen Gedanken angedeutet, ohne konkrete Gründe angeben zu können.
Nun bin ich durch Zufall auf einen Kommentar in der Theologischen Realenzyklopädie gestoßen:

Zitat
4. Die Schule des Paulus
Die Schule des Paulus hat nicht nur in den paulinischen Briefen einen Niederschlag gefunden, sondern auch in den Schriften, die dem Apostel sekundär zugeschrieben wurden. Für den -* Kolosser brief, bei dem die paulinische Abfassung umstritten ist, laßt sich
fragen, ob die in ihm bekämpfte gegnerische Lehre dem Judenchristentum zuzurechnen ist und inwieweit in diesem Zusammenhang gnostischc Strömungen wirksam wurden. Zweifellos sind die Gegner des Verfassers Vertreter einer jüdischen Lebensführung; Sie beobachten die Beschneidung (vgl. die indirekte Aussage in 2,11), außerdem bestimmte Speisen, Feste, Neumonde, Sabbate (2,16.21). Ihre Philosophie (2,8) hat neben solchem
jüdischen auch einen gnostischen Akzent. Sie hängen einem Stoichcia-Kult an (2,8.20). Indem sie Naturmächtc oder himmlische Geistwesen verehren (2,10.15), erwarten sie offenbar, auf diese Weise zum gottlichen Pleroma Zugang zu erhalten (2,9; mit Schenkt 3%). Dabei rühmen sie sich ihrer xanavofpoauvrj (2,18). Scheint sich von hier aus nahezulegen, sie als „judenchristliche Gnostiker", die in Kleinasien beheimatet sind, zu bc-
zeichnen, so bleibt dennoch offen, ob sie ihr Sclbstvcrstandms christologisch begründeten. Indem der Verfasser den oxoiyßa xou xdofioo seine Christuslchrc gegenüberstellt, können die christologischcn Aussagen des Kol auf ihn selbst oder auf die ihm eigene kirchliche Tradition zurückgehen, so daß die Gegner des Kol nicht dem Judenchristentum, sondern einem synkretistiveh-gnostisehen ludentum zugehören würden.



Ich halte diese Erkenntnis für wichtig, weil man sonst zu falschen Schlußfolgerungen kommen kann.

Gruß
vom Schrat


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#18 von Jurek , 23.02.2013 08:29

Hallo Schrat,

hast du den Zitat mit OCR-Software eingescannt?
Leider nicht jede Software ist in Erkennung und Wiedergabe so gut, dass man das eingescannte nicht noch danach nachbearbeiten müsste. (Das nur so am rande).

Aber zur Sache. Mit der christlichen Freiheit die ich hier zur Diskussion und Frage stellte, meine ich, dass damit Missbrauch getrieben wird. Denn nicht alle verstehen darunter dasselbe, geschweige, was Paulus damit wirklich gemeint hat.
Interessant und wichtig finde ich diesen Hintergrund dazu. Da eröffnet sich für uns ein besseres Verständnis dazu.

Wobei dann in weiterer Folge denke ich auch, dass aus heutiger Perspektive (für nicht nur Kopfwissen sondern praktische Anwendung für uns heute) ist daraus festzuhalten, was unter dieser "Freiheit" zu verstehen sei?
Was bedeutet FREI zu sein in CHRISTUS (und doch gleichzeitig CHRISTI Sklave zu sein)?
Mit was und wieweit darf diese Freiheit einhergehen?
Manche meinen, wenn sie eine Sekte verlassen, dass sie damit diese Freiheit erlangen um dann zu glauben, was sie wollen… Soll das diese Freiheit bedeuten? - Ich denke, dass das kein so unwichtiges Thema ist sich damit auseinander zu setzen.
Was meinst du / ihr dazu?

Gruß!


