RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#46 von Georg , 04.02.2012 10:28

Lieber Matthäus.
Vielen Dank für deine lieben Zeilen und auch die interessanten Aussagen von Charly.
Das sind Schicksale und Emotionen, wie auch Umstände, die oft nur traurig stimmen. Ich könnte oft weinen darüber.--

Ich weiß nicht, ob Du mit mir übereinstimmst, aber ich denke, dass dennoch muss auch jeder von uns unsere eigene Last selber tragen und tragen helfen. Wir aller sind Sünder vor Gott und irren oft. Kommt aber (wie ich persönlich meine) darauf an, wie wir mit unserer vermeintlichen Wahrheit umgehen. Das WIE erscheint mir wichtig dabei.
Das ist die Frage aller Fragen: Was ist die Wahrheit? Siehe auch dort den interessanten Kommentar http://www.gute-saat.de/?kalday=2012-02-03
Viele schlagen sich die Köpfe ein, weil sie davon überzeugt sind diese eine Wahrheit zu haben, gar gepachtet zu haben und im Recht zu sein. Ist es daher nicht gerade das das große Problem?
Anschauungen gibt es viele. Aber wenn ich wem MEINE aufdränge, dann wird es problematisch.

Ich habe zwar nicht so einen besonderen Bezug nur da zu den Jehovas Zeugen als solche (eigentlich kenne ich sie sonst als sehr nette Leute), aber ich denke, dass das was Du (und wahrlich nicht nur Du!) schreibst, eine der traurigen Geschichten sind, die man mehr oder weniger in vielen solchen Gruppen und Sekten vorfindet, wo man eben auf solche Stolpersteine aufpassen muss.

Ich übereinstimme mit dir, was du ja im Grunde als Experte (was ich ja nicht bin) über diese Gruppe berichtest, bezüglich auch der vielen falschen Vorhersagen, die nie eingetroffen sind. Aber meine Frage dazu: Haben die Jehovas Zeugen nicht inzwischen diesbezüglich was dazu gelernt? Schlimm wäre es, wenn nicht!

Es werden leider heute immer noch viele falsche Vorhersagen aus vielen Gruppen getätigt, die zum Beispiel besagen (wohl das aktuellste, wenn ich richtig informiert bin), dass nach dem Maya Kalender, soll im Dezember die Welt untergehen oder die schlimmste Plage aller Zeiten einbrechen.—
No, ich weiß nicht.
Mir kommt es vor, dass die Jehovas Zeugen nur eine von etlichen Gruppierungen sind, oder waren, mit ihren unerfüllten Erwartungen.-
Irre ich mich da?

Das Problem welches ich als ein Außenstehender überkonfessioneller Beobachter dabei meine zu sehen, ist, dass wenn man Jahre oder Jahrzehnte in einer speziellen Sekte verbracht hat und sein Leben und Blut sozusagen drinnen gelassen hat, ist es gerade diese Sekte, die dann als die schlimmste empfunden wird. Dann ist man dann bereit auch lieber in die Katholische Sekte—zu gehen. Aber nur eigene, die kennt man dann auch am besten und längsten.
Vielleicht irre ich mich, aber dennoch macht das natürlich nicht ungeschehen, wovon Du und der Charly da berichten. Das ist wohl auch jedem klar und dem stimme ich zu.
Denn ich glaube es nicht (eben wegen dem Absolutheitsanspruch, den es überall in Sekten und sonstigen Sondergruppen dort mehr, dort wenige gibt), dass die Jehovas Zeugen irgendeine besondere Rolle je gespielt hatten, wegen dem (wie Du schreibst) "auswählen um SEINE Interesse auf Erden zu vertreten oder ihnen die gesamte Habe anvertrauen."
Jeder Gruppe beansprucht für sich was, die Jehovas Zeugen das, die Adventisten ihre Prophetin, Sabbat u.s.w, wo auch nur sie das richtig erkennen, etc. etc.
Das ist eigentlich nichts Neues unter der Sonne ;) -Kohelet 1,9
Ich kann Euch zustimmen. Leider ist es so, weil ich meine, dass die Menschen nicht wirklich sich auf das Evangelium mehr konzentrieren können und das regieren dem Herrn Jesus überlassen.;)
Vielen Dank.

Liebe Grüße und gesegnetes Wochenende,
Georg


 
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2 Testfragen an die „Jehovas Zeugen“

#47 von Jurek , 16.04.2012 17:33

Diesen nachfolgenden Kommentar finde ich recht interessant:

Zitat
Werde nicht allzu gerecht, noch zeige dich übermäßig weise“ (Pred. 7:16).

Wer „allzu gerecht“ ist, stellt seine eigenen Maßstäbe für Gerechtigkeit auf und beurteilt andere danach. Dem Betreffenden entgeht völlig, dass er seine Maßstäbe über die Maßstäbe Gottes stellt und deshalb in seinen Augen alles andere als gerecht ist. Ist jemand „allzu gerecht“ oder, wie es in anderen Bibelübersetzungen heißt, „übertrieben rechtschaffen“, könnte ihn das manchmal sogar veranlassen, das Vorgehen Jehovas infrage zu stellen. Bedenken wir jedoch Folgendes: Wer anzweifelt, dass jede Entscheidung Jehovas gerecht ist, erhebt in Wirklichkeit seinen eigenen Maßstab für Gerechtigkeit über den Maßstab Jehovas. Er stellt Jehova sozusagen vor Gericht und richtet ihn nach seinen persönlichen Maßstäben für Recht und Unrecht. Doch es steht keinem Menschen, sondern allein Jehova zu, den Maßstab für Gerechtigkeit festzulegen (Röm. 14:10). w10 15. 10. 2:8, 9


Wenn bestimmte Organisationen auch so ähnlich handeln…, bzw. auch derer Mitglieder auch ähnlich gegenüber ihren Nächsten so handeln, die dann das peinlich genau durchsetzen wollen, was diese Organisationen sagen…, dann sollte man m.E. darüber nachdenken, was möchte nun JEHOVA GOTT!?

Frage: Die „ZJ“ (zumal dieser Zitat stammt von der WTG):
Ob sie Menschen (der WTG) nachfolgen, oder GOTT?
Diese Frage mag vielen der „ZJ“ dumm (vielleicht auch frech) erscheinen, weil für sie selbstverständlich ist, dass sie nicht den Menschen sondern JEHOVA nachfolgen!
Aber ein simpler Test dazu mit nur 2 von mehreren Beispielpunkten, soll im Selbstüberprüfung zeigen, ob das wahr ist:

1) Lehren der Bibel;
2) Verhalten gegenüber Andersdenkenden.

Zur 1:
Ein „ZJ“ würde wohl „über Leichen“ gehen (d.h. auch gar dafür bereit sein zu sterben) und andere kritisieren, die nicht so denken wie die Organisation, auch wenn er/sie noch so wenig Biblisch (geschweige auch Geschichtlich) nachweisen kann, dass eine Lehre wie z.B. die Chronologie wirklich einer sachlichbiblischen Überprüfung standhält!? (Denn diese Lehre ist für sie sehr wichtig, da sie weltweit nach „Mat 24:14“ die Botschaft von 1914 aufgerichteten Königreich im Himmel lehren, als die Botschaft JEHOVAS!)
= Was ist das dann? Nicht absichtliches verschließen der Augen vor Wirklichkeit und Selbstverantwortung vor GOTT, wenn überwältigende Biblische und Geschichtliche Beweise dagegen sprechen, und nicht die blinde Nachfolge von Menschen, bis die WT-Organisation neues Licht mal wann bekommt, welches dahingehend schon „Babylon“ hat?
Wenn nicht, dann bitte mich zu korrigieren, da ich aufrichtig an Wahrheit interessiert bin!

Zur 2:
Aufgrund nur der Belehrung von der WTG, werden ALLE anderen Gläubigen als ein „Teil der Hure Babylons, der falschen Religionen“ angesehen! … Niemand andere kann ein Christ sein!
Andererseits auch in den eigenen Reihen, wenn dann jemand (Punkt 1) dann doch nach Apg 5:29 einen Schritt aus Gewissen und Verantwortung vor GOTT wagt und deswegen wird er/sie exkommuniziert, dann werden diese Personen wie die Pest gemieden (in dem Zusammenhang sprach die WTG da auch von Liebe!), OHNE dass diese „ZJ“ wirklich wissen - warum! Nur weil andere Menschen ihnen das sagten! Und OHNE dass sie überhaupt im Stande wären ihre Handlung wirklich sachlich biblisch zu begründen.
= Also in beiden Fällen nicht eindeutige Menschen- und keine GOTTES-Nachfolge?

Ich bitte werte Mitleser mir nur BIBLISCH (d.h. nicht anhand der WT-Literatur) zu zeigen, inwiefern ich mich hier irre! (1.Pet 3:15)

L. G. – Jurek


 
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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#48 von Schrat , 13.05.2012 10:32

Lieber Jurek,

in Verbindung mit dem Problem, daß fast alle christlichen Gemeinschaften behaupten, daß sie die wahre Erkenntnis der Bibel hätten, wurde auch das Dreieinigkeitsproblem angesprochen. Diese Angelegenheit wird zwar auch in anderen Threads behandelt, doch ich spinne mal hier den Faden fort.

Grundsätzlich vorweg die Bemerkung, daß es grundsätzlich richtig ist, nach der wahren Erkenntnis zu streben, wir als Christen aber den anderen Mitchristen achten sollten, der in der Erkenntnis noch nicht so weit ist oder in Irrtümern gefangen ist. Wir alle sind irgendwo und irgendwie auch noch im Irrtum gefangen. Deswegen ist Barmherzigkeit angebracht und Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.

Ein zentrale Bibelstelle bzgl. der Dreieinigkeitslehre und damit in Verbindung der Lehre von der Präexistenz Jesu Christi ist Phillipper 2:7-9

Zitat
Nein, sondern er entäußerte
sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich. 8 Mehr
als das, als er in seiner Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde,
erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod an einem
Marterpfahl. 9 Gerade aus diesem Grund hat Gott ihn auch zu einer
übergeordneten Stellung erhöht und ihm gütigerweise den Namen gegeben, der über
jedem [anderen] Namen ist



Bei diesem Text spielen die griechischen Wörter "morphe" und "Schema" eine Rolle. Dreieinigkeitsverfechter haben ihre eigenen Definitionen geschaffen und darauf aubauend die Behauptung aufgestellt, daß hier das innere Wesen gemeint sei.

Die Anwendung in der Bibel an vielen Stellen der Bibel zeigt aber, daß es hier um die äußere Gestalt und nicht das innere Wesen geht. Z. B. erschien Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern in verschiedenen Gesalten (morphe), u.a. auf dem Weg der Jünger nach Emmaus.

Du gehst auch wie viele andere wie selbstverständlich davon aus, daß wenn von Jesus in Philipper gesagt wird, daß er sich selbst entäußerte, er damit seine vorher im Himmel bestehende Existenz aufgab und als Mensch erschien. Aber so selbstverständlich ist solch eine Wiedergabe und Deutung nicht.

Mit Hilfe der Bibel kann man aber auch andere Verbindungen ziehen und zu einer anderen - wie ich meine besseren - Erkenntnis kommen.

Zitat
http://www.truthortradition.com/german/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=66

4. Während die Trinitarier untereinander über die Bedeutung von Phil 2, 6-8 diskutierten, ist etwas Bedauerliches passiert: Die eigentliche Bedeutung dieser Verse ging verloren. Die Verse sprachen weder davon dass Christus seine „Gottheit“ bei seiner Inkarnation aufgab, noch davon, dass er seine Gottesnatur/sein Gottsein so verstecken wollte, dass seine Menschennatur/sein Mannsein sich deutlich zeigen konnte. Vielmehr sagen die Verse etwas ganz anderes. Die Schrift sagt, dass Christus „das Bild GOTTES“ ist (2.Kor 4,4) und Jesus selbst bezeugt, dass man, wenn man ihn gesehen hat, den Vater gesehen hat. Wenn gesagt wird, dass Christus in der Gestalt (dem äußeren Erscheinen) GOTTES war, dann bestätigt das ganz einfach die Wahrheit mit anderen Worten. Christus „entleerte sich“ all seines Ansehens und all der Dinge, die ihm als wahrem Kind des Königs gebührten, anders wie Adam, der danach strebte wie GOTT zu sein (1.Mo 3, 5). Er lebte wie die anderen Menschen auch. Er erniedrigte sich unter das Wort und den Willen GOTTES. Er lebte nach dem „Es steht geschrieben“ und gehorchte den Befehlen seines Vaters. Er setzte nicht seinen eigenen Willen durch, sondern nannte sich Sohn des Menschen, was in der aramäischen Sprache, die er sprach „ein Mann“ bedeutete. Er vertraute GOTT und blieb IHM gehorsam, sogar bis zu dem schrecklichen und schändlichen Tod am Kreuz.