 
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RE: 5:1

#19 von Schrat , 23.02.2013 09:55

Lieber Jurek,

das klingt zwar wie die "Quadratur des Kreises", ist aber meiner Meinung nach biblisch. Wir sind sowohl "Freunde" als auch "Sklaven" Jesu Christi. Jesus sagte selbst einmal, daß er seine Jünger "Freunde" nennt und hebt den Unterschied zwischen Freunden und Sklaven hervor (Joh 15:15). Freunden gegenüber ist man offener, kann freimütige Gespräche führen und offenbart auch seine innersten Gefühle und und Beweggründe. Sklaven teilt man nur das Nötigste mit, damit sie ihren Auftrag erfüllen können. Es kommt immer darauf an, welchen Gesichtspunkt man im Sinn hat. So ähnlich war es ja auch im Verhältnis von Abraham zu seiner Frau. Obwohl sie seine Frau war und sicher echte Liebe unter ihnen war und insofern sicher auch der Begriff "Freunde" zutraf, so nannte sie doch auch Abraham in ihrem Herzen "ihren Herrn" (1. Mos 18:12). Obwohl wir also ein inniges Verhältnis zu Jesus Christus haben oder haben sollten so schließt dies nicht aus, daß wir auch ein Ergebenheits- und Gehorsamsverhältnis wie Sklaven zu ihm haben.

Und was den Begriff "Freiheit" oder "Freiheit eines Christenmenschen" anbelangt, so ist diese Freiheit natürlich nicht absolut, sondern sowohl durch die Gesetze Gottes (10 Gebote) als auch durch die Liebe zu Gott eingeschränkt. Es ist natürlich immer noch eine Freiheit, die den Paulus damals begeisterte und auch uns begeistern kann, wenn wir sie in Kontrast stellen, zu der Unfreiheit die kommt, wenn man der Sünde dient oder auch wenn man versucht, durch Gesetzeswerke oder allerlei selbst auferlegten Bräuchen und Gesetzen vor Gott gerecht dazustehen.

Einen guten Morgen wünscht
der Schrat


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RE: 5:1

#20 von Isai , 23.02.2013 12:02

Hallo Jurek,


Zitat
Denn nicht alle verstehen darunter dasselbe, geschweige, was Paulus damit wirklich gemeint hat.
Interessant und wichtig finde ich diesen Hintergrund dazu. Da eröffnet sich für uns ein besseres Verständnis dazu.



Ja, eine Betrachtung der Hintergründe würde mich sehr interessieren, nicht dass man sich da sonst verrennt? Also für Informationen und Gedanken dazu bin ich dankbar.


Lieben Gruß,

Isai


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben.
Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 Neue evangelistische Übersetzung)

 
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RE: 5:1

#21 von Jurek , 23.02.2013 12:03

Hallo Schrat,

danke für die Gedanken und deinen Verweis auf Joh 15:15.
Ein Sklave CHRISTI zu sein, - damit hatte ich gemeint: Als ein Diener CHRISTI zu sein, - was im Grunde nichts daran ändert. (Frühere Bedeutungen von Sklaven in christlichen Haushalten, hatten weit andere Bedeutung als z.B. die Sklaverei z.B. der Schwarzen gegenüber den Weißen…).
Nur ein Bediensteter als "Sklave", ist man dann aber natürlich als die "Braut CHRISTI" nicht mehr. Ja, da dürfen wir FREUNDE CHRISTI sein.
Auch buchstäbliche Ehegattin, die einst ihren Mann "Herr" nannte, war nicht wie eine niedrige Sklavin dazu da, quasi nur die "Drecksarbeit" zu tun.

Also wahre FREIHEIT, kann es nur in CHRISTUS geben können. Kann ohne CHRISTUS wirklich wer frei sein (wie im Text gemeint)? Du erklärst das, dass eigentlich dann Unfreiheit einhergeht, weil man der Sünde dient.
Das sehe ich auch so. Denn manche meinen, dass sie frei sind, dabei sind sie Sklaven der Sünde …

Gruß


 
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RE: 5:1

#22 von Jurek , 23.02.2013 12:05

Hallo Isai,

natürlich das ist immer wichtig, aus dem Kontext und geschichtlichen Hintergründen sowas zu betrachten, damit man sich eben darin bei Deutungen nicht verrennt.
Daher freue ich mich immer auf eure Unterstützung dahingehend.

Der Hintergrund von Gal 5:1 im Gesamtkontext der Aussagen Pauli mag vorwiegend auch darin liegen, dass er (also JESUS, durch Dessen Inspiration Paulus das schreibt) nicht möchte, dass sich die Christen unter einem Joch des mosaischen Gesetzes stellen, an Stelle CHRISTI (Mt 11:29; Ag 15:10).
Denn gleich im Vers 2f übergeht er auch schon auf die Beschneidung, die ja einst das große Problem der damals der propagierten "Heilsnotwendigkeit" der Judaisten war …
Es geht um Freiheit vor Gesetzlichkeiten durch bestimmte Werke und Rituale - als ob wir uns je damit selbst erretten könnten...
(Eph 2:8-10)

Gruß!