Die Gemeinde in Philippi machte ihre Sache gut und unterstützte Paulus, aber sie hatte auch ihre Probleme. Da war ein gewisser Egoismus (1, 15; 2, 3), ein Eingebildetsein, Streit und Mangel an Rücksichtnahme auf andere (2, 4 u. 14), ein Mangel an Demut, Ehrlichkeit und Tadellosigkeit (2, 3 u.15). Deshalb schrieb Paulus eine Ermahnung an die Gläubigen, dass sie nach der gleichen Gesinnung streben sollten, die Christus gelebt hatte (2, 5). Dann zeigt er ihnen, dass Christus nicht nach der Gleichheit mit GOTT strebte, sondern völlig demütig war, weshalb er von GOTT „hoch erhöhte“ wurde (2, 9). Wir brauchen die Leute nicht auf uns aufmerksam zu machen, damit sie wissen, wer wir sind. Wir sollen einfach dienen in Gehorsam und Demut und gewiss sein, dass GOTT uns eines Tages für unsere Taten belohnen wird.




Jesus "entäußerte" sich, in dem er all das auf sich nahm, was über ihn prophezeit worden war, z.B. in Jesaja 53. Das war die "Knechtsgestalt", die er annnahm und nicht, daß er von einer angeblichen vormenschlichen Gottesnatur zur menschlichen Natur wechselte!

Einer vormenschlichen Existenz widerspricht auch, daß ihm gemäß Philipper 2:9 als Lohn eine übergeordnete Stellung gegeben wurde. Diese Verheißung wäre sinnlos, wenn er schon vorher als erstgeborener Sohn im Himmel existiert und danach sowieso schon der 2. nach Gott war!
Somit haben wir auch nicht das Problem mit den 2 Naturen (Zweinaturenlehre), weil es sie vorher nicht gegeben hat! Er brauchte sich nicht selbst "entleiben" (Selbstmord im Himmel???). Er wurde in jeder Beziehung uns Menschen gleich (Hebräer 2:17), bis auf den Umstand, daß er im Gegensatz zu uns, vollkommen war.

Gruß
vom Schrat


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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#49 von Jurek , 13.05.2012 16:19

Hallo Schrat!

Ja, Phil 2:7-9 ist eine interessante Bibelstelle, die m. E. gegen so manche Ansichten der Christenheit spricht.
Wenn du zitierst, dass JESUS „ entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich.“, was heißt das dann wohl?
Wenn Er, also JESUS sich selbst entäußerte, was war Er wohl zu dieser Zeit (davor und danach)?
Und doch behaupten sehr Viele, dass JESUS n-u-r als Mensch sich von seiner Göttlichkeit (? Oder von was konkret?) entäußerte!?
Auch V.9 ist m.E. interessant, da JEHOVA hatte seinen SOHN erhöht, d.h. dieser war davor nie in solcher Stellung, wie ich das meine.
Zumindest bis jetzt sehe ich das so.

Ich würde aber vorschlagen dann nähere Untersuchung in Verbindung mit der Trinität entweder DORT, oder zur Philipperbrief DORT fortsetzen. Sei es, man bezieht sich hier auf irgendeine Gruppe, die was konkretes dazu zu sagen hat – was Thema des Unterforums hier wäre.

Also zum Thema des Unterforums:
Was ich hier neben anderen Kirchen auch zum Thema der WTG schreiben möchte, das wäre z.B. der Bezug auf eines der letzten Kommentare (Tagestexte) der WTG. Meine Verwunderung bezieht sich da auf einer der letzten (gestriges) ihre Kommentare zum Tagestext.
Darin wird angedeutet, dass der Predigtdienst von Haus zu Haus ist gerade das, was wirklich die Gemeinschaft fördert und verbindet, und zwar mehr als sonst ein gesellschaftlicher Umgang miteinander.
An sich will ich dem auch nicht vorschnell und pauschal widersprechen, aber was ist mit dem Persönlichen untereinander unter den „ZJ“? Ist das so unwichtig?
Wird da überhaupt noch Wert auch auf den persönlichen Umgang miteinander gelegt, dass der eine dem anderen auch bei seinen Fragen und Anliegen beisteht und hilft? Oder ist das nicht so wichtig wie der Predigtdienst, an dem alle erbaut sein sollen, auch wenn da kaum einer denen zuhören will?
Das ist eben meine persönl. Frage dazu.
Wenn es darin heißt, dass die Christenversammlung wurde nicht als Geselligkeitsverein gegründet, dann lebt man entfremdet untereinander, in zwar voller Einheit und Harmonie nach außen, aber wirklich in allen Herzen?
Was ist das dann für eine Einheit? Ist die dann wirklich ehrlich gut möglich?

Dann wird da noch geschrieben: „unsere Brüder lieben, die Hoffnung auf Gottes Königreich setzen und diejenigen respektieren, durch die Gott uns führt und anleitet.“.
Auch die Frage die sich mir hier stellt, ist die Frage nach dem, was ist da überhaupt mit „Respekt“ gemeint?
Denn da zum Schluss wird Röm 12:2 angeführt:
Und formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr durch Prüfung feststellen könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.“.
Was ist also darin gemeint, dass man durch Prüfung feststellen soll, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille GOTTES ist?
Ist dieser Wille GOTTES auch IMMER in Übereinstimmung mit den Anordnungen der Führung durch menschl. Leitung?
Wäre Anwendung von Apg 5:29; 17:11 eine Respektlosigkeit (wem gegenüber?), wenn man manche Lehren mit seinem Gewissen vor GOTT nicht vereinbaren kann?
Viele Fragen! …

Fragende Grüße!


 
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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#50 von Schrat , 13.05.2012 20:08

Lieber Jurek,

das mit dem Tagestext sehe ich auch so wie Du! Es mag zwar sein, daß der gemeinsame Predigtdienst verbindet und doch finde ich die Konzentration allein auf diesen Aspekt lieblos.

Sicher ist der Zweck unseres Zusammenseins als Christen nicht hauptsächlich gesellschaftlicher Art (vgl. Römer 14:17), so eine Art nettes Kaffeekränzchen aber unser Zusammensein hat a u c h eine soziale und gesellschaftliche Komponente, so daß ein Zurückdrängen solcher Aktivitäten ebenfalls lieblos ist. Es werden immer wieder Anweisungen gegeben und Vorkehrungen getroffen, die das Gesellschaftliche immer mehr zurückdrängen um sich angeblich ganz auf den Dienst konzentrieren zu können. So wird das Zusammenkommen immer farbloser. So denke ich daran, wie einmal eine Anweisung kam, nicht mehr in Zusammenkünften Urlaubsgrüße zu überbringen. Oder wie man drauf und dran war eigene Orchester in den Versammlungen abzuschaffen. Auf Kongressen bekommen wir ja nur noch Konservenmusik.
Naja, in den Versammlungen hat man sich nochmal erweichen lassen...

In der Verbindung muß ich so daran denken, daß mal so eine Notiz in der Zeitung war, daß Arbeitgeber erkannt haben, wie wichtig die Frühstückspause ist..... Nicht nur für die Erholung der Mitarbeiter, sondern auch für die Firma! Weil dort auch Gedankenaustausch stattfindet, die Firmen-Angelegenheiten betreffen und weil es den Zusammenhalt stärkt.

Daran könnte sich die WTG ein Beispiel nehmen, statt immer rgidere Vorschriften zu erlassen.

Gruß
vom Schrat


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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#51 von Jurek , 14.05.2012 07:23

Natürlich keine Art nur nettes Kaffeekränzchen in der Zusammenkunft. Das hatte ich auch nicht in dieser Richtung so gemeint, wie du mich auch hier richtig verstanden hast.
Aber wo steht es in WT-Publikationen was davon, dass man mit Brüdern auch guten Kontakt und KOMMUNIKATION mit- u. untereinander pflegen sollte und „nach Weisen und Witwen in ihrer DRANGSALEN zu sehen“? = Sprich: für heutige Verhältnisse, auch inoffiziell aus LIEBE mit anderen Geschwistern „privat“ auch zum Kaffeekränzchen zu kommen, um zusammen dann über gewisse Probleme und Fragen offen zu diskutieren (was in der Versammlung kaum möglich ist)?
(Aber durch den Stress schon in der Arbeit, Familie, Anspannung in der Versammlung und viele Stundenmachen…, bleibt da noch wirklich Zeit auch für Geschwister im Glauben für ihre Anliegen?).
Wenn man Angst haben muss und sich verstecken muss (wegen Sanktionen), wo ist da die echte Bruder-/Schwesterliebe? Wo? Und der Predigtdienst soll das alles geben und der gemeinsame Glaube an das seit 1914 aufgerichtete Königreich? Und die „ZJ“ sollen jetzt keine kritische Fragen mehr haben, da sie alles schon vor ihrer Taufe alles geprüft haben? …
Dann sind so manche sich selbst überlassen und suchen wo anders nach offenes Ohr ohne Druck. Dann besteht aber die Gefahr, dass sie in falsche Kreise geraten und am Ende „das Kind mit dem Badewasser ausschütten“!

Ich habe nirgendwo in der WT-Literatur gelesen, dass man gute Kommunikation auch unter Geschwistern pflegen soll.
Falls dir aber doch was dazu bekannt sein sollte, dann zeige es mir bitte.

Zitat
So denke ich daran, wie einmal eine Anweisung kam, nicht mehr in Zusammenkünften Urlaubsgrüße zu überbringen.


Eben! Das ist schon Phasisäer- u. Schriftgelehrtertum aber hat nichts mit liebevoller Gemeinschaft was zutun! Dann müsste Paulus auch von diesen „ZJ“ korrigiert werden, der Personen auch herzlich und namentlich gegrüßt hat. (?)

Das innerlich-persönliche geht verloren, wie es mir scheint…
Und HIER wird damit keine destruktive Kritik an der WTG oder manchen „ZJ“ geübt, sondern das sind GUT gemeinte Gedanken, die helfen könnten sich mal als einzelner „ZJ“ darüber Gedanken zu machen.

Zitat
In der Verbindung muß ich so daran denken, daß mal so eine Notiz in der Zeitung war, daß Arbeitgeber erkannt haben, wie wichtig die Frühstückspause ist..... Nicht nur für die Erholung der Mitarbeiter, sondern auch für die Firma! Weil dort auch Gedankenaustausch stattfindet, die Firmen-Angelegenheiten betreffen und weil es den Zusammenhalt stärkt.


Eben, nur eine befestigte Gemeinschaft (damit ist auch Glaubensgemeinschaft gemeint) kann auf Dauer wirklich gut und froh MITEINANDER funktionieren, da sie dann nicht nur nebeneinander und nur nach Außen funktioniert …

Zitat
Daran könnte sich die WTG ein Beispiel nehmen, statt immer rgidere Vorschriften zu erlassen.


Vorschriften sind nicht schlecht, aber eben nicht IRGENDWELCHE, die im Grunde der Biblischen Maßstäben widersprechen.

Gruß


 
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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#52 von Jurek , 20.05.2012 11:17

Laut nachgelesen und nachgedacht über das gestrige Tagetext der WTG:

Zitat
Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Alle Dinge gehen genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an (2. Pet. 3:4).

Die meisten Erdbewohner haben Christi „Gegenwart“ seit 1914 nicht wahrgenommen. Doch bald wird er deutlich zu erkennen geben, dass er gegenwärtig ist: wenn er nämlich Jehovas Strafurteil an den verschiedenen Teilen des teuflischen Systems vollstreckt. Das „Offenbarwerden seiner Gegenwart“ wird nicht zu übersehen sein, wenn „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ — die Geistlichkeit der Christenheit — vernichtet wird (2. Thes. 2:3, 8). Das wird ein greifbarer Beweis dafür sein, dass Christus als der von Jehova eingesetzte Richter in Aktion getreten ist (2. Tim. 4:1). Die Vernichtung des verwerflichsten Teils von Babylon der Großen ist der Auftakt dafür, jenes böse Weltimperium der falschen Religion vollständig auszulöschen. Jehova wird es politischen Führern ins Herz geben, diese sinnbildliche Hure zu verwüsten (Offb. 17:15-18). Das wird die erste Phase der „großen Drangsal“ sein (Mat. 24:21). w10 15. 9. 5:13


Zu dem Bibeltext ist für mich fraglich, ob Petrus dort „GEGENWART“ oder ANKUNFT gemeint hat?
Ist damals wie heute die Frage der Ungläubigen, wo die UNSICHTBARE Gegenwart ist, oder die, ob JESUS überhaupt je kommen wird?
Denn Petrus schrieb und meinte das für damalige Zeit mit den „letzten Tagen“ und nicht für eine Zeit, die erst in 2000 Jahren beginnen sollte!
Natürlich bewahrheiten sich die Worte Petri auch in der ganzen Epoche bis in unsere Zeit, da auch wir in Zeit des Endes leben, aber gemeint war von ihn sicher nicht die „unsichtbare Gegenwart seit 1914“!