 
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RE: 5:1

#23 von Isai , 23.02.2013 12:43

Hallo


Zitat
Manche meinen, wenn sie eine Sekte verlassen, dass sie damit diese Freiheit erlangen um dann zu glauben, was sie wollen… Soll das diese Freiheit bedeuten?



Auch wenn das vielleicht schon jeder kennt, Luther erwähnte (evangelische Freiheit):

Zitat
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“



Beide Sätze gehören untrennbar zusammen, der erste Satz nicht ohne den zweiten. Und der zweite wird von Menschen, die die Freiheit nicht richtig verstehen, gerne mal übersehen.

Als Christ möchte man natürlicherweise ja auch leben wie CHRISTUS, viel mehr, dass Sein Geist durch einen wirkt - Galater 2:20 und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Wenn man erlöst ist und in JESUS, dann hat man (meistens) auch zu "Pflichten" (evtl. auch zu Schikanen) eine andere Einstellung. Kolosser 3:22-24 Ihr Sklaven, gehorcht in allem euren irdischen Herren, nicht in Augendienerei, als Menschengefällige, sondern in Einfalt des Herzens, den Herrn fürchtend! Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Vergeltung das Erbe empfangen werdet; ihr dient dem Herrn Christus.

Matthäus 5:40,41 und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Untergewand nehmen will, dem lass auch den Mantel! Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei!

Mich würde in dem Zusammenhang auch interessieren, Galater 5:1 Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten! was alles (naheliegende) unter das Joch der Sklaverei fallen könnte, in das man wieder "hineinrutschen" kann? Ich möchte nämlich NICHT aus der Gnade fallen...
Darum wären eben Hintergründe interessant... Weiß da jemand etwas? ...

Edit: habe gerade Deine Beitragsergänzung gesehen Jurek, Danke!


Lieben Gruß,

Isai


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben.
Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 Neue evangelistische Übersetzung)

 
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RE: 5:1

#24 von Jurek , 23.02.2013 12:50

Danke Isai für diese ergänzenden Gedanken, die uns hilfreich sind gemeinsam das Thema weiter zu erarbeiten.


 
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6:2

#25 von Jurek , 11.03.2013 19:35

"Einer trage des anderen Lasten"
Was bedeutet das eigentlich?
Sollen wir neben schon genug eigenen Sorgen, auch noch die Lasten der anderen Leute tragen, bzw. denen das abnehmen?
Sind wir "Lasttiere" für die anderen, oder was?

Wie kann man diese Frage am besten biblisch beantworten, was Paulus da darunter gemeint hatte?


 
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RE: 6:2

#26 von Isai , 11.03.2013 21:49

Lieber Jurek,


Galater 6:2-5
2 Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.
3 Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, während er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst.
4 Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er nur im Blick auf sich selbst Ruhm haben und nicht im Blick auf den anderen;
5 denn jeder wird seine eigene Bürde tragen. (Elberfelder)

2 Helft euch gegenseitig, die Lasten zu tragen. Auf diese Weise erfüllt ihr das Gesetz des Messias.
3 Wenn jemand sich einbildet, etwas zu bedeuten, obwohl er doch nichts darstellt, betrügt er sich selbst.
4 Jeder prüfe sein eigenes Tun, dann mag er stolz auf sich sein, ohne sich über einen anderen zu erheben.
5 Denn jeder hat genug an seiner eigenen Verantwortung vor Gott zu tragen.
(NeÜ)

*Last: Od.: „die Beschwerlichkeiten“. Wtl.: „die schweren Dinge (die Gewichte)“. Gr.: bárē. (NWÜ)

Vielleicht ist damit gemeint, anderen Brüdern im Leben bei praktischen Dingen zu helfen und auch in (Glaubens- oder Lebens-)Krisen beizustehen. Die größte Hilfe ist wohl das gemeinsame Gebet. Mit des anderen "Last tragen" ist aber keinesfalls die (geistige) Verantwortung gemeint. Die muss jeder selbst tragen.


Lieben Gruß,

Isai


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben. Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 NeÜ)

 
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RE: 6:2

#27 von Jurek , 13.03.2013 19:02

Danke Isai für dein schönes Kommentar dazu!
Ich kann das dann weiter verwenden..