An was soll man diese „unsichtbare Gegenwart“ ERST ab dem Jahr 1914 erkennen? Genauso könnte man den „11. Sept.“ auch als Behauptung oder Beispiel hernehmen, für den ich nicht einmal das Jahr schreiben muss! Auch das war eine besondere Wende im Weltgeschehen, auch wenn sich das zunächst nur in USA abgespielt hatte.

JESUS ist doch schon seit dem ersten Jahrhundert bei seinen Jüngern gegenwärtig. (Siehe die letzten Worte im Matth.-Evangelium!).

Man sollte sich vor Augen führen, dass Petrus das um das Jahr 64/65 geschrieben hat! Und wieso ist das wohl wichtig?
Das waren doch die letzten Tage des jüdischen Systems! Er schrieb das an Leser, die damals auch das beobachten konnten, und nicht, was irgend mal wann erst in ferner Zukunft sein wird, mit was die damaligen Leser nix anzufangen wüssten.

Die WTG übersetzt das hellenische Wort parousía konsequent mit „GEGENWART“, weil denen geht es eben um ein Ereignis, welches erst ab 1914 stattfand, welches (ANGEBLICH!) schon NUR durch den erste Präsident der WTG vorhersagte (etwas, was keine andere der Kirchen – bis heute – erkennen konnte) und erst ab dann von dieser Gegenwart die Rede sein könnte…

Und die, die vernichtet werden (außer den „ZJ“), das soll der „Mensch der Gesetzlosigkeit“ sein, also die „Geistlichkeit der Christenheit“!
Interessant ist dennoch für mich festzustellen, dass die WTG auch an den „Wässern Babylons“ nuckelt, wenn sie wissenschaftlich-theologische Werke dieser Geistlichkeit und Gelehrten verwendet, und bei ihren Korrekturen auch so manches im Sinne dieser Werke übernimmt an Erkenntnis.

Somit nach der WTG-Meinung wird „Vernichtung des verwerflichsten Teils von Babylon der Großen“ geben. (Nur diesen) TEILS?
In der Bibel steht nichts von einem „Teil“ in Bezug auf „Babylon die Grosse“, oder?
Oder ALLE werden vernichtet, inkl. mir (da ich nicht an die „Botschaft von 1914 aufgerichteten Königreich“ glaube), die nicht bei der WTG sind bzw. ihre Theologie dahingehend nicht befürworten noch erkennen wollen… ??

Fragende Grüße!


 
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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#53 von Schrat , 20.05.2012 11:41

Lieber Jurek,

einen Grundsätzlichen Artikel in der Angelegenheit "Unsichtbare Gegenwart Jesu ab 1914" habe ich mal bei "Ihrseidmeinezeugen.de" eingestellt. Ich setz ihn hier auch mal rein.

Ein Artikel von Frank, der mir sehr geholfen hat, ist in seinen 2 Briefen an die WTG aus dem Jahre 1998 enthalten, wo es um "Parousia", also die Gegenwart oder Ankunft Jesu Christi geht. Nach der Lehre der Zeugen Jehovas war die von Christen sehnlichst erwartete Wiederkunft Jesu Christi schon längst, und zwar ab dem Jahre 1914 - allerdings für Menschenaugen unsichtbar. Aber es soll noch ein "Kommen" zum Gericht und zur Aufrichtung des Königreiches hier auf Erden in der Zukunft kommen. Damit unterscheiden sie sich von den meisten anderen christlichen Gemeinschaften, die die Wiederkunft Christi noch erwarten und eine solche Unterscheidung nicht machen.

Ich habe mal einiges aus meinen Aufzeichnungen zusammengestellt, welche ich aufgrund verschiedener Quellen gemacht habe.

Hier erst einmal, was ich aus der Literatur der WTG zusammenetragen habe.

Zitat
Das Wort "Parousia" setzt sich aus para = neben und sousia =sein zusammen und bedeutet buchstäblich ein (Da)nebensein. Es bedeutet (nach WTG angeblich) nicht = Kommen (eleusis) (siehe <Apg. 7:32>) Es bedeutet "gegenwärtig" gemäß Neuem Testament von L. Reinhard

In den Kirchen der Christenheit oft auch als das persönliche Ende eines Jeden definiert. Bei den ersten Christen spielte jedoch die Erwartung der Gegenwart eine herausragende Rolle.

Nach Lehre der Z.J. machten die Bibelschreiber des ersten Jahrhunderts in Verbindung mit der Übernahme der Königsmacht durch Jesus Christus einen Unterschied zwischen seinem Kommen und seiner Gegenwart. Viele Jahre vor Christi Jesu
Kommen mit Macht und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels würde seine Gegenwart in Königsmacht zu spüren und zu erkennen sein (<Matthäus 24:30>). Christi unsichtbare Gegenwart (griechisch: parousía) sollte diesem Kommen (griechisch: érchomai) zur Vollstreckung des Urteils an einer rebellischen und bösen Generation vorausgehen . (Erwachet 08.05.1933 S. 26)


Ebenso wird im Anhang 5B zur NWÜ argumentiert.

Es wird auch gerne mit Texten wie <Philipper 2:12> argumentiert:

"Darum meine Geliebten, fahrt fort in der Weise, wie ihr allezeit gehocht habt nicht nur während meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel bereitwilliger während meineer Abwesenheit, mit Furcht und Zittern eure eigene Retetung zu bewirken".

Hier wird also das Wort "Parousia" mit "Gegenwart" im Sinne eine längeren Zeitraums gebraucht und man schließt daraus, daß es so dann auch mit der Gegenwart (Parousia) Christi sei.

Hier einmal ein Auszug aus dem Brief von Frank an die WTG 1.6.1998, in welchem er die Argumentation der WTG stichhaltig und mit vielen biblischen Beispielen widerlegt. U.a. besteht kein Unterschied zwischen "Gegenwart" und "Kommen", wie sie die WTG behauptet.

Zitat
"Es ist erstaunlich, in welch enger Beziehung die Wörter parousía, èpipháneia, éleusis und érchomai zueinander stehen. Sie kommen jeweils in all den Stellen vor, die unmittelbar von derParusie Jesu handeln oder damit in Verbindung gebracht werden.Wie ist das also gemeint, wenn im Anhang 5B gesagt wird, die Wörter éleusis und parousía würden sich unterscheiden bzw. nicht austauschbar verwendet werden? Ich kann nicht erkennen, inwiefern die Bibel hier einen Unterschied machen soll, wenn sie doch beide Wörter auf die Ankunft des Messias in messianischer Herrlichkeit bezieht. Auch das ThWNT macht, wie
wiroben gesehen haben, keinen Unterschied zwischen den beiden Wörtern und stimmt daher mit der Bibel überein. Somit muß also éleusis ein Synonym für Parusie sein "



Soweit unser lieber Frank.

In Wörterbüchern der griech. Sprache wird Parousia allerdings neben "Gegenwart" auch mit "Ankunft" wiedergegeben. Dieses Wort kann man übersetzen mit Gegenwart (<1. Thessalonicher 3:13>) und Ankunft (<1. Korinther 16:17>). Es ist also nicht verkehrt, wenn andere Christen von "Advent" oder "Ankunft" Jesu Christi sprechen.

Das Wort wird oft benutzt um den Besuch einer hochrangigen Persönlichkeit zu beschreiben, besonders wenn es darum ging, dass Könige oder Kaiser ihre Provinzen besuchten.

In Verbindung mit den außergewöhnlichen Himmelsphänomenen in <Mat 24:29> wird auch das Wort "Parousia" im <Mat 24: 27> und in <Mat 24:39> gebraucht. In <Mat 24:39> wird es deutlich in Verbindung mit dem unmittelbaren und plötzlichen Gericht gleich dem Gericht in den Tagen Noas gebraucht. Dies schließt einen längeren Zeitraum von "Gegenwart" aus. Man muß auch den Kontext beachten!

In <Matthäus 24.27> wird das Kommen Jesu Christi (Parousia) mit einem Blitz verglichen. Dies ist auch ein Hinweis, dass das Wort Parousia auch die Bedeutung von "Ankunft" oder Kommen haben kann. Ebenso wird das Wort "Gegenwart" von <Jakobus 5:7> gebraucht, wo Christen aufgefordert werden, Geduld bis zur "Gegenwart des Herrn" zu üben. Wenn dies einen längeren Zeitraum der unsichtbaren Gegenwart Jesu Christi bedeuten würde, könnte man diesen Text nicht verstehen und wäre kein Trost und nicht hilfreich, weil ja mit diesem Text eine sofortige Erleichterung und Hilfe in prüfungsreicher Situation versprochen wird.

Praktisch alle Gelehrten des neutestamentlichen Griechisch geben es in dieser Verbindung mit "Ankunft" wieder (Bauer, Deissmann).

Aus alle dem zuvor Dargelegtem ergibt sich m.E. daß "Parousia" in Verbindung mit Jesu Christi Verheisssung seines Wiederkommens bedeutet, daß er "ankommt" und dann ist er "gegenwärtig", allerdings kommt er sichtbar für alle wieder und bringt dann unmittelbar alle Verheissungen in Erfüllung, wie das Vorgehen gegen den "Menschen der Gesetzlosigkeit", das Zusichversammeln seiner "Braut", das Versammeln Israels, die erste Auferstehung usw.

In Verbindung mit der Frage der Wiederkunft Christi ist auch das Wort "Synteleia". (Abschluß, zur Vollendung bringen) von Bedeutung. Dieses Wort wird auch in <Matthäus 24> in Verbindung mit der Frage der Jünger nach seiner Wiederkunft gebraucht.

Lt. Jonsson S. 220 können Syntleia und Telos auch synonym gebraucht werden. Die Jünger fragten nach dem Abschluss des Systems der Dinge (Synteleia) Jesus antwortete in <Mat. 24:6> mit dem Wort "telos". Er sagte dort "Ihr werdet von Kriegen und Kriegsberichten hören. Seht zu, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende (telos).

In <Hebräer 9:26> wird das Wort Syteleia schon auf die Geschehnisse damals angewandt, nämlich auf das Sterben Jesu Christi am Kreuz. Daraus könnte man schließen, daß der Abschluss des Systems der Dinge schon damals begann. Darauf weisen auch andere Bibelstellen hin. Zumindest war es ein Abschluß des jüdischen "Systems der Dinge" oder der jüdischen Welt.


Die Erklärungen der WTG bzgl der "unsichtbaren Gegenwart" Jesu Christi sind falsch.Sie scheinen auch aus der Not geboren zu sein, daß 1914 nicht die Dinge eintraten, die man prophezeit hatte. Wie kompetente Wörterbücher der griechischen Sprache ausweisen und wie man auch selber aufgrund der Verwendung der Wörter in der Bibel feststellen kann, werden die Wörter Eleusis, Erchomai, Parusia und Ableitungen davon auch synonym gebraucht.. Jesus Christus wird für alle Menschen sichtbar wiederkommen, so wie ein Blitz plötzlich von östlichen nach westlichen Gegenden aufleuchtet und für alle sichtbar ist.. Wir können dem vertrauen, was unser Herr Jesus Christus in Offenbarung sagt "Siehe, er kommt mit den Wolken. und jedes Auge wird ihn sehen."

Insofern haben Jehovas Zeugen keine besondere Erkenntnis durch den Heiligen Geist , die andere nicht haben, sondern es ist so, daß ähnlich wie in dem Märchen von "des Kaisers neuen Kleidern" verschleiert wird, daß da eigentlich nichts ist.

Eine unsichtbare Gegenwart Jesu Christi gibt es seit seiner Auferstehung und Himmelfahrt. Wo 2 oder 3 in seinem Namen versammelt sind, ist er mitten unter ihnen.

Auch Psalm 110:2 ".... herrsche inmitten Deiner Feinde..." wird gern als Beleg für die unsichtbare Gegenwart Jesu Christi ab 1914 verwendet.