 
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1:6-9

#28 von Isai , 18.04.2013 20:14

Hallo


in der Elberfelder des bibleserver.com heißt es in Galater 1:8,9

6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium,
7 wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren.
8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!
9 Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: Er sei verflucht!


Damit ist klar, was gemeint ist. Sozusagen einen anderen Weg zur Rettung verkündend bringt Fluch.


Allerdings las ich heute in "meiner" (1871 / 1905) Elberfelder (weswegen ich eigentlich diesen Text anführen wollte) etwas anderes:

6 Ich wundere mich, daß ihr so schnell von dem, der euch in der Gnade Christi berufen hat, zu einem anderen Evangelium umwendet,
7. welches kein anderes ist; nur daß etliche sind, die euch verwirren und das Evangelium des Christus verkehren wollen.
8. Aber wenn auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium verkündigte außer dem, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!
9. Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!


Nach dieser Aussage nämlich könnte man schon verflucht sein, wenn man zu dem Evangelium ("brav" verkündend) NOCH etwas hinzufügt, also "außer diesem" (Evangelium) noch etwas anderes, zusätzliches. Ganz schön schwerwiegend.

Oder habe ich da was falsch verstanden?


Lieben Gruß,

Isai


"Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben. Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Johannes 4:9 NeÜ)

 
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RE: 3:28

#29 von Schrat , 18.04.2013 21:01

Lieber Jurek, lieber Isai,

die Ausführungen des Paulus über die Freiheit müssen wir im Kontext sehen, Wir müssen die Situation berücksichtigen, in der diese Aussage gemacht wurde. Die Galater waren von Juden oder Judenchristen verführt worden, wieder in die alte Gesetzlichkeit zurück zu verfallen, also durch das Halten der Gebote selbst vor Gott gerecht dazustehen, statt die Gerechtigkeit anzunehmen, die durch Glauben an Jesus Christus kommt. Von dieser Sklaverei aber hat uns Gott befreit.

Ein schöner Kommenar aus http://www.endzeitzeichen.org/Gott%20hin...t%20fuehren.pdf dazu

Zitat
Das Problem, das in der Gemeinde von Galatien gewachsen ist, war, dass einige der
Leute wollten, dass die trennende Linie, die einst zwischen den Juden und den Gri
echen bestand, bleiben würde. Es war die Mission von Paulus, ihre Augen für die
Tatsache zu öffnen, dass in Jesus Christus keine solche Linie existiert. Es gibt weder
Jude noch Grieche, weder Knecht noch Freier, weder Mann noch Frau. Wir sind alle
eins in Christus. Was heisst nun gemäss Paulus „eins in Christus“? Es gibt nicht länger
eine trennende Linie zwischen den drei Charakteristiken, die er erwähnt hat, weil
wir alle „in Christus“ sind, wenn wir wiedergeboren werden. Griechen, Sklaven und
Frauen sind alle gleich, wenn es um unser Erbe des Königreichs von Christus geht.
Wir sind alle „in Christus“, ein Leib, eine ausgesonderte Gruppe von Menschen zur
Freude Gottes




Dieser Text kann leicht falsch verstanden und falsch angewendet werden. Manche wenden ihn so an, als wenn damit die Verheißungen an die buchstäblichen Abrahams, Jakobs und Isaaks aufgehoben wären. Dem ist nicht so .


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Fluch über andere gute Botschaft

#30 von Schrat , 18.04.2013 21:08

Lieber Isai,

diesen "harten" Galater-Text habe ich auch mal gegenüber Katholiken im Predigtdienst von Haus-zu-Haus angewandt, als ich noch von Haus-zu-Haus ging. Im Nachhinein hatte ich ein richtiges schlechtes Gewissen wegen meines "harten" Vorgehens.....

Aber machen wir uns nichts vor, wir müssen schon sorgfältig überlegen und prüfen, ob wir wirklich eine Hoffnung auf der Grundlage des Wortes Gottes verkündigen und nicht unsere eigene "gute Botschaft" zurechtzimmern. Denn wie leicht kann man da eine andere Richtung reinbringen, z.B. das "soziale Evangelium" oder das sich das Königreich Gottes in Bemühungen der Menschen um Frieden erfüllt (UNO, NEUE WELTORDNUNG, New-Age-Vorstellungen, Gnostik).

Gruß
vom Schrat


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