McDonald hat eine alternative und wie ich meine zutreffendere Erklärung über dieses "Herrschen inmitten seiner Feinde" aus <Psalm 110:2> und diese Erklärung schließt an den Gedanken an, daß die "letzten Tage" nicht 1914, sondern ab dem 1. Jhdt ihre Erfüllung fanden.

Zitat:
Hier geht es nicht um die Vernichtung
seiner Feinde, sondern darum,
dass er über jene herrscht, die einstmals
Feinde waren und nun seine Freunde
geworden sind und sich seiner Herrschaft
freudig unterwerfen.
<Psa 110,3> Dies wird von Vers 3 bestätigt.
Sein Volk stellt sich willig zur Verfügung
am Tag, an dem er sein Heer auf
den heiligen Berg führt. Oder wie es in
der revidierten Elberfelder heißt: »Dein
Volk ist voller Willigkeit am Tage deiner
Macht. In heiliger Pracht …«
Hier begrüßt ein williges Volk den
König in heiligem Schmuck. »In ihrem
Leben und Verhalten«, schreibt Barnes,
»werden sie die Schönheit und Attraktivität
zeigen, die in einem geheiligten
und reinen Charakter liegen.«


Und ist diese Willigkeit seiner "Jungmannschaft" ist wahrhaftig durch all die treuen Zeugen Jesu Christi seit dieser Zeit, die vielfach sogar den Märtyrertod in Kauf nahmen, belegt.

Dieser Psalm hat also Anwendung seit Chistus hier auf der Erde war!
Das Recht zu regieren, wurde Jesus Christus schon nach seiner Himmelfahrt gegeben (<Epheser 1:20-22>). Buchstäbliche Macht darf er allerdings erst gegen seine Feinde anwenden, wenn Gott es ihm erlaubt. Bis dahin muß er zur Rechten Gottes warten.

Eine endgültige Erfüllung wird es im Millenium haben.

Und was den "Menschen der Gesetzlosigkeit" anbelangt, ist eine Vereengung auf die "Geistlichkeit der Christenheit" m.E. auch falsch. Der "Mensch der Gesetzlosigkeit" ist identisch mit dem "Antichristen" und erst einmal eine Geisteshaltung, die schon zur Zeit des Apostel Paulus und vorher am wirken war. Es ist letztendlich der Teufel und seine Geisteshaltung, die andere übernehmen. Z.B. die Pharisäer und Schriftgelehrten die unter dem Vorwand, besonders treu an Gottes Wort festzuhaltne, genau das Gegenteil taten. Sie bildeten gleichsam die "Synagoge Satans" (Offenbarung 2:9). Sie haben allerlei außerbiblisches entwickelt, wie z.B. die "Kaballa". Daraus schöpfen dann auch andere, u.a. neuzeitliche Geheimgesellschaften, zu denen einige abgefallene Juden gehören, nicht die Juden im allgemeinen!
Die endzeitliche Erfüllung und Ausprägung dieses Antichristen wird nach meiner Überzeugung wahrscheinlich zweifach sein, sowohl religiös als auch politisch, mit jeweils einem buchstäblichen Menschen als "Gallikonsfigur" und Verkörperung dieser widergöttlichen geistigen Haltung. Diesen wird der Herr Jesus Christus bei seiner sichtbaren Widerkunft mit dem Hauch seines Mundes beseitigen.


Gruß
vom Schrat


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RE: „Jehovas Zeugen“ und andere religiöse Gemeinschaften

#54 von Jurek , 20.05.2012 17:58

Danke Schrat für deine Darlegung.

„Gegenwart“ wie auch „Kommen“, können m. E. jeweils 2 Bedeutungen haben.

GEGENWART
im Sinne von geistig gegenwärtig -(damit kann man auch Seine Gegenwart auch noch in der Zukunft erwarten), und
Dasein, wenn JESUS schon gekommen und gegenwärtig ist.

KOMMEN
im Sinne der Erwartung darauf, dass wir eben das Kommen JESU in der Zukunft erwarten;
aber auch im Sinne, dass sein Kommen buchstäblich nun stattgefunden hat.

Es kommt dann immer darauf an, wie man das theologisch und interpretativ in die Aussagen der Bibel einbinden will. (Aber da entscheidet - bzw. sollte - oft auch der Zusammenhang, nicht die Interpretation eigener Kirche).

Bezogen auf „1914“ ist klar, warum die WTG das Wort „Gegenwart“ bevorzugt, da für sie JESUS vor dem Jahr eben nicht gegenwärtig war (nach den Pleiten davor), da es auch noch nicht die Geburt der neuen Nation der „ZJ“ gab, über die JESUS hätte herrschen sollen. =(?)
Sie sind stolz darauf, dass NUR sie das von Anfang an erkannten, dass JESUS erst ab 1914 gegenwärtig ist. Damit alle, die das nicht erkannt haben, können auch nicht das wahre Volk GOTTES sein……
So einfach ist das! Oder?


 
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die römisch-katholische Kirche und andere ...

#55 von Jurek , 22.05.2012 18:34

Es ist sozusagen nicht so lange her, als die Wiedertäufer hier aus dem so genannten „heiligen Lande Tirol“ mit Kind, Katz und Maus vertrieben wurden, allein nur aus Glaubensgründen, weil die sich der katholischen Kirche entsagten! …
Manche Kinder wurden anscheinend gar Zwangsadoptiert und nur die Eltern und Alten mussten das Land verlassen. Wohl auch seit da heißt es hier: „Wir werden dich schon katholisch machen!“.

Heute versucht die römische Kirche mit Dialog und gewisser Toleranz Wogen zu glätten, auch wenn für sie nach wie vor nur eine wahre Kirche geben kann – die allgemeine und allumfassende Großkirche der alten Zeit. Und die anderen Konfessionen werden von der katholischen Bevölkerung hier auch noch so toleriert, besonders dann, wenn sie als Touristen viel Geld in dieses inzw. Tourismusland reinbringen…
Aber wirklich über den Glauben wird nicht diskutiert!
Als ich in Zillertal mal eine ältere (katholische) Frau mal fragte, ob sie Bibel habe, meinte sie, dass sie eine alte besitzt. Ich fragte, ob sie mir diese zeigen könnte, und sie brachte mir ein altes Lexikon! Das war das skurrilste, was ich in meinem Missionswerk erlebte……
Andere brachten mal „wenigstens“ den Katechismus …

Hier ein Gemälde zu dem Thema, wo auch noch ganz links steht wohl ein Polizist (?), der das alles überwacht(?).



In Anhang ein Einladungstraktat dazu, mit der Unterstützung von den Orten Mayrhofen / Hippach (Finkenberg, Brandberg, Schwendau, Ramsau) / Zillertal / Tirol / Austria.


Angefügte Bilder:
01.jpg   02.jpg  
 
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RE: die römisch-katholische Kirche und andere ...

#56 von Schrat , 22.05.2012 19:15

Lieber Jurek,

Bibel ist alles, was so dick ist wie eine Bibel...

Den Wiedertäufern hat man in meiner Gegend übel mitgespielt. Erst einmal war das Bestreben dieser Gruppe, sich an die Bibel zu halten, richtig. Leider hat sich dann im Münsterland ein "Knipperdolling" dort eingemischt und allerlei Unfug mit eingebracht, wie z.B. die Vielweiberei. Er glaubte, er müsse die "Theokratie" damals schon einrichten.

Und den hat man dann in einen Käfig getan, diesen aufgehenkt und ihn darin verhungern und verdursten lassen.

Und so schaut man bis heute in großen Teilen - besonders der katholischen Bevölkerung - verächtlich auf die Wiedertäufer und alle anderen die die Erwachsenentaufe praktizieren.

Gruß
vom Schrat


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RE: die römisch-katholische Kirche und andere ...

#57 von Jurek , 23.05.2012 08:35

Ja, nicht nur wegen der Erwachsenentaufe, sondern egal wer, der nicht dieser Kirche angehört, ist für diese (bzw. den betreffenden aktiven Teil, da den anderen ist das oft Wurscht, da sie nur „Taufscheinchristen“ sind) kath. Bevölkerung meist seltsam…
Es ist schon auch paar Jahre her, aber mir ist das in Erinnerung geblieben, wo eine kath. Frau im Radio bedauerte, dass sich da wer aus katholischer Familie mit einer oder einem Evangelikalen verheiratet hat…

Geschweige hier vor Ort ist auch eine Bäuerin, die sehr katholisch ist und immer zu Kirche läuft und in ihrem Garten pflegt und hegt sie eine kleine Kapelle…, aber die wird zu Furie (sorry), und ganz laut, wenn ein andersgläubiger ihr was über Bibel erzählen will.

Zu CHRISTI Himmelfahrt war ich einmal auf einer Missionsreise, und da hat sich auch eine katholische Frau sehr aufgeregt, dass ausgerechnet zu so einem Tag da jemand auftauft um über JESUS zu missionieren! =(wobei sie nichts von JESUS sagte, aber sie, obwohl ich sie als sooo Katholisch kenne, eigentlich nur Ruhetag haben wollte (vielleicht hat sie Gäste erwartet? Ich weiß es nicht), ohne jeglichen Bezug auf JESUS CHRISTUS!
Ich denke aber, dass echter Glaube nur gelebter Glaube sein kann.

Mir sprechen sonst auch die meisten ‚Christen’ mein Christsein ab, weil ich nicht an die Trinität glaube (dem fundamentalen Dogma der Kirchen), da sie meinen: Wie kann ich ein Christ sein, wenn ich nicht einmal weiß, wer GOTT ist! –(Den, den sie aber nicht wirklich von der Trinität her [mir] anhand der Bibel erklären können)…

Gruß!


 
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Jehovas Zeugen im TV

#58 von Schrat , 01.06.2012 21:53

Hallo Ihr Lieben,

hier wieder mal ein Film aus dem TV (Galileo):

http://www.prosieben.de/tv/galileo/video...ovas-1.3202746/

Es wird ein Blick in das Druckzentrum in Selters gemacht und das Zeugen-Leben anhand von Beispielen aus der Versammlung ZJ-Familien gezeigt. Das Druckzentrum wurde mit einem Kloster verglichen.

Interessant fand ich den Hinweis, daß es Ärzte gibt, die Zeugen Jehovas sind und in Krankenhäusern tätig sind, die dann gerne von ZJ benutzt werden, um blutfrei behandelt zu werden..

Kritik wurde kaum geäußert, außer zum Schluß, wo moniert wurde, wie schlecht man Ausgeschlossene, insbesondere, welche, die von sich aus gehen, behandelt.

Für Zeugen Jehovas eine Art Nabelschau....

Gruß
vom Schrat


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RE: Jehovas Zeugen im TV

#59 von Jurek , 02.06.2012 07:57

Hallo!

Zitat
Kritik wurde kaum geäußert, außer zum Schluß, wo moniert wurde, wie schlecht man Ausgeschlossene, insbesondere, welche, die von sich aus gehen, behandelt.


Ist da ein Unterschied in der Behandlung zwischen denen die von selbst gegangen sind und denen, die gegangen wurden?
Und wer kennt wirklich die wahren Motive und Hintergründe?? Wer?
Und außerdem, wer behandelt diese Leute so unchristlich, wie es die „ZJ“ tun!?!
In Österreich sind die eine anerkannte Glaubensgemeinschaft, aber in Deutschland wohl nur im Raum Berlin. (?)
Und warum wohl? Tun die nicht Menschenrechte verletzten, wiewohl sie für sich diese fordern?
Wie lautet bitte die Antwort darauf?

Gruß!


 
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RE: Jehovas Zeugen im TV

#60 von Schrat , 02.06.2012 09:41

Lieber Jurek,

Jehovas Zeugen machen keinen Unterschied zwischen denen, die tatsächlich grob gesündigt und nicht bereut haben und denen, die von sich aus gehen, weil sie z.B. mit gewissen Lehren nicht einverstanden sind. Bei letzteren werden gewisse Bibelstellen schlicht und einfach falsch angewandt. Vielfach halten ja diejenigen, die von sich aus von Jehovas Zeugen weggehen durchaus noch an Gott, Jesus und der Bibel fest.

Wer also merkt, daß vieles, was Jehovas Zeugen lehren, nicht mit der heiligen Schrift übereinstimmt, hat also, wenn er denn in der Gemeinschaft bleiben will, nur die Möglichkeit "sich zu ducken", und möglichst wenig von seiner wahren Sicht kundzutun - jedenfalls nicht öffentlich in der Versammlung. Und er kann nur hoffen, daß kluge und verständnisvolle Aufseher da sind, die die regiden Vorgaben des Sklaven nicht 1:1 umsetzen.

So ist es jedenfalls bisher bei mir gelaufen.

Morgengrüße
vom Schrat


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